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Pfälzisches Wörterbuch 
 
trendeln bis Treppen-haus (Bd. 2, Sp. 484 bis 488)
 
trendeln, schw.
Trendler, m.
trennen, schw.
Trensche
Trense, f.
trensen
Trensen-geschirr, n.
Trentsche
Treppe, f.
Trappe, f.
Treppen-geländer, n.
Trappen-geländer, n.
Treppen-haus, n.
Treppen-rütscher, m.
Treppen-schisser, m.
Treppen-seicher, m.
Treppen-stein, m.
Treppen-tritt, m.
Treppen-turm, m.
Trepp-platz
Trepps-nase
Trepp-rissel, m.
Dresch, m.
treschakeln
treschaken
Dresch-bett, n.
Dresch-brille, f.
Dresch-dreck, m.
Dresche, f.
dreschen, st.,  schw.
Drescher, m.
Drescher-lohn, m.
Dresch-flegel, m.
Dreschflegel(s)-griff, m.
Dreschflegel(s)-holmen, m.
Dreschflegel(s)-külpe, f. m.
Dreschflegel(s)-külpen, f. m.
Dreschflegel(s)-rute, f.
Dreschflegel(s)-stiel, m.
Dresch-geld, n.
Dresch-knüppel, m.
Dresch-külpe, f.
Dresch-lein, m.
Dresch-lohn, m.
Dresch-maschine, f.
Dresch-maschiner, m.
Dresch-rute, f.
Dresch-schlegel, m.
Dreschschlegel(s)-haupt, n.
Dreschschlegel(s)-külpen, m.
Dreschschlegel(s)-rute, f.
Dreschschlegel(s)-stiel, m.
Dresch-tenn, n.
Dresch-tisch, m.
Dresch-wagen, m.
Dresch-zeit, f.
Tresor, m.
Tresor-tisch, m.
Tresor-tuch, n.
dresseln
Tressen, Pl.
dressilieren
dressieren, schw.
Dressur, f.
Trester, m.
Trester-korb, m.
Trester-kraut, n.
Trester-messer, n.
Trester-most, m.
Trestern
trestern, schw.
Trester-sack, m.
Trester-schnaps, m.
Trester-wasser, n.
Trester-wein, m.
treten, st.
Treter, m.
Tret-mühle, f.
Tret-platz, m.
Tret-wägelein, n.
Tret-weg, m.
treu, Adj.
Treu, m.
Treu-blümchen, n.
Treue, f.
Treu-handschaft, f.
treu-herzig, Adj.
treulich, Adj.
treu-los, Adj.
Treu-ring, m.
Treusch
Triangel, m.
Triangel, f.
triangeln, schw.
Tribeler, m.
tribeln, schw.
tribeln, schw.
Triber
tribern
Tribulant, m.
  trendeln schw.: 'langsam, zögernd, trödelnd arbeiten oder gehen', trendele (dręndələ) [ZW-O'hs KU-Schmittw/O Dietschw RO-Odh LA-Wey BZ-Dernb Kühn Hamet 139 PfId. 140/41 Schandein Sprachsch. 17 Journ. 1787, 7.-12. St., S. 216, Gal-Dornf]. Zs. PfWB herum-, PfWB vertrendeln. — Mischbildung aus trödeln und PfWB tändeln, Kluge-Mitzka19. — Südhess. I 1644 trandeln, trändeln; RhWB Rhein. VIII 1293 tranteln, tränteln; Saarbr. 211; LothWB Lothr. 102; ElsWB Els. II 759; Bad. I 552 trendeln.

[Bd. 2, Sp. 485]

 
  Trendler m.: 'Mensch, der langsam geht, phlegmatisch arbeitet, Trödler', Trendler (dręndlər) [KU-A'glan Schmittw/O HB-Kirrbg ZW-O'hs RO-Obd KL-Fischb LA-Wey BZ-Dernb Schandein Ged. 250 Gal-Dornf]. Gottes-, Herrgottstrendler. Zu PfWB trendeln. — Südhess. I 1644; RhWB Rhein. VIII 1293/51; Saarbr. 211; LothWB Lothr. 102; ElsWB Els. II 759; Bad. I 552.
 
  
trennen schw.:
1.
a. 'etwas in seine Bestandteile zerlegen', von Kleidungsstücken, trenne (dręnə) [fast allg.], tranne (dranə) [ RO-Rehborn PS-Schönau Hirschth BZ-Rechtb GH-Neubg]. Zs. PfWB ab-, PfWB auf-, PfWB vertrennen. Ich mach heit de ganze Dag nix wie trenne [ Gal-Dornf]. —
b. 'auseinanderbringen, absondern', bes. von Streitenden. Mer muß die zwää t. [ LA-O'hochstdt, allg.]. RA.: die Beck vun de Schäf t. [ KL-Kindsb, allg.]. Die (zwei Verliebten) kann nix t. [LA-Wollmh, verbr.]. RA.: Die sin getrennt vun Disch un Bett 'sind geschieden' [ LU-Opp]. —
c. die Zech getrennt berechne 'einzeln berechnen' [NW-Frankeck, verbr.]. —
2. refl.
a.
α. von Menschen, 'voneinander Abschied nehmen, auseinandergehen'. Mer missen uns jetzt t. [NW-Kallstdt, verbr.]. —
β. 'sich entloben'. Sie hän sich wirrer getrennt [LA-Mörzh, verbr.] —
b. 'sich von etwas losreißen, lösen'. Sie hot sich net t. kenne vum Grab [ LU-Opp, allg.]. — Südhess. I 1712; RhWB Rhein. VIII 1343; ElsWB Els. II 759; Bad. I 552.
 
 
Trensche s. PfWB Tränsche 1.
 
  
Trense f.:
1. 'leichter Pferdezaum mit unterteilter Gebißstange' Trens (dręns) [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'Pferdezaum mit starrer Gebißstange' [verbr.]. a. 1773: 1 Drenß, 1 Zaum, 2 Schelle [Kurpf. 1588-90 (Inventarien Rothselberg)]. Zs. PfWB Wassertrense. —
3. 'Zügel, der nur zum Reiten benutzt wird' [ LU-Alsh Altr]. —
4. 'Riemen am Kopfgeschirr, mit dem man den unbändigen Tieren das Maul zusammenschnürt' [ KU-Roßb]; vgl. Kappzaum. — Aus span. trenza 'Flechte, Seil', über das Niederländische entlehnt, Kluge-Mitzka19. — Südhess. I 1713; RhWB Rhein. VIII 1344; Bad. I 552.
 
 
trensen in PfWB antrensen.
 
 
Trensen-geschirr n.: 'Paradegeschirr für Pferde', Trensegescherr [Don-Lenauh Schowe Torscha (Steinmetz)].
 
 
Trentsche s. PfWB Tränsche 2.
 
  
Treppe, Trappef.:
1.
a. 'steinerne Treppe vor dem Haus', Trepp (dręb, dreb, s. F.), Trapp (drab), zur Verbr. der beiden Hauptformen s. K. 95, Tripp (drib) [ IB-Lautzkch]. Syn.: PfWB Staffel, PfWB Steige, PfWB Stiege. Das Wort gilt in dem Trepp-/Trapp-Gebiet vielerorts, wenn nicht immer auch für die in den Keller führende Steintreppe; im besonderen Falle werden unterschieden: Haus- bzw. Haustür- und Kellertreppe.
b. 'hölzerne Treppe im Hausinneren' [verbr. vorn. NOPf SWPf]. Zs. PfWB Holz-,

[Bd. 2, Sp. 486]
PfWB Speicher-, PfWB Stiegentreppe. Der Unterschied in den Bed. a und b wird in den Belegen nur selten hervorgehoben, so für KU-Kaulb Bedb Wolfst LU-Limbghf NW-Freinsh, wo die Steintreppe vor dem Haus mit Trapp bzw. Trepp, die hölzerne Treppe im Haus dagegen mit Stääch (s. PfWB Stiege) bezeichnet wird. — Die Trepp is abgeloffe 'vom vielen Laufen abgenutzt' [ LU-Alsh]. Die Kinner laafen heit de ganze Dag die Trepp enuf un enunner [ NW-Frankeck]. RA.: Ich stell der's uf die Trepp, daß de dich net se bicke brauchscht, Zurechtweisung für einen Unzufriedenen [ PS-Saalstdt]. Der isch die T. nufg'falle 'wurde aus seiner Stellung entlassen, machte aber in der neuen Stellung Karriere' [LA-Gommh, verbr.]. SprW.: Wer die Trepp enuffallt, kriet for die Eel (Elle) drei Batze [ PS-Erfw Th'eischw]. Alter geht vorhot de Eilespiegel gesagt, wie er sein Großmutter die Trepp enunnergeworf hot [ LU-Limbghf]. Volksgl.: Wann die Maad die Drebbe nuffallt, kriegt sie en neier Boo (frz./engl. beau 'Liebhaber') [Fogel Beliefs Penns Nr. 187]. Rätsel: 's geht jemand die Trepp enaus un hot e Sichel em Arsch (der Hahn) [ KU-Bedb]. 's geht die Trepp enuf uf'm Kopp (der Schuhnagel) [ebd.]. 's geht ebbes die Trapp runner un hot vier Ohre (der Backtrog) [ PS-Zesbg], ... un hat sechs Ohre (die vier Ohren des Backtroges mitsamt den Ohren des ihn tragenden Menschen) [ KU-Bedb]. KR.: Krischtkinnel, kumm in unser Haus! Leer dein goldig Säckel aus! Stell dein Esel uf die Trepp, daß ich'm Heu un Hawwer gebb [ FR-Maxd]. a. 1596: einen Keller gemacht sambt dhier gestell, fenster Vnnd Draben Von Newem zu hawen Vnd zu machen [WerschwSchR]. a. 1776: die traben auf die Kirchen und thorn [SSp., D. Orden 8 (KL-Einsiedlerhf)]. —
c. 'die einzelne Treppenstufe'; die unnerscht (ewwerscht) Trapp [ ZW-Battw, LA-Mörzh]. —
d. FlN s. die Zs. Rampart-, PfWB Weedentreppe. —
2. übertr.
a. im Pl. vom ungleichmäßigen Haarschnitt. Er hor'm (hat ihm) Trappe in die Hoor geschnett [KU-Kaulb, verbr., auch Gal]; dass. mit dem Dim. Treppcher [ KU-Diedk ZW-Bechhf]. —
b. Treppcher im Klaad 'Falten im Kleid' [ RO-Ransw]. —
c. 'das unbedeckte Wurzelwerk der Kiefer' in der Zs. PfWB Hexentreppchen. —
d. RA.: uf die Trepp gehe, vun de T. lewe, 'die öffentliche Fürsorge in Anspruch nehmen' [Kaislt]. (Zur Erklärung: Die Fürsorgeempfänger in Kaislt pflegten sich auf den Treppenstufen des Stadthauses Ost, wo sich das Wohlfahrtsamt befand, niederzulassen und dort auf ihre Abfertigung zu warten.) — F.: Von den beiden Lautformen zu Trepp ist dręb weithin herrschend; dreb wird von Bertram 30/31 für LU-Böhl Rh'gönh NW-Dürkh Wachh Gimmdg Elmst SP-Schiffstdt angegeben. — Das in Kluge-Mitzka19 für Treppe angegebene Verbreitungs-

[Bd. 2, Sp. 487]

gebiet muß im SW erweitert werden. Südlichste Hauptpunkte sind nicht Mainz, Trier und Luxemburg, sondern Speyer, Neustdt/Weinstr, Kaiserslautern, Zweibrücken (s. K. 95); auch Saarbr. 211, LothWB Lothr. 102 und ElsWB Els. II 762 verzeichnen das Wort. Trepp hat sich in der SWPf gegenüber dem hier nur noch als Reliktform erscheinenden Trapp durchgesetzt; auch in der mittl. und nördl. WPf ist Trepp im Vordringen. Ähnliches läßt sich für den Ostteil der Pfalz nördl. der Linie Kaislt—Neustdt—Spey feststellen; hier hat Trepp im Norden das ältere Trapp weithin verdrängt. Die Form Trapp hat sich nur noch an der mittl. Eis und (in Rheinhessen)

[Bd. 2, Sp. 488]
westl. und nördl. von Alzey behauptet, vgl. Südhess. I, K. 97. Auch in der südl. VPf breitet sich Trepp gegenüber Staffel und PfWB Stiege aus; hier wird dieses Vordringen durch den auf die Städte gestützten schriftsprachlichen Einfluß begünstigt. Das gleiche gilt für den Nordost- Teil der VPf. — Südhess. I 1563/64 u. 1713/14; RhWB Rhein. VIII 1344ff.; Bad. I 531 u. 553.
 
  
Treppen-, Trappen-geländern.: wie schd., Treppengeländer [ KU-Diedk NW-Kallstdt Frankeck]. Südhess. I 1714; RhWB Rhein. VIII 1347; LothWB Lothr. 102. — -haus n.: wie schd., -haus [verbr. nördl. VPf PS-Gersb]. Südhess. I 1714; RhWB Rhein. VIII 1347; LothWB Lothr. 102. —