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Pfälzisches Wörterbuch 
 
trauschelig bis Drau-wort (Bd. 2, Sp. 439 bis 441)
 
trauschelig, Adj.
trauschicht, Adj.
drauß, Adv.
draußen, Adv.
draußen-herum, Adv.
Dräußler
Traut, Gen.?
Trau-tag
Trauung, f.
Drauwe
Trauwel
Drau-wort, n.
Trau-zeuge, m.
travailler
Traverse
trawackeln, schw.
trawaijen
Trawaldin
Trawall, m.
trawall, Adv.
trawallen, schw.
trawalljen, schw.
trawallern, schw.
trawallesieren, schw.
trawallieren, schw.
trawallisch, Adj.
trawalljen
Trawannes
traweln, schw.
Trawer
Trawers
trawer, Adj.
trawickeln
Trawunzel
Treben, Pl.
Treber, Pl.
Treber+-most, m.
Treber-wein, m.
Drech(e)
drechseln, schw.
Drechsler, m.
Dreck, m.
Dreck-abziehchen, n.
Dreck-amsel, f.
Dreck-arbeit, f.
Dreck-arsch, m.
dreck-ärschig, Adj.
Dreck-atzel, f.
dreck-augig, Adj.
Dreck-backen, Pl.
Dreck-bäcker, m.
Dreck-balg, m.
Dreck-bampel, m.
Dreck-bande, f.
Dreck-bandel, m.
Dreck-barg, m.
Dreck-bartel, m.
Dreck-batzen, m.
Dreck-bauer, m.
Dreck-beele, f.
Dreck-biene, f.
Dreck-bobert, m.
Dreck-bolle, f. m.
Dreck-bollen, f. m.
Dreck-brei, m.
Dreck-buhlen
Dreck-bürste, f.
Dreck-butik, f.
Dreck-butz(en), m.
Dreck-delle, f.
Dreck-drossel, f.
Dreck-druschel
Dreck-dulle, f.
Dreck-eber, m.
Dreck-eimer, m.
drecken, schw.
Drecker(t), m.
Dreckert-leser, m.
drecket
Dreck-ferkel, n.
Dreck-finger, m.
Dreck-fink, m.
Dreck-fisch, m.
Dreck-fratz, m.
Dreck-frekkel
Dreck-fresser, m. f.
Dreck-fresserin, m. f.
Dreck-frosch, m.
Treck-garn, n.
Dreck-gauz
Dreck-graben, m.
Dreck-gras, n.
Dreck-grübler, m.
Dreck-gusche, f.
Dreck-hahn, m.
Dreck-hammel, m.
Dreck-hamster, m.
Dreck-hand, f.
Dreck-hannes, m.
Dreck-haufen, m.
   trauschelig Adj.:
1.
a. 'dicht, buschig, üppig; niedrig, aber dicht verzweigt', von Pflanzen, trauschelich (drau(ə)liχ, -i) [westl. WPf]; vgl. PfWB trauschicht, PfWB truschelig2 1. Das is e trauschelich Bäämche, weil seine Zweige auseinanderstreben und herabhängen [ KU-Friedhs]; en t. Steckelche 'voll ausgebildete Pflanze, bes. die Blumenpflanze' [ KU-Rammb]; e trauschelicher Krautkopp 'breit auseinander gewachsen und fett' [ KU-Kaulb]; trauscheliche Grumbeersteck 'gut ausgebildete Kartoffelstauden' [ KU-Föckbg]. Die Plänzelcher sein trauschelich, von niedrigen, aber kräftigen Setzlingen [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'gekräuselt', von Blättern, 'bauschig', von Stoffen [ KU-Lauteck Bosb Eschau Nerzw HB-Höch Peppk]. —
2.
a. 'gutgenährt, fett, dick', vom Menschen; e trauschelich Kind [ KU-Hundh Eschau Neunkch]; vgl. PfWB truschelig2 2. Die es schon ganz trauschelich, von einer Schwangeren [ KU-Frohnf]. —
b. 'faul träge, langsam'; e trauschelich Ding, von einem langsamen Mädchen [ KL-Enkb KB-Niefh Mauchh]; vgl. PfWB truschelig2 4. —
c. 'liederlich' [ RO-Obd Schiersf LU-Fußgh]; vgl. PfWB truschelig2 3. —
3. 'trüb', von Flüssigkeiten [ FR-Albsh]. —
4. and. Bed. und zweifelhaft, ob hierher gehörend; e trauschelich Klaad 'ein gut gefallendes Kleid' [ KU-Heinzhs], e trauschelich Haus 'ein anheimelndes, wohnliches Haus' [ LU-Böhl]. — Südhess. I 1672 traunschelig; RhWB Rhein. I 1438 drauschelig; DWB DWb. II 1347/48.
 
 
trauschicht Adj.: 'buschig'. a. 1606: an einer Trauschechten Jungen buochen; hinder dem Stein ist ein drauschechte Buoch [SSp., Hanau-Lichtenberg 7, Amt Lemberg]; vgl. PfWB trauschelig 1. RhWB Rhein. I 1438 drauschig; LothWB Lothr. 100 trauschech; ElsWB Els. II 766 druschlich.
 
  
drauß, draußenAdv.:
1. 'außerhalb eines Raumes, eines Ortes, eines Landes', drauß (draus) [fast allg.], drauße [ NW-Frankeck], druß (drus) [lothr. SWPf]. Drauß uf der Stroß geht er [ ZW-Battw]. Kaum, daß er die Deer drauß war [Feierowend Nr. 39/1967]. Ich bleib heit drauß (auf dem Feld), ehr kennen mer's Middagesse naus-

[Bd. 2, Sp. 440]
bringe [ Gal-Dornf]. So gut, wie dasjohr die Frocht drauß es, so war se schun lange Johre net [RO-Münstapp]. Drauß is so dunkel wie in're Kuh [NPfGV Nr. 8/1934]. Do hinne drauß, von der WPf [Neustdt]. O scheeni, kleeni Fensemaus (Erdeichhörnchen?), wie lebscht du doch so luschdich drauß! [Birmelin Penns Gezw. 85]. SprW.: Licht un Luft ins Haus, halt de Dokder drauß [ SP-Harths]. Wer drin is (in der Ehe), will naus; wer drauß is, will nin [ Don-Gottlob]. VR.: Var'm Darf drauß stehre (steht ein) Wertshaus; guckt e Fraa raus, haaßt (heißt) Gret; hore (hat ein) Lippmaul, hore Lappmaul un e Noos wie e Drumbeet [KU-Rothsbg (Mang 231)]. Einen VR. der Hütejungen s. bei PfWB darumsein. — Im Wortpaar drinn un drauß 'innerhalb und außerhalb des Ortes' [ KU-Schmittw/O]; vgl. auch Pälzer vun drinne un drauße 'Pfälzer, die in und außerhalb der Pfalz leben'. —
2. draußen sein 'beim Fangspiel ausscheiden' in den AR.: Ich zähle aus und du bist drauß [ RO-Falkst]. Männche, Männche, hupps ins Pännche; hupps eraus un du bischt drauß [ KL-Schneckhs]; Var. hierzu s. PfWB malen. —
3. s. darüber-, PfWB neben-, PfWB obendraußen. — Südhess. I 1390 darauß, daraußen; RhWB Rhein. I 1261 u. 1262; LothWB Lothr. 109; ElsWB Els. I 79; Bad. I 537.
 
 
draußen-herum Adv.: wie schd., drauß(e)rum [verbr.]. Er hot draußrum 'außerhalb des eigenen Dorfes' schun viel gesieh [ Gal-Dornf]. Kumm ich drausrum in e Haus, um e G'schäft zu mache, pack ich all mein Berschde aus un weis de Leit mein Sache [Feierowend Nr. 2/1950]. Südhess. I 1390.
 
 
Dräußler s. PfWB Dorfdräußler.
 
 
Traut Gen.?: in der Verb. sonder traut 'als Geschenk'. a. 1600: so den Meiserwald, den Hornbacher und Schmalberger Wald von einander scheidet und sonder traut durch den Fürsten verordnet und gesetzt worden im Jahr 1588 [PfW 1908, S. 6]. — Mhd. trūte 'Geschenk' ( Lexer Lexer II 1551) < trūt 'traut, lieb'; vgl. auch Schwäb. II 336, DWB DWb. XI/1, 1 Sp. 1547; s. weiter Lexer Lexer II 1312 sundertrūte 'besonderer Liebling'.
 
 
Trau-tag s. PfWB Hochzeitstag.
 
  
Trauung f.: nach dem Schd., Trauung (drauuŋg) [allg.]. Zs. PfWB Ziviltrauung. Die bürgerliche Trauung durch den Standesbeamten geht gewöhnlich der kirchlichen Feier voraus. Volksgl.: Es bedeutet Glück in der Ehe, wenn am Trautag die Sonne scheint [ LA-Ilbh GH-Hagb], Unglück, wenn sich der Myrtenkranz auf dem Weg zur Kirche öffnet [ NW-Leistdt], wenn die Braut beim Niederknien in der Kirche in den Schleier ein Loch reißt [ LA-Herxh], wenn die Kerzen während der Trauung unruhig brennen [ NW-Meckh], wenn es während der Trauung regnet [ HB-Lu'thal LA-Ilbh]. Sonnenschein während der Trauung deutet Kinderreichtum an [ KL-Hoheck]. Vgl. auch die Angaben zum

[Bd. 2, Sp. 441]
Volksgl. bei Braut, Bräutigam, Hochzeit. Südhess. I 1672; RhWB Rhein. VIII 1310; Bad. I 537.
 
 
Drauwe s. PfWB Draue; Trauwel s. PfWB Traube 1 a.
 
 
Drau-wort n.: 'Drohwort', vgl. PfWB Draue. a. 1522: Item wen sich zween scheltten oder trawewort gebenn [PfWeist. I 215 (PS-Burgalb)]. a. 1566: Do er nochmals mit schme vnnd trawworten gegen seinnen nachpaurenn vbertretten würdt [StArch. Kaislt, Ratsprotokolle]. — Zu PfWB drauen. — Schwäb. II 336/37 Dräuwort; DWB DWb. II 1350.