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Pfälzisches Wörterbuch 
 
träufeln bis träumen (Bd. 2, Sp. 436 bis 437)
 
   träufeln schw.: 'fein regnen'. Es traifelt [ WD-Niedkch Saal Marth]. Syn. s. PfWB rieseln. — Die nhd. Verkleinerung zu mhd. troufen, tröufen 'triefen lassen'; vgl. auch DWB DWb. XI/1, 1 Sp. 1409/10.
 
  
Drauf-gänger m.:
1. 'wer viel wagt, ohne zu überlegen', Drufgänger [fast allg.], Drof- [ GH-Nd'lustdt]. —
2.
a. 'weibstoller Mann' [ KU-Ginsw Brück LU-Schauh]. —
b. 'bissiger Hund' [ FR-Bockh]. — Südhess. I 1383; RhWB Rhein. I 1258: Bad. I 536. — -gängerin, -gängersin f. : 'forsche, feurige weibliche Person', Drufgängern [Land], -gängersch [ WD-Niedkch]. Zur Form mit -sin s. PfWB Nähtersin. Südhess. I 1383; Bad. I 536.
 
 
Drauf-geld s. PfWB Daraufgeld; drauf-los s. PfWB darauflos.
 
 
Trauf-, Träuf-rechtn.:
1. 'das Recht zum Viehtränken am Waldrand', s. PfWB Trauf 2. a. 1547: jedoch haben die Bottenbacher (ZW-Bottb) uff Wunschburger seit (PS-Windsbg) ein traffrecht mit dem vieh zusuchen bisz zum Biber wog [ DWB DWb. XI/1, 1 Sp. 1424]. —
2. 'das Recht, den Tropfenfall des Daches auf des Nachbars Grundstück zu leiten'. a. 1579: hart wider des Closters steinen stock 'Mauerstock' ein stall gebaut, soll er Jerlich vom selben geben Treifrecht [HornbSchR]. — Schwäb. II 333. — -seite f.: 'Längsseite des Hauses', Traufseit [ LU-Böhl]; vgl. PfWB Langseite. DWB DWb. XI/1, 1 Sp. 1424.
 
  
Traum, Träumm.: wie schd., Traam (drām, drm), Troom (drm), Trääm (drm) [allg.], zum Vokal s. K. 26 bei Baum; Lambert Penns 43: Draam (drām); Gal meist Troom (drōm, selten drm); Don-Schowe Werb: Troom; Don-Gertianosch: Traam; Buch-Illisch (Schwartz 27): Traam (drm). Pl.: Trääm (drm), Treem (drēm);

[Bd. 2, Sp. 437]
Traam (drām) in KU-Kaulb. RA.: Das fallt mer im Traam net in, auch: Do denk ich im T. net draan [ KU-Brück, allg.]. Es is mer alles wie im Troom [ Gal-Dornf]. Ich helf der aus'm Trääm 'aus der Verlegenheit' [südl. VPf, verbr.]. SprW.: Traime sin Schaime (sic!) [ LA-Gommh]. Ein Kindergebet s. bei PfWB Baum (I 626 Z. 57 ff.). Volksgl.: Wenn man im Traum ein Feuer sieht, stirbt jemand: Ich hab im Traam gsehne, wie's gebrennt hot [ LA-Gommh]; andere Beispiele s. bei PfWB träumen 1. — Südhess. I 1670; RhWB Rhein. VIII 1314/15; LothWB Lothr. 99; ElsWB Els. II 756; Bad. 1536/37.
 
 
Traum-buch n.: 'Buch mit Traumdeutungen', Traambuch [NW-Freinsh Lambert Penns 43]. Bad. I 537.
 
 
träumeln schw.: 'zögern', trämele [Schandein Sprachsch. 93]. RhWB Rhein. I 1504 drömeln, 1525 drümmeln, VIII 1315 träumeln; Bad. I 537.
 
  
träumen schw.:
1. 'einen Traum haben', trääme (drmə), traame (drāmə, drmə), treeme (drēmə), troome (drōmə) [verbr. wie bei Bein, s. K. 30], träime [ RO-Unkb O'mosch], traime (drāimə) [ GH-Neubg]. Ich häb devan getraamt [LU-Altr, verbr.]. Wann moin Mutter geträämt hot, guckt se als ins Traambuch, was der Traam bedeit [ NW-Freinsh]. Trääm was Scheenes! Wunsch beim Gutenachtsagen [ KU-Schmittw/O]. So domm trämt eim jo neischt (nichts) [PfId. 172]. RA.: Des hätt ich mer nit trääme losse, von einem unverhofften Glück [ LU-Opp, allg.]. Ich hau der ufs Bläß, daß de verzehn Daa vum Deiwel träämsch [ PS-Lembg, ZW-Bechhf]. Der hot heit nacht vun Hochwasser geträämt, wenn einer mit aufgekrempelten Hosen daherkommt [ KL-Hütschhs]. Einen VR. s. bei PfWB tapfer 1 (II 91, Z. 39). Volksgl.: 's gibt Reen, ich han heit nacht von Dole geträämt [ KU-Bedb, LU-Oggh]. Wammer vumme (von einem) Zug Leit met schwarze Kläirer (Kleider) träimt, sterbt ball äins in de Familie [ KU-Schmittw/O]. Ich hab geträämt, beim Wäsche an de Bach isch uf emol trieb Wasser kumme, soll Unglück bedeuten [ LA-Gommh]. Ich hab heint vun Äär (Eier) geträämt, dann kriech ich noch Streit mit jemand [ebd.]. Wammer dramt vun're Leicht, gebt's en Hochzich (Hochzeit) [Fogel Beliefs Penns Nr. 252]. Wammer dramt vume schwarze Gaul, kriegt mer'n Brief [ebd. Nr. 281]. Ein weiteres Beispiel s. bei PfWB apartig 2 d. Sonstige volkstümliche Deutungen von Träumen: Perlen — Tränen, Wanzen — Geld, Scherben — Glück [ LU-Opp]; Läuse — Glück, Hochzeit — Trauer [ LU-Oggh]. —
2.
a. 'in Gedanken sein, sinnieren'. Der träämt am hellichte Dag [NW-Frankeck, verbr.]. Was traamschde nore? [ RO-Dörnb]. Syn. s. PfWB simulieren. —
b. 'nicht recht bei Sinnen sein, phantasieren'. RA.: Ich glääb, dem träämt's [LA-Mörzh, verbr.]. Er traamt im höchschde Grad [ RO-Schönbn]. Er träämt vun de Entemillich [ Don-Schowe]. — Mhd. troumen, tröumen. —

[Bd. 2, Sp. 438]
Südhess. I 1670/71; RhWB Rhein. VIII 1315/16; LothWB Lothr. 99; ElsWB Els. II 756; Bad. I 537.