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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Drall bis trämchen (Bd. 2, Sp. 408)
 
   Drall m.:
1. milit. 'Windung der Züge in Feuerwaffen', Drall [verbr.]. RA.: Drall noh rechts (no links) 'Neigung, nach rechts (nach links) zu gehen', auch von der politischen Einstellung, umgspr. —
2. 'Geld' in der RA.: De Drall is all [ KB-Bischh]. Syn. s. PfWB Geld. — Verbalnomen zu PfWB drillen 'drehen'. — Südhess. I 1637; RhWB Rhein. I 1433 and. Bed.
 
 
Tralla n.: 'Delirium'; 's Tralla hawwe [Neustdt]. — Wohl aus dem Schallw. trala. — Südhess. I 1637; RhWB Rhein. VIII 1279 trala 2.
 
 
trällern schw.: wie schd. Die trällert heit schun de ganze Dag [KL-Kindsb, verbr.]. Südhess. I 1638; Bad. I 527.
 
 
Tralles m.: Bed.?, Tralles, Dim. Tralles-che [Schandein Sprachsch. 93], vgl. PfWB Balles. Vgl. RhWB Rhein. I 1433 Dralles 'derbes Mädchen, schwerfälliger Mensch'.
 
  
Trallewatsch1 m.:
1. 'Gefängnis', Trallewatsch (draləwad) [Zweibr KL-Morlt Erlb]; vgl. PfWB Tralje. —
2. 'Not, Bedrängnis'. Jetzt hammer de T.! Jetzt sitz ich im T. [Zweibr KL-Kindsb]; vgl. PfWB Bawelatsch 6, PfWB Patsche 3 b. — Der erste Wortteil zu Trall 'Not. Bedrängnis' DWB DWb. XI/1, 1 Sp. 1173; zur Nachsilbe s. PfWB Trallewatsch2.
 
  
Trallewatsch2 m.: 'sehr langsame, dicke Frau', spöttisch, Trallewatsch [Kaislt]; Scheltw. für ein dickes, unbeholfenes Kind [ KU-Dietschw]. — Der erste Wortteil zu Tralle 'plumper dummer Mensch', DWB DWb. XI/1, 1 Sp 1173/74 ; die Nachsilbe -watsch, wohl aus dem Slawischen, verstärkt die negative Gefühlsfarbe des ersten Wortteils. — Südhess. I 1638/39; Bad. I 527.
 
 
Trallje s. PfWB Tralje.
 
 
Tram1 m.: 'Längsbalken im Dachstuhl', Tram (drām) [ Don-Alexanderhs Gert Lovrin Schowe]. a. 1621: Die Kirche zu Fronspach wird in dem Dach nicht gehalten, es regnet schier allenthalben hinein und der Regen verfault die Sparren, Trönen (richtig wohl: Trömen, Pl. zu mhd. trām(e) 'Balken') und das Gewölb [Faber, Stoff für eine pfalz-zweibrückische Kirchengeschichte, Frankfurt-Leipzig 1792, II 243]. Südhess. I 1639; RhWB Rhein. VIII 1281; ElsWB Els. II 755/56; Bad. I 527.

 


Aus den Nachträgen
 
  
Tram2 m.: 'Endstück des Gewebes, bei dem die nicht verwebten Kettfäden heraushängen', Trom (trōm) [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Trassem; dieses Randstück wurde abgeschnitten und die Fäden zum Zubinden der Würste genommen. Mer hun T. for die Werscht gezoppt [ KU-Schmittw/O]; hierher auch der unter PfWB Trumm 1 a gemeldete Beleg aus KU-Kaulb. — Zu frz. trame, lat. trama 'Einschlag im Gewebe' (FEW XIII, 2, 199 f.). — RhWB Rhein. VIII 1281 Tramm.


 
  
Tram-bahn f.:
1. 'Straßenbahn', Trambahn [verbr.], -bahn [ LU-Böhl LA-Gommh BZ-Dernb]; dafür meist, bes. in der Sprache der Jüngeren: Elektrische.
2. Dim. 'Lolkalbahn'. Friher is des Drambähnel als emol alle zwee Stunn gange [ LU-Muttstdt]. — Südhess. I 1639; RhWB Rhein. VIII 1281 Tramm I; ElsWB Els. II 756 Tram; Bad I 527 Tram.
 
  
trämchen schw.: 'schwer atmen', trämche (dręmχə) [verbr. NWPf (südlichster Punkt KL-Landstl)],

[Bd. 2, Sp. 409]
(dręmə) [ KL-Rodb]. Er trämcht [KL-Landstl]. 's Veh (Vieh) d., weil es sich so vollgefressen hat [ KU-Haschb]. — Vielleicht verwandt mit drämschen 'hüsteln' in RhWB Rhein. I 1434.