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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Trage bis Träger-hemd (Bd. 2, Sp. 394 bis 400)
 

[Bd. 2, Sp. 394]
   Trage f.:
1. 'faßartiger Behälter zum Wegtragen der geernteten Weintrauben', Traa [ RO-Rehbn]; vgl. PfWB Hotte, PfWB Logel. —
2. = PfWB Tragbahre, Traa (drā, dr) [KU-Hundh Hachb Wolfst IB-Rubh RO-Obd Sippf FR-Merth Gal-Dornf Buch Illisch], Trag (drāg) [ KU-Schmittw/O LU-Altr]. Zs. PfWB Misttrage. —
3.
a. 'Gebärmutter der Kuh, großer Tiere überhaupt', Traa [ HB-Kirrbg ZW-Lambsbn L'wied KL-Stelzbg PS-Schmalbg Zesbg LU-Limbghf], Traach [ PS-Bundth NW-Elmst Geinsh LA-Gommh BZ-Dierb], Trag [ LU-Altr NW-Wachh BZ-Dernb]; vgl. PfWB Tracht 2 a, PfWB Tragsack 2. Die Kuh hot gemacht (gekalbt) un dobei die Trag rausg'schafft; sie esch noch immer krank [ BZ-Dernb]. RA.: Er schafft sich die Trag eraus 'Er mutet sich zuviel zu' [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'Nachgeburt bei Tieren, bes. bei der Kuh', Traa [ HB-Brenschb ZW-Battw Dietriching Walshs PS-Windsbg], Traach u. Trag [verbr. mittl. u. südl. VPf Don-Gert Liebling]; vgl. PfWB Tracht 2 b. Syn. s. PfWB Fege. —
4. 'Tragschemel unter der Heuwagenmitte', Traach [ PS-Erfw Bobth Rumb]; vgl. PfWB Tragbett 2 b. Zs. PfWB Mitteltrage. —
5.
a. = PfWB Tragbandring, Trag [ GH-Zeisk]. —
b.
α. 'der über dem Sattel des Einspänners liegende breite Riemen, der die Scherbäume trägt', Traa [ KL-Fischb FR-Albsh NW-Weish/S], Trag [ LU-Friesh GH-Zeisk]. —
β. 'Tragriemen, Tragseil am Schubkarren u. ä.', Traa [ KL-Siegb NW-Hardbg], Trag u. Traach [verbr. mittl. u. südl. VPf]; vgl. PfWB Tragband 1. —
c. in der Zs. Hosentrage. —
6. 'Traglast'; e Traach (drx) Holz [ Don Gert]; e Trag Fuder (Futter) [ BZ-Billh]; vgl. PfWB Tracht 3 a. Syn. s. PfWB Bürde. — Südhess. I 1624; RhWB Rhein. VIII 1277; LothWB Lothr. 98; ElsWB Els. II 745; Bad. I 522.
 
  
träge Adj.: 'faul, bequem', umgspr. Er is trääsch [ LU-Friesh]; e träger Kerl [ GH-Westh]; e träger Hund, von einem faulen Menschen [ FR-Bockh]. Südhess. I 1624; RhWB Rhein. VIII 1268; Bad. I 522.
 
 
Dragée s. PfWB Draschee.
 
  
Trag-eisen n.: 'untere Spange an beiden Enden des Leiterwagens', Traacheise [ FR-Albsh]; vgl. PfWB Gereiteholz. Südhess. I 1624 u. RhWB Rhein. VIII 1275 and. Bed.
 
  
tragen st.:
I. einen, etwas t., traan, traan, traa(e), traache, trage, s. F.
1. 'von einem Ort zum andern t.'; 's Däschche in de Hand, 's Kind uf'm Aarm (uf'm Buckel) traa(e) [NPf, allg.]. Sie tragt ehr Kind uf'm Buckel wie die Hääre (Heiden 'Zigeuner') [ BZ-Dernb]. Er traacht de Sack Hawwer uf de Schilder [LA-Gommh, verbr.]. Die kann e Korb voll Aajer uf'm Kopp traa [ Gal-Dornf]. Ich muß gleich 's Mettagesse in die Fawerik (Fabrik) traache [ PS-Erfw]. Mer missen heit Mischt in de Wingert traae [NW-Frankeck, verbr.]. Der kann Läscht (Lasten) troon wie e Besembinner [ KU-Schmittw/O]. Der Mihlknecht

[Bd. 2, Sp. 395]
muß schwer traache [LA-Gommh, verbr.]. De Aarem (Arm) dut mer weh vum Traae [Gal-Dornf, verbr.]. Do kammer sich bucklich traa, von einer schweren Last [RO-Münstapp]. Er hot sich en Bruch getrage, sich durch Tragen einen Bruch zugezogen [BZ-Dernb, verbr.]. Kumm, ich helf der trage! [ SP-Mechth]. RA.: E Judd hot's uf der Stang getraa, Scherzwort, wenn jemand etwas vergeblich sucht [ Gal-Dornf]. Des traat 's Wasser hoch, von einem hochbeinigen Mädchen [ Don-Schowe Torscha]. Er traat sei Tornischder uf'm Buckel noh, von einem Buckligen [ KL-Reichb]. Einen Sommersprossigen neckt man: Gell, du hoscht Puhl (Jauche) mit'm Korb getraa? [ KL-Bann]. SprW.: Die (verschwenderische) Frää tracht im Schorz mehn aus'm Haus, als der Mann mit'm Wache (Wagen) neinfahrt [BZ-Dernb, verbr., auch Don Gal Buch]. Volksgl.: Wammer 'n jung Kind tragt un hot selwert kens, erbt's 'wird man selbst bald eins haben' [Fogel Beliefs Penns Nr. 171]. VR.: Hannes, Trawannes, traa Wasser ins Haus; die Millich lääft iwwer un 's Feier geht aus [Trifels 24. 12. 1933, ähnlich Gal]. Traa mich, traa mich, traa mich net weit; traa mich noh Mackebach, wo's so scheen geit (geigt; Mackenbach ist als Musikantendorf weithin bekannt) [ KU-H'einöd]. Wenn einem Kind etwas heimlich angehängt wurde, rufen die anderen: De Esel träät, de Esel träät; er träät e Sack voll Kleie un wääß net, wo se leie [ KU-Bedb]. Ein Fingerspiel s. bei PfWB Bach (I 502, Z. 16). a. 1514: Item 4 sch. 11 pf. vor 8 tage myscht in die wingert zu berghußn zu dragen [GgHospR]. a. 1518: haben sanct philipsen geert mit eim silber Kyndelin, dregt (hält) ein silber appel yn die linker hant [Lehmann, Dipl. Gesch. des Stifts zu Zell]. Ein Zitat von a. 1539 s. bei PfWB Teig 1. a. 1571: Item 2 Lagell (s. PfWB Logel) darin man wasser dregt [ZweibrKellR]. Zs. PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB tot-, durch-, PfWB ein-, PfWB fort-, PfWB heim-, PfWB heraus-, PfWB herbei-, PfWB herein-, PfWB her-, PfWB herum-, PfWB hinab-, PfWB hinauf-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB hoch-, PfWB nach-, PfWB voran-, PfWB vor-, PfWB zusammentragen. — Insbes.
a. gegenst.
α. de Aarem in de Schlink (Schlinge) traache [ LA-Gomm, allg.]; dass. auch kurz: 's Kind dut sein Ääremche traan [KU-Brück, verbr.]. —
β. 'n Bruchband trage [NW-Elmst, verbr.]; e Benn (Binde) traan, dass. [WD-Niedkch, verbr.]. —
γ. Kläärer (Kleider) traache, wie schd. [Land, verbr.]. De Mantel krieht e neier Krage, do kannscht'ne noch drei Johr trage [Krieger 37]. Was ich ammer (an mir) traa, muß echt sein [ FR-Bockh]. So Fetze, wie sie heit traaen, dät ich kene um de Leib, Ausspruch einer alten Frau [ ZW-Gr'bundb]. SprW.: Wer lebt vun Fische un Jage, muß verissene Kleeder drage [Penns]. —
δ. e Brill t., wie schd. [allg.]. Ich glaab, ich muß e Brill

[Bd. 2, Sp. 396]
naun traae; ich geh noch heit zum Obdiguss [Kühn Schnitze II 37]. —
ε. De Hund traat de Schwanz scheen, wenn er ihn leicht herabhängend und gebogen hält [ PS-Schmalbg]. Die Kuh trägt de Schwanz iwwer'm Loch, zum Zeichen, daß sie nicht trächtig ist [ SP-Harths]. —
ζ. Die Been traan mich nimmi (vor Müdigkeit) [ Gal-Dornf]. Er geht fort, so weit'n die Bäin troon [ KU-Schmittw/O]. —
η. 's Eis traacht 'ist schon so fest, daß es einen sicher trägt' [BZ- Albw, verbr.]. Der Balke tragt net 'ist zu schwach für die vorgesehene Belastung' [ BZ-Dernb]. —
θ. Das Gewehr traat weit 'hat eine große Schußweite' [KB-Biedh, verbr.]. —
b. übertr., s. auch Zs. PfWB ab-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB be-, PfWB davon-, durch-, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB herum-, PfWB nach-, PfWB über-, PfWB ver-, PfWB vor-, zer-, PfWB zutragen. —
α. Des Geschäft tragt nix 'bringt keinen Gewinn' [BZ-Dernb, verbr.]. —
β. die Koschde (Kosten) t., wie schd. [verbr.]. —
γ. sein Los, sein Schicksal t., wie schd. Sie tragt ehr hart Los geduldig [ BZ-Dernb]. Sie trägt ehr Leide mit Geduld [ NW-Frankeck]. Er träät schwer dron 'macht sich viel Sorgen und Kummer um etwas oder um jemand' [ KU-Schmittw/O, KB-Bubh]. —
δ. a. 1314: der sol von der getat duen und dragen zwivaltige pene 'die doppelte Strafgebühr entrichten' [SpeyUrk. 222]. —
ε. 'Abbruch tun', mit Dat. a. 1507: Zum letzten spricht man zu recht, daß wasser vnd weydt der gemein sey, darin soll ir niemandt tragen [PfWeist. I 551 (LA-Frankw)]. —
2. Weitere RA. u. SprW. zu I 1: Er traat Wasser uf zwee Schuldere 'handelt zweideutig' [KU-Trahw, verbr., auch Penns]. Die dun Holz zum Feier traache 'schüren den Streit' [LA-Impfl]; Stafette traae 'tratschen' [ RO-Duchr]; die Kerch ums Dorf traae 'am Wesentlichen vorbeireden' [RO-Dielkch, verbr.]. Der traat awwer sei Nas hoch 'ist eingebildet' [Kus, verbr.]; uf de Hänn traae 'mit liebevoller Sorgfalt umhegen' [KU-Kaulb, verbr.]. Er hot net schwer se troon, weil er dumm und beschränkt ist [ KU-Schmittw/O]. Was der hergibt, is gut traae, von einem Geizhals [ KU-Schmittw/O]. Das is ken Schäfche, wie' s Woll träät 'ist nicht so, wie es nach außen hin scheint' [ KU-Bedb]. Das hebt un träät net 'ist nichts Rechtes' [ KU-Adb, Kaislt]. Die RA. Brief t. s. bei PfWB Brief 2 c. SprW.: 's hot jerer sein Päckche (auch: Bindelche) 'sein Schicksal' se traan [ KU-Hundh]. Des Knächelche, wo em beschert is, traat em ken Hund fort, dass. [NPfGV Nr. 8/1934]. An dem, was m'r gelehrt (gelernt) hat, traat m'r nit schwer [ PS-Schindhd, KU-Schmittw/O BZ-Dierb]. Wer bringt, traat aach 'Wer Neuigkeiten über andere bringt, trägt auch Neuigkeiten weiter', Warnung vor Zuträgern [ Don-Gottlob]. —
3. Frucht t., s. die Zs. PfWB austragen 3 a. —
a. von Tier und Mensch.
α. vom Tier. Die Kuh (de Gaul, die Stut, die Loos 'Mutterschwein') traat

[Bd. 2, Sp. 397]
'ist trächtig' [verbr. mittl. u. südl. WPf, allg.]; dass. häufiger in der Verneinung: traat net, träät nimmi usw. Die Kuh is net ans Trage se bringe [ KL-Rodb]. Die Kuh is tragend [ HB-Kirrbg BZ-Hermbghf]. Scherzrede: En Gaul un en Has tragen en Johr (die Stute 48 Wochen, der Hase 4) [ BZ-Dernb]. Volksgl.: Fieder e Kuh, as net tragend bleibt, Dulibuhneblädder (Tulpenblätter) [Fogel Beliefs Penns Nr. 796]. Vgl. die Zs. groß-, PfWB hochtragend u. die Syn. bei trächtig.
β. selten vom Menschen; unner'm Herz troon, wie schd. [ KU-Schmittw/O, BZ-Dernb]. —
b. von der Pflanzenwelt. De Acker hot noch nie soviel getrage wie desjohr [GH-Kand, verbr.]. Das klääne Bäämel do tragt schun [ BZ-Dernb]. Volksgl.: Uf der Äppeldag (25. März) eb (vor) Sunneufgang schittelt mer die Äppelbääm; noh trage sie immer gut [Fogel Beliefs Penns Nr. 1058]. —
4. 's Geld traat Zinse, wie schd., [KU-Kaulb, verbr.]. —
II. refl.
1. 'sich kleiden'. Er träät sich iwwer seine (!) Stand 'zu aufwendig' [ WD-Niedkch]. Sie tragt sich modern [ BZ-Dernb]. —
2. vom kleidsamen Stoff, vom passenden Kleidungsstück. Der Stoff (auch: der Aanzug) träät sich gut (auch: träät sich net gut, träät sich schlecht) [ KU-Schmittw/O, allg.]. —
3. sich mit einem Gedanken, mit Plänen t., wie schd. Er tragt sich mit dem Gedanke auszewannere [ BZ-Dernb]. Er tragt sich mit grouße Plän (mit houche Stange) [ebd.]. — F.: Inf.: drān/drn RO-O'hs Durchr Lettw Westteil der mittl. WPf (bis zur Linie KU-Hachb—KU-Krottb) SWPf (bis zur Linie KU-Kübbg—ZW-Mauschb), dazu eine Insel um KL-O'mohr; drān/drn ostwärts anschließend bis zur Linie RO-Ebbg—KL-Mackb—KL-Hauptstl; drāə/drə noch weiter ostwärts anschließend bis zur Linie FR-Bobh—NW-Leistdt— NW-Weidth—PS-Glashtt, dazu GH-Neubg; drāgə/drgə u. drāxə/drxə im Hauptteil der VPf einschl. Ost-PS ab der Linie PS-Hintwdth— PS-Bundth (nördl. des Speyerbaches -x- u. -g-, südl. davon fast allg. -x-, selten -g-) — Präs. Sing. 1.: drān/drn westl. NPf u. MPf bis zur Linie RO-Wintbn—RO-Nd'mosch—KL-Rodb — KL-Miesb—ZW-Battw—HB-Brenschb; drā(ə)/dr(ə) anschl. bis zur Linie FR-Bockh—NW-Weish/S— NW-Weidth—PS-Petbch mit Einzelorten ostwärts der Linie; drāg/drg vorn. (FR u. LU); drāx/ drx u. selteneres trāg/trg mittl. VPf; drx südl. VPf mit Ost-PS ab der Linie PS-Hintwdth— PS-Fischb; 2./3.: drād/drd bzw. drād/drd mittl. u. südl. WPf nördl. VPf bis zur Linie FR-Höning—FR-Bockh; drd/drēd bzw. drd/ drēd NPf bis zur Linie KU-Blaub—KU-Kaulb— KB-Bubh, dazu IB-Reinh Bebh WD-Niedkch (drd in KU-Hundh RO-Odh Duchr Als Ebbg); drāg(d)/drg(d) und drāx(d)/drx(d) bzw. drāgd/drgd und drāxd/drxd südl. VPf bis zur Linie LA-Wey—GH-Westh mit Ost-PS ab der

[Bd. 2, Sp. 398]
Linie PS-Schönau—PS-Dahn—PS-Haust; drg(d) drēg(d) bzw. drgd/drēgd vorn. nördl. VPf, seltener mittl. VPf; drχ(d)/drēχ(d) bzw. drχd/ drēχd mittl. VPf, seltener nördl. VPf. — Präs. Pl. (für alle 3 Pers.): drā(ə)n/dr(ə)n NPf u. WPf (zweisilbig bes. im Ostteil der NPf); drāxən/drxən, seltener drāgən/drgən Westteil der VPf bis zur Linie FR-Lambsh—BZ-V'weidth (bez. -g- u. -x- s. Angaben beim Inf.); drāxə/ drxə ostwärts anschließend (südl. der Linie NW-Duttw—Spey im mittl. Teil neben der Endung auch -ən). — Imp.: drā/dr WPf ohne Ost-PS NPf mit nördl. VPf bis zur Linie FR-Bockh—FR-Gr'karlb—NW-Hardbg, dazu GH-Neubg; drāg/drg und drāx/drx VPf (-g hauptsächlich im N, -x- im S einschl. Ost-PS ab der Linie PS-Hintwdth—PS-Fischb). — Part. Perf.: gədrā(ə)/gədr(ə) WPf u. NPf etwa entsprechend der F. gebroch auf K. 1; gədrāgə/gədrgə und gədrāxə/gədrxə VPf (-g- vorw. nördl. u. teilweise mittl. VPf, -x- vorw. südl. u. z. T. mittl. VPf sowie Ost-PS). — Dunkle Qualität des -a- vorn. SOPf, NWPf und z. T. Süd- HB u. Süd-IB. — Intervokalisch erscheint der Velarreibelaut im nördl. Teil der mittl. VPf häufig nicht als -x-, sondern als -γ-. Daneben ist nach Bertram 120 noch eine Lautstufe zu hören, die zwischen γ und g steht, aber doch noch Reibelaut ist. — Auslandspfälzer: Formen aus Penns: draje, gedrāje Lambert Penns 43; drāge Horne Penns 238; drgd, seltener dreχd PSA K. 60; dr‧e., Wood Schärf. Penns 237. Formen aus Gal: dr(ə), selten drā(e); entspr. die konjugierten Formen: dr, dr(d), drd, drn (seltener drə), gədr. Rußl-Spey hat im Inf. drāxə. Südhess. I 1625 ff.; RhWB Rhein. VIII 1268 ff.; Saarbr. 210; LothWB Lothr. 99; ElsWB Els. II 743/44; Bad. I 522ff.
 
  
Tragend f.: = PfWB Traget 1 a, Tragend (drāgend) [ NW-Seeb Wachh Esth], Traachend (drāxend) [ BZ-Annw], Traaend (drāənd) [ KU-Gangl Dielkch Felsbghf]. Syn. s. PfWB Bürde. a. 1526: seindt verpotten wie folgt: Nemblich ein wagenfarth 32 batzen. Ein Karchfarth 16 batzen, vnd Ein Tragend 8 batzen [SSp., Hochst. Spey A. 179, Bl. 10].
 
  
tragend Part. Präs. (Adj.): = PfWB trächtig, meist in der Verneinung. Die Kuh bleibt nit (net) tragend (drgənd?) [ GH-O'lustdt], traachend (drxənd) [ LA-Venn BZ-Annw], traget (drgəd) [ LU-Rh'gönh NW-Rödh], traachet (drxəd) [verbr. südl. VPf (von der Linie SP-Heiligst—LA-Frankw—LA-Ranschb südwärts bis GH-Freckf—GH-Schaidt—BZ-Nd'ottb) Heeger Tiere 10], träächet (drχəd) [ LA-Ilbh], trage bzw. traache (drāgə, drāxə) [ LU-Alsh/Gr NW-Duttw GH-Hay], traje (drājə) [ NW-Haßl], traan (drān) [ KU-Körbn Föckbg A'glan], traan (drān, drn) [KU-Theisbgstg Godhs O'staufb Nanzw KL-Hütschhs]. Zs. PfWB groß-, PfWB halb-, hochtra-

[Bd. 2, Sp. 399]
gend. Zu PfWB tragen, s. d. I 3 a. — F.: Die Formen lassen sich bei aller Mannigfaltigkeit geographisch gut voneinander scheiden: 1. Schwund von -n- bei Erhaltung des auslautenden -d (drāgəd, drāxed, drχəd) in der SOPf; 2. Schwund von -d und -n- (drāgə, drāxə, drājə) in der mittl. VPf; 3. Schwund von -d bei Erhaltung des -n(drān, drn) im Westteil der NWPf und mit zusätzlichem Schwund von -n- bei Erhaltung der Nasalierung des vorausgehenden Vokals (dran) in dem südöstlich daran anschließenden Gebiet (hierzu vgl. z. B. bn u. bn auf K. 30 bei Bein). Die Vollform (drāgənd, drāxənd) ist wohl eine jüngere verhochdeutschte Form von drāgəd, drāxəd. Der Gebrauch der partizipialen Formen beschränkt sich, wie aus den Angaben zur Verbr. zu ersehen ist, auf die SOPf (mit wenigen Orten der mittl. VPf) und die NWPf. An den südl. Teil der SOPf nach dem Westen anschließend erscheint neben drχdiχ (s. PfWB trächtig) bis westl. Pirmas die Bez. drāxiχ und im Südteil von IB driχ (s. PfWB tragig, PfWB trägig). Der größte Teil der Pfalz, der sich nach beiden Seiten der Hauptverkehrsstraße Mainz—Kaiserslautern—Saarbrücken nach N und S ausdehnt, gebraucht neben drād, drd 'trägt' das Syn. PfWB trächtig (drχdiχ), das offenbar aus dem Rhein-Main-Gebiet eingedrungen ist und die ältere partizipiale Form nach und nach verdrängt hat; die NWPf und die SOPf erweisen sich damit als deren Reliktgebiete. — Südhess. I 1630 tragicht; Rhein. VIII 1271 Z. 31/32; ElsWB Els. II 745; Bad. I 259 links Z. 54.
 
  
tragenig Adj.: = PfWB trächtig. Die Kuh bleibt nit traachenig [ GH-Max'au], traanich [ ZW-Lambsbn]. Zs. PfWB hochtragenig. — Zum Suffix -ig vgl. DWB DWb. XI/1,1 Sp. 1117 und Bad. I 524 tragenig.
 
  
Tragens n.: = PfWB Traget 1, Traches (draöəs) [ FR-Lambsh NW-Weish/S], Trages [Schandein Bav. IV/2, 265]. Syn. s. PfWB Bürde. — Wohl mit Schwund des Nasals aus Tragens, dem Genit. des substantivierten Infinitivs; vgl. Südhess. I 1628 Tragens, Bad. I 524 Tragens.
 
  
Träger m.:
1. von Personen.
a. 'Sargträger', Trääer, Träjer, Träächer, Träger, Trajer, s. F. [allg.]. Zs. PfWB Toten-, PfWB Leichenträger. Man wählt gewöhnlich vier Träger aus der Nachbarschaft des Verstorbenen. Die Trääer krieje Lorbeerstraißelcher, die sie ins Grab werfen [ KU-Schmittw/O]. Zum gleichen Zweck erhält in FR-Kindh jeder T. eine Zitrone. Volksgl.: Wann die Dreeger, as en Dodes drage, vär'me Haus stoppe (stehenbleiben), sterbt eens aus sellem Haus [Fogel Beliefs Penns Nr. 574]. —
b. andere T. in den Zs. PfWB Aus-, PfWB Boten-, PfWB Brief-, PfWB Butten-, PfWB Essen-, PfWB Fackel-, PfWB Fahnen-, PfWB Gepäck-, PfWB Holz-, PfWB Hotten-, PfWB Kerzen-, PfWB Kohlen-, Korb-, Kranken-, PfWB Kreuz-,

[Bd. 2, Sp. 400]
Leid-, Logel-, PfWB Mären-, PfWB Mist-, Neuigkeiten-, PfWB Ohren-, PfWB Sack-, PfWB Schleppen-, PfWB Spatzen-, PfWB Speis-, PfWB Wasser-, PfWB Zeitungs-, PfWB Zuträger.
2. von Dingen.
a.
α. 'senkrechter Pfosten bei Bauten' [verbr.]. Zs. Säulenträger. —
β. 'Deckenbalken' [ ZW-L'wied LU-Friesh LA-Gommh BZ-Dierb]. Zs. PfWB Eisen-, PfWB Holzträger. —
b. = PfWB Tragschemel [FR-Grünstdt verbr. NW]. Zs. PfWB Mittelträger. —
c. 'Tragband an Kleidungsstücken'; die Trächer am Scharz (Schürze) [ LU-Opp, allg.]. Zs. PfWB Hosen-, PfWB Rock-, Schurzträger. — F. trər WPf NPf nördl. VPf, trēər KU-Schmittw/O RO-Als, drjər KU-Bedb KL-Weltb Matzb PS-Geisbg Schmalbg LU-Opp NW-Freinsh, drgər u. drχər VPf Ost-PS, drājÄr PS-Fischb. Im Auslaut vielfach r, in der SPf -Ä. Südhess. I 1628/29; RhWB Rhein. VIII 1277/78; Saarbr. 210; LothWB Lothr. 98; ElsWB Els. II 745; Bad. I 524.
 
  
Träger-hemd n.: 'Frauenhemd mit Tragbändern über die Schulter', Trääerhemd [ RO-Dielkch], -himd [ KU-Bedb], -hemb [ KB-Kriegsf], Träächer [verbr. VPf], -himb [ BZ-Dierb]. Ich hawwe (habe ein) Träächerhemm aan [ LA-Gommh]. Südhess. I 1629. —