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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Trag-ästchen bis Trag-bord (Bd. 2, Sp. 392 bis 393)
 
   Trag-ästchen n.: 'Ästchen am Obstbaum, das Blüten und Früchte trägt', Traanäschtche [ KU-Schmittw/O]. — -bahre f.: wie schd., Traa-, Trag-, Traachbahr (drā-, dr-, drāg-, drg-, drāx-, drxbār, -br,) zur F. des Bestimmungswortes s. PfWB tragen; -- in beiden Wortteilen bes. NWPf u. SOPf, seltener in andern Teilen der Pfalz; im Grundw. , wenn nicht ō; Tragbohr [ KU-Schmittw/O], Traabohr [ KU-Obw/T Bosb FR-Merth]. Das Wort steht in Konkurrenz bes. zu PfWB Tragbäre, s. d. Weitere Syn.: PfWB Tragbett, PfWB Trage, PfWB Bahre, PfWB Bäre. — Die T. wird zum Transport von Lasten verschiedener Art verwendet; insbes. dient sie als Totenbahre. Südhess. I 1623; RhWB Rhein. VIII 1275; ElsWB Els. II 73; Bad. I 522. — -balken m.: 'tragender Balken unter der Zimmerdecke', Tragbalge [ KU-Schmittw/O], Traach- [ LA-Mörzh]; vgl. PfWB Dekkenbalken, PfWB Durchzug. Südhess. I 1623; RhWB Rhein. VIII 1275. — -band n.:
1. 'Riemen oder Gurt zum Schultern von Lasten', vgl. PfWB Traggurte.
a. am Schubkarren, Trag-, Traach-, Traaband, zur F. s. PfWB tragen u. PfWB Band [verbr.]. Das T. wird über die Schulter gelegt und an

[Bd. 2, Sp. 393]
beiden Handgriffen des Schubkarrens befestigt; so entlastet es Arme und Hände. RA.: Ich meß d'r gleich 's Traaband an! Androhung von Schlägen [ NW-Weish/S]. —
b. an der Tragbahre, Traachband [ PS-Erfw]. —
c. beim Möbeltransport, Tragband [ LU-Friesh], Traaband [ FR-Tiefth]. —
d. an der Frauenkleidung. Die Frää hot ken Hüfte, sie braucht en Tragband for ehr Röck [ BZ-Dernb]. Der Strump is mit'm Traaband am Halter feschtgemacht [ ZW-Battw]. —
2. 'Eisenband am Wagen, das Achsenstock und Tragholz umschließt', vgl. Achsenstockband in Abb. 13 bei Bett, Pl. Traabänner [KL-Schrollb Morb Fischb PS-Schmalbg], Trag- [LU-Muttstdt Klein Wag. 107]. Syn. s. PfWB Achsenband. — Südhess. I 1623; RhWB Rhein. VIII 1275; ElsWB Els. II 56; Bad. I 522.
 
  
Tragband-ring m.: 'Ring am Geschirr der Zugtiere, durch den der Strang oder die Lanne geht', Tragbandring [ FR-Eppst]; vgl. PfWB Trage 5 a.
 
  
trag-bar Adj.:
1. 'was getragen werden kann, erträglich', von einer Traglast, einer Schuldenlast, einem Unglück; Lehnwort aus der Schriftspr; trag-, traachbar [verbr.], traa- [vereinzelt NPf]. Zs. über-, PfWB untragbar. —
2. 'fruchtbar', vgl. trach(t)bar; traabarer Bääm (Baum) [ RO-Obd]. — Südhess. I 1623; RhWB Rhein. VIII 1275; Bad. I 522.
 
  
Trag-bäre f.: = PfWB Tragbahre, Trag-, Traachbär (drāg-, drg-, drāx-, -drxbǟr, -br) [weit verbr. im Westen der mittl. u. südl. VPf, allg. Süd-LA u. BZ, Einzelorte in der übrigen Pfalz (-g- vorn. nördl. des Speyerbaches, -x- südlich davon)], Trägbär [ NW-Geinsh BZ-Völkw], Traa- (drā-, dr-) [weit verbr. NPf u. NWPf, allg. mittl. WPf, Einzelorte SWPf], Troobär (wohl dr-) [ KL-Einsdhf]. — Zum Grundw. s. PfWB Bäre. — Südhess. I 1624; ElsWB Els. II 76; Bad. I 522. — -bengel m.: 'kufenartiges Holz, das die Kinder im Winter zwischen die Beine nehmen, um an Schneehängen hinunterzurutschen', Traachbeng(e)l (drxbęŋl) [ LA-Mart]. — -bett n.:
1. = PfWB Tragbahre, Traabett [ KU-Haschb]. —
2.
a. 'Gesamtunterlage des Wagenkastens', Traabett [ RO-Rehborn KB-Zell FR-Bockh]. —
b. 'Tragschemel am Heuwagen', Traabett [KU-Schmittw/O ZW-Battw RO-Teschmosch Finkb KB-Kirchhbol Standbl]. — RhWB Rhein. VIII 1275 u. Bad. I 522 and. Bed. — -binde f. : 'Binde zur Stützung des verletzten Armes, eines Leibschadens', Traabind [ ZW-Battw]. — -bord n. : = PfWB Tragbahre, Dim. Tragbärdche [ NW-Herxh]. Mit dem T. transportiert man den Dung in die Weinberge. Südhess. I 1624. —