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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Tag-loch bis Tag-ruge (Bd. 2, Sp. 38 bis 40)
 
Tag-loch, n.
Tag-lohn, m.
Tag-löhner, m.
Tag-löhnerin, f.
tag-löhnern, schw.
Taglöhner(s)-wein, m.
Dagobert, m.
Dagoberts-hecke, f.
Tag-reise
Tag-rewelle, f.
Tag-ruge, f.
tags, Adv.
Tag-schicht, f.
tagser-durch, Adv.
tagsig
tag(s)-über, Adv.
tag-täglich, Adv.
Tag-türmel, m.
tag-über
Tag-und-Nacht
Tagundnacht-blümchen, n.
Tagundnacht-schatten, m.
Tagundnacht-zeit, f.
Tag+-wacht, f.
Tag-wasser, n.
Tag-weide, f.
Tag-werk
Tagwerk-gesicht, n.
Tag-wurzel, f.
Tag-zeit
da-haben, schw.
da-hängen, st.
da-hauß, Adv.
da-heim(en), Adv.
dar-heim(en), Adv.
da-hein, Adv.
da-her, Adv.
da-herauf, Adv.
da-heraus, Adv.
daher-bampeln, schw.
daher-blitzen, schw.
da-herein, Adv.
daher-fallen, st.
daher-faseln, schw.
daher-fußeln, schw.
daher-gacksen, schw.
daher-galoppieren, schw.
daher-gaukeln, schw.
da-hergegen, Konj.
daher-hechsen, schw.
daher-holzen, schw.
daher-hulchen, schw.
daher-klumpen, schw.
daher-kodern, schw.
daher-kommen, st.
daher-latschen, schw.
daher-laufen, st.
daher-machen, schw.
da-hero, Adv.
daher-pappeln, schw.
daher-quatschen, schw.
daher-reden, schw.
daher-rennen, schw.
daher-sacken, schw.
daher-scheppchen, schw.
daher-schickern, schw.
daher-schlampen, schw.
daher-schlappen, schw.
daher-schleichen, st.
daher-schlendern, schw.
daher-schlenkern, schw.
daher-schlottern, schw.
daher-schräppern, schw.
daher-schwanken, schw.
daher-schwimmen, st.
daher-stampfen, schw.
daher-stechen, st.
daher-steigen, st.
daher-stelzen, schw.
daher-stiefeln, schw.
daher-stolpern, schw.
daher-stratzen, schw.
daher-stürmen, schw.
daher-tappen, schw.
daher-taumeln, schw.
daher-torkeln, schw.
daher-trampeln, schw.
daher-treiben, st.
daher-trippeln, schw.
daher-trotteln, schw.
daher-turmeln, schw.
daher-türmeln, schw.
da-herüber, Adv.
da-herum, Adv.
daherum-wieseln, schw.
daherum-wurgsen, schw.
da-herunter, Adv.
daher-wackeln, schw.
daher-walzen, schw.
daher-welschen, schw.
   Tag-loch n.: 'Lichtöffnung in der Kellerwand', in alten Häusern zumeist als stehendes, in neueren als liegendes Rechteck, Dagloch [ BZ-Birkhördt Stein], Daaloch [verbr. Ost-PS]; dafür auch PfWB Kellerfenster, -gaub, PfWB -loch. Südhess. I 1311; RhWB Rhein. VIII 1036; ElsWB Els. I 553; Bad. I 403/ 404. — -lohn m.: 'Lohn im täglich kündbaren Arbeitsverhältnis', Daglohn [ LU-Opp Gal-Dornf], Daglohn [KU-Brück LU-Oggh NW-Frankeck LA-Impfl], Dagluhn, -lohn [Lambert Penns 35], Daglahn [ NW-Freinsh Kallstdt Haßl BZ-Dernb], Daglaun [ LA-Ilbh], Dachloun [ NW-Gimmdg LA-Maik], -lohn [ LA-Mörzh], Dachlahn [ NW-Deidh LA-Gommh GH-Kand BZ-Albw],

[Bd. 2, Sp. 39]
Dachluhn [ PS-Erfw], Daalohn [ KU-Herschw/Petth ZW-Battw Zweibr KL-Reichb RO-Lettw Rockhs KB-Kriegsf], -lohn [KU-Dietschw RO-Dielkch KL-Gimsb u. Umg.], -luhn [ RO-Als PS-Schmalbg]. Er geht in de Daalohn 'Er wird nach abgeleisteten Arbeitstagen entlohnt', im Gegensatz zum Akkordlohn, wo der Arbeiter die Durchführung einer bestimmten Arbeit übernommen hat und für diese Arbeit, nicht für die dafür verwendete Zeit, bezahlt wird, vgl. PfWB überhaupt geben [ KL-Gimsb]. a. 1444: so der odir ein ander murer in gedings odir tagelon [Zweibr-LuRb. Bl. 40]. a. 1480: mit solchen leuthen, der einer möge ein taglohn verdienen [PfWeist. I 445 (KL-Erlb)]. Südhess. I 1309/10; RhWB Rhein. VIII 1036; ElsWB Els. I 592; Bad. I 404. — -löhner m.: 'wer im Taglohn arbeitet, d. h. täglichen Lohn (teils mit Kost) erhält', Daglehner [KU-Brück LU-Böhl Opp Oggh LA-Wollmh LA-Impfl NW-Kallstdt Frankeck GH-Kand Buch-Illisch], Daglähner [ KB-Kriegsf NW-Haßl LA-Mörzh BZ-Dernb], Daglainer [ LA-Ilbh], Daglehner (dglēnər) [ Gal-Dornf Obl], Daaglenner (dāglenər) [Lambert Penns 35], Dachlähner [ LA-Gommh Maik Mörzh], Dachläiner (dxlęinər) [ LA-Rhodt], Dachlinner [ PS-Erfw], Dalehner [ KU-Schmittw/O Herschw/Petth ZW-Battw Zweibr KL-Reichb RO-Dielkch KB-Kerzh], (dlēnər) [ RO-Bistschd], Daaliener [ KU-Rothsbg RO-Als PS-Gersb], (dlīnÄr) [ KU-Kaulb KL-Katzw Lind], Daalänner [Rockhs KB-Kriegsf SOPf (Nachlaß Heeger) Don (Steinmetz)]. Genaueres zur mittl. VPf s. Bertram §§ 111 u. 164. Er esch noch 'me Daglähner gange 'Er ging einen T. aufzunehmen' [ BZ-Dernb]. a. 1425: einem tagloner der gewonlich arbeitet einen summertag 18 hlr. vnd einen wintertag 1 ß hlr. [Lein-Arch. (Löhne)]; vgl. Jahrlöhner. Südhess. I 1310; RhWB Rhein. VIII 1036; Saarbr. 208; ElsWB Els. I 593; Bad. I 404. — -löhnerin f.: 'im Taglohn arbeitende Frau', vgl. PfWB Taglöhner, Dachlehnern [ LA-Nd'hochstdt], Daa- [ KU-Schmittw/O]. Südhess. I 1310; Bad. I 404.
 
 
tag-löhnern schw.: 'im Taglohn arbeiten', daglennere, gedaglennert [Lambert Penns 35]. RhWB Rhein. VIII 1036; Bad. I 404.
 
 
Taglöhner(s)-wein m.: 'Wein, den die im Taglohn Arbeitenden von den Weinbauern erhalten', gew. handelt es sich um einen geringen Wein, vgl. PfWB Tresterwein, Daglehnerswein [VPf], Taglöhnerwein [Schandein Bav. IV/2, 374].
 
 
Dagobert m.: Frankenkönig aus dem Geschlecht der Merowinger, den Pfälzern in guter Erinnerung durch die Schenkung eines ausgedehnten Waldgebietes bei LA-Godrst, das von der einstigen Geraidegenossenschaft verwaltet wurde, Dabert, Dabbert [Schandein Ged. 234]; vgl. PfWB Dagobertshecke.
 
 
Dagoberts-hecke f.: ehedem ein Hagedornbaum

[Bd. 2, Sp. 40]
bei LA-Godrst, unter dem König Dagobert einst Zuflucht gefunden haben soll, Dagobertsheck [Rohr]. Man hielt die D. für heilig. Der Volksglaube brachte sie mit dem Bestehen der Geraidegenossenschaft in ursächliche Verbindung. Tatsächlich fanden beide 1823 ein Ende: die Geraidegenossenschaft durch Aufteilung der Geraidewaldungen, die D. durch Blitzstrahl. Vgl. PfW 1905, S. 82/83.
 
 
Tag-reise s. PfWB Tagesreise.
 
  
Tag-rewelle f.: 'Weckruf am Morgen', Dagrewell [ KL-O'hs BZ-Dörrb]. RA. T. machen 'Lärm machen, laut widersprechen' [Keiper 72 Gal-Dornf]; vgl. PfWB rewellisch. — Das Grundw. ist frz. réveil 'Trommelschlag zum Wecken'. — Bad. I 404. — -ruge f.: 'Geldstrafe für Viehschäden, die am Tage verursacht wurden'. a. 1717: Wann aber das vieh jemand schaden thut, ... ist die tagruh von jedem stück 12 Pf., die nachtruh 1 Batzen 8 Pf. [PfWeist. I 3 (KU-Adb)]. — Zum Grundw. s. PfWB Ruge, PfWB Rüge.