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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Doppel-speicher bis doppel-zungig (Bd. 2, Sp. 340 bis 341)
 
  Doppel-speicher m.: 'über dem eigentlichen Speicher, direkt unter dem Dach befindlicher Oberspeicher', vgl. PfWB Kehlspeicher, Doppelspeicher [Pirmas]. Im D. richtet man gern den Taubenschlag ein [ebd.]. — -stück n.: 'Weinmaß, 2_400 Liter', -stick (-dig) [ KB-Zell NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Stück, Halb-, PfWB Viertelstück. Südhess. I 1579; RhWB Rhein. I 1413 and. Bed.
 
  
doppelt Adj.: wie schd., doppelt (dǫbəld) [fast allg.], duppelt (dubəld) [ WD-Niedkch]; e doppelder Bart 'Doppelkinn', vgl. PfWB Doppelbart [verbr.,

[Bd. 2, Sp. 341]
auch Gal]; en doppelde Bruch [ BZ-Dernb]; doppelt gebroch [ ZW-Battw]; e doppelt Joch s. PfWB Doppeljoch [ KB-Göllh]; e doppelder Reche 'Harke mit Zähnen nach unten und nach oben' [ ZW-Gr'bundb]; doppelde Weck, s. PfWB Doppelweck [ HB-Medh]; e doppeldi Ähr 'Zwillingsähre' [ Gal-Josbg]; en doppelde Speicher, s. PfWB Doppelspeicher [ LA-Gommh]. RA: Der Wert (Gastwirt) fehrt e doppelt Kreid 'rechnet alles doppelt' [LU-Limbghf, verbr., auch Don-Schowe]; vgl. PfWB Doppelkreide. Nemm's doppelt un setz dich druf!, Rat für einen, der über Langeweile klagt [ PS-Th'eischw BZ-Dernb]. Der Liebhaber hat die doppelt Koscht [ KU-Bedb]. Er is doppelt gepickt im Kopp 'verrückt' [ ZW-Gr'bundb]. Er ißt keen Beer (Birne), die net doppelt geschält isch 'ist auf doppelten Gewinn aus', auch vom Feinschmecker [ BZ-Dernb]. SprW.: Doppelt genäht halt besser [allg., auch Don Gal Buch]. a. 1400 (Abschr. 16. Jh.): Doch ist diser fallsch vnnd betrug bei doppler ainnung verbotten [PfWeist. II 563 (NW-Freinsh)]. a. 1537: Zwey Silberin duppeln ringlin [SpeyTreudInv.]. Zs. PfWB drei-, PfWB vierdoppelt. — Die historischen Belege zeigen noch die ältere Form ohne -t, die auch in den Zusammensetzungen erhalten ist. Vgl. hierzu Kluge-Mitzka19. — Südhess. I 1579/80; RhWB Rhein. I 1408 ff.; LothWB Lothr. 93; ElsWB Els. II 701; Bad. I 505.
 
 
doppelt-gemoppelt Adj.- 'zweimal dasselbe gemacht', von Tätigkeiten, aber auch von Sprachdummheiten wie weißer Schimmel. Das is doch doppeltgemoppelt [Kaislt, allg.]. Bad. I 505. — -gezwirbelt Adj. 'durchtrieben', vgl. PfWB Doppelwirbel. Mer siehts jo seim Kopp an, daß er en Lausbu isch; er isch gezeechelt 'gezeichnet', er isch doppeltgezwerwelt [Zahn Einkehr 169].
 
 
Doppelt-moppel m.: 'dicker, unbeholfener Mann', Doppeltmoppel [NW-Hardbg u. Umg.]; vgl. PfWB Dickmoppel.
 
 
Doppel-tür f.: 'horizontal geteilte Tür', Doppeldeer, -dir, s. PfWB Tür [verbr.]; heute nur noch an Ställen, früher auch an Häusern. Südhess. I 1580; Bad. I 505. — -weck m.: 'Doppelbrötchen', -weck [verbr.]. Zu Neujahr schenkten Kinder ihren Pateneltern je zwei D., nachdem sie selbst zu Weihnachten mit Süßigkeiten, Äpfeln und Nüssen beschenkt worden waren [ HB-Jägbg]. Neben Gebäcken in Hasenform zählte der D. zum Ostergebäck in PS-Hintwdth. Südhess. I 1580. — -wirbel m.: 'doppelter Haarwirbel', -werwel [Pirmas]. Nach dem Volksgl. ist der Mensch mit D. zu schlimmen Taten veranlagt [ebd.]; vgl. PfWB doppeltgezwirbelt. Südhess. I 1580. — -zentner m.: '100 kg', -zentner [verbr.]. Früher entsprach der Malter dem ungefähren Gewicht von einem D. Südhess. I 1580; Bad. I 505.
 
  
doppel-zungig, -züngigAdj.: wie schd., dop-

[Bd. 2, Sp. 342]
pelzungich [ KU-Schmittw/O], -zingich [Zweibr].