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Pfälzisches Wörterbuch 
 
decken bis Deck-krawatte (Bd. 2, Sp. 179 bis 180)
 
   decken schw.:
1. etwas d., vgl. PfWB abdecken.
a. 's Dach, 's Haus decke (degə), wie schd. [allg.]. Bei denne sin die Haiser noch mit Stroh gedeckt [ Gal-Dornf]. —
b. de Disch d. 'den Tisch d.' [allg.]. Der setzt sich aach gern an de gedeckde Disch [ KL-Kindsb, allg.]. —
c. Zs. PfWB auf-, PfWB um-, PfWB ver-, PfWB zudecken. —
2. 'etwas über oder auf etwas d'.; die Blah 'Plane' iwwer de Waa d. [NPf, allg.]. Deck de Deckel uf die Pann! [ PS-Geisbg, allg.]. Zs. überdecken. —
3. einen d.
a. 'schlagen'. a. 1792: Er hat ihn gedeckt [Klein Prov. 80]; vgl. PfWB deckeln 3 a. Syn. s. PfWB verhauen. —
b. Die Gluck deckt die Hinkelcher 'breitet die Flügel über die Küken' [ NW-Kallstdt]; vgl. PfWB hutscheln. —
c. = PfWB begatten, von Tieren, vorn. vom Pferd (vgl. bes. PfWB belegen, PfWB beschälen) [verbr.], vom Rind (vgl. bes. PfWB rindern, PfWB stieren) [verbr.], von Hund und Katze (vgl. bes. PfWB beschlagen) [verbr.], seltener vom Schwein (vgl. bes. PfWB rollen) [ RO-Dielkch], von der Ziege (vgl. bes. PfWB bocken) [ ZW-Battw], vom Kaninchen (vgl. bes. PfWB rammeln) [ KU-Roßb]. De Hengscht deckt die Stut [KB-Kriegsf, verbr.]. Du muscht die Stut decke losse [verbr.]. —
4. sonstiger, aus der Umgspr. u. der Schriftspr. übernommener Gebrauch.
a. im Ballspiel den Gegner d. 'bewachen'. Du muscht denne besser decke [Kaislt, verbr.]. —
b. im Kartenspiel d. 'die aufgeschlagene Trumpfkarte auf die noch nicht im Spiel befindlichen Karten verkehrt hinlegen' [verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)]. Es dürfen dann keine weiteren Karten mehr aufgenommen werden, sondern das Spiel muß mit den Karten, die die Spieler in der Hand haben, zu Ende gespielt werden. —
c. im Geschäftsleben.
α. de Schade d. 'für den Schaden aufkommen' [verbr.]. —
β. Der Scheck is gedeckt, wenn der entsprechende Geldwert auf dem Konto vorhanden ist [Kaislt, verbr.]. —
γ. de Wechsel d. 'bezahlen' [Kaislt, verbr.]. —
d. Part. Perf.
α. gedeckdi Farb, wie schd. [Kaislt, verbr.]. —
β. gedeckter Appelkuche, s. PfWB Apfelkuchen 1, PfWB deckeln 5 b. —
e. Abl. entdecken. Südhess. I 1448/49; Rhein. I. 1299; LothWB Lothr. 82; ElsWB Els. II 669; Bad. I 447/48.
 
 
Decken-balken m.: 'Tragebalken unter der Zimmerdecke', vgl. PfWB Durchzug. Früher hingen an den schwarzen Deckenbalken des Plafonds die Kleiderbündel und alle möglichen Gerätschaften [Groh Wörschw 76]. Südhess. I 1449.

[Bd. 2, Sp. 180]
-gurt f.: 'Gurt, der die über den Pferderücken gebreitete Decke festhält', Deckegort [ KB-Bubh]. Südhess. I 1449.
 
  
Deckens n.: ein Kartenspiel. Hopp, mer spielen Deckes! [ LA-Gommh].
 
 
decker 'öfter' s. PfWB dick.
 
 
Decker m.:
1. 'Dachdecker'. a. 1425: Decker [LeinArch. (Löhne)]. a. 1514: Item 1 lb. Pf. vor 2½ tag den deckern vnd zwyen knechten [Gg-HospR 25]. a. 1596: 4 fl. dem Decker Von der Kirchen Zu decken [WerschwSchR Bl. 262]. a. 1634: daß Tachwerckh vff dem Pfarrhauß besteigen, mit Ziegeln vndt Kalckh verbessern lassen; darfür dem Deckher geben ... 11 batzen 4 Pf. [WerschwSchR Bl. 96]. a. 1791/92: Dem Decker ... die Hirtenhäußer zu decken [Kurpf. Fasz. 1788 (KU-Rothsbg)]; vgl. PfWB Schaubdecker. — In der lebenden Mda. nur als FN und in den Zs. PfWB Dach-, PfWB Lei(en)-, PfWB Schieferdecker. —
2. Zs. PfWB Ab-, PfWB Doppel-, PfWB Hafendecker. — Südhess. I 1449; RhWB Rhein. I 1303; Bad. I 448.
 
 
Decker-lohn m.: 'Lohn des Dachdeckers'. a. 1786: Bau und Reparations Kösten an denen hirthen und feldschützen häusern ... Deckerlohn 20 kr. [Zweibr. I, 1320 (KU-Schönbg)].
 
  
Deck-federn Pl.: 'obere, straffe Federn der Gans', Deckferrere [ KU-Trahw]. Südhess. I 1449. — -gitter n.: 'Schutzgitter für junge Baumpflänzchen', Forstausdruck, -gitter [ BZ-Lindbn]. Das D. besteht aus einem Holzrahmen mit zwischengeflochtenem Ginster. — -hengst m.: 'Zuchthengst', -hengscht [ ZW-Battw RO-Obd FR-Bockh]. Südhess. I 1449. — -krawatte f.: heute nicht mehr getragene Krawatte, die die ganze Hemdpartie an der Kragenöffnung des Männerrockes verdeckte, -krawatt [ ZW-Bechhf LA-Gommh].