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Pfälzisches Wörterbuch 
 
deckeln bis Decker (Bd. 2, Sp. 178 bis 180)
 
   deckeln schw.:
1. Die Biene deckeln (degəln) de Honich 'verschließen die mit Honig gefüllte Wabe mit einer Wachsschicht', Imkerspr. [verbr. VPf]; gedeckeldi Honichwab (auch: Rooß) [ ZW-L'wied KU-Adb GH-Wörth]; gedeckelter Hunich 'in verschlossenen Waben vorhandener Honig' [ BZ-Klingmst, HB-Bexb ZW-L'wied], im Gegensatz zum ungedeckelde H. Zs. PfWB ab-, PfWB ent-, PfWB verdeckeln. Zu PfWB Deckel 2 e. —
2.
a. gegenständlich 'den Hut zum Gruß ziehen', Schülerspr. [ KU-Bedb ZW-Lambsbn Kaislt NW-Hardbg LA-Venn]. Zu PfWB Deckel 2 b. —
b. übertr. einem etwas d. 'Unangenehmes in Erinnerung bringen'. Dem hun ich's gedeckelt [ KB-Kerzh, RO-Falkst]. —
3. einen d.
a. 'prügeln' [KU-Nerzw IB-Ballw KU-Heinzhs Lind PS-Glashtt KB-Bubh LU-Alsh verbr. SOPf]; vgl. PfWB dachteln. Zu PfWB Deckel 2 a. Syn. s. PfWB verhauen. —
b. 'gehörig einander die Meinung sagen'. Sie dun enanner deckele [ KU-Schmittw/O]. Syn. s. PfWB schelten. —
4. Part. Perf.
a. 'kurz, stämmig', von einem Pferd: Der Gaul is gedekkelt [ KB-Kriegsf]. —
b. gedeckelter Apfelkuchen 'mit Teig überzogener Apfelkuchen', vgl. PfWB Dekkelapfelkuchen, PfWB decken 4 d [Jung 77]. — Südhess. I 1448; RhWB Rhein. I 1303; Saarbr. 44; LothWB Lothr. 82; ElsWB Els. II 670; Bad. I 447.
 
  
Deckel-schnecke f.: 'Weinbergschnecke' (Helicogena Pomatia) Deckelschneck [ LU-Oggh GH-Kand]. Südhess. I 1448; Schwäb. II 126. — -stein m.: 'Abschlußstein eines frei stehenden Mauerwerks'. 'm Kammer (FN) hunse die Deckel-

[Bd. 2, Sp. 179]
stä vun dr Gardemauer erunner gereß [NPf (PfId. 167)]. RhWB Rhein. I 1302.
 
 
Deckel-stube f.: 'Werkstatt des Leinewebers, der Bettücher herstellt'. a. 1564: Deckelstube [WerschwReg. S. 22]. — Zu mhd. decke-, declachen 'Bettuch, -decke'.
 
  
Deckel-tuch n.:
1. 'das die Windeln des Säuglings umschließende Flanelltuch', Deckelduch [ KU-Bedb]. —
2. a. 1587: 1 Deckeltuch [Westpf. Gesch. Bl. 1903, S. 48]. RhWB Rhein. I 1303.
 
  
decken schw.:
1. etwas d., vgl. PfWB abdecken.
a. 's Dach, 's Haus decke (degə), wie schd. [allg.]. Bei denne sin die Haiser noch mit Stroh gedeckt [ Gal-Dornf]. —
b. de Disch d. 'den Tisch d.' [allg.]. Der setzt sich aach gern an de gedeckde Disch [ KL-Kindsb, allg.]. —
c. Zs. PfWB auf-, PfWB um-, PfWB ver-, PfWB zudecken. —
2. 'etwas über oder auf etwas d'.; die Blah 'Plane' iwwer de Waa d. [NPf, allg.]. Deck de Deckel uf die Pann! [ PS-Geisbg, allg.]. Zs. überdecken. —
3. einen d.
a. 'schlagen'. a. 1792: Er hat ihn gedeckt [Klein Prov. 80]; vgl. PfWB deckeln 3 a. Syn. s. PfWB verhauen. —
b. Die Gluck deckt die Hinkelcher 'breitet die Flügel über die Küken' [ NW-Kallstdt]; vgl. PfWB hutscheln. —
c. = PfWB begatten, von Tieren, vorn. vom Pferd (vgl. bes. PfWB belegen, PfWB beschälen) [verbr.], vom Rind (vgl. bes. PfWB rindern, PfWB stieren) [verbr.], von Hund und Katze (vgl. bes. PfWB beschlagen) [verbr.], seltener vom Schwein (vgl. bes. PfWB rollen) [ RO-Dielkch], von der Ziege (vgl. bes. PfWB bocken) [ ZW-Battw], vom Kaninchen (vgl. bes. PfWB rammeln) [ KU-Roßb]. De Hengscht deckt die Stut [KB-Kriegsf, verbr.]. Du muscht die Stut decke losse [verbr.]. —
4. sonstiger, aus der Umgspr. u. der Schriftspr. übernommener Gebrauch.
a. im Ballspiel den Gegner d. 'bewachen'. Du muscht denne besser decke [Kaislt, verbr.]. —
b. im Kartenspiel d. 'die aufgeschlagene Trumpfkarte auf die noch nicht im Spiel befindlichen Karten verkehrt hinlegen' [verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)]. Es dürfen dann keine weiteren Karten mehr aufgenommen werden, sondern das Spiel muß mit den Karten, die die Spieler in der Hand haben, zu Ende gespielt werden. —
c. im Geschäftsleben.
α. de Schade d. 'für den Schaden aufkommen' [verbr.]. —
β. Der Scheck is gedeckt, wenn der entsprechende Geldwert auf dem Konto vorhanden ist [Kaislt, verbr.]. —
γ. de Wechsel d. 'bezahlen' [Kaislt, verbr.]. —
d. Part. Perf.
α. gedeckdi Farb, wie schd. [Kaislt, verbr.]. —
β. gedeckter Appelkuche, s. PfWB Apfelkuchen 1, PfWB deckeln 5 b. —
e. Abl. entdecken. Südhess. I 1448/49; Rhein. I. 1299; LothWB Lothr. 82; ElsWB Els. II 669; Bad. I 447/48.
 
 
Decken-balken m.: 'Tragebalken unter der Zimmerdecke', vgl. PfWB Durchzug. Früher hingen an den schwarzen Deckenbalken des Plafonds die Kleiderbündel und alle möglichen Gerätschaften [Groh Wörschw 76]. Südhess. I 1449.

[Bd. 2, Sp. 180]
-gurt f.: 'Gurt, der die über den Pferderücken gebreitete Decke festhält', Deckegort [ KB-Bubh]. Südhess. I 1449.
 
  
Deckens n.: ein Kartenspiel. Hopp, mer spielen Deckes! [ LA-Gommh].
 
 
decker 'öfter' s. PfWB dick.
 
 
Decker m.:
1. 'Dachdecker'. a. 1425: Decker [LeinArch. (Löhne)]. a. 1514: Item 1 lb. Pf. vor 2½ tag den deckern vnd zwyen knechten [Gg-HospR 25]. a. 1596: 4 fl. dem Decker Von der Kirchen Zu decken [WerschwSchR Bl. 262]. a. 1634: daß Tachwerckh vff dem Pfarrhauß besteigen, mit Ziegeln vndt Kalckh verbessern lassen; darfür dem Deckher geben ... 11 batzen 4 Pf. [WerschwSchR Bl. 96]. a. 1791/92: Dem Decker ... die Hirtenhäußer zu decken [Kurpf. Fasz. 1788 (KU-Rothsbg)]; vgl. PfWB Schaubdecker. — In der lebenden Mda. nur als FN und in den Zs. PfWB Dach-, PfWB Lei(en)-, PfWB Schieferdecker. —
2. Zs. PfWB Ab-, PfWB Doppel-, PfWB Hafendecker. — Südhess. I 1449; RhWB Rhein. I 1303; Bad. I 448.