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Fürchte-lappen bis Fürcht-loch (Bd. 2, Sp. 1650 bis 1651) | |||
Fürchte-lappen, m. Fürchte-liese, f. fürchteln fürchten, schw. Fürchte-nickel, m. Fürchten-macher, m. fürchterlich, Adj. Fürchte-stube Fürchte-wisch, m. fürchtig, Adj. Fürcht-loch, n. Fürcht-schisser, m. fürder, Adv. fürdern, schw. fure Furie, f. fürig Furle für-lesen Furk-gabel, f. für-recht, Adj. für-rechts für-richtig, Adj. Für-sorge, f. Für-sprecher, m. Fürst, m. für-stellen Fürsten-brot, n. Fürstin, f. Furt, f. Für-tuch Furunkel, m. für-während, Adj. Furz, m. Furz-beutel, m. Fürze-beutel, m. Furz-brühe, f. Furz-fänger, m. Furz-macher, m. furzen, schw. Furzer, m. Furz-kiste, f. Furz-kittel, m. Furz-klopfer, m. f. Furz-klopferin, m. f. furz-lang Furz-loch, n. furz-trocken, Adj. Furzwaren-geschäft, n. Fusch fuscheln, schw. fischeln, schw. Fuscheln, Pl. Fuschlerei, f. Fusel, m. Fusel, f. fuselig, Adj. fuseln Fusem fusemen fusemig Fuser fuserig fusern fuspeln Fuß, m. Fuß-angel, f. Fuß-artillerie, f. Fuß-bad, n. Fuß-bahn, f. Fuß-ball, m. Fuß-ballen, m. Fußball-hosen, Pl. m. Pl. n. m. Fußball-platz, Pl. m. Pl. n. m. Fußball-schuhe, Pl. m. Pl. n. m. Fußball-spiel, Pl. m. Pl. n. m. Fußball-träner, Pl. m. Pl. n. m. Fuß-bank, f. Fuß-bankett, n. Fuß-bock, m. Fuß-bodem, m. Fuß-boden, m. Fuß-bord, n. fuß-breit, Adj. Fuß-breit, m. Fuß-bremse, f. Fuß-brett, n. Fuß-bumper, m. Fuß-decke, f. Fuß-eisen, n. Fusseler fusseln fußeln, schw. füßeln, schw. Fussem fussemig fußen, schw. Fuß-ende, n. Fußer, m. Füßer, m. | 1. 'Furcht haben vor jemand, vor etwas', ferchde (färχdə) [verbr.], (fērχdə) [ KL-Fischb], (fęχdə) [ GH-Neubg], farrichde [Buffington-Barba Penns 150], farriche [Beam Penns 30]. Er macht e Gesicht, daß mer sich vor'm f. kennt [FR-Kindh, verbr.]. Er fercht sich vor're Fraa [ KL-Reichb]. Er fercht sich net vor zwää [ NW-Hardbg]. Ich brauch dein Aae net se f. [ FR-Bockh]. RA.: Er fercht sich vor kääm Deiwel [ZW-Battw, verbr.]. Er fercht sich net, un wann de Deiwel uf Stelze kummt [ KU-Schmittw/O]. Er färscht sich net vor'm Deiwel seiner Großmudder [Krieger 22]. Er fircht sich nit vor Dod un Deiwel [ LU-Opp]. Er fercht sich wie de Deiwel vor'me Kreuz [Hebel 17]. SprW.: Wer sich vor de Hecke ferscht, därf nit in de Wald [verbr.]. De Dod fercht sich vor'm stärkschte Mann nit [ NW-Kallstdt]. Rätsel: Unne un owwe uf, Hoor owwedruf; alder Hund, fercht dich net, 's is koo Wolf un beißt dich net (der Muff) [ Gal-Bagbg]. VR.: Die 24 Schneider, die finne mol e Schneck. En jeder hot sich g'ferricht, en jeder halt sich weg. Dann streckt die Schneck die Härner so wie e kleni Kuh. Nau springe, Schneider, springe! Sie will eich eppes du! [Penns (UHeim 1935/36, S. 232)]. Volksgl.: Wer sich färcht, soll en Dodes anreege [Fogel Beliefs Penns Nr. 593]. — 2. fürchten machen 'Furcht einjagen', vgl. Fürchtemacher. Er dut die Kinner f. mache [verbr.]. Verstell die Aache un mach'n ferschde [ LU-Alsh]; e Riewelicht zum Ferchdemache ufstelle, von einer ausgehöhlten Rübe mit Kerze [Wilde 218], vgl. PfWB Fürchtebutz 2, PfWB Totenkopf 4. — 3. a. 'vor etwas [Bd. 2, Sp. 1651] scheuen'. Ich hab mich noch vor kener Ärwet g'fercht [ LA-Gommh]. Er fercht sich net vor'me Fässi Bier [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Wer net wagt se verliere, der fercht sich aach se gewinne [ Gal-Slawitz]. — b. 'befürchten, besorgt sein'. Ich mißt mich Sind ferchte, wann ich mein alte Vadder in de Dod getriwwe hätt [PfRSch. 25. 12. 1925]. — 4. 'Ehrfurcht empfinden'. a. 1782: daß es lerne Gott förchten ... dieses wünschet Von Hertzen seinem Lieben Göthgen 'Patenkind' ... [NW-Haßl, alter Patenbrief]. — Südhess. II 1013/14; RhWB Rhein. II 916/17; LothWB Lothr. 161; Bad. II 256/57. 1. a. 'schrecklich, über die Maßen unangenehm'. Ich hab ferchterlich Zahnweh [Frankth]. Er hat e f. Gebläks verfihrt [Feierowend Nr. 28/1965, S. 4]. Das is heit e f. Wedder [ KU-Diedk]. 's is f., 's is osig (aasig) [Firmenich II 8]. — b. 'furchtsam'. Ich war jo gar aarich f., wie ich so e Kind war [ Don-Werb]. — 2. adv. 'sehr', vgl. PfWB arg 2 a, PfWB erbärmlich, PfWB furchtbar 2. Sie hot ferschderlich gekrische [NW-Weish/S. verbr.]. Es blut f. [ NW-Kallstdt]. Er is f. freindlich [ KU-Herschw/Petth]. Üwer de Brück stehr (steht) e föchterlich langer Kerl un wendt un weicht net [PfId. 178]. — Südhess. II 1014; RhWB Rhein. II 917; LothWB Lothr. 162; Bad. II 257.
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