Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Fürchte-lappen bis Fürcht-loch (Bd. 2, Sp. 1650 bis 1651)
 
   Fürchte-lappen m.: = PfWB Fürchtebutz 1 a, Ferchdelappe [ RO-Dörnb]. — -liese f.: dass., -lies [ebd.].
 
 
fürchteln s. PfWB furcheln.
 
  
fürchten schw.:
1. 'Furcht haben vor jemand, vor etwas', ferchde (färχdə) [verbr.], (fērχdə) [ KL-Fischb], (fęχdə) [ GH-Neubg], farrichde [Buffington-Barba Penns 150], farriche [Beam Penns 30]. Er macht e Gesicht, daß mer sich vor'm f. kennt [FR-Kindh, verbr.]. Er fercht sich vor're Fraa [ KL-Reichb]. Er fercht sich net vor zwää [ NW-Hardbg]. Ich brauch dein Aae net se f. [ FR-Bockh]. RA.: Er fercht sich vor kääm Deiwel [ZW-Battw, verbr.]. Er fercht sich net, un wann de Deiwel uf Stelze kummt [ KU-Schmittw/O]. Er färscht sich net vor'm Deiwel seiner Großmudder [Krieger 22]. Er fircht sich nit vor Dod un Deiwel [ LU-Opp]. Er fercht sich wie de Deiwel vor'me Kreuz [Hebel 17]. SprW.: Wer sich vor de Hecke ferscht, därf nit in de Wald [verbr.]. De Dod fercht sich vor'm stärkschte Mann nit [ NW-Kallstdt]. Rätsel: Unne un owwe uf, Hoor owwedruf; alder Hund, fercht dich net, 's is koo Wolf un beißt dich net (der Muff) [ Gal-Bagbg]. VR.: Die 24 Schneider, die finne mol e Schneck. En jeder hot sich g'ferricht, en jeder halt sich weg. Dann streckt die Schneck die Härner so wie e kleni Kuh. Nau springe, Schneider, springe! Sie will eich eppes du! [Penns (UHeim 1935/36, S. 232)]. Volksgl.: Wer sich färcht, soll en Dodes anreege [Fogel Beliefs Penns Nr. 593]. —
2. fürchten machen 'Furcht einjagen', vgl. Fürchtemacher. Er dut die Kinner f. mache [verbr.]. Verstell die Aache un mach'n ferschde [ LU-Alsh]; e Riewelicht zum Ferchdemache ufstelle, von einer ausgehöhlten Rübe mit Kerze [Wilde 218], vgl. PfWB Fürchtebutz 2, PfWB Totenkopf 4. —
3.
a. 'vor etwas

[Bd. 2, Sp. 1651]
scheuen'. Ich hab mich noch vor kener Ärwet g'fercht [ LA-Gommh]. Er fercht sich net vor'me Fässi Bier [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Wer net wagt se verliere, der fercht sich aach se gewinne [ Gal-Slawitz]. —
b. 'befürchten, besorgt sein'. Ich mißt mich Sind ferchte, wann ich mein alte Vadder in de Dod getriwwe hätt [PfRSch. 25. 12. 1925]. —
4. 'Ehrfurcht empfinden'. a. 1782: daß es lerne Gott förchten ... dieses wünschet Von Hertzen seinem Lieben Göthgen 'Patenkind' ... [NW-Haßl, alter Patenbrief]. — Südhess. II 1013/14; RhWB Rhein. II 916/17; LothWB Lothr. 161; Bad. II 256/57.
 
  
Fürchte-nickel m.: = PfWB Fürchtebutz 1 a, Firchdenickel [ KL-Rodb]. Syn. s. PfWB Feigling.
 
  
Fürchten-macher m.: 'wer andere gern in Furcht versetzt', Schimpfw., Ferchdemacher [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB fürchten 2. Südhess. II 1014.
 
  
fürchterlich Adj.:
1.
a. 'schrecklich, über die Maßen unangenehm'. Ich hab ferchterlich Zahnweh [Frankth]. Er hat e f. Gebläks verfihrt [Feierowend Nr. 28/1965, S. 4]. Das is heit e f. Wedder [ KU-Diedk]. 's is f., 's is osig (aasig) [Firmenich II 8]. —
b. 'furchtsam'. Ich war jo gar aarich f., wie ich so e Kind war [ Don-Werb]. —
2. adv. 'sehr', vgl. PfWB arg 2 a, PfWB erbärmlich, PfWB furchtbar 2. Sie hot ferschderlich gekrische [NW-Weish/S. verbr.]. Es blut f. [ NW-Kallstdt]. Er is f. freindlich [ KU-Herschw/Petth]. Üwer de Brück stehr (steht) e föchterlich langer Kerl un wendt un weicht net [PfId. 178]. — Südhess. II 1014; RhWB Rhein. II 917; LothWB Lothr. 162; Bad. II 257.
 
 
Fürchte-stube s. PfWB Fruchtstube. — -wisch m.: = PfWB Fürchtebutz 1 a, Schimpfw., Firchdewisch [ NW-Lach/Speyd]. Syn. s. PfWB Feigling.
 
 
fürchtig Adj.: in der Wend. ferchdich mache 'Furcht einjagen', z. B. mit einem Totenkopf aus einer Dickrübe [LU-Altr verbr. SOPf]; vgl. PfWB fürchten 2. Südhess. II 1014; Bad. II 257.
 
 
Fürcht-loch n.: = PfWB Fürchtebutz 1 a, Ferchtloch [ Don-Tscherwk]. Syn. s. PfWB Feigling. —