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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Freß-bank bis fresserig (Bd. 2, Sp. 1588 bis 1591)
 
Freß-bank, f.
Freß-barg, m.
Freß-bauch, m.
Fresse
Fresse, f.
fressen, st.
Fressen, n.
Fressen-trog, m.
Fresser, m. f.
Fresserin, m. f.
Fressersin, m. f.
Fresserei, f.
fresserig, Adj.
Freß-gang, m.
Freß-gern, m.
fressig, Adj.
Freß-katze, f.
Freß-kirbe, f.
Freß-kopf, m.
Freß-korb, m.
Freß-köze, f.
Freß-krankheit, f.
Freß-kuh, f.
Freß-lappen, m.
Freß-lücke, f.
Freß-major, m.
Freß-maschine, f.
Freß-maul, n.
Freß-meier, m.
Freß-panz, m.
Freßpanzen-abend, m.
Freß-pulver, n.
Freß-ranzen, m.
Freß-sack, m.
Freß-schublade, f.
Freß-tasche
Freß-wampen, m.
Freß-waren, Pl.
Frettchen, n.
frettieren, schw.
Freude, f.
Freuden-feuer, n.
freuden-reich, Adj.
Freuden-spiel, n.
freuen, schw.
Freund, m.
freund, Adj.
Freundin, f.
freundlich, Adj.
Freundlichkeit, f.
Freundschaft, f.
Freunds-leute, Pl.
Frevel, m.
frevel-haftig, Adv.
frevelig, Adv.
freveln, schw.
freventlich, Adj.
Frevel-teidung, f.
Frevler, m.
Fricka, f.
Frickel
fricot
Frieda, f.
Friede-eier, Pl.
Friede-glocke, f.
Friedel-hausen, ON
Friedels-heim, ON
Frieden, m.
Friedens-linde, f.
Friedens-richter, m.
Friedens-stifter, m.
Friedens-ware, f.
Friedens-zeit, f.
Friederike, f.
Friede-wald
Fried-hof, m.
Friedhofs-kapelle, f.
Friedhofs-mauer, f.
friedlich, Adj.
Friedrich, m.
Frier-äpfel, Pl.
frieren, st.
Frieren, n.
Frier-fleisch, n.
Frier-hannes, m.
Frier-hünkel, n.
Frier-katze, f.
Frier-michel, m.
Fries, m.
Friese, m.
Friesel, n.,  m.
friesen, schw.
Fries(en)-beil, n.
Fries(en)-haue, f.
Friesen-heim, ON
Friesen-schnur, f.
Friesen-spaten, m.
Frieser, m.
Fries-länder
Frikadelle, f.
  Freß-bank f.: in der RA.: Er is krank uf der Freßbank, von einem, der sich krank stellt, um

[Bd. 2, Sp. 1589]
gute Krankenkost zu bekommen [Pirmas, verbr. Don Gal Buch]. RhWB Rhein. IX 1214; ElsWB Els. II 63; Bad. II 227. — -barg m.: = PfWB Fresser 1 a α, -barich [ IB-Herbh]; vgl. PfWB Barg. RhWB Rhein. II 789 Fressbarges. — -bauch m.: = PfWB Fresser 1 a α, -bauch [ NW-Kallstdt GH-Rh'zab]; vgl. PfWB Freßpanz. Südhess. II 945.
 
 
Fresse1 s. PfWB Freß.
 
  
Fresse2 f.: 'Essen, Nahrung', vgl. PfWB Fressen 1 b α. 's dreht sich alles um die Freß [ KU-Schmittw/O]. RhWB Rhein. II 791; LothWB Lothr. 173.
 
  
fressen st.:
1. vom Vieh 'Nahrung aufnehmen', fresse (fręsə) [fast allg.], frasse [ RO-Rehborn PS-Schönau Hirschth Bundth Bruchw BZ-Rechtb]; Konjugation s. F. Die Gail fressen Hawwer [ RO-Hochst, allg.]. Die Stare hun desjohr unser ganze Kersche gefreß [ KB-Bischh]. Den dreckiche Kerl fressen noch die Lais [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: E Kuh frißt 'n Kiwwel voll, von einem Vielfraß [ LU-Friesh]. SprW.: Wu der Hund se fresse kriet, dort laaft er hin [ Gal-Obl]. Volksgl.: Wammer die Kih 's eerschtmol in die Weed dut, sagt m'r: »Freß net wie en Wolf!«, noh werre sie net dick [Fogel Beliefs Penns Nr. 841]. Scherzh. Fragespiel: Was frißt de Gaul? Hää (Heu), Hawwre, Wicke, kannscht mich jo nit zwicke (gezwickt wird, wenn die Antwort nicht sofort kommt) [ BZ-Billh]; Ähnliches s. PfWB Gans 1 a. VR. s. PfWB ausleeren, PfWB popeia, PfWB bumbeija, PfWB Rübe. —
2. vom Menschen 'unmäßig, gierig und unschön essen', derb vom Essen überhaupt. Uf so're Kerb (Kirbe) werd gefreß un gesoff [KB-Kriegsf, verbr.]. Heit freß ich nix, Unmutsäußerung bei einer Magenverstimmung [ LU-Oggh]. Dort kriet mer net satt se f. [ KU-Schmittw/O]. Ich hab Hunger, daß ich en Ochs f. kennt [ FR-Mörsch]. Wann de net willt, dann hoschde gefreß, zu einem Kind, das nicht essen mag [ KU-Kaulb]. Vergleiche und RA.: Er frißt wie e Bär 'ißt viel' [ BZ-Sarnst], wie e gepändt Perd, dass. [Hebel 18], wie e Sau [ KU-Dunzw NW-Kallstdt BZ-Dernb], wie e Stick Vieh [ KB-Kerzh, KU-Schmittw/O], wie e Brunnebutzer [ KU-Diedk], wie e Drescher [RO-Dielkch, verbr., auch Don Gal Buch Rußl], wie e Holzhacker [LU-Opp Hebel 18 Rußl-Sulz]. Er freßt for zwää [ LA-Gleisw], for drei [RO-Callb, verbr.]. Er frißt en Kiwwel voll [Land], en Karch voll [ NW-Geinsh]. Er freßt, bis'm de Odem ausgeht [ KU-Diedk]. Er hat gefreß, daß er nimmi »bapp« saan kann [ebd.]; vgl. (sich) dick-, fett-, vollfressen. Er frißt wie e Spatz 'ißt wenig' [ PS-Nothw GH-Freisb]. Ich freß wie en Stork (Storch): ich schling's ganz nunner [ KB-Rüssing]. Der freßt alles met Dreck un Speck [KL-Reichb, verbr.], mit Haut un Hoor [NW-Elmst, verbr.]. Der freßt kää Beer, wann se net dreimol geschält is [Kaislt, verbr.]. Es fresse zwää (die in Streit leben) net aus enner Schissel, auch:

[Bd. 2, Sp. 1590]
kää Kersche metnanner [ KL-Wörsb]. Der frißt m'r aus de Hand [ BZ-Klingmst]. Ich freß e Besem un die Butzfraa dezu! scherzh. Beteuerung [Kaislt]. Mein Buwe fresse m'r noch 's Dach vum Haus [ PS-Gersb LU-Opp], die Hoor vum Kopp [KU-Trahw, verbr.]. Der mänt, er hätt de gescheite Dreck allään gefreß, vom Eingebildeten [ KL-Weilb], er hätt die Weisheit (die Gescheitheit) met de Leffel gefreß [KU-Trahw, verbr.]. Du frescht mer noch mei Lewe [Gal-Ugartsbg, verbr. Don Gal Buch]. Die will alles f. 'alles allein haben' [NW-Freinsh, verbr.]. Er werd dich net f. [KU-Kaulb, verbr.]. Ich kennt dich grad f., so gern han ich dich [ ZW-Battw]. Du fresch se! Androhung von Hieben [ GH-Berg]. Er hot's gefreß 'hat es begriffen', auch 'glaubt es' [ RO-Dielkch, KU-Bedb IB-Biesing BZ-Steinf]. SprW.: Was de Bauer net kennt, freßt er nit [PS-Geisbg, verbr.]. 's gibt viel Narre, awwer käin, die nix f. [ KU-Schmittw/O]. Wie ooner freßt, so schafft er aa [RO-Sippf, LU-Maud Oggh Gal-Slawitz]. VR. s. PfWB allein 1, PfWB backen (I 513 Z. 8 ff.), Beeden, Pfingstenlümmel 2, PfWB Daumerling, PfWB David, PfWB Thron 1, PfWB drunten, PfWB Hecke, PfWB Messerstiel, PfWB Revisor. a. 1568: daß vielfeltig fressen und sauffen so hernochmals so viel als unnötig abgestellt und vermiten werden [Küchler 26]. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB dick-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB fett-, PfWB voll-, PfWB heraus-, PfWB her-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinunter-, hinweg-, PfWB mit-, PfWB satt-, steif-, PfWB über-, PfWB weg-, PfWB zusammenfressen. —
3. von Sachen. Der Owe freßt viel Brand 'Brennmaterial' [ KU-Kaulb]. De Roscht freßt am Eise [Kaislt]. 's Geschwär frißt um sich [ KU-Schmittw/O]. Er freßt, un 's Elend freßt ehn [Gal-Brotschk, verbr. Don Gal Buch]. Den frißt der Neid [BZ-Kap/Drusw, verbr.]. De Kummer frißt m'r am Herz [ ZW-Battw]. SprW.: Ää unverrechter Cent freßt zwee gerechte [Penns]. — F.: Zu den Präsensformen vgl. PfWB essen. Grenze für g(e)freß! g(e)fresse ähnl. gebroch/gebroche (s. K. 1); ge- fast allg. WPf NPf selten VPf, g- fast allg. VPf selten WPf NPf. — Südhess. II 945 ff.; RhWB Rhein. II 781 ff.; LothWB Lothr. 173; ElsWB Els. I 183/84; Bad. II 227/ 28.
 
  
Fressen n.:
1.
a. 'Viehfutter', Fresse, Frasse, s. PfWB fressen [allg.]; vgl. PfWB Futter. Zs. PfWB Hunds-, PfWB Katzen-, PfWB Saufressen. Du kannscht 'm Veh F. gewwe [ PS-Erfw]. Volksgl.: so as die Katz oder der Hund net färtlaaft, soll mer 'ne die vier Dischecke abschawe un ins F. dun [Fogel Beliefs Penns Nr. 673]. —
b.
α. 'Essen für Menschen', derb. Das es e anneres F. 'besseres Essen' [RO-Dielkch, verbr.]. SprW.: Wann 's F. soll gedeihe, muß mer e Stunn druf leie [ KU-Diedk]. —
β. 'schlechtes Essen', verächtl. [verbr.]; vgl. PfWB Fraß 1 b. Des isch heit widder so e F. [ LA-Gommh]. SprW.: Alles nemmt e Enn, nore 's schlechte F. net [ Gal-Bagbg Buch-Illisch]. —
2. 'was einem sehr

[Bd. 2, Sp. 1591]
gelegen kommt' [verbr.]. Das is e gefunnenes F. for'n [ KU-Hundh]. Das is dem sein F. 'sein Hauptvergnügen' [ KU-Bedb]. — Südhess. II 950; RhWB Rhein. II 791; ElsWB Els. I 184; Bad. II 227.
 
  
Fressen-trog m.: 'Futtertrog', Fressetrog [ BZ-Dernb].
 
  
Fresser m., Fresserin, -sin f.:
1.
a. vom Menschen.
α. 'Mensch, der unmäßig und gierig ißt', vgl. PfWB fressen 2, Fresser [fast allg.], Frasser [ RO-Rehbn PS-Bundth Bruchw Schönau Hirschth], Fressern, Fressersche [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Fraß 2, PfWB Freßgern, -katze, -kopf 2, -köze, -kuh, -lappen, -major, -maschine, -maul, -meier, -panz 2, -sack 1 a, -wampen. Schimpfw. in RO-Rehborn: Dummer (auch: dicker) Frasser. Syn. s. PfWB Dicksack. Zs.: PfWB Alles-, PfWB Anschläge-, PfWB Armee-, PfWB Brot-, PfWB Dreck-, PfWB Erbsen-, PfWB Fleisch-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Grund-, PfWB Gutsi-, PfWB Immen-, Kälber-, PfWB Kilometer-, PfWB Menschen-, PfWB Mist-, PfWB Mit-, PfWB Mücken-, PfWB Nudel-, Rotz(nas)-, Sauerkraut-, PfWB Schinken-, PfWB Schnecken-, PfWB Spinnen-, PfWB Spitzmaus-, PfWB Steif-, PfWB Suppenfresser. SprW.: DrescherFresser [ PS-Hintwdth]. Die Wäscher un die Drescher sin die greeschde F. [ RO-Dielkch, BZ-Dernb]. —
β. Uzname für die Bewohner von RO-Callb Mannw Rockhs Steinb FR-Hettldh. Zs. PfWB Bettelmanns-, PfWB Eber-, PfWB Fleischwurst-, Kalbfleisch-, Käse(fladen)-, PfWB Katzen-, PfWB Kirschen-, PfWB Knöpfe-, PfWB Kuchen-, PfWB Kuh-, PfWB Molkensuppen-, PfWB Saubirnen-, PfWB Sauermilch-, PfWB Schlangen-, PfWB Stampfes-, PfWB Storchen-, PfWB Wacken-, PfWB Wurstfresser. Neckname für Schüler s. PfWB Brocken-, PfWB Tintenfresser. —
b.
α. 'freßlustiges Tier', bes. vom Schwein [verbr.]. Auer Sai sein orich gure F. [ KU-Schmittw/O]. Unser Kuh is e raulich Fressern 'frißt schlecht' [ebd.]. —
β. Scheuchruf für das Rindvieh [ ZW-Hornb]. —
γ. 'großer Hund, der viel frißt' [ KU-Hinzw KL-Weilb KB-Kriegsf]. —
2. Fresserle 'Zähnchen', Kinderspr. [südl. VPf]. (Das Kind) hot schun zwää Fresserlich [PfL 31. 7. 1925]. — Südhess. II 950/51; RhWB Rhein. II 791/92; LothWB Lothr. 173; ElsWB Els. I 184; Bad. II 228.
 
  
Fresserei f.:
1. 'Nahrung, Speise', derb, Fresserei [verbr.]. Mer muß sorje, daß mer die F. beikriet [RO-Münstapp]. —
2. 'unmäßiges Essen', auch 'unregelmäßiges E.' [verbr.]; vgl. PfWB Esserei. Die F. verreißt'm de Kopp 'Er denkt nur ans Essen' [ KU-Schmittw/O]. Die hän dort e F.! [ LA-Nd'hochstdt]. — Südhess. II 951; RhWB Rhein. II 792; Bad. II 228.
 
  
fresserig Adj.: 'freßlustig', fresserich [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB fressig. RhWB Rhein. II 792.