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Pfälzisches Wörterbuch 
 
frei-sprechen bis Freitags(s)-mittag (Bd. 2, Sp. 1584 bis 1586)
 
frei-sprechen, st.
Freißem, m.
Freißem-knöpfe, Pl.
Freißem-köpfe, Pl.
Freißem-kraut, n.
Freißem-tee, m.
Frei-stamm, m.
Frei-steckelns, n.
freisterlich, Adj.
freistern, schw.
Frei-tag, m.
Freitags(s)-mittag, m.
Freitags(s)-morgen, m.
Freitags(s)-schwanz, m.
Freit-hof, m.
Frei-tur, f.
frei-willig, Adj.
Frei-zeit, f.
Frei-zins
fremd, Adj.
Fremde, f.
Fremden-besuch, m.
Fremden-stube, f.
Fremden-zimmer, n.
Fremder, m.
Fremd-körper, m.
fremen, schw.
frentsch
Frenz
Freß, n. f.
Fresse, n. f.
Fressalien, Pl.
Freß-alles, m.
Fressasch, f.
Freß-bank, f.
Freß-barg, m.
Freß-bauch, m.
Fresse
Fresse, f.
fressen, st.
Fressen, n.
Fressen-trog, m.
Fresser, m. f.
Fresserin, m. f.
Fressersin, m. f.
Fresserei, f.
fresserig, Adj.
Freß-gang, m.
Freß-gern, m.
fressig, Adj.
Freß-katze, f.
Freß-kirbe, f.
Freß-kopf, m.
Freß-korb, m.
Freß-köze, f.
Freß-krankheit, f.
Freß-kuh, f.
Freß-lappen, m.
Freß-lücke, f.
Freß-major, m.
Freß-maschine, f.
Freß-maul, n.
Freß-meier, m.
Freß-panz, m.
Freßpanzen-abend, m.
Freß-pulver, n.
Freß-ranzen, m.
Freß-sack, m.
Freß-schublade, f.
Freß-tasche
Freß-wampen, m.
Freß-waren, Pl.
Frettchen, n.
frettieren, schw.
Freude, f.
Freuden-feuer, n.
freuden-reich, Adj.
Freuden-spiel, n.
freuen, schw.
Freund, m.
freund, Adj.
Freundin, f.
freundlich, Adj.
Freundlichkeit, f.
Freundschaft, f.
Freunds-leute, Pl.
Frevel, m.
frevel-haftig, Adv.
frevelig, Adv.
freveln, schw.
freventlich, Adj.
Frevel-teidung, f.
Frevler, m.
Fricka, f.
Frickel
fricot
Frieda, f.
Friede-eier, Pl.
Friede-glocke, f.
Friedel-hausen, ON
  frei-sprechen st.: Er esch freig'sproche wore 'vom Gericht nicht verurteilt worden' [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. Südhess. II 941.
 
  
Freißem m.: 'Gesichtsekzem bei kleinen Kindern', Frääßem (frsəm) [verbr. WPf PfId. 47 SOPf (Nachlaß Heeger) Wilde 235], Freeßem (-ē-) [ KU-Erdb PS-Burgalb], Fraaßem (-ā-) [ KU-Adb Kaulb Obw/T]; vgl. PfWB Dürre 2 a, PfWB Eißem, PfWB Fesem2, PfWB Fluß 2 d β. Es Kend hat de Fräißem [ WD-Niedkch]. Zs. PfWB Gesichts-, PfWB Kopffreißem. Brauchvorschrift gegen den F.: Stelle dich mit dem Kind gegen den zunehmenden Mond, streiche mit der Hand kreuzweise dreimal über das Gesicht des Kindes und sprich dazu: Was ich sehe, soll zunehmen; was ich

[Bd. 2, Sp. 1585]
streiche, soll abnehmen [altes Brauchheft aus GH-Westh]. Südhess. II 941; RhWB Rhein. II 776; Saarbr. 68 Fräsem; LothWB Lothr. 173; ElsWB Els. I 185; Bad. II 225.
 
 
Freißem-knöpfe, -köpfePl.: 'Knospen des Rainfarns (Tanacetum vulg.)', Frääseknepp, -kepp [Heeger Vhk. 112]; daraus entstellt Bränsekebb [Wilde 198]. Der Saft der F. ist ein Mittel gegen Freißem [Heeger a. a. O.]. — -kraut n.: 'Feld-Stiefmütterchen', Frääsemkraut, wegen der gesichtsförmigen Blüte als Mittel gegen den Freißem angesehen [Feierowend Nr. 11/1952, S. 4]. RhWB Rhein. II 776; Saarbr. 68. — -tee m.: 'Tee aus Freißemkraut, Freesemtee [ GH-Westh]. RhWB Rhein. II 776.
 
 
Frei-stamm m.: 'Anteilrecht der Herrschaft aus dem Gewinn der Bergwerke'; a. 1788: Freystamm [NPfGV 1934, S. 42].
 
  
Frei-steckelns n.: 'Versteckspiel der Kinder', Freisteckels [ PS-W'fischb]. — Wohl verkürzt aus Freiversteckelns; vgl. PfWB Versteckelns.
 
  
freisterlich Adj.:
1.
a. 'furchtbar, schreckenerregend', frääschderlich (frdərliχ) [verbr. WPf SOPf (Nachlaß Heeger) Kühn Hamet 107 Schandein Bav. IV/2, 233], freeschderlich (-ē-) [ KU-Herschw/Petth KL-O'arnb LU-Limbghf Don-Schowe Torscha Lovrin Gal-Dornf Falkenst], fraaschderlich (-ā-, --) [KU-Kaulb Kreimb Rothsbg verbr. NPf (PfId. 47) Gal-Josbg Obl Buch-Illisch]; vgl. PfWB freislich 1 a, PfWB eisterlich 1, PfWB gälsterig 1. Des war e frääschderlicher Krisch [ KL-Fischb]. Des is e f. Mensch [ KL-Katzw]. Der Anblick eines Gehenkten is fraaschderlich [ KU-Hohöll]. Er dut frääschderlich kreische [ KL-Weilb]. —
b. 'wehleidig'. 's Kind is so f. [ RO-Messbhf]. —
2.
a. 'auffallend'.
α. von der Kleidung. Das Kleed is f. [ KL-O'arnb KU-Brück Kaulb]; vgl. PfWB frech 2. —
β. vom körperlichen Aussehen, 'sehr häßlich', auch 'sehr schön' [lothr. SWPf]. Hot's aach keen so fräschterlich Näsje? [Müller Luscht un Lewe 94]. —
γ. 'übertreibend im sprachlichen Ausdruck', vgl. PfWB freislich 2 b. Die Fraa macht alles gar f. [ KU-Herschw/Petth]. Mach's nare net so freeschtrlich! [ Don-Werb]. —
b. 'unbändig, zudringlich'. E Ritter, queck un unverdross umschmeechelt sie, dut freeschterlich, die Gräfen is ihm ausgewich [Schandein Ged. 136]. Was hoschde dann so frääschterlich se glotze! [Kühn Schnitze I 210]. — Zu mhd. vreist(e) 'Gefahr, Gefährdung, Drangsal; Grausamkeit'. — Südhess. II 941/42; Rhein. II 775 Z. 21/22, IX 1213; Saarbr. 68; LothWB Lothr. 172.
 
 
freistern schw.: 'mit Schrecken erfüllen'. 's fraaschdert mich noch heit, wann ich dran denk, wie der aarm Kerl zugericht war [ Gal-Obl]. — Aus ver+eistern (wie fressen aus mhd. ver-ezzen).
 
  
Frei-tag m.:
1. 'der fünfte Wochentag', Freidag, -dach, -da, s. PfWB frei u. PfWB Tag [allg.]. Volksgl.: Am F. ännert sich 's Wedder [KU-Kollw, verbr.]. Wie 's Wedder freidags is, so is's aa sunndags

[Bd. 2, Sp. 1586]
[ HB-Brenschb]. Wie de F. am Schwanz, es de Sunndag ganz [KL-Stelzbg, verbr.]; vgl. Freitag(s)mittag, -schwanz. Wie 's Wedder am Sunndach werd sein, das stellt sich schun am F. ein [LA-Gommh, verbr.]. Der F. gilt als Unglückstag [ KL-Weltb]. Der am F. untergeackerte Mist nützt dem Boden nicht, weil ihn die Würmer fressen [Becker Vk. 143]. Am F. soll man keine Reisen machen [ HB-Jägbg]. Am F. soll mer net heirade [ KL-Reichb]. Schneid d'r die Nägel alle F. ab, noh kriegscht ken Zahnweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 1642]. En Fraa därf net freidags aus'm Kindbett ufsteh [ebd. Nr. 1841]; vgl. auch PfWB ausgehen (I 445 Z. 43/44). VR.: Morje is F., nemm die Katz un heirat! [ LU-Opp Gal-Bagbg], auch: nemm dei Schatz un heirat! [PfRSch. 8. 12. 1934]. —
2.
a. Den F. vor dem Palmsonntag nennt man schmerzhafter F. [ LA-Herxh Maik]; vgl. Schmerzen(s)freitag, PfWB Karfreitag. —
b. Da der Markt in Kusel am F. abgehalten wird, sagt man: uf de Kuseler F. gehn [ KU-Bedb]. —
c. langer F. 'überaus großer Mann' [ KU-Nerzw]. — Südhess. II 942; RhWB Rhein. II 777/78; LothWB Lothr. 173; ElsWB Els. II 661; Bad. II 225/26.
 
 
Freitags(s)-mittag m.: Volksgl.: Wie 's Werrer am Sunnda werd sin, stellt sich am Freidamidda in [ZW-Käshf, verbr.]; vgl. PfWB Freitag 1. —