Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Frack bis Fraktur (Bd. 2, Sp. 1560 bis 1563)
 
Frack, m.
fracken, schw.
Frack-rock, m.
Frack-schöße, Pl.
Frage, f.
Frägelns, n.
fragen, schw.
Fragens, n.
Fragerei, f.
Frage-zeichen, n.
Fraktur, f.
Francais
frank, Adj.
Franke, m.
Frankel-bach, ON
Franken, Pl.
Franken-delle, f.
Franken-eck, ON
Franken-riesling, m.
Franken-rübe, f.
Franken-schnauzer, m.
Franken-see, m.
Franken-stein, ON
Franken-straße, FlN
Franken-stück, n.
Franken-thal, ON
Franken-traube, f.
Franken-vieh, n.
Franken-wald, m.
Franken-weide
Frank-furt _Frank-furt, ON
frankieren, schw.
fränkisch, Adj.
Frank-reich, n.
Frank-rübe
Frank-weide, f.
Frank-weiler, ON
fra(n)schema(n), Adv.
Franse, f.
Fra(n)see, m.
Fransel, f.
franselig, Adj.
franseln, schw.
fransen
Franz, m.
Fränz
Franz-branntwein, m.
Fränzi
Franziska, f.
Franz-Jakob
Franz-Josef
franz-leinen, Adj.
Franz-mann, m.
Franzose, m.
Franzosen-acker, m.
Franzosen-bart, m.
Franzosen-berg, m.
Franzosen-blume, f.
Franzosen-eck, n.
Franzosen-fresser, m.
Franzosen-freund, m.
Franzosen-grab, n.
Franzosen-hure, f.
Franzosen-kopf, m.
Franzosen-krankheit, f.
Franzosen-kraut, n.
Franzosen-liebchen, n.
Franzosen-mensch, n.
Franzosen-schlüssel, m.
Franzosen-stengel, m.
Franzosen-suppe, f.
Franzosen-tal, n.
Franzosen-unkraut, n.
Franzosen-zeit, f.
Französin, f.
französisch, Adj.
Franz-Peter
fräschlich
Fräs-dreck, m.
fräsen, schw.
Fräser, m.
Fräs-hobel, m.
Fräs-maschine, f.
Fraß, m.
fraß
fräßenig, Adj.
fräßig, Adj.
Fratz, m.
fratz, Adj.
Fratze, f.
Fratzen-gesicht, n.
Fratzen-gezeug, n.
Fratzen-heinrich, m.
Fratzen-könig, m.
Fratzen-macher, m.
Fratzen-michel, m.
Fratzen-schneider, m.
Fratz-hans, m.
fratzig, Adj.
Fratz-näsel, n.
   Frack m.:
1.
a. 'langer Männerrock', bes. 'Rock mit langen Schößen', Frack (frag) [verbr.], (frḁg) [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Frackrock, PfWB Schwenker, PfWB Senkel. Zs. PfWB Bampel-, PfWB Geh-, Hochzeit-, PfWB Kellner-, PfWB Kirchen-, PfWB Schwalben-, PfWB Spatzenfrack. Er hot en F. an wie en Kellner [ BZ-Dernb]; e F. met Olichkuchelappe [ KU-Bechb]. Friher hän die Männer e blooer F. getrache, wu bis an die Knie gange isch [ BZ-Böllbn]. —
b. 'Männerrock überhaupt' [ KU-Wahnwg IB-Reinh Bliesmg/Bolch ZW-O'aub KB-Kerzh NW-Deidh Niedkch Friedh]. Dim.

[Bd. 2, Sp. 1561]
Fräckel 'Rock der kleinen Buben' [ ZW-Bottb]. Du hosch e schän Fräckel an [ NW-Neidfs, PS-O'simt]. RA.: Den krieg ich am Frack, um ihn zu hauen [NW-Niedkch, verbr.]. Sie hängt'm am F. 'Sie läuft ihm nach' [GH-Nd'lustdt, verbr.]. Du kannscht mer de F. nufritsche, abgewandeltes Götzzitat [ LA-Nußd]. Dem muß mer de F. ausstääwe 'verprügeln' [BZ-Albw, verbr.], de F. ('s Fräckelche) auskloppe [KU-Brück, verbr.], de Frack verschlache [NW-Mußb, verbr.], de F. verhaue [ KL-Fockbg/Limb PS-O'simt], de F. verdresche [ KB-Gauh]. Er kriet de F. gewäsch [ ZW-Bottb], de F. gebichelt [PS-W'fischb, verbr.]. Ich hab kän Roder mehr im F. 'keinen roten Pfennig in der Tasche' [ PS-Winz]. SprW.: Stehkraa (Stehkragen), leere Maa (Magen), lange F., nix im Sack [ Don-Gottlob]. Volksgl.: Wann en Kind ebber 'jemandem' nohgenamt werd, muß sell em (Kind) en F. kaafe [Fogel Beliefs Penns Nr. 78]. KR.: Ich ben e Franzous, häb roure Hous un en blooe F. un kän Geld em Sack [ LA-Nd'hochstdt]. —
2.
a. 'Frauenrock' [verbr. Penns (PSA 83)], Fräckel [verbr. LU]. Sie hot heit ihr korzes Fräckel an [ LU-Opp]. Volksgl.: Wann eme Weibsmensch der Frack hinne nufgedreht 'hochgeschlagen' is, hot sie en Boo 'Liebhaber' [Fogel Beliefs Penns Nr. 174]; vgl. PfWB Geld. —
b. scherzh. von Kleidung überhaupt [verbr.]. Die hot awwer en Frack an! [ LU-Alsh, ZW-Gr'bundb]. —
3.
a. von den abstehenden Schalen der Pellkartoffeln. Bei uns gebt's heit Krumbeere mit Frack [ GH-Rh'zab]. —
b. Schimpfw., Frack [ KU-Schmittw/O]. Zs. PfWB Pussier-, PfWB Matzel-, PfWB Spitz-, PfWB Stadt-, PfWB Zottelfrack. — Südhess. II 918/19; RhWB Rhein. II 717; ElsWB Els. I 179; Bad. II 215.
 
  
fracken schw.: einen f. 'einem im Spiel alles abgewinnen', eigentl. 'den Frack ausziehen'. Den han mer gefrackt [ KB-Rams]. Syn. s. PfWB abgewinnen 1. RhWB Rhein. II 719.
 
 
Frack-rock m.: 'Männerrock mit langen Schößen', der lange Tuchrock früherer Zeiten (vgl. Becker Volkstr. 97/98), Frackrock [NW-Weish/ S Müller Luscht un Lewe 79 Beam Penns 37]; vgl. PfWB Frack 1 a. Südhess. II 919; RhWB Rhein. II 717 Z. 38; Bad. II 215. — -schöße Pl.: wie schd.; einen an de lange Frackscheeß nemme [ ZW-Gr'bundb].
 
  
Frage f.:
1. wie schd., Froo (frō) [WPf NPf nördl. VPf verbr. Don Gal Buch], (frōu) [KL-Lind (ält. Gener.)], Frooch (frōx) [Südteil der mittl. VPf (Bertram § 208) südl. VPf Pirmas], Froog (frōg) [Nordteil der mittl. VPf], Fraach [Pirmas (jüngere Gener.)]. Zs. PfWB An-, PfWB Nach-, PfWB Umfrage. Das is e schweri (e leichdi, e dummi) Froo [Kaislt, verbr.]. Was e Froog!, von einer seltsamen Frage [LU-Friesh, verbr.]. Des isch noch die Frooch 'ist zweifelhaft' [LA-Gommh, verbr.]. Des is noch e großi F. [ NW-Freinsh]. Sell isch e anneri F. [ZW-Battw, verbr.]. Das is käin

[Bd. 2, Sp. 1562]
F. 'ist selbstverständlich' [KU-Schmittw/O, verbr.]. —
2.
a. die Froo im Kadism [ KB-Kriegsf]. Zs. PfWB Katechismusfrage. Mer hun zwoo Frooe uf (zum Lernen) [ KU-Schmittw/O]. —
b. e Frächl beim Schafkopfspiel [ BZ-Dierb]; vgl. PfWB Frägelns. — Südhess. II 919; RhWB Rhein. II 719/20; LothWB Lothr. 175; ElsWB Els. I 178; Bad. II 215/16.
 
 
Frägelns n.: ein Kartenspiel (wohl Schafskopf, s. PfWB Frage 2 b), Frächls (frχls) [SOPf].
 
  
fragen schw.: wie schd., frooe (frōə), frooche (frōxə), frooge (frōgə, -öə) [Verbr. s. K. 138]. Auslandspfälzer: froo(e) [Gal Buch verbr. Don], froon [ Don-Heideschütz Semlin], frooche [verbr. Rußl], frooge [verbr. Don], froje [Lambert Penns 58]. Konj. s. F. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, beherum-, PfWB nach-, PfWB überfragen. Den han ich gefroot dorch dick un dinn 'gründlich ausgefragt' [ ZW-Battw], riwwer un niwwer gefroogt [ LU-Böhl]. Froo net so dumm! [Kaislt, verbr.]. Des frooscht du noch? [KB-Bischh, verbr.]. Froo liewer net! 'Darüber möchte ich nicht sprechen' [ZW-Bechhf, verbr.]. Des froogt sich noch 'ist nicht ganz sicher' [LU-Friesh, verbr.]. Er froot noo jerem Dreck 'nach jeder Kleinigkeit' [KU-Schmittw/O, verbr.]. Er froot net denoo 'Das bekümmert ihn nicht' [KB-Kriegsf, verbr.]. Er froot noo keem Deiwel [ KU-Trahw]. Es guckt un froot käin Mensch noo'm [ KU-Schmittw/O]. Ich wollt emol frooche, ob ich eier Lääder krieche kinnt [BZ-Darst, verbr.]. Er hat um se gefroot, von Heiratsabsichten [KL-Weilb, verbr.]. Er hot um se frooe losse, dass. [KU-Schmittw/O, verbr.]. Die sin verlobt ohne gefroot 'verlobt gegen den Willen der Eltern' [ KU-Bedb]. Frooch fer mich!, Auftrag eines erkrankten Schülers, sein Fernbleiben vom Unterricht beim Lehrer zu ent-

[Bd. 2, Sp. 1563]
schuldigen [LA-Edh (alte Gener.)]. SprW.: Wer lang froogt, geht lang err [LU-Friesh, verbr.]. 's Frooe koscht jo nix [KU-Schmittw/O, verbr.]. Narre un Kinner frooen veel [KB-Bischh, verbr.]. VR. s. PfWB Dienstag, Dornfeld, PfWB Schorenkopf. — F. (zur Erhaltung bzw. zum Wegfall des Gutturallautes vgl. K. 138): Präs. Sing. 1 froo (NWPf: frooe), frooch, froog; 2 frooscht, froochscht, froogscht; 3 froot, froocht, froogt; Pl. 1 - 3 froo(e)n (westl. WPf: frooe), froochen, froogen. Imp. froo! frooch! froog! Part. Perf. gefroot, gefroocht, gefroogt. Der Vokal in 2. und 3. Sing. lautet auch -ē-: freegscht, freegt [Krell 68], freescht [ RO-Altbbg]. a. 1324: do wart vor mir gefreget vnd geheischen ein ortdeil zu sprechen [OttbgUrkb. 342]. — Südhess. II 919 ff.; RhWB Rhein. II 720 ff.; LothWB Lothr. 175; ElsWB Els. I 179; Bad. II 216.
 
  
Fragens n.: 'das Fragen', vgl. PfWB Fragerei. Das is Frooes wert [ KU-Schmittw/O]. SprW.: Was net Frooges wert is, is aa net Hawwes wert [Horne Penns 104]. ElsWB Els. I 179; Bad. II 216 Z. 67.
 
  
Fragerei f.: wie schd., Frooerei, Froocherei, Froogerei, s. PfWB fragen [verbr.]; vgl. PfWB Fragens, PfWB Gefrage(ns). Du hascht e dummi Frooerei [ KU-Bedb]. Die ewich Froogerei werd mer aa mol leerich (leidig) [ LU-Böhl]. Südhess. II 921 Z. 16 ff.; Rhein. II 723 Z. 1; Bad. II 216.
 
 
Frage-zeichen n.: nach dem Schd. Du stehscht do wie e Fragezeiche 'in schlechter Haltung' [Feierowend Nr. 6/1954]. Rhein. II 723; Bad. II 216.
 
 
Fraktur f.: in der Wend. (mit einem) Frakdur redde 'die Meinung deutlich sagen', umgspr. [verbr.]. Südhess. II 921; Bad. II 216.