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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Tauben-vater bis Taub-hannes (Bd. 2, Sp. 146 bis 148)
 
   Tauben-vater m.: 'wer sich mit besonderer Vorliebe der Taubenzucht widmet', scherzh., Dauwevatter [ LU-Friesh BZ-Stein]; vgl. PfWB Taubennarr. Südhess. I 1422; ElsWB Els. II 644; Schwäb.

[Bd. 2, Sp. 147]
II 104. — -vieh n.: 'Tauben', Dauwevieh [verbr.], Duwe- [ IB-Gersh]. Südhess. I 1422. — -vogel m. 'Taube', Kinderspr., Tauwevogele [ LA-Edk]. Bad. I 436 and. Bed. — -zucht f.: wie schd., Die Dauwezucht bringt nix ein [Kaislt]. Südhess. I 1422. — -züchter m.: wie schd., -zichder [Kaislt]. Südhess. I 1422.
 
 
Tauber1 'tauber Mensch' s. PfWB taub 1.
 
  
Tauber2, Taubert, Täubert m.:
1. 'die männliche Taube', Daubert, (daubərd) u. Dauwert (dauwərd), ersteres häufiger als letzteres [verbr. WPf (ohne Ost-PS) NPf nördl. VPf Nordteil der mittl. VPf Penns Don-Schowe Gal-Dornf], Daibert u. Daiwert (dāi-, s. F.), letzteres häufiger als ersteres [verbr. Südteil der mittl. VPf südl. VPf Ost-PS Heeger Tiere II 9], Doiwert [ LA-Maik], Doubert (doubərd) [ IB-Rohrb, vgl. K. 1 Haus], Dubert (dūbərd häufiger als dubərd) [lothr. SWPf, vgl. K. 1 Hus], Duwert [ HB-Utw], Däbbert (dębərd) [ GH-Neubg], Dauber u. Dauwer [vereinzelt ganze Pf außer südl. VPf]; vgl. PfWB Tauberich. Der Dauwert tanzt um die Daiwin [ Gal-Dornf]. Der Daubert is bissel verzannt (verzürnt, zornig) [Reichard Penns 287]. —
2. 'Ehemann', scherzh. a. 1651 beklagt sich ein Bürger beim Rat von Kaislt, der Ratsherr Compter taste seit Jahren mit unangenehmen Reden seine Ehre an; vor 3 Tagen habe Compter zu ihm gesagt, er solle als alter Taubert heimgehen zu seiner jungen Täubin [Küchler 177]. —
3. FlN in RO-Münchw s. PfWB Taubenhaus. — F.: Von den Gewährspersonen wurden 1927 über die ganze Pfalz vereinzelt Formen mit T-Anlaut angegeben, vielleicht in Anlehnung an die Schriftsprache, doch vgl. auch die Schreibung mit t in den Mundartformen von Tape und Tappe. Die Schreibung mit -äu- ist in der VPf relativ häufig; nördlich der Linie LA-Edk — GH-Weingt — GH-Sondh ist dabei auf -āi- bzw. -ōi- zu schließen; vgl. Heeger Südostpf. 32/33 u. Bertram 56/57. Die Formen ohne sekundäres -t im Auslaut kennen keinen Umlaut (daubər, dauwər). Formen mit -b- u. -w- erscheinen mitunter im gleichen Ort. Der sekundäre t-Auslaut ist, wie die Belege der Auslandspfälzer (s. o. 1) und der Beleg zu 2 zeigen, schon eine ältere Erscheinung. — Südhess. I 1422/23; RhWB Rhein. VIII 1099; Saarbr. 208; ElsWB Els. II 644; Bad. I 436.
 
 
Dauber-auge s. PfWB Daberauge.
 
 
Tauberich, Täuberichm.: 'die männliche Taube', vgl. PfWB Tauber2, Dauberich (daubəriχ) u. Dauwerich (dauwəriχ) [verbr. NPf WPf (außer SWPf) IB-Ballw NW-Ellstdt Mußb GH-Wörth Gal-Josbg], Daiberich (daibəriχ) u. Daiwerich (daiweriχ) [verbr. mittl. u. südl. VPf KU-Nußb HB-Mimb WD-Ostbr RO-Nd'mosch Odh KL-Alsbn PS-H'einöd Vinn Schönau KB-Morschh FR-Ebertsh], Dubberich (dubəriχ) [verbr. lothr. SWPf], Duwwerich (duwəriχ) [HB-Alth PfId.

[Bd. 2, Sp. 148]
38]. — F.: Zu besonderen Fragen der Lautung und Schreibung s. die Ausführungen bei Tauber2. Die Nachsilbe -riχ ist als Genusbezeichnung nach dem Muster von Enterich zum Grundw. Taube hinzugetreten, vgl. Henzen 169. — Südhess. I 1423; RhWB Rhein. VIII 1099; Saarbr. 208; LothWB Lothr. 110; ElsWB Els. II 644; Bad. I 437.
 
 
Taubert, Täubert s. PfWB Tauber2.
 
 
Taub-hannes m.: in der RA.: Do gehts en grar (grade) wie Daabhannese Nickel [Westrich (PfId. 166)]. Von Daabhannese Nickel heißt es a. a. O., er habe sein Deutsch verlernt gehabt, als er 14 Tage lang in Frankreich gewesen war.