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Findling(s)+-feld bis Finger-fausen (Bd. 2, Sp. 1388 bis 1390) | |||
Findling(s)+-feld, n. Findling(s)-kind, n. Fine-gretchen, n. Finessen, Pl. Finessen-macher, m. Finett, (Gen. Finett, n. Fingal, m. Finger, m. finger-breit finger-dick finger-lang Finger-fausen, Pl. finger-fertig, Adj. Finger-gelenk, n. Finger-gewerbe, n. Finger-gipfel, m. Finger-gleich, n. Finger-glied, n. Finger-händschuh, m. Finger-händsching, m. Finger-hut, m. fingerig Finger-knöchel, m. Finger-knochen, m. Finger-köpfel, n. Finger-krampf, m. Finger-kraut, n. Fingerling, m. Finger-lutscher, m. f. Finger-lutscherin, m. f. fingern, schw. Finger-nagel, m. fingernagels-breit, Adj. fingernagels-groß, Adj. Finger-nudel, f. Finger-polka, f. Finger-ring, m. finger(s)-breit, Adj. Finger-schiene, f. Finger-schoner, m. finger(s)-dick, Adj. Fingers-dicking, f. finger(s)-lang, Adj. Finger-spiel, n. Finger-spitze, f. Finger-stauchen, m. Finger-stumpfen, m. Finger-verband, m. Finger-weh, n. Finger-wurm, m. Finger-zunäher, m. fini Fink, m., f. Finkel, m. finkeln Finkelns, n. Finken-reiter, m. Finne, f. finnig, Adj. finnicht, Adj. Vinningen, ON finster, Adj. Finsterbrunner-tal, n. Finster-graben, m. Finster-kehle, f. finsterlingen, Adv. finstern, schw. Finsternis, f. Finster+-tal, n. Finster-wiesen, Pl. vinum Finzchen, n. Finzi, n. Finze-gickes, m. Finzel, m. finzelig, Adj. Vinzenz Viole violett, Adj. Fips, m. fipsen, schw. Virgin, m. Firkel Firlefanz, m. Firlefanzereien, Pl. Firma, f. Firm-andenken, n. Firm-anzug, m. Firm-binde, f. Firm-buch, n. firmeln, schw. Firmelung, f. firmen, schw. Firm-geschenk, n. Firm-gote, f. Firm-kerze, f. Firm-kleid, n. Firmling, m. Firm-pate, m. | 1. 'unsinniges Zeug, Possen', Finesse (fiˈnęsə) [verbr. VPf KU-Kreimb KL-Ottbg]. (Do) macht dr Franz allerhand F. un Sparglemente [Kühn Hamet 81]. Syn. s. PfWB Schnakes. — 2. a. 'Kniffe, Vorspiegelungen, Ränke' [NW-Neidfs Haßl Spey LA-Venn KL-Gimsb Kühn Hamet 106 Guentherodt Franz. 213]. Der Knirps hot schun F. [Keiler 86]. — b. 'Feinheiten technischer Art', umgspr.; e Audo mit alle F. [Zweibr]. — Frz. finesse. — Südhess. II 735; RhWB Rhein. II 465; ElsWB Els. I 118; Bad. II 154. 1. Hundename, Fingal [ PS-Donsied Frankth]. — 2. a. 'roter Hahn' [ ZW-Gr'bundb]. — b. 'Mensch mit rotem Haar' [ RO-Alsbr]. 1. 'F. als Teil der Hand', Finger (fiŋər, -Är) [fast allg.], Fenger [ HB-Kirrbg O'bexb IB-Aßw WD-Niedkch RO-Lohnsf]; Pl. fast allg. wie Sing.; Fingere belegt für ZW-Stamb KL-Reichb. Dim. -che, Pl. -cher [WPf (ohne Ost-Ps) NPf teilweise nördl. VPf], -le, Pl. -le bzw. -lich [mittl. u. südl. VPf Ost-PS teilweise nördl. VPf]; de klään F. [ZW-Battw, verbr.]; 's klään Fingerle [PS-Erfw, verbr.]. Zs. PfWB Vor-, PfWB Gold-, PfWB Klein-, PfWB Mittel-, PfWB Ring-, PfWB Stupf-, PfWB Zwerchfinger. Er hot dicke F. [NW-Kallstdt, verbr.], F. wie e Daume [ NW-Hardbg]; vgl. PfWB Bratwurst-, PfWB Knackwurstfinger. Sie hot geschickte, flinke F. [PS-Dahn, verbr.]. Ich hun e beese F. 'einen eiternden F.' [KB-Bischh, verbr.]. Geh weg mit deine dreckiche F.! [ NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Tinten-, PfWB Dreck-, PfWB Hundsfotzenfinger. Er dut sich de F. zuwickle 'verbinden' [NW-Elmst, verbr.]. Er kriegt 'n F. [Bd. 2, Sp. 1389] abgenumme [LA-Wollmh, verbr.]. Er hot vum Krieg e F. ab [LA-Impfl]. RA.: Er hot lange F. 'stiehlt gern' [ LA-Nd'hochstdt, allg.]. Er macht lange F., dass. [ IB-Ballw, allg.], macht krumme F., dass. [ KB-Gauh], kann die F. net halle, dass. [ KU-Neunkch Bedb Ingb PS-Geisbg]. Das koscht finf F. un e Griff, vom Stehlen [HB-Einöd, verbr., auch Gal]; dass. mit dem Zusatz: un finf Minute Ängscht [ RO-Hochstein]. Er hot sich die F. verbrennt 'hat Schaden erlitten' [KB-Bennhs, verbr.]. Mach'm e Fingerche! 'Drohe ihm (dem Kind)' [ KB-Kerzh]. Der muß mer die F. spitze 'einen Eid leisten' [ ZW-Battw KB-Kerzh]. Heb drei F.! (zum Schwur) [ PS-Erfw BZ-Klingmst]. Loß die F. devun! [KL-Matzb, verbr.]. Loß die F. vun de Bilder, die Rahme sin noch nei!, dass. [ KU-Diedk, LU-Opp]. Dem muß mer uf die F. gucke (bei der Arbeit) [ KB-Kerzh LU-Opp GH-Hatzbühl]. Dem muß mer uf die F. kloppe [GH-Kand, verbr.]. Ich schlach der d' Finger ab, Drohung [ LA-Nußd]. Geb acht, du werscht dich in de F. schneide [KU-A'glan NW-Haßl Spey SOPf PfId. 44 verbr. Don Gal Buch]. Wammer sich in de F. schneidt, kumme die Därem eraus, Warnung an Kinder, die ein Messer in die Hand nehmen [ KU-Schmittw/O]. 's geht'm vun de F. 'Er ist flink bei der Arbeit' [ KB-Bennhs]. Der muß in allem sein F. hun [ KB-Kerzh]. Er hat de F. im richdiche Loch 'hat getroffen' [ KU-Diedk]. Wo die (diese Frau) ehr F. dezwische hot, is Gift un Bumberment dran [NPfGV Nr. 8/1934]. Reech'm de kleene F., will er die ganz Hand [ Gal-Dornf]. Loß dein F. e bißche im Aarsch erumgehe! 'Beeile dich!' [ KB-Gauh]. Er kummt alle F. lang 'kommt häufig' [LA-Maik, verbr.]; vgl. PfWB fingerslang, PfWB alleritt. Dem geht veel dorch de F. 'Er gibt viel aus' [ WD-Niedkch]. Der kann jetzt am F. lutsche, von einem Mittellosen [ KU-A'glan]. Denne kammer um de F. wickele [KU-Roßb, verbr.]. Der es so glattich, daß er em dorch die F. ritscht, von einem Gerissenen [ RO-Dielkch]. Wann die ehr Hand ausstreckt, hängt an jedem F. e Freier [ KU-Bedb]. Er hat mehr im kleene F. wie e annerer im Kopp [verbr., auch Don Gal Buch]. For dich mach ich ken F. mehn krumm [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch], rihr ich ken F. [GH-Leimh, verbr.]. Bei dem muß mer manches dorch die F. sieh 'Dem muß man viel nachsehen' [KL-Enkb, verbr.]; vgl. unten den hist. Beleg von 1590. Of den deiren (deuten) d' Leit mit F. [GH-Leimh, verbr.]. Nooch dem leckt sich de Deiwel sei F. [Krieger 21]. Einen guten Wein kammer drinke, bis em die F. gleich gewachse sin [ KB-Zell]. Des hot er sich aus de F. gesuckelt (gesaugt) [NW-Frankeck, verbr.]. Ich kann's net aus de F. suckele 'herbeizaubern' [KL-Reichb, verbr.]. Das mach ich mit'm kläne F. 'Das fällt mir nicht schwer' [Pirmas, verbr.]. Eine geringe Anzahl [Bd. 2, Sp. 1390] kammer an de F. herzähle [LU-Opp, verbr.]. Man neckt ein Kind, indem man nach seiner Nase greift und dann schnell den Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger durchsteckt, gleichsam als hätte man ihm die Nase abgerissen [ LA-Maik]. SprW.: Wammer Bech hot, verbricht mer de F. im Herschebrei [KU-Schmittw/O, verbr., auch Don Gal Buch], brecht em de F. in der Nas ab [Zweibr], brecht mer sich de F. im Aarsch [ Gal-Hartf]. Wammer 'm Deiwel de kleene F. gebt, will er glei die ganz Hand [PS-Haust, verbr., auch Don Gal Buch]. Volksgl.: So viel F. knacken, so viel Kinner [ KL-Bann]. Wammer 'n Spinn verdrickt met'm F., kriegt mer ken weher F. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1598]. Zum Ratespiel bei Bock 1 folgende Var. aus BZ-Annw: Klipp, klapp, de Hollerstock, wieviel Hörner hot de Bock? Wieviel F. stehn'?. Hättschde recht geroode, wärschde nit geklippelt worre. Andere Kinderspiele s. PfWB Pflaume 1, PfWB Daumen. a. 1559: dem maynaidigen Zeugen die zween F. und den Daumen abhauen, das ganze Zitat s. PfWB Daumen 1. a. 1590: Insonderheit sollen sie das Gewicht (des Brotes) wochentlich recht aufflegen, auch Kheinem wie bishero beschehen durch die Finger sehen [ZweibrUrkb. 135]. — 2. a. 'F. am Handschuh'; de F. am Hänsche [KU-Diedk, verbr.]; vgl. PfWB Fingerling, Handschuhfinger. — b. Pl. 'Zähne am Messer der Mähmaschine', Fingere [ KL-Reichb KU-Diedk]. — 3. Zs. PfWB Langfinger. — Südhess. II 735 ff.; RhWB Rhein. II 466 ff.; Saarbr. 63; LothWB Lothr. 160; ElsWB Els. I 121/22; Bad. II 154/55.
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