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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ver-zichten bis ver-zuckern (Bd. 2, Sp. 1324 bis 1326)
 
ver-zichten, schw.
ver-ziehen, st.
ver-zieren, schw.
ver-zinnen, schw.
ver-zinselt, Adj.
ver-zinsen, schw.
ver-zipfeln, schw.
ver-zobeln, schw.
ver-zollen, schw.
ver-zotteln, schw.
ver-zuckern, schw.
ver-zückt, Adj.
ver-zundern, schw.
ver-zupfen, schw.
ver-zürnen, schw.
ver-zürnlich, Adj.
ver-zürnig, Adj.
ver-zwängen, schw.
ver-zwattchern, schw.
ver-zwattern, schw.
ver-zwatzern, schw.
ver-zwatzeln, schw.
Ver-zwatzelung, f.
ver-zwatzern
ver-zweifeln, schw.
Ver-zweiflung, f.
ver-zweigen, schw.
ver-zwickelt, Adj.
ver-zwicken, schw.
ver-zwickt
ver-zwiebeln, schw.
ver-zwingen, st.
ver-zwirbeln, schw.
ver-zwirnen, schw.
ver-zworbelt
ver-zwurbeln, schw.
Fes
Fesche
Feschin
Fese, f. f. m. (Gen.?)
Fesel1, f. f. m. (Gen.?)
Fesem1, f. f. m. (Gen.?)
Feser, f. f. m. (Gen.?)
Fesel
Fesem, m.
Vesper, f.
Vesper-brot, n.
Vesper-buch, n.
vespern, schw.
Vesper-ürte, f.
Fesse, f. f.
Fessel, f. f.
fest, Adj.
Fest, n.
fest-beißen, st.
fest-binden, st.
fest-dämmern, schw.
Festens, n.
Fest-essen
fest-grappschen, schw.
fest-halten, st.
fest-keilen, schw.
fest-knüpfeln, schw.
fest-krallen, schw.
fest-leibig, Adj.
fest-liegen, st.
fest-machen, st.,  schw.
Fest-meter, m.
fest-nageln, schw.
fest-nehmen, st.
Fest-platz, n.
Fest-rede, f.
fest-reiteln, schw.
fest-setzen, schw.
fest-stampfen, schw.
fest-stehend, Adj.
Fest-tag, m.
fest-trampeln, schw.
fest-treten, st.
Festung, f.
Festungs-mauer, f.
Fest-wiese, f.
Fest-zug, m.
Vesuv, m.
Veterinär, m.
Veterinär-doktor, m.
Fett, n.
fett, Adj.
Fett-amsel, f.
Fett-bauch, m.
Fett-brot, n.
Vettel, f.
fetten
Vetter, m.
Vetterchens-wirtschaft, f.
Vetterleins-wirtschaft, f.
fettern, schw.
Vettern-und-Basenwirtschaft, f.
Vetterschaft, f.
Fett-faß, n.
  ver-zichten schw.: wie schd., ve(r)zichde [verbr.]. Ich verzicht druf [KL-Enkb, verbr.]. Südhess. II 674; RhWB Rhein. IX 763; Bad. II 129.
 
  
ver-ziehen st.:
1. 'in eine andere Form ziehen'.
a. das Gesicht, das Maul, die Stirn, die Miene v., ve(r)zieh(e), -zieje, -zieche, -ziege, s. PfWB ziehen [verbr.]; vgl. PfWB verzerren 2. Er verzieht die Stern 'runzelt die Stirn' [ KU-Schmittw/O]. Der (saure Wein) verzieht ääm 's Gesicht ('s Maul) bis hinner die Ohre [ FR-Bockh]. RA.: Er verzieht 's G'sicht wie e verzooner Elfder (Elfer) [ KL-Fischb]. Volksgl.: Wann de Muund uf em scheint im Bett, verziegt's em 's G'sicht [Fogel Beliefs Penns Nr. 1261]. —
b. Gummiband v., vgl. PfWB verdehnen. Verzieh doch den Gummi (den Strumpbännel) net so! [ KL-Stelzbg, PS-Hintwdth]. —
c. Riewe v. 'schwache und zu dicht stehende Rüben herausziehen' [ LU-Opp]; vgl. PfWB verrupfen 4. —
d. die Griebe v. 'den Schwanz einklemmen und davonlaufen', urspr. vom Hund. Verzieg die Grieb! [ LU-Neuhf]. —
2. 'falsch erziehen, verwöhnen'. Die äänziche Kinner werre oft verzooche [LU-Opp, verbr.]. Das es e verzooner Strick [ RO-Dielkch]. Syn. s. PfWB verhätscheln. —
3. sich v.
a. 'nachlassen, schwinden', vom Gewitter, vom Rauch, auch von Schmerzen; vgl. PfWB verteilen 2. 's Wedder verziegt sich [LU-Friesh, verbr.]. Die Wolke verziehn sich [FR-Bockh, verbr.]. 's Koppweh verziecht sich langsam [ BZ-Dernb]. —
b. 'sich verformen'. 's Holz ('s Brett) hot sich verzoche [BZ-Dierb, verbr.]; vgl. (sich) werfen.
c.
α. 'fortgehen', bes. 'heimlich eine Gesellschaft verlassen'. Syn. s. PfWB weggehen. Do geht's net gut aus, meer verziehe uns liewer [RO-Als, verbr.]. Er verzieht sich wie e Gewidderbutze [ NW-Königsb]. RA.: Schreib dich Gummi un verzieh dich, schreib dich Klicker un veroll dich! [ KB-Bischh]. —
β. = PfWB sterben. Er werd sich ball verzieje [ LU-Opp]. De Dokder sagt, sie wär am Verziehe 'sie würde bald sterben' [Beam Penns 34]. —
4. intrans.
a. 'den Wohnort, die Wohnung wechseln'; vgl. PfWB verändern 2, fort-, PfWB umziehen. Sie verziehe noh Speyer [ KB-Bubh LU-Altr GH-Schwegh]. a. 1553: Item ein Sant-Marienman 'Untertan des St.-Marien-Klosters', der im

[Bd. 2, Sp. 1325]
hoff gesessen were vnnd den hoff nit liden mocht, wie sich der verziehen soll mit recht [PfWeist. I 193 (HB-Breitft)]. —
b. 'eine Entscheidung hinauszögern'. Du noch e bissel verzieche [ LA-Mörzh GH-Schwegh]. Mer därf net lang v., wann's geht ans Steche, vom Spargelstechen [Keiler 41]. o. D.: (Mit der Abhaltung des Hubgerichts soll man) vber 4 oder 5 tage nicht verziehen [PfWeist. I 67 (FR-Assh)]. — Südhess. II 674/75; RhWB Rhein. IX 781; LothWB Lothr. 157; ElsWB Els. II 898; Bad. II 129.
 
 
ver-zieren schw.: 'schmücken'; de Kreschtbääm (Christbaum) verziere [LA-Nd'hochstdt, NW-Duttw LA-Impfl Böbing Nußd Siebdg Freimh GH-Freckf Wind BZ-Albw Dierb]. Syn. u. K. s. PfWB putzen 3. Südhess. II 675; RhWB Rhein. IX 786; Bad. II 129.
 
  
ver-zinnen schw.: = PfWB verhauen 1; e paar verzinne [ LA-Gommh]. Ich häww'n verzinnt [ LA-Venn]; vgl. PfWB anezünden. RhWB Rhein. IX 804; Schwäb. II 1431; DWB DWb. XII/1, 2632/33.
 
 
ver-zinselt Adj.: 'verwöhnt, zum Weinen neigend', vgl. PfWB pienseln 1. Du verzinseltes Ding! [ Gal-Dornf]. — Zum Grundw. s. DWB DWb. XV 1537/ 38 zinzeln1 'sehr empfindlich sein' und zinzeln2 'weinen'.
 
  
ver-zinsen schw.: = PfWB verpachten; en Acker verzinse [ LU-Böhl Opp]. RA.: Der hot de owwerschde Stock verzinst 'ist betrunken' [ KB-Weihf]. a. 1469: Vnnd wir weisen in (ihnen) auch zu alle güther in dem ehegenanten irem gericht, die nit verzinset ... noch verdinget werden [PfWeist. I 109 (KU-Berzw)]. Südhess. II 675; RhWB Rhein. IX 806; Bad. II 129.
 
  
ver-zipfeln schw.: sich v. 'sich in kleine Gruppen auflösen'. Dun eich net verzeppele, bleiwen schään beienanner! [ KU-Adb]. Die Kinner han sich so verzeppelt [ KU-Kaulb]. Sie sin verzeppelt 'vereinzelt' kumm [KU-Bosb KL-Ottb KB-Marnh SOPf (Nachlaß Heeger) Kühn Hamet 141]. An dem Baam werre die Äppel so v. zeirich 'reif' [ KU-Frankb]. Rhein. IX 807 Z. 41. 820 Z. 27, 827 Z. 16; DWB DWb. XII/1, 2638/39.
 
  
ver-zobeln schw.: 'zerzausen', verzowwle [Land BZ-Dernb Don-Tscherwk]. Wer hot dich so verzowwelt? Du bischt jo ganz v.! [ BZ-Dernb]. Syn. s. PfWB verwirren 1. Südhess. II 676; Rhein, IX 820; LothWB Lothr. 157 verzowlen; ElsWB Els. II 891 verzubelt; Schwäb. II 1432; DWB DWb. XII/1, 2640.
 
  
ver-zollen schw.:
1. wie schd., verzolle [ KU-O'alb BZ-Hermbghf]. —
2. einen für etwas v. 'einschätzen, für etwas halten'. Den soll nor käner for dumm v. [ LU-Friesh, NW-Haßl Spey]. Der es immer for so e dumme Kerl verzollt worr [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]. — Südhess. II 677; RhWB Rhein. IX 824; Bad. II 129.
 
  
ver-zotteln schw.:
1. 'zerstreuen'.
a. 'in kleinen Mengen fallenlassen', bes. von getragenem oder gefahrenem Heu oder Gras, ve(r)zoddele,

[Bd. 2, Sp. 1326]
-zorrle, -zolle [verbr.]; vgl. PfWB verzetteln 3. —
b. 'Gras zum Trocknen ausbreiten' [verbr.]. Syn.: PfWB auseinandermachen 1, PfWB -spreiten, PfWB verschmeißen 1 a, PfWB verspratteln 1 b, PfWB verspreien, PfWB verteilen 1 b, PfWB verwerfen 1 b, PfWB verzerren 4. —
c. 'nach und nach verschwenden'; die Zeit ('s Geld) verzolle [ KU-Schmittw/O GH-Zeisk]; vgl. PfWB verzetteln 2. —
d. adj. Part. Perf. 'vereinzelt'. Sie sin ganz vezoddelt komm [Zweibr NW-Dürkh SOPf]; vgl. PfWB verzipfeln. Volksgl.: Wann die Leicht 'der Leichenzug' verzottelt 'nicht geschlossen' vum Haus färtgeht, gebt's glei wieder eeni [Fogel Beliefs Penns Nr. 581]. —
2. Kleidung v. 'zottelig reißen' [verbr.]; vgl. PfWB verfransen. Du verzorlscht noch ganz [ KU-Kaulb Kreimb]. Er geht verzollt erum [ KU-Schmittw/O]. Er is verzoddelt wie e Gaaßebock [ LU-Altr]. Das is e verzorlter Kerl (e Verzorlter) [ KU-Wolfst]. — Zu PfWB zotteln. — Südhess. II 676/ 77; RhWB Rhein. IX 822, 835; Saarbr. 221; LothWB Lothr. 157; ElsWB Els. II 921; Bad. II 130.
 
  
ver-zuckern schw.:
1. 'mit Zucker bestreuen, versüßen', verzuckere [verbr.], -zockere [ RO-Rehbn KB-Kriegsf]. Der Wein do as (ist) verzockert [ RO-Rehborn]. Wann er's net gern macht, muß mer's ihm v. [ KU-Kaulb]. Sei still, mei herziches, verzuckertes Bübche! [ Buch-Illisch]. —
2. 'zu Zucker werden'. 's Schelee verzuckert, wammer's zu dick inkocht [ ZW-Battw]. — Südhess. II 677/78; RhWB Rhein. IX 855; ElsWB Els. II 901; Bad. II 130.