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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ver-zapfen bis Ver-zeihung (Bd. 2, Sp. 1321 bis 1323)
 
ver-zapfen, schw.
ver-zäpfen, schw.
ver-zappeln, schw.
ver-zaubern, schw.
ver-zäunen, schw.
ver-zauseln, schw.
ver-zausen, schw.
ver-zechen, schw.
ver-zehren, schw.
ver-zeicheln, schw.
ver-zeichnen, schw.
Ver-zeichnis
ver-zeihen, st.
Ver-zeihung, f.
ver-zeppelt
ver-zerren, schw.
Ver-zerrung, f.
ver-zetteln, schw.
ver-zichten, schw.
ver-ziehen, st.
ver-zieren, schw.
ver-zinnen, schw.
ver-zinselt, Adj.
ver-zinsen, schw.
ver-zipfeln, schw.
ver-zobeln, schw.
ver-zollen, schw.
ver-zotteln, schw.
ver-zuckern, schw.
ver-zückt, Adj.
ver-zundern, schw.
ver-zupfen, schw.
ver-zürnen, schw.
ver-zürnlich, Adj.
ver-zürnig, Adj.
ver-zwängen, schw.
ver-zwattchern, schw.
ver-zwattern, schw.
ver-zwatzern, schw.
ver-zwatzeln, schw.
Ver-zwatzelung, f.
ver-zwatzern
ver-zweifeln, schw.
Ver-zweiflung, f.
ver-zweigen, schw.
ver-zwickelt, Adj.
ver-zwicken, schw.
ver-zwickt
ver-zwiebeln, schw.
ver-zwingen, st.
ver-zwirbeln, schw.
ver-zwirnen, schw.
ver-zworbelt
ver-zwurbeln, schw.
Fes
Fesche
Feschin
Fese, f. f. m. (Gen.?)
Fesel1, f. f. m. (Gen.?)
Fesem1, f. f. m. (Gen.?)
Feser, f. f. m. (Gen.?)
Fesel
Fesem, m.
Vesper, f.
Vesper-brot, n.
Vesper-buch, n.
vespern, schw.
Vesper-ürte, f.
Fesse, f. f.
Fessel, f. f.
fest, Adj.
Fest, n.
fest-beißen, st.
fest-binden, st.
fest-dämmern, schw.
Festens, n.
Fest-essen
fest-grappschen, schw.
fest-halten, st.
fest-keilen, schw.
fest-knüpfeln, schw.
fest-krallen, schw.
fest-leibig, Adj.
fest-liegen, st.
fest-machen, st.,  schw.
Fest-meter, m.
fest-nageln, schw.
fest-nehmen, st.
Fest-platz, n.
Fest-rede, f.
fest-reiteln, schw.
fest-setzen, schw.
fest-stampfen, schw.
fest-stehend, Adj.
Fest-tag, m.
fest-trampeln, schw.
fest-treten, st.
Festung, f.
Festungs-mauer, f.
Fest-wiese, f.
   ver-zapfen, -zäpfenschw.:
1.
a. 'mit Holzzapfen verbinden', von Balken und Pfetten im Hausbau, vezappe (-dsąbə) [ BZ-Billh]; vgl. PfWB verdübeln. —
b. übertr. = PfWB verhauen 1; ene v. [ KL-Wörsb]. —
2.
a. '(durch den Faßzapfen) ausschenken',

[Bd. 2, Sp. 1322]
vgl. PfWB auszapfen. Er verzappt vum Faß [ LA-Nd'hochstdt]. Er v. aach e bissel Wein [ ZW-Battw]. Scherzh. von den Tropfen an der Nase: Er dut Schnaps v. [ LU-Böhl]. a. 1590: daß sie desselben Weins ... waß sie also verzapfen, vervungeldten 'versteuern' sollen [ZweibrUrkb. 145]. a. 1596: Wein zu einer hochzeit alda Verzäpfft [WerschwSchR 34]. —
b. übertr. 'unnötig reden'. Er verzappt Bleedsinn (dummes Zeich, Mischt, Bockmischt, aldi Brih) [verbr.]. Syn. s. PfWB schwätzen. — Südhess. II 671; RhWB Rhein. IX 713; LothWB Lothr. 156; Bad. II 128.
 
  
ver-zappeln schw.: sich v. 'bis zur Erschöpfung zappeln', verzawwele [ KU-Schmittw/O]. Syn. s. PfWB verjasten. Südhess. II 669/70; RhWB Rhein. IX 684; ElsWB Els. II 890; Bad. II 127.
 
  
ver-zaubern schw.: wie schd., verzauwere [verbr.], -zaubere [Pirmas LU-Friesh BZ-Dierb]; vgl. PfWB verhexen 1 a, PfWB verwünschen 2. Er esch grad wie verzauwert [ BZ-Dernb]. Mer määnt, moin Messer wär v., weil es nicht zu finden ist [ LU-Opp]. Südhess. II 672; Bad. II 128.
 
 
ver-zäunen schw.: 'mit einem Zaun umgeben'. a. 1357: Item git man den geburen 1 firtel wins, daz sie lassent den bruhel (Brühl) verzinen [PfWeist. I 55 (HB-Alth)]. a. 1539: were da ut 'etwas' verbuwet, verzunet, vergraben oder verstickt hat vff den wegen, des er nit thun solt, den heyssen sie das abethun [ebd. I 327 (LA-Edk)]. Schwäb. II 1422; DWB DWb. XII/1, 2450 ff.
 
  
ver-zauseln, -zausenschw.: 'zerzausen', verzausele [verbr.], -zause [ RO-Obd LA-Mörzh GH-Freisb Vollmw BZ-Dernb]. Syn. s. PfWB verwirren 1. Der Wind verzaust die Frucht 'Getreide' [ LA-Mörzh]. Die Wäsch werd im Wind verzauselt [ LU-Opp]. Mein Hoor sin ganz v. [ PS-Burgalb]. Südhess. II 672; RhWB Rhein. IX 728; ElsWB Els. II 915; Bad. II 128.
 
  
ver-zechen schw.: 'das Geld für Zechgelage ausgeben', verzeche [verbr.]. Syn. s. PfWB vertun 1 b. Er hot alles verzecht [ LU-Friesh]. Südhess. II 672; ElsWB Els. II 891.
 
  
ver-zehren schw.:
1. 'Nahrung zu sich nehmen', verzehre [verbr.]. Syn. s. PfWB essen. —
2. 'Geld für Essen und Trinken verbrauchen', vgl. PfWB verzechen. Wieveel hämmer verzehrt? 'Was haben wir zu zahlen?' [ BZ-Dernb]. SprW.: Wer frih ufsteht, sein Brot verzehrt; wer leie bleibt, bringt's aa net weit [ HB-Kirrbg]; Var. s. PfWB aufstehen 1 a. Einen Brauchspruch der Volksmed. s. PfWB Pferd (I 817, Z. 49 ff.). a. 1507: bürgen seczen ... für solchen costen, als daz gericht kost zu erkauffen, vnd was daz gericht verzert [PfWeist. I 26 (RO-Alsbr)]. —
3.
a. 'verwittern'. a. 1600: welches Wappen etwas vom Gewitter verzehrt und also gar unkenntlich [Vellmann Stadtw.]. —
b. 'verbrennen, vernichten', in Flüchen. 's Gewidder soll dich v.! [GH-Schwegh, verbr.]; vgl. PfWB verschlagen 2. Do soll jo gleich e Himmeldon-

[Bd. 2, Sp. 1323]
nerwerrer so e Kerl v. [PfId. 176]. — Südhess. II 672/73; RhWB Rhein. IX 737; ElsWB Els. II 913; Bad. II 128.
 
  
ver-zeicheln, -zeichnenschw.:
1. 'falsch zeichnen', Schulw., verzeich(e)le (-dsāi-) [ KU-Brück RO-Dielkch GH-Leimh], -zääch(e)le [ RO-Als NW-Frankeck GH-Kand], -zäichele [ KU-Schmittw/O], -zeichne [RO-Sippf KB-Kriegsf LU-Friesh], -zäächene [ NW-Frankeck]. —
2. 'aufschreiben, vormerken'. a. 1565: Was sonst freuelhafftigen sachen, ... die werden verzeuchnet, gerugt vnd volgents durch die amptleut gedaidingt [PfWeist. I 93 (GH-Bellh)]. a. 1588: Weisthumb und gerechtigkeit ... also verzeichnet [ebd. I 20 (KL-Alsbn)]. — Südhess. II 673; ElsWB Els. II 893.
 
 
Ver-zeichnis:
1. n. 'Schulzeugnis'. Er hat e gut Verzeichnis, fascht lauter Enschder 'Einsernoten' [ZW-Battw (1925)]. —
2. f. 'Aufstellung , Liste'. a. 1588: zwo gleichlautende verzeichnussen mit einer hand geschrieben und davon den hübern eine mitgeteilt [PfWeist. I 20 (KL-Alsbn)]. Südhess. II 673; RhWB Rhein. IX 740; Bad. II 128.
 
  
ver-zeihen st.:
1. wie schd., ve(r)zeihe (-dsaiə) [verbr.]; vgl. PfWB vergeben 2. Das verzeih ich d'r nie [ KL-Reichb]. Verzeihen Se!, Entschuldigungsformel [ PS-Busbg BZ-Annw]. Gott verzeih m'r mein Sinn! (Sünden) [Hebel 35]. De Herrgott soll'm die Sinn verzeihe [ Don-Schowe]. Stoßgebet beim Blitzschlag: Verzeih uns Gott! [ BZ-Albw]. In Gal-Dornf leisteten die Konfirmanden am Konfirmationstag Abbitte mit den Worten: Verzeih mer, was ich der seleeds geduu hun.
2. 'verzichten'. a. 1291: und verzihen an dysem gegenwortigen brieve ich vnde mine erben offe allez daz recht [OttbgUrkb. 193]. a. 1480: wo aber die herrn vff (auf das Bußgeld) verzeihen, da soll das gericht auch ablaßen [PfWeist. I 443 (KL-Erlb)]. — Zum Bedeutungswandel verzichten > vergeben s. DWB DWb. XII/1, 2513. — Südhess. II 673; RhWB Rhein. IX 741; LothWB Lothr. 157; ElsWB Els. II 898 verziehen; Bad. II 129.
 
  
Ver-zeihung f.: in der Entschuldigungsformel: Ve(r)zeihung! [verbr.]; vgl. PfWB Pardon 1. V., ich han nix defor gekennt [ KU-Bedb]. Südhess. II 673; Rhein. IX 741 Z. 28; Bad. II 129.