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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ver-schicken bis ver-schinden (Bd. 2, Sp. 1258 bis 1259)
 
ver-schicken, schw.
ver-schieben, st.
ver-schuben, st.
ver-schieden
ver-schieden, Adj.
Ver-schiedung
ver-schienen, schw.
ver-schießen, st.
ver-schimpfen, schw.
ver-schimpfieren, schw.
ver-schindeln, schw.
ver-schinden, st.
Ver-schiß, m.
ver-schissen
ver-schlabbern, schw.
ver-schläbbern, schw.
ver-schlafen, st.
ver-schlafenig, Adj.
Ver-schlag, m.
ver-schlagen, st.
ver-schlammen, schw.
ver-schlampeln, schw.
ver-schlampen, schw.
ver-schlämperig, Adj.
ver-schlappen, schw.
ver-schlappern, schw.
ver-schläppern, schw.
ver-schlechtern, schw.
ver-schlecken, schw.
ver-schleckt, Adj.
ver-schlehen, schw.
ver-schleichen, st.
ver-schleiern, schw.
ver-schleifen, st.
ver-schleifen, schw.
ver-schleimen, schw.
ver-schleißen, st.
ver-schlenken, schw.
ver-schlenkern, schw.
ver-schleppen, schw.
ver-schleudern, schw.
ver-schlaudern, schw.
ver-schliefern, schw.
ver-schlingen, st.
ver-schlossen, Adj.
ver-schloßen, schw.
ver-schlucken, schw.
ver-schlücken, schw.
ver-schlunzen, schw.
ver-schlupfen, schw.
ver-schlurpsen, schw.
Ver-schluß, m.
ver-schluttern, schw.
ver-schmachten, schw.
ver-schmacken, schw.
ver-schmeißen, st.
ver-schmelzen, st.
ver-schmerzen, schw.
ver-schmetzeln, schw.
ver-schmieden, schw.
ver-schmieren, schw.
Ver-schmierer, m.
ver-schmitzt, Adj.
ver-schmusen, schw.
ver-schmützeln, schw.
ver-schmutzen, schw.
ver-schnabeln, schw.
ver-schnäckelt
ver-schnaffeln, schw.
ver-schnäkelt
ver-schnappen, schw.
ver-schnäpseln, schw.
ver-schnattert, Adj.
ver-schnaufen, schw.
ver-schnäukelt, Adj.
ver-schnäuken, schw.
ver-schnaust, Adj.
ver-schneen, schw.
ver-schneigen, schw.
ver-schneiden, st.
Ver-schneider, m.
Ver-schnitter, m.
ver-schneien
ver-schneigen
ver-schnippeln, schw.
ver-schnipseln, schw.
ver-schnipsen, schw.
Ver-schnitter
Verschnitt-wein, m.
ver-schnitzeln, schw.
ver-schnitzt, Adj.
ver-schnuckt, Adj.
ver-schnudeln, schw.
ver-schnupft, Adj.
ver-schnurpelt, Adj.
ver-schollern, schw.
ver-schonen, schw.
ver-schönen, schw.
Verschönerungs-kommissar, m. m.
Verschönerungs-rat, m. m.
   ver-schicken schw.:
1.
a. 'versenden', ve(r)schicke [verbr.]; War v. [NW-Haßl, verbr.]; Einladunge v. [ LA-Gommh]. E Dääl (vom Obst) due mer v. [ KL-Matzb]. —
b. 'an einen verkehrten Ort senden' [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch]. —
2. sich v. 'sich verstellen, Komödie spielen, etwas vortäuschen'. Verschick dich net so! [ZW-Krähbg, verbr., auch Don-Schowe]. RA.: Die kann sich v. wie e Gääß [ BZ-Dernb]. — Südhess. II 604/05; RhWB Rhein. VII 1091; Saarbr. 220; ElsWB Els. II 405.
 
  
ver-schieben, -schubenst.:
1.
a. 'an eine andere Stelle schieben', verschiewe [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB verrücken 1. Er hot e verschowe Unnermaul [ NW-Geinsh]. —
b. 'zeitlich verlegen, aufschieben'; ein Vorhaben verschiewe [verbr.], -schuwe [ RO-Als]; vgl. PfWB aufschieben 2. —
2. 'auf unrechtmäßige Art verkaufen', umgspr., verschiewe [verbr.]. — Südhess. II 605; ElsWB Els. II 388; Bad. II 101.
 
 
ver-schieden1 s. PfWB verscheiden.
 
  
ver-schieden2 Adj.:
1. 'ungleich, andersartig'. Die Geschmäcker sen verschiede [BZ-Albw, verbr.]. —
2.
a. nur im Pl. 'mehrere'. So war's aach in verschiedene annere Ärwede [ NW-Gimmdg]. —
b. 'mancherlei'. Ich han dir noch verrschiedenes zu verzähle [ KL-Enkb]. — Südhess. II 605; RhWB Rhein. VII 1095; ElsWB Els. II 394; Bad. II 101.
 
 
Ver-schiedung s. PfWB Verscheidung.
 
  
ver-schienen schw.: 'mit Schienen stützen', vgl. PfWB verschindeln. Sein Arem is veschient worr [ KL-Reichb].
 
  
ver-schießen st.:
1. 'durch Schießen verbrauchen', ve(r)schieße [allg.]; die Peil (Pfeile) v. [verbr.]. RA.: Er hot sein Pulver schun verschosse 'hat nichts mehr vorzubringen' [Neustdt, verbr.]. Der hat in de junge Johr sein Pulwer verschoss, jetzt bringt er nix (kää Kind) mehr ferdich [ KL-Reichb]. —
2. 'danebenschießen'; e Elfmeter v., umgspr. [verbr.]. —
3. 'sprengen'. Jetzt is die Aarwet im Stääbruch leichter wie frieher, jetzt werd jo alles verschoss [ KU-Rammb]. Hierher gehört wohl auch der VR.: Schneck, Schneck, streck dein lange Ohre raus! Es kummen

[Bd. 2, Sp. 1259]
zwee mit Spieße, die wollen dein Häusel verschieße. Es kummen zwee mit Stange und wollen mein Schneckl fange [Heeger Tiere II 24]. —
4. a. 1667: 1 silberne Medaille Neustadt zu verschießen gegeben 'durch Schießen als Kampfpreis gewinnen lassen' [Dochnahl 152]. —
5. 'durch Lichteinwirkung verblassen, an Farbe verlieren'. 's Klääd is verschoss [RO-Odh, verbr.]. Die Farb is v. [ KU-Erdb]. Syn.: PfWB abschießen 2, PfWB ausbleichen, PfWB verblassen, PfWB verbleichen, PfWB verfärben 2, PfWB verscheinen 1. —
6. adj. Part. Perf. 'verliebt', ve(r)schoss [verbr. WPf NPf], -schosse [verbr. VPf]; vgl. PfWB verlieben. Er is ganz verschoss [HB-Nd'bexb, verbr.]. Er is in se v. [ZW-Battw, verbr.]; verschosse uf se [ KB-Albh]. Ich war in Millers Annekätt bis in die Hoor verschosse [Müller Luscht un Lewe 55]. — Südhess. II 605; RhWB Rhein. VII 1110/11; LothWB Lothr. 151; ElsWB Els. II 440; Bad. II 101/02.
 
  
ver-schimpfen schw.: 'verunstalten, entstellen', vgl. PfWB verschänden 1. Die Narb verschimpft'm 's ganz Gesicht [ KU-Kaulb Kreimb]. SprW.: Wammer sich sein Nas abschneidt, veschimpt mer sich 's Gesicht [KU-Lohnw A'glan WD-Niedkch KL-Hirschhn Schandein Sprachsch.]. Im Quackvers (vgl. Pfingstquack, I 840 ff.) die Zeile: der Deiwel soll 's ganz Haus verschembe [ KU-Dunzw]. Südhess. II 605/06; RhWB Rhein. VII 1132; LothWB Lothr. 151 verschimen; Bad. II 102 and. Bed.
 
 
ver-schimpfieren schw.: sich v. 'sich Schimpf zufügen', verschimbiere [Pirmas]. Südhess. II 606; RhWB Rhein. VII 1132 and. Bed.; ElsWB Els. II 416; Bad. II 102.
 
  
ver-schindeln schw.: = PfWB verschienen. Sie han'm 's Bäin verschennelt [ WD-Niedkch]. — Zum Grundw. s. DWB DWb. IX 188 Schindel 2.
 
  
ver-schinden st.:
1. '(die Haut) abschürfen, verletzen', ve(r)schinne [verbr.]; vgl. PfWB abschinden 1 b. Baß uf, daß de dich net veschinnscht! [ KL-Reichb]. Er hat mer de Gaume arich veschunn, wie er meer de Zahn geholt hat [ KL-Weilb]. Ich hab mer die Haut veschunne [LU-Opp, verbr.]. Ich hun mer 's Gesicht v. [ RO-Rehbn]. Er hot e verschunne Gesicht [PS-Burgalb, verbr.], e verschunneni Stirn [BZ-Nd'horb, verbr.], e verschunne Nons [ KU-Schmittw/O], e verschunner Kopp [Kus], e verschunneni Haut [ LU-Opp]. (Er hot) die Knechel verschunne [Birmelin Penns Poems 77]. Im Quackvers (vgl. PfWB Pfingstenquack, I 840 ff.): Heb die junge Veelcher aus, die blotte un die blinde, die solle de Quack verschinde [ KU-Albb]. —
2. 'verunzieren, verunstalten', vgl. PfWB verschänden 1. SprW.: Wammer die Noos abschneidt, verschinndt mer 's G'sicht [ Gal-Obl]. — Südhess. II 606; RhWB Rhein. VII 1136; ElsWB Els. II 420; Bad. II 102.