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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ver-sauern bis ver-schamerieren (Bd. 2, Sp. 1252 bis 1255)
 
ver-sauern, schw.
ver-säuern, schw.
ver-saufen, st.
ver-saufen, schw.
ver-säufen, schw.
ver-säumen, schw.
ver-saumen, schw.
ver-schaben, schw.
ver-schabenzeln, schw.
ver-schabetschen, schw.
ver-schachern, schw.
ver-schaffen, schw.
ver-schalen, schw.
ver-schamerieren, schw.
ver-schamerisieren, schw.
ver-schamesieren, schw.
ver-schämt, Adj.
ver-schänden, schw.
ver-schandlappen, schw.
ver-schanzerieren, schw.
ver-schärfen
ver-scharmetzeln, schw.
ver-scharren, schw.
ver-schärren, schw.
ver-schaskenen, schw.
ver-schätzen, schw.
ver-schauern
Ver-scheid, (m.?)
ver-scheiden, st.
Ver-scheidung, f.
ver-scheinen, schw.,  st.
ver-scheißen, st.
ver-schellern, schw.
ver-schelten, st.
ver-schenneln
ver-scheppseln, schw.
ver-scheuchen, schw.
ver-scheuen, schw.
ver-scheuern, schw.
ver-schauern, schw.
ver-schicken, schw.
ver-schieben, st.
ver-schuben, st.
ver-schieden
ver-schieden, Adj.
Ver-schiedung
ver-schienen, schw.
ver-schießen, st.
ver-schimpfen, schw.
ver-schimpfieren, schw.
ver-schindeln, schw.
ver-schinden, st.
Ver-schiß, m.
ver-schissen
ver-schlabbern, schw.
ver-schläbbern, schw.
ver-schlafen, st.
ver-schlafenig, Adj.
Ver-schlag, m.
ver-schlagen, st.
ver-schlammen, schw.
ver-schlampeln, schw.
ver-schlampen, schw.
ver-schlämperig, Adj.
ver-schlappen, schw.
ver-schlappern, schw.
ver-schläppern, schw.
ver-schlechtern, schw.
ver-schlecken, schw.
ver-schleckt, Adj.
ver-schlehen, schw.
ver-schleichen, st.
ver-schleiern, schw.
ver-schleifen, st.
ver-schleifen, schw.
ver-schleimen, schw.
ver-schleißen, st.
ver-schlenken, schw.
ver-schlenkern, schw.
ver-schleppen, schw.
ver-schleudern, schw.
ver-schlaudern, schw.
ver-schliefern, schw.
ver-schlingen, st.
ver-schlossen, Adj.
ver-schloßen, schw.
ver-schlucken, schw.
ver-schlücken, schw.
ver-schlunzen, schw.
ver-schlupfen, schw.
ver-schlurpsen, schw.
Ver-schluß, m.
ver-schluttern, schw.
ver-schmachten, schw.
ver-schmacken, schw.
ver-schmeißen, st.
ver-schmelzen, st.
ver-schmerzen, schw.
ver-schmetzeln, schw.
ver-schmieden, schw.
   ver-sauern, -säuernschw.:
1. trans. einem das Leben v. 'schwermachen', ve(r)sauere [allg.]; vgl. PfWB verbittern 1, PfWB verekeln, PfWB vergällen, PfWB verleiden 1, PfWB versalzen 2 a. —
2. intrans.
a. 'sauer werden', von Wiesen. Die Wiss is versaiert [ KB-Kriegsf, LA-Wollmh]. —
b.
α. 'die geistigen Interessen verlieren' [verbr.]. Er versauert ganz [FR-Tiefth, verbr.]. Er versauert uf seim Heft 'Gehöft' [ KL-Fischb]. Steigerung: versauere un verbauere [verbr.]; vgl. PfWB verbauern, PfWB versacken 2, PfWB versimpeln.
β. RA.: Dätschde nor versauere!, nicht ganz ernst gemeinte Verwünschung [KU-Hundh Hebel 23]. — Südhess. II 599; RhWB Rhein. VII 797; LothWB Lothr. 153; Bad. II 99.
 
  
ver-saufen1 st.:
1. trans.
a. 'vertrinken', ve(r)saufe, Part. Perf. ve(r)soff, -soffe, s. PfWB saufen [allg.]. Er hot sein Geld vesoff [ KB-Albish, allg.]. Er versauft noch sein ganz Gerschdel 'Vermögen' [RO-Obd, verbr.], sein Haus un Hof [LA-Mörzh, verbr.], sein ganz Krämche [ NW-Kallstdt]. Er versauft 's Kalb im Mutterleib [ BZ-Albw]. Der dät die ganz Gemän vesaufe [Westrich-Kalender 1957, S. 103]. Syn. s. PfWB vertun 1 b. Auf einem Leichenschmaus, bei dem es hoch hergeht, werd die Haut versoff [Pirmas, KU-Diedk]. Er hot sein Verstand versoffe [GH-Kand, verbr.]. Das Brauchtum die Kerb v. s. PfWB Kirbe. VR.: Mädel, Mädel du, heier nur kaan Schuschtersbu, der dich beißt, der dich schmeißt, der dr all dei Geld verseift [PfMHk. 1925, S. 176]. Sein Lebdaa werd keen Meiere (Maurer) reich; was er verdient, versauft er gleich; versauft de Hammer mitsamt'm Steel; lumpige Meiere gebt's gar veel [ KU-Ulm]; Var. s. PfWB Fuhrmann, PfWB Schuhmacher, PfWB Schuster. Weitere VR. s. PfWB Testament, PfWB Johann-Georg, PfWB Wackenklopfer. —
b. sich v. 'sich ertränken'.

[Bd. 2, Sp. 1253]
Er hot sich versoffe [ BZ-Heuchh], versoff [ Gal-Obl]. —
2. intrans.
a. 'ertrinken' [allg.]; vgl. PfWB ersaufen. Er es im Weiher versoff [RO-Dielkch, NPf WPf], versoffe [VPf]. RA.: Er esch im Hannef vesoffe 'hat sich mit dem Hanfstrick erhängt' [ LA-Venn]. Der will uf'm Berch (Berg) vesaufe, von einem Überängstlichen [ BZ-Dierb]. Sein Vadder isch unner'm (auch: uf'm) Nußbaam vesoffe, vom unehelichen Kind [ LA-Gommh, RO-O'mosch KB-Albish]; dass. von der Mutter (!) [ NW-Geinsh]; s. auch PfWB Buttermilch. Du guckscht wie en versoffeni Katz [Beam Pennn 34]. SprW.: Im Wein sin schun mehr Mensche versoffe wie im Wasser [Wilde 263]. Wammer am Versaufe is, greift mer noch noh'm Strohhalm [ Don-Gottlob]; s. auch PfWB Balken 1, PfWB Brunnen 2. Volksgl.: Wann eens versoffe is un mer kann's net finne, dut mer 'n Leeb Brot uf's Wasser; wu der Kärper leit, bleibt der Leeb Brot stehn [Fogel Beliefs Penns Nr. 622]. VR. s. PfWB tapfer. —
b. 'überschwemmt werden', von Feldern und Wiesen; e versoffener Platz [ KB-Bennhs]; e versoffni Wiss 'sumpfige Wiese' [ RO-Obd]. Die Wiss is versoff [KU-A'glan, verbr.]. Einen Heischespruch s. PfWB Bettelspruch. —
3. adj. Part. Perf.
a. 'dem Trunke ergeben, trunksüchtig'. Der esch vesoffe [ LA-Ilbh]. Des es e Vesoffener [ KB-Kriegsf, KL-Lind], e vesoffeni Kehl [ NW-Kallstdt]. Schimpfwörter: versoffener Städter [ PS-Geisbg], v. Lump [ BZ-Albw], v. Hund [ KL-Reichb BZ-Hermbghf], v. Saubarg [ ZW-Battw], versoffenes Huhn [ KU-Odb] —
b. 'von Trunkenheit oder Trunksucht zeugend'. Er hot e vesoffe Gesicht [KU-Lohnw, verbr.]; e versoffener Kopp [ KB-Kriegsf]; e versoffeni Nas [SP-Harths, verbr.]; versoffene Ääche (Augen) [LA-Knöring, verbr.]. — Südhess. II 599/600; RhWB Rhein. VII 801/ 02; ElsWB Els. II 330; Bad. II 99.
 
  
ver-saufen2, -säufen schw.:
1. sich v. 'sich ertränken', ve(r)sääfe (-sǟfə) [fast allg. (außer NPf)], (-sēfə) [KU-Diedk Quirnb Brück ZW-Roskopf Lambsbn Zweibr IB-Nd'würzb KL-Steinwd PS-Ruhbk SP-W'see verbr. Gal], -saafe (-sāfə, -sfə) [verbr. NPf], -saufe (sic!) [ LA-Offb BZ-Stein Heuchh Nd'horb], -saife [LA-Walsh Land BZ-Dierb GH-Kand Erlb], -säife [ RO-Unkb KU-Schmittw/O]. Er hot sich im Weiher versääft [ RO-Schiersf NW-Freinsh]. —
2. trans. 'ersäufen, ertränken', ve(r)sääfe, -saafe usw., s. 1 [verbr.]. Die junge Kätzcher werre versaaft [ KU-Kaulb]. — Südhess. II 600; RhWB Rhein. VII 806; Saarbr. 220; LothWB Lothr. 150; ElsWB Els. II 330; Bad. II 99.
 
  
ver-säumen, -saumenschw.: wie schd., ve(r)saime [verbr.], -saume [ BZ-Dierb]; de Zug vesoime [ LU-Opp]; vgl. PfWB verpassen 2 b. Un hätt der Hund sich net verseimt, dann hätt er 'n Has wuhl g'fange [Birmelin Penns Gezw. 149]. Er hot 's Joosache (Jasagen) vesaumt [ BZ-Dierb]. Er hot die Iwwerfuhr verseimt 'ist nicht rechtzeitig nach

[Bd. 2, Sp. 1254]
Hause gegangen', auch 'hat das Heiraten vergessen' [Don (Steinmetz)]. SprW.: So oft 's Schoof blärrt, versaimt es e Maul voll [ KU-Diedk]. Die Morjestund hot Gold im Mund; wer se verseimt, der geht zugrund [Horne Penns 109]. a. 1507: Verseumt iemant deß (die Frist der Zinszahlung) vnd lest iahr vnd tag herrumbkomen, so megen vnsere hern von Otterburg ... die güter darnach halten vnd gebrauchen gleich ihren eigenen gütern [PfWeist. I 23 (RO-Alsbr)]. — Südhess. II 600; RhWB Rhein. VII 813; LothWB Lothr. 155 versummen; ElsWB Els. II 358/59; Bad. II 99/100.
 
  
ver-schaben schw.:
1. 'zu Brei schaben'; de Appel veschawe [ FR-Albsh]. —
2. 'abscheuern'; de Aanzuch v. [ RO-Odh LA-Ranschb]. Er verschappt (!) die Klääre [ KL-Lind]; vgl. PfWB verschabenzeln, PfWB verschabetschen. Syn. s. PfWB verwetzen 1. — Südhess. II 600/01; RhWB Rhein. VII 825/26.
 
 
ver-schabenzeln schw.: 'abscheuern', verschawenzele, von Kleidern [Spey]; vgl. PfWB verschaben 2. Syn. s. PfWB verwetzen 1. — Wohl Mischung aus schaben und scharwenzeln.
 
  
ver-schabetschen schw.: 'durch Leichtsinn und Gleichgültigkeit verderben', von Kleidern; die Kläärer verschawetsche [ NW-Iggb]; vgl. PfWB verschaben 2. Syn. s. PfWB verwetzen 1. — Wohl Mischung aus schaben und wetzen.
 
  
ver-schachern schw.: 'feilschend und mit Vorteil loswerden', auch vom Heiraten, ve(r)schachere [verbr.]. Syn. s. PfWB verfuggern. Sie han die Dochder verschachert [ LU-Böhl]. RhWB Rhein. VII 832; ElsWB Els. II 389; Bad. II 100.
 
  
ver-schaffen schw.:
1. einem, sich etwas v. 'besorgen, (zu etwas) verhelfen', ve(r)schaffe [allg.]; sich Geld v. [verbr.]. Ich veschaff d'r än (ein Mädchen), wann de mer was gebscht [ NW-Frankeck]. Scherzreim: Liewi Mudder Ann, veschaff mer ball e Mann! [Krieger 28]. Ich muß mer Bewegung v. [ ZW-Hornb]. —
2.
a. 'verarbeiten'; de Dääg v. 'den Teig tüchtig durchkneten' [Pirmas PS-Erfw KL-Hirschhn KU-Kaulb verbr. SOPf]. Die Wäsem 'Rasenstücke' werre verschafft 'klein gemacht' [ ZW-L'wied]. —
b. 'durch viele Arbeit abnutzen, verderben'; verschaffde Händ [LU-Alsh, verbr.]. Er hat sich die Knouche verschafft [ WD-Niedkch]. —
3. '(an einen Ort) verbringen', vgl. PfWB schaffen. a. 1547: so soll mann ihn (den Verurteilten) fürter gen Randeck verschaffen [PfWeist. I 82 (KL-Enkb/ Bautweiler)]. —
4. 'anordnen'. a. 1568: man soll die alte Batstub besichtigen, und uff den künfftigen Frueling verschaffen, daß es gebaut werde [Küchler 25 (Kaislt)]. — Südhess. II 601; RhWB Rhein. VII 865; Saarbr. 220; LothWB Lothr. 150; ElsWB Els. II 396; Bad. II 100.
 
 
ver-schalen schw.: = PfWB einschalen, ve(r)schale [verbr.]. Südhess. II 601; RhWB Rhein. VII 878; Bad. II 100.

[Bd. 2, Sp. 1255]

 
   ver-schamerieren schw.: 'verunzieren, übel zurichten, verunstalten', ve(r)schameriere, -schamereere [verbr., Schandein Ged. 251 PfId. 147 Keiper 70 Kühn Hamet 141, auch Don Gal Buch (zu -ie-/-ee- s. PfWB verfrieren)]; vgl. PfWB verratzen 1, PfWB verschamerisieren, PfWB verschamesieren, PfWB verschänden 1, PfWB verschrammen, PfWB verwunden. Er hot sich verschameriert 'zerkratzt, zerschunden' [Kus]. Dein Gesicht is ganz verschamariert [ KU-Krottb]. Ehr sein jo wie die Hahne noh'm Streit verschammereert [Kühn Schnitze II 51]. Er hat verschamereerde Hänn 'Hände voller Risse' [ KL-Weilb]. Der esch awwer verschameriert, von einem Pockennarbigen [ GH-Leimh]. De Anzug is v. 'durch Risse beschädigt' [ ZW-Bottb PS-Hintwdth]. Die Kommod ('s Audo) is v. 'beschädigt' [Zweibr, verbr.]. Er hot mer de ganz Garde v. 'übel zugerichtet' [ NW-Gimmdg]. Er wollt net sei Haifelcher (seine wohlgeformten Düngerhäufchen) verschamreere 'verunstalten' [ZeitwGal. 1955, S. 65]. — Frz. chamarrer. Das Wort wird nach Otterstetter 190 in Pirmas besonders in gehobenen Kreisen der älteren Gener. gebraucht; bei Jüngeren ist es nur selten zu hören. — Südhess. II 601/02; RhWB Rhein. VII 898; Saarbr. 220; LothWB Lothr. 150; ElsWB Els. II 413; Bad. II 100.