Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
ver-salzen bis ver-schabenzeln (Bd. 2, Sp. 1251 bis 1254)
 
ver-salzen, schw.,  st.
ver-samen, schw.
ver-sämen, schw.
ver-sammeln, schw.
Ver-sammlung, f.
Ver-sammling, f.
ver-sauen, schw.
ver-sauern, schw.
ver-säuern, schw.
ver-saufen, st.
ver-saufen, schw.
ver-säufen, schw.
ver-säumen, schw.
ver-saumen, schw.
ver-schaben, schw.
ver-schabenzeln, schw.
ver-schabetschen, schw.
ver-schachern, schw.
ver-schaffen, schw.
ver-schalen, schw.
ver-schamerieren, schw.
ver-schamerisieren, schw.
ver-schamesieren, schw.
ver-schämt, Adj.
ver-schänden, schw.
ver-schandlappen, schw.
ver-schanzerieren, schw.
ver-schärfen
ver-scharmetzeln, schw.
ver-scharren, schw.
ver-schärren, schw.
ver-schaskenen, schw.
ver-schätzen, schw.
ver-schauern
Ver-scheid, (m.?)
ver-scheiden, st.
Ver-scheidung, f.
ver-scheinen, schw.,  st.
ver-scheißen, st.
ver-schellern, schw.
ver-schelten, st.
ver-schenneln
ver-scheppseln, schw.
ver-scheuchen, schw.
ver-scheuen, schw.
ver-scheuern, schw.
ver-schauern, schw.
ver-schicken, schw.
ver-schieben, st.
ver-schuben, st.
ver-schieden
ver-schieden, Adj.
Ver-schiedung
ver-schienen, schw.
ver-schießen, st.
ver-schimpfen, schw.
ver-schimpfieren, schw.
ver-schindeln, schw.
ver-schinden, st.
Ver-schiß, m.
ver-schissen
ver-schlabbern, schw.
ver-schläbbern, schw.
ver-schlafen, st.
ver-schlafenig, Adj.
Ver-schlag, m.
ver-schlagen, st.
ver-schlammen, schw.
ver-schlampeln, schw.
ver-schlampen, schw.
ver-schlämperig, Adj.
ver-schlappen, schw.
ver-schlappern, schw.
ver-schläppern, schw.
ver-schlechtern, schw.
ver-schlecken, schw.
ver-schleckt, Adj.
ver-schlehen, schw.
ver-schleichen, st.
ver-schleiern, schw.
ver-schleifen, st.
ver-schleifen, schw.
ver-schleimen, schw.
ver-schleißen, st.
ver-schlenken, schw.
ver-schlenkern, schw.
ver-schleppen, schw.
ver-schleudern, schw.
ver-schlaudern, schw.
ver-schliefern, schw.
ver-schlingen, st.
ver-schlossen, Adj.
ver-schloßen, schw.
ver-schlucken, schw.
ver-schlücken, schw.
ver-schlunzen, schw.
ver-schlupfen, schw.
ver-schlurpsen, schw.
Ver-schluß, m.
ver-schluttern, schw.
   ver-salzen schw., st.:
1.
a. etwas v., z. B. eine Speise, wie schd., ve(r)salze [allg.]. Die Supp is versalze [ KL-Fischb], versalzt [ KL-Stelzbg]; e versalze Esse [verbr.], e versalzenes E. [ BZ-Dierb], e versalzt E. [verbr.]. —
b. übertr. Das is awwer versalze, von einer teuren Ware [ RO-Dörnb FR-Mörsch]. —
2.
a. einem etwas v. 'verderben', vgl. PfWB versauern 1. Ich han's 'm versalz [ KU-Diedk RO-Obd NW-Deidh]. Ich will der die Supp versalse! [RO-Dielkch, Beam Penns 33]. Dene Spaß han ich'm versalzt [ KU-Kaulb]. —
b. = PfWB verhauen 1. Er hat än vesalzt kriet 'hat einen ordentlichen Hieb bekommen' [ IB-Ballw, KU-Hüffl BZ-Dierb]; vgl. PfWB einsalzen 2 b. —
3. sich v. 'sich betrinken' [verbr. Don]. — Südhess. II 597/98; RhWB Rhein. VII 720; ElsWB Els. II 356; Bad. II 98.
 
  
ver-samen, -sämenschw.: sich v. 'seinen Samen ausstreuen'. Die Baam versaame sich [ KU-Kaulb]. Das Zeich versäämt sich gar aarich 'Diese Pflanzengattung vermehrt sich gar stark' [ebd.]. ElsWB Els. II 356; Bad. II 98.
 
  
ver-sammeln schw.: sich v., wie schd., ve(r)sammele [verbr.]. Die Gemaanerät hawwe sich vesammelt [ FR-Albsh]. Die Schwalwe versammeln sich zum Abschied [ BZ-Dernb]. 's war alles

[Bd. 2, Sp. 1252]
versammelt [ LU-Opp]. a. 1535: nachdem die geschwohrnen ... und pfahrher versamblett sein, verhört er (der Sendherr) daß gericht [PfWeist. I 41 (RO-Altbbg)]. Südhess. II 598; Rhein. VII 725; Bad. II 98.
 
  
Ver-sammlung, -sammlingf.: wie schd., Ve(r)sammlung [verbr.], -sammeling [ BZ-Dernb], -sammling [Kühn Schnitze I 207]. Zs. Bürger-, Gemeinderats-, General-, Haupt-, Kontroll-, Mitglieder-, PfWB Wählerversammlung. Südhess. II 598; Rhein. VII 725; ElsWB Els. II 357; Bad. II 98.
 
  
ver-sauen schw.:
1. 'stark verunreinigen', ve(r)saue [allg.]. Syn. s. PfWB verschmieren 1 a. Die Kinner vesaue die Kläärer [ KL-Gimsb, allg.]; e versaut Kläid [ WD-Niedkch]. Er versaut alles [ PS-Fehrb]. Er hot sich schään 'sehr' versaut [KB-Weihf, verbr.]. 's Kind versaut sich noch beim Esse [ LU-Opp]. —
2. = PfWB verderben 2 a. Die ganz Ern (Ernte) is versaut [LU-Altr, verbr.]. Die Wildsau hat alles versaut [ PS-Erfw]. — Südhess. II 598/99; RhWB Rhein. VII 784; LothWB Lothr. 150; ElsWB Els. II 315; Bad. II 99.
 
  
ver-sauern, -säuernschw.:
1. trans. einem das Leben v. 'schwermachen', ve(r)sauere [allg.]; vgl. PfWB verbittern 1, PfWB verekeln, PfWB vergällen, PfWB verleiden 1, PfWB versalzen 2 a. —
2. intrans.
a. 'sauer werden', von Wiesen. Die Wiss is versaiert [ KB-Kriegsf, LA-Wollmh]. —
b.
α. 'die geistigen Interessen verlieren' [verbr.]. Er versauert ganz [FR-Tiefth, verbr.]. Er versauert uf seim Heft 'Gehöft' [ KL-Fischb]. Steigerung: versauere un verbauere [verbr.]; vgl. PfWB verbauern, PfWB versacken 2, PfWB versimpeln.
β. RA.: Dätschde nor versauere!, nicht ganz ernst gemeinte Verwünschung [KU-Hundh Hebel 23]. — Südhess. II 599; RhWB Rhein. VII 797; LothWB Lothr. 153; Bad. II 99.
 
  
ver-saufen1 st.:
1. trans.
a. 'vertrinken', ve(r)saufe, Part. Perf. ve(r)soff, -soffe, s. PfWB saufen [allg.]. Er hot sein Geld vesoff [ KB-Albish, allg.]. Er versauft noch sein ganz Gerschdel 'Vermögen' [RO-Obd, verbr.], sein Haus un Hof [LA-Mörzh, verbr.], sein ganz Krämche [ NW-Kallstdt]. Er versauft 's Kalb im Mutterleib [ BZ-Albw]. Der dät die ganz Gemän vesaufe [Westrich-Kalender 1957, S. 103]. Syn. s. PfWB vertun 1 b. Auf einem Leichenschmaus, bei dem es hoch hergeht, werd die Haut versoff [Pirmas, KU-Diedk]. Er hot sein Verstand versoffe [GH-Kand, verbr.]. Das Brauchtum die Kerb v. s. PfWB Kirbe. VR.: Mädel, Mädel du, heier nur kaan Schuschtersbu, der dich beißt, der dich schmeißt, der dr all dei Geld verseift [PfMHk. 1925, S. 176]. Sein Lebdaa werd keen Meiere (Maurer) reich; was er verdient, versauft er gleich; versauft de Hammer mitsamt'm Steel; lumpige Meiere gebt's gar veel [ KU-Ulm]; Var. s. PfWB Fuhrmann, PfWB Schuhmacher, PfWB Schuster. Weitere VR. s. PfWB Testament, PfWB Johann-Georg, PfWB Wackenklopfer. —
b. sich v. 'sich ertränken'.

[Bd. 2, Sp. 1253]
Er hot sich versoffe [ BZ-Heuchh], versoff [ Gal-Obl]. —
2. intrans.
a. 'ertrinken' [allg.]; vgl. PfWB ersaufen. Er es im Weiher versoff [RO-Dielkch, NPf WPf], versoffe [VPf]. RA.: Er esch im Hannef vesoffe 'hat sich mit dem Hanfstrick erhängt' [ LA-Venn]. Der will uf'm Berch (Berg) vesaufe, von einem Überängstlichen [ BZ-Dierb]. Sein Vadder isch unner'm (auch: uf'm) Nußbaam vesoffe, vom unehelichen Kind [ LA-Gommh, RO-O'mosch KB-Albish]; dass. von der Mutter (!) [ NW-Geinsh]; s. auch PfWB Buttermilch. Du guckscht wie en versoffeni Katz [Beam Pennn 34]. SprW.: Im Wein sin schun mehr Mensche versoffe wie im Wasser [Wilde 263]. Wammer am Versaufe is, greift mer noch noh'm Strohhalm [ Don-Gottlob]; s. auch PfWB Balken 1, PfWB Brunnen 2. Volksgl.: Wann eens versoffe is un mer kann's net finne, dut mer 'n Leeb Brot uf's Wasser; wu der Kärper leit, bleibt der Leeb Brot stehn [Fogel Beliefs Penns Nr. 622]. VR. s. PfWB tapfer. —
b. 'überschwemmt werden', von Feldern und Wiesen; e versoffener Platz [ KB-Bennhs]; e versoffni Wiss 'sumpfige Wiese' [ RO-Obd]. Die Wiss is versoff [KU-A'glan, verbr.]. Einen Heischespruch s. PfWB Bettelspruch. —
3. adj. Part. Perf.
a. 'dem Trunke ergeben, trunksüchtig'. Der esch vesoffe [ LA-Ilbh]. Des es e Vesoffener [ KB-Kriegsf, KL-Lind], e vesoffeni Kehl [ NW-Kallstdt]. Schimpfwörter: versoffener Städter [ PS-Geisbg], v. Lump [ BZ-Albw], v. Hund [ KL-Reichb BZ-Hermbghf], v. Saubarg [ ZW-Battw], versoffenes Huhn [ KU-Odb] —
b. 'von Trunkenheit oder Trunksucht zeugend'. Er hot e vesoffe Gesicht [KU-Lohnw, verbr.]; e versoffener Kopp [ KB-Kriegsf]; e versoffeni Nas [SP-Harths, verbr.]; versoffene Ääche (Augen) [LA-Knöring, verbr.]. — Südhess. II 599/600; RhWB Rhein. VII 801/ 02; ElsWB Els. II 330; Bad. II 99.
 
  
ver-saufen2, -säufen schw.:
1. sich v. 'sich ertränken', ve(r)sääfe (-sǟfə) [fast allg. (außer NPf)], (-sēfə) [KU-Diedk Quirnb Brück ZW-Roskopf Lambsbn Zweibr IB-Nd'würzb KL-Steinwd PS-Ruhbk SP-W'see verbr. Gal], -saafe (-sāfə, -sfə) [verbr. NPf], -saufe (sic!) [ LA-Offb BZ-Stein Heuchh Nd'horb], -saife [LA-Walsh Land BZ-Dierb GH-Kand Erlb], -säife [ RO-Unkb KU-Schmittw/O]. Er hot sich im Weiher versääft [ RO-Schiersf NW-Freinsh]. —
2. trans. 'ersäufen, ertränken', ve(r)sääfe, -saafe usw., s. 1 [verbr.]. Die junge Kätzcher werre versaaft [ KU-Kaulb]. — Südhess. II 600; RhWB Rhein. VII 806; Saarbr. 220; LothWB Lothr. 150; ElsWB Els. II 330; Bad. II 99.
 
  
ver-säumen, -saumenschw.: wie schd., ve(r)saime [verbr.], -saume [ BZ-Dierb]; de Zug vesoime [ LU-Opp]; vgl. PfWB verpassen 2 b. Un hätt der Hund sich net verseimt, dann hätt er 'n Has wuhl g'fange [Birmelin Penns Gezw. 149]. Er hot 's Joosache (Jasagen) vesaumt [ BZ-Dierb]. Er hot die Iwwerfuhr verseimt 'ist nicht rechtzeitig nach

[Bd. 2, Sp. 1254]
Hause gegangen', auch 'hat das Heiraten vergessen' [Don (Steinmetz)]. SprW.: So oft 's Schoof blärrt, versaimt es e Maul voll [ KU-Diedk]. Die Morjestund hot Gold im Mund; wer se verseimt, der geht zugrund [Horne Penns 109]. a. 1507: Verseumt iemant deß (die Frist der Zinszahlung) vnd lest iahr vnd tag herrumbkomen, so megen vnsere hern von Otterburg ... die güter darnach halten vnd gebrauchen gleich ihren eigenen gütern [PfWeist. I 23 (RO-Alsbr)]. — Südhess. II 600; RhWB Rhein. VII 813; LothWB Lothr. 155 versummen; ElsWB Els. II 358/59; Bad. II 99/100.
 
  
ver-schaben schw.:
1. 'zu Brei schaben'; de Appel veschawe [ FR-Albsh]. —
2. 'abscheuern'; de Aanzuch v. [ RO-Odh LA-Ranschb]. Er verschappt (!) die Klääre [ KL-Lind]; vgl. PfWB verschabenzeln, PfWB verschabetschen. Syn. s. PfWB verwetzen 1. — Südhess. II 600/01; RhWB Rhein. VII 825/26.
 
 
ver-schabenzeln schw.: 'abscheuern', verschawenzele, von Kleidern [Spey]; vgl. PfWB verschaben 2. Syn. s. PfWB verwetzen 1. — Wohl Mischung aus schaben und scharwenzeln.