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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ver-kratzen bis ver-krümeln (Bd. 2, Sp. 1202 bis 1204)
 
ver-kratzen, schw.
ver-krätzen, schw.
ver-kreischen, st.
ver-kreuzen, schw.
ver-kriechen, st.
ver-krischen
ver-kritzeln, schw.
ver-krönen, schw.
ver-kröpfeln, schw.
ver-kröpfen, schw.
ver-kröpfern, schw.
ver-krümeln, schw.
ver-krumpeln, schw.
ver-krumpfeln, schw.
ver-krupfen, schw.
ver-kruppen, schw.
ver-krüppeln, schw.
ver-kruppen
ver-krusten, schw.
ver-krutzen
ver-kühlen, schw.
Ver-kühlens, n.
ver-kujonieren, schw.
ver-kumen
ver-kümmeln, schw.
ver-kümmern, schw.
ver-künden, schw.
ver-kündigen, schw.
ver-kuppeln, schw.
ver-koppeln, schw.
ver-kürzen, schw.
ver-kuscheln, schw.
ver-küssen, schw.
ver-kutchern, schw.
ver-kutteln, schw.
ver-küttern, schw.
ver-kuwedeln, schw.
ver-labbern, schw.
ver-läbbern, schw.
ver-lacheln
ver-lachen, schw.
ver-lachsen, schw.
Ver-lachung, f.
ver-lackieren, schw.
ver-lacksieren, schw.
ver-laden, st.
Ver-lag, m.
ver-langen, schw.
Ver-langen, n.
Ver-langens, n.
ver-längerig, Adj.
ver-längern, schw.
ver-lappen, schw.
ver-lappern, schw.
ver-läppern, schw.
ver-läppischt, Adj.
Ver-laß, m.
ver-lassen, st.
Ver-lassenschaft, f.
ver-lassieren, schw.
ver-latschen, schw.
ver-latschen, schw.
ver-latzen, schw.
Ver-laub, m.
ver-lauben, schw.
ver-lauern
ver-laufen, st.,  schw.
ver-lausen, schw.
ver-lauten, schw.
ver-lecheln, schw.
ver-lechen, schw.
ver-lechern, schw.
ver-leckern, schw.
ver-leckt, Adj.
ver-ledern, schw.
ver-legen, schw.
ver-legen, Adj.
Ver-legenheit, f.
Verlegung, f.
ver-lehnen, schw.
ver-leiben, st.
verleicht
ver-leiden, schw.
ver-leidet
ver-leidigen, schw.
ver-leidlich, Adj.
ver-leiern, schw.
ver-leihen, st.
ver-leiten, schw.
ver-leitseln, schw.
ver-lernen, schw.
Ver-les, m.
ver-lesen, st.
ver-letzeln
ver-letzen, schw.
Ver-letzung, f.
ver-leugeln, schw.
ver-leumden, schw.
Ver-leumder, m.
Ver-leumdung, f.
   ver-kratzen, -krätzenschw.:
1. 'zerkratzen',

[Bd. 2, Sp. 1203]
ve(r)kratze [verbr.], -krätze [ KU-Schmittw/O Lohnw Körbn Bedb A'glan]; 's Gesicht v. [ZW-Bechhf, verbr.]; vgl. PfWB verkrämmen. Er hot e verkratzt G'sicht [ PS-Burgalb]. Volksmed.: Wammer sich an eppes schneit oder verkratzt, brunst mer uf die Wund [Fogel Beliefs Penns Nr. 1541]. —
2. 'auseinanderscharren'; die Maulwurfshügel verkratze [ IB-Rubh], -krätze [ IB-Bebh Habkch]. Syn. s. PfWB verschärren 2. Die Hinkel han de Gaarde verkratzt 'auf den eingesäten Beeten gescharrt' [ZW-Battw verbr. Gal]. —
3. sich v. 'sich entfernen'; vgl. PfWB verduften. Verkratz dich! [ Don-Schowe Torscha]. —
4. adj. Part. Perf. 'schlecht', von wirtschaftlicher Not. 's geht'm ganz verkratzt [ LA-Nd'hochstdt], verkrätzt [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 541/42; RhWB Rhein. IV 1403; LothWB Lothr. 145; Bad. II 75.
 
  
ver-kreischen st.:
1. sich v. 'anhaltend schreien', ve(r)kreische [verbr.]. Die hot sich was verkrische! [ LU-Opp]; vgl. PfWB verbillern. —
2. adj. Part. Perf. 'zum Kreischen neigend, andauernd lärmend'; vgl. PfWB vielverkrischen. Das Kind is awwer arich vekrisch [ KL-Reichb]. Des isch e verkrische Kind [NW-Wachh, verbr.], e verkreschenes K. [ BZ-Dierb, KU-Brück ZW-Gr'bundb Battw Pirmas]; e vekrische Mensch [ LU-Böhl]; en vekreschner Krippel [ LA-Wollmh]; e verkrische Volk 'lärmende Kinderschar' [ NW-Lach/Speyd]. — Südhess. II 542; RhWB Rhein. IV 1457/58; LothWB Lothr. 145; Bad. II 75.
 
  
ver-kreuzen schw.: 'Tierrassen kreuzen'; vgl. PfWB verbastern. Der Hund do is verkreizt [ LU-Alsh]. Südhess. II 542.
 
  
ver-kriechen st.: sich v., wie schd., ve(r)krieche [verbr.]. Er hot sich vekroch, um nicht gesehen zu werden [ KU-Schmittw/O]. Syn. s. PfWB verstekkeln 1. RA.: Do kennt mer sich in e Mausloch v.! [ BZ-Annw]. WR.: Wann die Ämetze (Ameisen) sich verkrieche, kenne mer noch Reen krieche (kriegen) [ KU-Brück GH-Zeisk]. Südhess. II 543; RhWB Rhein. IV 1493; Bad. II 75.
 
 
ver-krischen s. PfWB verkreischen 2.
 
 
ver-kritzeln schw.: etwas v. 'mit Kritzeleien bedecken'; die Wand verkritzele [KU-Schmittw/ O, verbr.]. Südhess. II 543.
 
  
ver-krönen schw.: sich v. 'maskieren'; vgl. PfWB vermummeln 2. De Albert dut sich an de Faßnacht vekräne [ LU-Alsh].
 
  
ver-kröpfeln schw.:
1. 'zerknittern, zusammenknüllen', von Kleidern, verkreepele (-grēbələ) [ KU-Kaulb]. Syn. s. PfWB verkrumpeln 1 a. —
2. adj. Part. Perf. ve(r)kreepelt 'verkrüppelt', vom Menschen, von Tieren und Pflanzen [verbr. westl. WPf]; vgl. PfWB verkröpfen. — Das Grundw. gehört (wie kröpfen 'krumm biegen, in gebrochenen Linien führen' und Krüppel) zu der bei Kluge-Mitzka20 unter Kropf entwickelten Sippe.
 
  
ver-kröpfen schw.: 'in der Entwicklung zurückbleiben,

[Bd. 2, Sp. 1204]
verkümmern, verkrüppeln', meist im Part. Perf. gebraucht, ve(r)kreppt (-grebd) [südl. VPf (von etwa Neustdt ab südlich) WD-Niedkch HB-Kirrbg Bliesg (PfId. 147)]; vgl. PfWB verkröpfeln 2, PfWB verkamen. Die Planz verkreppt [ NW-Hamb]. Das Bäämel verkröpft, weil es im Schatten steht [Wasgau-Bote Nr. 7/1934]; verkreppte Welf 'verkrüppelte Kiefern' [Wilde 122]; verkreppte Dinger 'schwache Pflanzen' [Neustdt]; e verkreppte Zeb (Zehe) [ HB-Kirrbg]; e verkreppter Hund [ GH-Nd'lustdt]; e verkreppter Mensch 'Mensch mit verkrüppelten Gliedern' [ WD-Niedkch]. a. 1773: ein Wald mit schlechtem, verkröpftem Unholz [Eyselein 140]. — Zur Etym. s. PfWB verkröpfeln. — RhWB Rhein. IV 1565; LothWB Lothr. 145; Bad. II 75.
 
  
ver-kröpfern schw.: 'in der Entwicklung zurückbleiben'; vgl. PfWB verkamen. Die Planz verkreppert [ GH-Steinw]. — Intensivform zu PfWB verkröpfen.
 
  
ver-krümeln schw.:
1.
a. etwas v. 'zerkrümeln', ve(r)krimm(e)le [verbr.]; vgl. PfWB verbrokkeln, PfWB verbroseln. RA.: Wo kaan Brot es, werd aa kaans verkrimmelt, ironischer Trost für Arme [ KU-Kaulb]. —
b. einen v. 'zermalmen, vernichten'. Ich kennt'n grad v.! [NW-Haßl, verbr., Journal 1787 S. 216]; vgl. PfWB verkaponieren. —
2. sich v. 'aus dem Staube machen'; vgl. PfWB verduften. Er hat sich vekrimmelt [Zweibr, verbr.]. — Südhess. II 543/44; RhWB Rhein. IV 1600; Bad. II 75.