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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Ferkel bis Ferkel(s)-wagen (Bd. 2, Sp. 1190 bis 1193)
 
Ferkel, n.
Freckel, n.
Ferkel-handel
Ferkel-händler
Ferkel-loch, n.
ferkeln, schw.
Ferkel(s)-handel, m.
Ferkel(s)-händler, m.
Ferkel(s)-markt, m.
Ferkel(s)-stecher, m.
Ferkel(s)-steige, f.
Ferkel(s)-treiber, m.
Ferkel(s)-wagen, m.
ver-ketzern, schw.
ver-kichern, schw.
ver-kickern, schw.
ver-kiesen
ver-kifern, schw.
ver-kisseln, schw.
ver-kitschen, schw.
ver-kitschen, schw.
ver-kitten, schw.
ver-kitzeln, schw.
ver-klabastern, schw.
ver-klabern, schw.
ver-klagen, schw.
ver-kläppern, schw.
ver-kleben, schw.
ver-klebern, schw.
ver-kleckern, schw.
ver-kleiden, schw.
ver-kleinern, schw.
ver-klemmen, schw.
ver-kleppern
ver-klessen, schw.
ver-klickern, schw.
ver-klopfen, schw.
ver-klöpfern, schw.
ver-kluppen, schw.
ver-klusen, schw.
ver-klusen, schw.
ver-knabbern, schw.
ver-knacksen, schw.
ver-knäcksen, schw.
ver-knallen, schw.
ver-knarren
ver-knärren, schw.
ver-knassen, schw.
ver-knastern, schw.
ver-knatscheln, schw.
ver-knauschen, schw.
ver-knauteln, schw.
ver-knebeln, schw.
ver-knippen, schw.
ver-knittern, schw.
ver-knobeln, schw.
ver-knollchen, schw.
ver-knöpfeln, schw.
ver-knorpeln, schw.
ver-knorren, schw.
ver-knorren
ver-knorzelt, Adj.
ver-knostern
ver-knotschen
ver-knotteln, schw.
ver-knutteln, schw.
ver-knözen, schw.
ver-knuffen, schw.
ver-knüpfeln, schw.
ver-knüpfen, schw.
ver-knüppeln, schw.
ver-knuppen, schw.
ver-knurren, schw.
ver-knuscheln, schw.
ver-knuseln, schw.
ver-knuscheln, schw.
ver-knuseln, schw.
ver-knusen, schw.
ver-knuspeln, schw.
ver-knussen, schw.
ver-knustern, schw.
ver-knutschen, schw.
ver-knutteln
ver-kochen, schw.
ver-kodern, schw.
ver-kohlen, schw.
ver-kohlen, schw.
Ver-kohler, m.
ver-komeln
ver-komen
ver-komern
ver-kommen, st.
ver-konsumieren, schw.
ver-koppeln
ver-koren, Adj.
ver-korksen, schw.
ver-kosten, schw.
ver-köstigen, schw.
ver-kotteln, schw.
ver-kozen, schw.
   Ferkel, Freckeln.:
1. 'junges Schwein von der Geburt bis zum Absetzen vom Muttertier', Ferkel (fäÄrg(ə)l,) [herrschend in südl. Hälfte der WPf (daneben bes. Wutzche, Wutzel, vgl. PfWB Wutz), seltener nördl. Hälfte der VPf (etwa gleichgewichtig mit Saiche, vgl. PfWB Sau) östl. NPf und Pfälzerwaldgebiet], mit r-Umstellung: Freck(e)l (fręg(ə)l) [Nordhälfte der WPf u. westl. NPf], rkel [ BZ-Dernb], Firkel [ PS-Gersb], Frickel [ KU-Adb Gal-Unterwald]; zur Verbr. s. K. 125; das Dim. in WPf NPf nördl. VPf: -che, Pl. -cher, in mittl. u. südl. VPf vielerorts: Ferkle, Ferklich. Zu den Bezeichnungen für das männliche F. s. PfWB Barg, für das weibliche s. PfWB Gelze. Soziologische Differenzierungen für Pirmas bei Otterstetter 175/76. Syn.: Säuchen, PfWB Milchsäuchen, PfWB Butzel, PfWB Saubutzel, Wutzchen. Zs. PfWB Frühjahrs-, Herbst-, PfWB Milch-, PfWB Span-, PfWB Winterferkel. Unser Loos 'Mutterschwein' kriet ball F. [KU-Diedk, verbr.]. Sie hun käin Freckelche ufbrung, all sin se vereckt [ KU-Schmittw/O]. Die F. dun quiekse [PS-Schmalbg, verbr.]. 's Freckelche gauzt 'quiekt' [ RO-Hallgt]. Sin die Freckel aa freesich? 'Fressen die F. gut ?' [ KL-Gimsb]. Die Frickel fresse Rummele 'Runkelrüben' [ Gal-Unterwald]. Das sin Freckel vum Waan 'vom Wagen des Ferkelhändlers gekauft' [ KU-Bedb]. Er eßt (unappetitlich) wie e Ferkel [ PS-Saalstdt]. RA.: Sie sin Geschwischder Freckel vun de erschde Loos 'vom ersten Mutterschwein', von einer weitläufigen Verwandtschaft [ KU-Diedk]; vgl.

[Bd. 2, Sp. 1191]

Geschwisterferkel. Er macht sich wie Schitze Ferkel uf'm Mischt: am Owend hat's noch gefress un morjets war's vereckt [KL-Mackb, verbr. bes. NPf]. Er macht sich wie 's Schitze ehr Freckelche: wie's e Johr alt war, is es zum Säichloch 'Loch in der Stallwand, durch das der Pfuhl abgeleitet wird' enausgekrawwelt, so klein war es geblieben [ KU-Schmittw/O]. Er hat e Lewe wie 'm Schitz sein Ferkel uf'm Mischt, von einem, dem es gut geht (!) [Kaislt]. Das macht sich wie Schitze Freckel 'Daraus wird nichts' (Der Feldschütz bekam früher öfters ein überzahliges F., das er mit der Flasche ernähren mußte; zumeist ging das F. ein) [ KU-Diedk]. a. 1461: 4 gulden ... von 7 stuck losen vnd verckel die ich Ime verkaufft han

[Bd. 2, Sp. 1192]
[KSchArch., KellR]. a. 1521: 1 mltr. korn mytt denn jungen ferckellin vffgangen [LandsbKellR]. a. 1540: Inname Gelt vß verkeuffter Frucht, ... Ferckeln, Zickeln, Fulle, kelbern [SSp., Mgr. Baden, Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1564: welcher Innwohner zu Wirschbach Junge Ferckheln hatt [Beschreibung von KL-Wörsb]. a. 1581: Welche seigente loßen 'säugende Mutterschweine' vnd jung freckel haben, sollen dieselbigen im stall haltten [PfWeist. I 46 (KU-A'glan)]. a. 1717: von einem freckel, so neun wochen alt [ebd. I 3 (KU-Adb)]; an gleicher Stelle die Form förckel. Die historischen Formen stimmen dialektgeographisch mit den heute geltenden Formen überein. —
2. verächtliche Bez.
a. für einen unreinlichen

[Bd. 2, Sp. 1193]
Menschen, bes. von einem schmutzigen Kind, Schimpfw. [verbr.]. Zs. PfWB Dreckferkel. Syn. s. PfWB Drecksack 1a. Mehr scherzh.: e dick F., von einem gut genährten Kind [ ZW-Battw]. —
b. für einen unanständigen Menschen, bes. weiblichen Geschlechts [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 525/26; RhWB Rhein. II 397/98; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 144; ElsWB Els. I 141; Bad. II 70.
 
 
Ferkel-handel, -händler s. PfWB Ferkel(s)handel, PfWB -händler.
 
 
Ferkel-loch n.: FlN in Hombg, Ferkelloch.
 
  
ferkeln schw.: 'Ferkel werfen', vom Mutterschwein. Die Los dut ferkele [ LU-Alsh/Gr]. Südhess. II 526; RhWB Rhein. II 399; LothWB Lothr. 144; ElsWB Els. I 129 ferlen; Bad. II 70.
 
  
Ferkel(s)-handel m.: 'Handel mit Ferkeln', Ferkelhann(e)l [verbr.], Ferkels- [ KU-Brück ZW-Battw]. Iwwer'm F. werd Geld verdient [ ZW-Battw]. Südhess. II 526; RhWB Rhein. II 399. — -händler m.: 'wer mit Ferkeln handelt', Ferkelhännler [ LU-Opp], Ferkels-, Freckels-, s. PfWB Ferkel [verbr.]. Südhess. II 526. — -markt m.: 'Platz, auf dem nur Ferkel verkauft werden', Ferkelsmark [ KU-Diedk]. Südhess. II 526. — -stecher m.: 'Winkeladvokat, Makler', Ferkelstecher [KL-Katzw, KU-Schmittw/O ZW-Krähbg Zweibr verbr. WPf LU-Opp verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)]. — Zur Erklärung: Der F., urspr. der unzünftige Metzger, der nur Ferkel, aber nicht schlachtfähige Schweine abstechen durfte (Nachlaß Heeger). — Südhess. II 526; RhWB Rhein. II 399. — -steige f.: FlN in KL-Queidb. a. 1555: Ferkelsteige [HornbgReg. S. 245]. — -treiber m.: 'wer die Ferkel zum Verkauf über Land treibt', Ferkeltreiwer [ GH-Schwegh]. — -wagen m.: 'Wagen des Ferkelhändlers', Ferkelswaa [ PS-Schmalbg].