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ver-kehren bis Ferkel(s)-stecher (Bd. 2, Sp. 1189 bis 1193) | |||
ver-kehren, schw. verkehrt-herum, Adv. ver-keilen, schw. Ferkel, n. Freckel, n. Ferkel-handel Ferkel-händler Ferkel-loch, n. ferkeln, schw. Ferkel(s)-handel, m. Ferkel(s)-händler, m. Ferkel(s)-markt, m. Ferkel(s)-stecher, m. Ferkel(s)-steige, f. Ferkel(s)-treiber, m. Ferkel(s)-wagen, m. ver-ketzern, schw. ver-kichern, schw. ver-kickern, schw. ver-kiesen ver-kifern, schw. ver-kisseln, schw. ver-kitschen, schw. ver-kitschen, schw. ver-kitten, schw. ver-kitzeln, schw. ver-klabastern, schw. ver-klabern, schw. ver-klagen, schw. ver-kläppern, schw. ver-kleben, schw. ver-klebern, schw. ver-kleckern, schw. ver-kleiden, schw. ver-kleinern, schw. ver-klemmen, schw. ver-kleppern ver-klessen, schw. ver-klickern, schw. ver-klopfen, schw. ver-klöpfern, schw. ver-kluppen, schw. ver-klusen, schw. ver-klusen, schw. ver-knabbern, schw. ver-knacksen, schw. ver-knäcksen, schw. ver-knallen, schw. ver-knarren ver-knärren, schw. ver-knassen, schw. ver-knastern, schw. ver-knatscheln, schw. ver-knauschen, schw. ver-knauteln, schw. ver-knebeln, schw. ver-knippen, schw. ver-knittern, schw. ver-knobeln, schw. ver-knollchen, schw. ver-knöpfeln, schw. ver-knorpeln, schw. ver-knorren, schw. ver-knorren ver-knorzelt, Adj. ver-knostern ver-knotschen ver-knotteln, schw. ver-knutteln, schw. ver-knözen, schw. ver-knuffen, schw. ver-knüpfeln, schw. ver-knüpfen, schw. ver-knüppeln, schw. ver-knuppen, schw. ver-knurren, schw. ver-knuscheln, schw. ver-knuseln, schw. ver-knuscheln, schw. ver-knuseln, schw. ver-knusen, schw. ver-knuspeln, schw. ver-knussen, schw. ver-knustern, schw. ver-knutschen, schw. ver-knutteln ver-kochen, schw. ver-kodern, schw. ver-kohlen, schw. ver-kohlen, schw. Ver-kohler, m. ver-komeln ver-komen ver-komern ver-kommen, st. ver-konsumieren, schw. ver-koppeln ver-koren, Adj. ver-korksen, schw. ver-kosten, schw. | 1. intrans. a. 'regelmäßig fahren', von den öffentlichen Verkehrsmitteln, umgspr., ve(r)kehre [verbr.]; dafür in schlichter Mda. fahren I 1. Der Zug vekehrt nimmi [ KL-Enkb]. — b. α. 'gesellschaftlichen Umgang haben'. Die zwaa verkehren z'samme (auch: mitnanner) [NW-Haßl, verbr.]. Mit dem verkehr ich nit [ NW-Kallstdt]. Die Leit verkehren mit nimmand, sie lewen for sich [Kaislt, verbr.]. In dere Spelunk vekehrt 's Lumbepack [ KU-Schmittw/O]. — β. vom Geschlechtsverkehr. Sie verkehren mitnanner wie Mann un Fraa [LU-Opp, verbr.]. — 2. trans. a. 'verdrehen', vgl. PfWB verdrehen 1 b. Verkehr net sou d' Ääje! [ GH-Zeisk]. — b. 'falsch darstellen', vgl. PfWB verdrehen 2b. a. 1488: ob yemand sy, der da verkert habe das gotteswort [PfWeist. I 312 (NW-Dürkh)]. — 3. adj. Part. Perf. a. α. 'umgewendet', von Stoffen und Kleidungsstücken, ve(r)keh(r)t [mancherorts gesamte Pfalz, vgl. K. 4, auch Don Gal Buch]. Syn.: PfWB äbsch, PfWB letz, PfWB links, PfWB hinterstvörderst, PfWB verkehrtherum. Des isch die v. Seit vum Hemd [ SP-Berghs]. Sie hot 's Klaad v. an [ LU-Neuhf]. RA.: Er zieht de Wammes v. an 'macht Bankerott' [ RO-L'meil]. — β. 'link'; mit de verkehrte Hand greife [NW-Elmst, verbr.]. RA.: Er isch mit'm verkehrte Fuß aus'm Bett kumme [ GH-Hatzbühl]. — γ. 'entgegengesetzt'; die verkehrt Richtung [Kaislt, verbr.]. Er packt jedi Sach am verkehrte Enn an [KL-Enkb, verbr.]. — b. 'unrichtig, falsch'; de verkehrte Weg gehe [KB-Bischh, verbr.]. Die (ärztliche) Behannlung war ganz v. [KL-Reichb, verbr.]. Er is v. gang 'hat den rechten Weg verfehlt' [HB-Kirrbg, verbr.]. Du bischt im verkehrte Moment kumm [KL-Enkb, verbr.]. 's es'm eppes in de verkehrte Hals kumm 'Er hat sich verschluckt' [Bd. 2, Sp. 1190] [KU-Kaulb, verbr.]. Dasmol sin se an de Verkehrte gerot [ KU-Rathskch]. RA.: Er es uf'me vekehrte Weg [ RO-Als]. Er macht alles v. wie e Judd [ KU-Schmittw/O]. Er hot v. gekißt, vom Ausschlag am Mund [ KB-Biedh FR-Hettldh]. SprW.: Wie mer's macht, is es v. [Krieger 33]. — c. α. 'unfreundlich, ungefällig'. Des is e vekehrter Mensch, dem kammer nix recht mache [RO-Sippf]. — β. 'ungeschickt, unpraktisch'. SprW.: Je gelehrter, je verkehrter [KB-Biedh, verbr.]. — Südhess. II 523/24; RhWB Rhein. IV 370/71: ElsWB Els. I 464; Bad. II 70. 1. etwas v. a. 'mit Keilen befestigen'; 's Bäämel verkeile 'das Christbäumchen im Ständer festmachen' [ BZ-Dierb]. — b. 'verklemmen'. 's Fenschter is vekeilt, mer kann's net zumache [ KU-Rathsw]. — 2. einen v. a. = PfWB verhauen 1, ve(r)keile [verbr.]. — b. 'durch Drücken Schmerzen bereiten'. Enge Schuh kenne äim (sic!) v. [ KU-Schmittw/O]. — 3. adj. Part. Perf. 'verliebt', vekeilt [Schandein Sprachsch.]. — Südhess. II 524/25; RhWB Rhein. IV 394; ElsWB Els. I 430; Bad. II 70. 1. 'junges Schwein von der Geburt bis zum Absetzen vom Muttertier', Ferkel (fäÄrg(ə)l,) [herrschend in südl. Hälfte der WPf (daneben bes. Wutzche, Wutzel, vgl. PfWB Wutz), seltener nördl. Hälfte der VPf (etwa gleichgewichtig mit Saiche, vgl. PfWB Sau) östl. NPf und Pfälzerwaldgebiet], mit r-Umstellung: Freck(e)l (fręg(ə)l) [Nordhälfte der WPf u. westl. NPf], Färkel [ BZ-Dernb], Firkel [ PS-Gersb], Frickel [ KU-Adb Gal-Unterwald]; zur Verbr. s. K. 125; das Dim. in WPf NPf nördl. VPf: -che, Pl. -cher, in mittl. u. südl. VPf vielerorts: Ferkle, Ferklich. Zu den Bezeichnungen für das männliche F. s. PfWB Barg, für das weibliche s. PfWB Gelze. Soziologische Differenzierungen für Pirmas bei Otterstetter 175/76. Syn.: Säuchen, PfWB Milchsäuchen, PfWB Butzel, PfWB Saubutzel, Wutzchen. Zs. PfWB Frühjahrs-, Herbst-, PfWB Milch-, PfWB Span-, PfWB Winterferkel. Unser Loos 'Mutterschwein' kriet ball F. [KU-Diedk, verbr.]. Sie hun käin Freckelche ufbrung, all sin se vereckt [ KU-Schmittw/O]. Die F. dun quiekse [PS-Schmalbg, verbr.]. 's Freckelche gauzt 'quiekt' [ RO-Hallgt]. Sin die Freckel aa freesich? 'Fressen die F. gut ?' [ KL-Gimsb]. Die Frickel fresse Rummele 'Runkelrüben' [ Gal-Unterwald]. Das sin Freckel vum Waan 'vom Wagen des Ferkelhändlers gekauft' [ KU-Bedb]. Er eßt (unappetitlich) wie e Ferkel [ PS-Saalstdt]. RA.: Sie sin Geschwischder Freckel vun de erschde Loos 'vom ersten Mutterschwein', von einer weitläufigen Verwandtschaft [ KU-Diedk]; vgl. [Bd. 2, Sp. 1191] ![]() [Bd. 2, Sp. 1192] [KSchArch., KellR]. a. 1521: 1 mltr. korn mytt denn jungen ferckellin vffgangen [LandsbKellR]. a. 1540: Inname Gelt vß verkeuffter Frucht, ... Ferckeln, Zickeln, Fulle, kelbern [SSp., Mgr. Baden, Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1564: welcher Innwohner zu Wirschbach Junge Ferckheln hatt [Beschreibung von KL-Wörsb]. a. 1581: Welche seigente loßen 'säugende Mutterschweine' vnd jung freckel haben, sollen dieselbigen im stall haltten [PfWeist. I 46 (KU-A'glan)]. a. 1717: von einem freckel, so neun wochen alt [ebd. I 3 (KU-Adb)]; an gleicher Stelle die Form förckel. Die historischen Formen stimmen dialektgeographisch mit den heute geltenden Formen überein. — 2. verächtliche Bez. a. für einen unreinlichen [Bd. 2, Sp. 1193] Menschen, bes. von einem schmutzigen Kind, Schimpfw. [verbr.]. Zs. PfWB Dreckferkel. Syn. s. PfWB Drecksack 1a. Mehr scherzh.: e dick F., von einem gut genährten Kind [ ZW-Battw]. — b. für einen unanständigen Menschen, bes. weiblichen Geschlechts [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 525/26; RhWB Rhein. II 397/98; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 144; ElsWB Els. I 141; Bad. II 70.
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