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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ver-gehen bis ver-genörgeln (Bd. 2, Sp. 1161 bis 1163)
 
ver-gehen, st.
ver-geiern, schw.
ver-geifern, schw.
ver-geigen, schw.
ver-geißeln, schw.
ver-geistern, schw.
ver-gelten, st.
Ver-gelting, f.
ver-gelzen, schw.
Fergen-meister, m.
ver-genörgeln, schw.
Ferger
ver-gerben, schw.
Ferger-häuslein, n.
Ferger-geld, n.
Ver-geß, m.
ver-gessen, st.
ver-gessen
ver-gessenig, Adj.
ver-geßlich, Adj.
ver-geßsam, Adj.
ver-geuden, schw.
ver-gewaltigen, schw.
ver-gickeln, schw.
ver-gießen, st.
ver-giften, schw.
Ver-giftung, f.
Vergiß-mein-nicht, n.,  m.
ver-glasen, schw.
Ver-gleich, m.
Ver-glich, m.
ver-gleichen, st.
Ver-gleifung, f.
ver-glosen, schw.
ver-glünzeln, schw.
ver-gnügen, schw.
Ver-gnügen, n.
ver-gocksen, schw.
ver-gogeln, schw.
ver-golden, schw.
ver-gönnen
ver-goschen, schw.
ver-graben, st.,  schw.
ver-grämt, Adj.
ver-grapschen, schw.
ver-grasen, schw.
ver-gratschen, schw.
ver-grauen, schw.
ver-graunzen, schw.
ver-grauzen, schw.
ver-gräuzen, schw.
ver-greifen, st.
ver-greinen, schw.
ver-grillesieren, schw.
ver-größern, schw.
ver-grozen
ver-grubbern, schw.
ver-grutzen, schw.
ver-grützen, schw.
ver-gucken, schw.
ver-gummen, schw.
ver-gunnen, schw.
ver-günnen, schw.
Ver-gunner, m.
ver-gunnisch, Adj.
ver-habern
ver-hachern, schw.
ver-hächseln, schw.
ver-hächsen, schw.
ver-häckeln, schw.
ver-hacken, schw.
ver-hafern, schw.
ver-haften, schw.
ver-haftig, Adv.
ver-hageln, schw.
ver-hakeln, schw.
ver-halgern, schw.
ver-halten, st.
Ver-hältnis, n.
ver-hamfeiteln, schw.
ver-hammeln, schw.
ver-hammeln, schw.
ver-hampeln, schw.
ver-handeln, schw.
Ver-handlung, f.
ver-hängen, st.,  schw.
ver-henken, st.,  schw.
Ver-hängnis, n.
ver-hannickeln, schw.
ver-hänseln, schw.
ver-happeln, schw.
ver-häppeln, schw.
ver-harigen, schw.
ver-härmt, adj.
ver-harschen, schw.
ver-harzen, schw.
ver-haspeln, schw.
ver-haßt, adj.
ver-hasten, schw.
ver-hastern, schw.
   ver-gehen st.:
1. 'zeitlich vorübergehen, verstreichen', ve(r)geh(e), -gih(e), -gehn, -gehn, -gihn, s. PfWB gehen [allg.]; vgl. PfWB verfliegen 2, PfWB verlaufen 1 b, PfWB verrinnen 2. Wie die Zeit vergeht! [ NW-Ellstdt, allg.]. RA. (scherzh.): Die Zeit vergeht, es Licht verbrennt, Forts. s. PfWB verbrennen I 1 b. VR.: De Winder is vergange, Forts. s. PfWB Sommertag. —
2. 'aufhören, schwinden'. Das vergeht werre, von Schmerzen,

[Bd. 2, Sp. 1162]
kleinen Verletzungen, bes. als Trost kleinen Kindern gegenüber [ KL-Enkb, allg.]. Scherzh.: Leech Salz (auch: e Stick Butter) uf de Zahn, not vergeht's (angeblich das Zahnweh, in Wirklichkeit das Salz, die Butter) [ BZ-Nd'horb]. Schnupp waarm Wasser, dann vegeht de Schnuppe werrer [ KL-Reichb]. Dem isch 's Lache (die Luscht, de Appetit, de Mut) vegange [ LU-Hochd, allg.]. Ich schlach d'r ins G'sicht (an de Kopp), daß d'r Heere un Sehne vergeht [GH-Westh, verbr.]. SprW.: Es vergeht alles [ZW-Battw, verbr.]. —
3. 'zergehen, sich auflösen'; vgl. PfWB verlaufen 1 a, PfWB verschmelzen. 's Eis (de Schnee) vegeht [PS-Schmalbg, verbr.]. 's Fatt (Fett) vegiht [RO-Rehborn, verbr.]. Die Beere vegihn äim im Maul, von zarten Birnen [KU-Schmittw/O, verbr.]. —
4.
a. 'eingehen, absterben', von Pflanzen. De Wasem 'Rasen' vergeht [ WD-Niedkch ZW-Battw]. SprW.: Unkraut vegeht net [ KB-Bischh, allg.]. —
b. 'umkommen'. Syn. s. PfWB sterben. Do kennt mer vergeh vor Hitz [ LA-Mörzh]. Er vergeht noch vor Zorn [ LA-Nd'hochstdt], ... vor lauder Neid [ NW-Weish/S]. Do mecht mer jo grad vergäin! [ BZ-Dierb]. —
5. sich v.
a. 'sich ergehen, spazierengehen'. Duschde dich e bißche vegehn? [ KU-Bedb]. —
b. im juristischen und moralischen Sinne, wie schd.; vgl. PfWB vergreifen 3 a β. Er hot sich vergange [LU-Alsh, verbr.]. Des Mädel hot sich vergang 'ist schwanger geworden' [ FR-Bockh]. Er hot sich an seine Eldere v. 'hat seine Eltern geschlagen' [ BZ-Dernb]. Er hot sich an dem Kind vergange 'hat ein Kind geschlechtlich mißbraucht' [NW-Kallstdt, verbr.]. —
6. Part. Perf.
a. adj. (attr.) 'vorig'; die vegange Wuch 'vorige Woche' [KU-Bedb, PfId. 173]; vegangene Summer [ KU-Rathsw]. —
b. adv. 'neulich, letzthin, kürzlich'. Do vegange bin ich dort gewest [LU-Böhl, verbr., PfId. 146 Klein Prov. 212]. — Südhess. II 489/90; RhWB Rhein. II 1134; LothWB Lothr. 141; ElsWB Els. I 190/91; Bad. II 58.
 
  
ver-geiern schw.: sich v. 'durch übermäßiges Essen und Trinken, durch Unbekömmliches sich den Magen verderben, den Appetit verlieren', sich ve(r)geiere (-gaiərə) [ RO-Steinb, KL-Fischb KB-Weitw]; sich de Maa v. [ RO-Callb Höring KL-Erfb LU-Oggh Neuhf]. Er is ganz vergeiert 'verkatert, ohne Appetit' [FR-Gerolsh, verbr. NPf nördl. u. mittl. WPf nördl. u. mittl. VPf]. Eich hun e vergeierde Maa [ RO-Rehbn]. — Zu westmd. geier (mhd. gīre) 'gierig', Kluge-Mitzka20 Geier. — Südhess. II 490; RhWB Rhein. II 1137.
 
  
ver-geifern schw.: 'mit Geifer besudeln'. Du hoscht dein Anzug vergääfert [ GH-Nd'lustdt]; dafür häufiger PfWB verseifern. Syn. s. PfWB verschmieren 1 a. Südhess. II 490/91; LothWB Lothr. 142; ElsWB Els. I 199 and. Bed.
 
  
ver-geigen schw.: 'verschwenden'; sein Geld

[Bd. 2, Sp. 1163]
vergeie (-gaiə) [ KU-Rudkch]. Syn. s. PfWB vertun 1 b. SprW.: Wer frih ufsteit, sei Gut vergeit; wer lang leit, werd's aach geweit [ Gal-Sap]. — Zu PfWB geigen. — Südhess. II 491; RhWB Rhein. II 1141.
 
  
ver-geißeln schw.: 'verjagen, verscheuchen', vergääschele [ KU-Wolfst]. Syn. s. PfWB fortjagen. — Zu PfWB geißeln. — Bad. II 59.
 
  
ver-geistern schw.: 'verängstigen', ve(r)gääschdere (-gdərə) [KU-Wolfst KL-Heimkch verbr. VPf], -gaaschdere [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper) Gal-Golkowitz Buch-Illisch], -geeschdere [ Don-Tschest Gert Lovrin], -geischdere [Pirmas LU-Opp Oggh NW-Frankeck]. Syn. s. PfWB vergälstern. Er war ganz vergääschdert 'entsetzt' [LA-Gommh, verbr.], 'totenblaß' [SOPf (Nachlaß Heeger)], vergooschtert [PfId. 146 (Blieskst Donnersberg)]. Die Fraa sieht ganz vergäschtert aus [Sommer Ich frää mich 52]. Er hat e vegaaschdert Gesicht [ KU-Kaulb]. — Zu PfWB geistern. — Südhess. II 491; RhWB Rhein. II 1165; Lothr. 141/42; Bad. II 59.
 
  
ver-gelten st.: wie schd.; wohl nur in Dankesformeln. Ve(r)gelt's Gott! [verbr. (1930 vorn. bei Älteren und bei Handwerksburschen)]. Gott vergelt der's dausendmol! [ LA-Altd]. Vergelt's Gott met lauder kläne Kinn, scherzh. [ RO-O'mosch]. Südhess. II 491/92; RhWB Rhein. II 1188; ElsWB Els. I 217; Bad. II 59.
 
 
Ver-gelting f.: wie schd., Vergelling [Schandein Bav. IV/2, 239].
 
 
ver-gelzen schw.: 'kastrieren', vergelse [BZ-Kapswey Lambert Penns 163]; vgl. PfWB verschneiden 2. — Zu PfWB gelzen. — ElsWB Els. I 218 vergalzen.
 
 
Fergen-meister m.: 'Fährmann'; vgl. PfWB Ferge. a. 1521: Item 5 lb. 10 ß 9 pf. dem fergen meinster vor 42 fart hauwe (Heu) an das thor [GgHospR].
 
 
ver-genörgeln schw.: 'zerknittern', vergnerchle [SOPf (Nachlaß Heeger)]. Syn. s. PfWB verkrumpeln 1 a. Bad. II 59; Schwäb. II 141 vergenorklen.