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ver-fressen bis ver-füttern (Bd. 2, Sp. 1157 bis 1159) | |||
ver-fressen, st. ver-fressen ver-frieren, st. ver-froren ver-frorenig, Adj. ver-fuggern, schw. ver-führen, schw. ver-führerisch, Adj. ver-fuhrwerken, schw. ver-füllen, schw. ver-füttern, schw. ver-gackeiern, schw. ver-gäcksen, schw. ver-gaffen, schw. ver-galeppern ver-gällen, schw. ver-galoppieren, schw. ver-gälstern, schw. ver-gammeln, schw. ver-gammert, Adj. ver-gangen ver-gängig, Adj. ver-gänglich, Adj. ver-ganten, schw. ver-gären, st. Ferge, m. Ferger, m. ver-geben, st. ver-gebens, Adv. ver-geblich, Adv. ver-gehen, st. ver-geiern, schw. ver-geifern, schw. ver-geigen, schw. ver-geißeln, schw. ver-geistern, schw. ver-gelten, st. Ver-gelting, f. ver-gelzen, schw. Fergen-meister, m. ver-genörgeln, schw. Ferger ver-gerben, schw. Ferger-häuslein, n. Ferger-geld, n. Ver-geß, m. ver-gessen, st. ver-gessen ver-gessenig, Adj. ver-geßlich, Adj. ver-geßsam, Adj. ver-geuden, schw. ver-gewaltigen, schw. ver-gickeln, schw. ver-gießen, st. ver-giften, schw. Ver-giftung, f. Vergiß-mein-nicht, n., m. ver-glasen, schw. Ver-gleich, m. Ver-glich, m. ver-gleichen, st. Ver-gleifung, f. ver-glosen, schw. ver-glünzeln, schw. ver-gnügen, schw. Ver-gnügen, n. ver-gocksen, schw. ver-gogeln, schw. ver-golden, schw. ver-gönnen ver-goschen, schw. ver-graben, st., schw. ver-grämt, Adj. ver-grapschen, schw. ver-grasen, schw. ver-gratschen, schw. ver-grauen, schw. ver-graunzen, schw. ver-grauzen, schw. ver-gräuzen, schw. ver-greifen, st. ver-greinen, schw. ver-grillesieren, schw. ver-größern, schw. ver-grozen ver-grubbern, schw. ver-grutzen, schw. ver-grützen, schw. ver-gucken, schw. ver-gummen, schw. ver-gunnen, schw. ver-günnen, schw. Ver-gunner, m. ver-gunnisch, Adj. ver-habern ver-hachern, schw. ver-hächseln, schw. ver-hächsen, schw. ver-häckeln, schw. | 1. 'essend verbrauchen', derb, ve(r)fresse [verbr.]; vgl. PfWB vermanschieren. Syn. s. PfWB vertun 1 b. Er hot alles vefresse un vesoffe [LA-Venn, verbr.]. SprW.: Leichter noch verfress als wie verdokdert [ ZW-Battw]. — 2. a. sich v. 'zu viel essen'. Er hat sich vefress, daß er vespringt, auch vom Vieh [ KL-Hütschhs KU-Kaulb]; vgl. PfWB vollfressen. — b. adj. Part. Perf. α. 'freßgierig, gefräßig', ve(r)fresse [allg.]. Du bischt e rechter verfressener Mensch [RO-Obd, verbr., auch Gal], e Verfressener [verbr.]. Uf de Kerb (Kirbe) waren aach die vefressene Städter do [RO-Sippf]. — β. 'gierig nach Besitz' [ KU-Kaulb]; vgl. rapschig. — γ. 'dick gefressen'; vgl. PfWB herausfressen. Er hot verfressene Backe [ SP-Harths], e vefresse Gesicht [ LU-Alsh NW-Haßl], e vefressener Kopp [Kus]. — 3. 'zerfressen'. Die Raupe vefresse 's Gemies im Gaarde [KU-Hundh, verbr.]. Dem sein Bart han die Mais vefress, scherzh. von spärlichem Bartwuchs [Kus]. Sein Hoor esch vun de Lais verfresse, von verfilztem Haar [ LA-Herxh]. — Südhess. II 483; RhWB Rhein. II 789; LothWB Lothr. 141; ElsWB Els. I 184; Bad. II 56. 1. a. 'durch Frosteinwirkung sterben'. 's is so kalt, daß mer grad v. kennt [ KB-Bischh, allg.]. RA.: Hoscht Angscht, die [Bd. 2, Sp. 1158] Lais vefrieren der?, Frage an einen mit langem Haupthaar [GH-Zeisk, verbr.]. Spott über einen, der sich zu warm kleidet: Heit nacht is e Wolf vefror [ KL-Fischb]. Eine BR. s. PfWB Februar. — b. 'durch Frost und Kälte absterben, verderben'. α. von Pflanzen; vgl. PfWB verderben 2 a. Die Blumme sin heit nacht vefrore [ NW-Kallstdt, allg.]. Die Grumbeere sin vefror (und schmecken deswegen süßlich) [HB-Einöd, verbr.]. Die Rewe sin im Saft vefrore [LU-Alsh, verbr.]. RA.: Er macht e Gesicht, wie wann'm 's Korn vefror wär [ KB-Albish]. Ein SprW. s. PfWB besser (I 732 Z. 36 ff.). BR.: Wann se (die Reben) vefriere in de Woll, do werd 's hinnerscht Faß noch voll [Wilde 206 (NW-Dürkh)]; vgl. die Var. bei Bolle 1. VR.: O Zäskäm, o Zäskäm (Zeiskam), du liegscht sou noh am Wald; die Zwiwwle sin verfrore, fer de Knowloch esch's sou kalt [ GH-Nd'lustdt]. — β. von Gliedmaßen und Körperteilen bei Mensch und Tier. Er hot (sich) d' Fieß (die Hand, die Ohre) verfrore [ GH-Kand, allg.]. Er hot sich 's Blut v., von einer langen und starken Erkältung [ LU-Altr]. Dem sin Blut un Marik in de Knoche vefror, dass. [ KL-Reichb]. Sie hot sich 's Gebliet verfror, von Menstruationsstörungen durch Erkältung [ RO-Dielkch]. Dem (Impotenten) es de Same verfrore [ LU-Limbghf]. Er hot e vefrore (blaugefrorenes) Gesicht [ KL-Fischb]. Er hot vefrorene Fieß [ NW-Frankeck, allg.]. Weje meer kannsch d'r de Aarsch verfriere, zu einem Kind, das sich nicht warm anziehen will [ NW-Ellstdt]. RA.: Heit kennt mer's Mark in de Knoche verfreere [ Gal-Dornf]. Mer kennt (vor Kälte) zu'me Nähtskerwel 'Nähkörbchen' verfriere [SOPf], zu'me Äppelkerbche v. [ KU-A'glan]. Volksgl.: Wann en Kind uf die Welt kummt, duscht'm die Händ un Fieß in Springewasser 'Brunnenwasser', noh verfriert's die Händ un Fieß nie net [Fogel Beliefs Penns Nr. 1838]. — 2. a. 'vor Kälte erstarren', gew. im Perf. Du hoscht dich verfrore [ GH-Kand]. Halb vefrore sin mer häämkumm [KL-Enkb, verbr.]. — b. adj. Part. Perf. α. 'leicht frierend'; vgl. PfWB verfrorenig. Du bischt emol so verfrore [ LA-Gommh]. Du bischt e vefrorener Schneirer [KB-Kriegsf, verbr.], e v. Franzos [ GH-Vollmw], e verfrore Hinkel [ KL-U'sulzb]. — β. s. PfWB unverfroren. — Südhess. II 483/84; RhWB Rhein. II 808; LothWB Lothr. 141; ElsWB Els. I 182; Bad. II 56/57. [Bd. 2, Sp. 1159] Syn.: PfWB verhandeln 1 a, PfWB verkitschen1 1 a, PfWB verklickern 2 a, PfWB verklopfen 3 a, PfWB verkotteln 1, PfWB verkümmeln 1 a, PfWB verkuppeln 2, PfWB verschachern, PfWB verschleudern 1, PfWB vertrumpeln. Verglickert un verfuggert hummer die Knöpp als [Kühn Hamet 24]. Südhess. II 485; Rhein. II 871; LothWB Lothr. 141; ElsWB Els. I 104; Bad. II 57. 1. 'verleiten', ve(r)fehre, -fihre, s. PfWB führen [allg.]; vgl. PfWB verplaudern 2. a. zu Bösem v. Der Bu es zum Stehle vefihrt worr [KB-Albish, verbr.]. — b. zur Hingabe v. Er hot des Mädel v. [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. — c. zu einem zweifelhaften Geschäft v. Loß dich net dezu vefihre! [LA-Gommh, verbr.]. Denne hot 's Geld vefehrt [ KU-Schmittw/O]. — 2. 'transportieren'. a. 1602: (Das Holz könnte von der Saar) mit flötzen (nach den Niederlanden) verführt werden [ABlieskst 108]. — 3. a. 'vollführen'; e Lärm (e Spektakel, e Ufstand) v. [PS-Schönau, verbr.]; e Redd v. 'verdreht reden' [ FR-Bockh]. — b. 'vorführen, zeigen'; e Geherei v. 'hochmütig einhergehen' [ KU-Bedb]. RA.: Sie verfehrt e Gang wie e schwangeri Omenzl (Ameise), dass. [ Gal-Dornf]. — Südhess. II 485/ 86; RhWB Rhein. II 880; LothWB Lothr. 141; ElsWB Els. I 138; Bad. II 57.
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