| Pfälzisches Wörterbuch | ![]() | ||
ver-essen bis ver-färben (Bd. 2, Sp. 1152 bis 1154) | |||
ver-essen, st. ver-exkusieren, schw. ver-explizieren, schw. ver-fahren, st. Ver-fahren, n. Ver-fall, m. ver-fallen, st. Ver-fang, m. n. Ver-fangen, m. n. ver-fangen, st. ver-fänglich, Adj. ver-färben, schw. ver-fassen, schw. ver-faulen, schw. ver-fehlen, schw. ver-feilen, schw. ver-feinden, schw. ver-fetzeln, schw. ver-fetzen, schw. ver-fickeln, schw. ver-ficken, Adj. ver-filzen, schw. ver-fingern, schw. ver-finstern, schw. ver-fisern, schw. ver-fitscheln, schw. ver-fitschen, schw. ver-fitzen, schw. ver-flackern, schw. ver-flammt, Adj. ver-flappen, schw. ver-flatschen, schw. ver-flecken, schw. ver-flennen, schw. ver-flicken, schw. ver-fliegen, st. ver-flixt, Adj. ver-flözen, schw. ver-fluchen, schw. ver-fluchtig, Adv. ver-folgen, schw. Verfolgungs-wahn, m. ver-franseln, schw. ver-fransen, schw. ver-fressen, st. ver-fressen ver-frieren, st. ver-froren ver-frorenig, Adj. ver-fuggern, schw. ver-führen, schw. ver-führerisch, Adj. ver-fuhrwerken, schw. ver-füllen, schw. ver-füttern, schw. ver-gackeiern, schw. ver-gäcksen, schw. ver-gaffen, schw. ver-galeppern ver-gällen, schw. ver-galoppieren, schw. ver-gälstern, schw. ver-gammeln, schw. ver-gammert, Adj. ver-gangen ver-gängig, Adj. ver-gänglich, Adj. ver-ganten, schw. ver-gären, st. Ferge, m. Ferger, m. ver-geben, st. ver-gebens, Adv. ver-geblich, Adv. ver-gehen, st. ver-geiern, schw. ver-geifern, schw. ver-geigen, schw. ver-geißeln, schw. ver-geistern, schw. ver-gelten, st. Ver-gelting, f. ver-gelzen, schw. Fergen-meister, m. ver-genörgeln, schw. Ferger ver-gerben, schw. Ferger-häuslein, n. Ferger-geld, n. Ver-geß, m. ver-gessen, st. ver-gessen ver-gessenig, Adj. ver-geßlich, Adj. ver-geßsam, Adj. ver-geuden, schw. ver-gewaltigen, schw. ver-gickeln, schw. ver-gießen, st. ver-giften, schw. | 1. trans. a. 'durch Fahrten verbrauchen'; Geld, Zeit ve(r)fahre [allg.]. Syn. s. PfWB vertun 1 b. Mer hun unser Kerwegeld uf de Reitschul vefohr [ KU-Schmittw/O]. a. 1529: 2 lb. 4 ß 3 Pf. habent die pfleger ... verzert vnd verfarn als sie das gut ... besichtigt [GgHospR]. — b. 'durch häufiges Befahren mit schweren Fahrzeugen beschädigen'. De Weg is ganz vefahr [KB-Biedh, verbr.]. — c. eine Sache v. 'verkehrt betreiben', gew. im Perf.: Die ganz G'schicht isch vefahre [LA-Gommh, verbr.]. Des is e ganz verfahreni Sach [LU-Altr, verbr.]. — 2. sich v. 'einen verkehrten Weg fahren'. Mer hän uns verfahre [LU-Altr, verbr.]. — 3. intrans. a. α. persönl., mit einem v. 'einen (in einer bestimmten Weise) behandeln', umgspr. Met dem sein ehr gut vefohr [KU-Schmittw/O, verbr.]. — β. sächl. 'etwas (in bestimmter Weise) betreiben'. Es hot lang gedauert, bis die Leut all iwwerzeucht waren, daß mer (im Weinbau) so verfahre muß [ NW-Gimmdg]. — b. α. 'zerspringen, in Stücke zerbrechen'. Ich han die Pann an die Wand geschmiß, dass se in hunnert Sticker verfahr is [Kühn Schnitze I 105]. De Hawwe 'Topf' isch ganz verfahre [SOPf (Nachlaß Heeger)]. Syn. s. PfWB verspringen 1. — β. adj. Part. Perf. 'zerfahren, zerstreut, gedankenlos'. Er is immer so vefahre [ LU-Alsh BZ-Dernb]. Des isch e verfahrener Mensch [ GH-Schwegh]. — c. des Todes v. = PfWB sterben. [Bd. 2, Sp. 1153] a. 1670: an den Kleinen Porpeln oder Kinder Plattern Todts verfahren [StArch. Landstl, Weist.]. — Südhess. II 477/78; RhWB Rhein. II 249; ElsWB Els. I 128; Bad. II 55. 1. 'zerfallen', ve(r)falle [allg.]; vgl. PfWB einfallen 1 a. Syn. s. PfWB zusammenstürzen. 's alt Haus vefallt schun [Kaislt, allg.]. Dor un Torm sein verfall [ KU-Schmittw/O]. Die Brechkaut es verfall — schun lang [Kühn Schnitze II 39]. a. 1553: ein dorf, so verfallen stehet bey Ranspach, ist nichts mehr da denn alte mauren [ABlieskst 61]. — 2. 'beim Fallen Schaden nehmen'. a. 'in Stücke gehen, zerbrechen', vgl. PfWB verfahren 3 b α. 's Kaffeekumbche is verfall [ KU-Schmittw/O]. — b. 'durch Fallen beschädigt werden'. 's Obs is vefalle 'angeschlagen' [ LU-Friesh, BZ-Dernb]; vgl. PfWB verplotzen 1. — c. 'sich etwas verletzen'; sich 's Knie ('s Gesicht) v. [ KU-Schmittw/O PS-Schmalbg]. — 3. adj. Part. Parf. a. 'körperlich schwach, hinfällig'. Er sieht ganz verfalle aus [WD-Niedkch, verbr.]. — b. von eingefallenen Wangen. Sie hot e verfalle G'sicht [ NW-Geinsh]. — 4. = PfWB sterben. Er is schun e paar Johr verfall [ KU-Schmittw/O]. Wann aans vun uns vefällt, dann ... (die Wendung wird gebraucht, wenn man die Umstände erörtern möchte, die im Falle des Ablebens für die Hinterbliebenen eintreten) [KB-Immh, verbr.]. — 5. 'ungültig werden, verjähren'. Das (die Geldforderung, die Schuld) is vefall [PS-Schmalbg, verbr.]. — — 6. 'hinabfallen'. a. 1559: (wenn) das Blut (der Streitenden) uff die Straß verfelt, so haben sie ein Helbling und 13 Heller verbrochen [Knapp 44]. — 7. einem v. a. persönl. α. 'hörig werden'. Er is ehre (der Frau) ganz vefall [Kaislt]. — β. 'jemand zur Zahlung verpflichtet sein'. a. 1469: wan ein huber den gerichtstag einen außblieb ..., der ist den hübnern verfallen zur straff zwo gehlt (ein Flüssigkeitsmaß) wein [PfWeist. I 108 (KU-Berzw)]. a. 1581: welcher die herttmeister, schutzen vnd sexter vbergiebt vnd veracht ihres ambts halber, der ist 5 ß der gemeinen verfallen [ebd. I 46 (KU-A'glan)]. o. D.: der soll dem hübner die gantze zech zu bezahlen verfallen seyn [ebd. I 373 (KB-Eisbg)]. — b. sachl. 'zufallen'. a. 1498: soll das guth den vier herren verfallen sein [PfWeist. I 456 (IB-Eschring)]. — 8. auf etwas (einen Gedanken, einen Plan) v., wie schd. Wie kammer bloß uf so was vefalle! [Kaislt]. — Südhess. II 478; RhWB Rhein. II 271; ElsWB Els. I 106; Bad. II 55. [Bd. 2, Sp. 1154] 1. a. sich v. α. 'sich überfressen, so daß Verstopfung eintritt', vom Rindvieh; vgl. PfWB Verfang. Syn.: PfWB auflaufen 1 a, PfWB auftreiben 3 b, PfWB blähen 2, PfWB verhitzen 2, PfWB vertrückeln 2, PfWB überfangen. Die Kuh hot sich vefang [RO-Felsbghf, verbr. nördl. u. mittl. WPf NPf nördl. VPf verbr. Gal]. Die Kuh is verfange [ KB-Weihf]. — β. 'außer Atem kommen', vom schreienden Kind, auch vom überanstrengten Pferd [Pauli Heilm. 60]. — γ. 'sich verraten'. Er hat sich vefange (sic.!) [ KL-Siegb]. Syn. s. PfWB verplaudern 1 b. — b. sich in etwas v. α. 'sich in etwas verwickeln'. De Gaul hat sich in de Lein verfang [KL-Matzb, verbr.]. — β. 'sich in etwas verbeißen'. De Hund hot sich in dem große Stick Fleesch vefang [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB verbeißen 2 a α. — 2. 'wirken, helfen', umgspr. Bei mer verfängt des nit [ GH-Schwegh]. — Südhess. II 479; RhWB Rhein. II 288; Bad. II 55. 1. 'die Farbe wechseln'. Er hot sich ganz vefärbt, vor Schreck, vor Scham [ KL-Fischb, KU-A'glan Kaulb]. — 2. 'die ursprüngliche Farbe verlieren'. Das Klääd do es ganz verfärbt [ FR-Bockh]; vgl. PfWB abfärben. Syn. s. PfWB verschießen 5. — Südhess. II 479; RhWB Rhein. II 296; Bad. II 55.
| ||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||