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ver-derben bis Verdinger-markt (Bd. 2, Sp. 1142 bis 1145) | |||
ver-derben, st. Ver-derben, n. Ver-derber ver-deuhenkert, Adj. ver-deutschen, schw. ver-dienen, schw. Ver-diener, m. Ver-dienst, m., n. Ferdinand, m. ver-dingen, schw. Verdinger-markt, m. ver-doktern, schw. ver-dollern, schw. ver-donnern, schw. ver-dörren, schw. ver-dorren, schw. ver-dost, Adj. ver-dotteln, schw. ver-dotzen ver-drängen, schw. ver-drasseln ver-drecken, schw. ver-drecksen, schw. ver-drehen, schw. ver-dreht ver-dreschen, st., schw. ver-dressilieren, schw. Ver-drieß, n. ver-drießen, st. ver-drießlich, Adj. ver-drosseln ver-drossen ver-drücken, schw. ver-drudeln ver-drumbeln Ver-druß, m. ver-dübeln, schw. ver-duckeln, schw. verduckelter-weise, Adv. ver-ducken, schw. ver-duften, schw. ver-dulaken, schw. ver-dulden, schw. ver-dulfen, schw. ver-dummen, schw. ver-dumpfen, Adj. Ver-dung, m. ver-dünnen, schw. ver-dunsten, schw. ver-dürren ver-dursteln, schw. ver-dursten, schw. ver-dürstern, schw. ver-dutzen, schw. ver-dutzt ver-duwaken ver-ebnen, schw. ver-edeln, schw. ver-eggen, schw. ver-ehren, schw. Ver-ehrung, f. ver-eidigen, schw. ver-eifern, schw. ver-eignen, schw. Ver-ein, m. ver-einigen, schw. Vereins-fahne, f. m. Vereins-fahnen, f. m. ver-eisen, schw. ver-eitern, schw. Ver-eiterung, f. ver-ekeln, schw. ver-embern, schw. ver-engen ver-erben, schw. ver-essen, st. ver-exkusieren, schw. ver-explizieren, schw. ver-fahren, st. Ver-fahren, n. Ver-fall, m. ver-fallen, st. Ver-fang, m. n. Ver-fangen, m. n. ver-fangen, st. ver-fänglich, Adj. ver-färben, schw. ver-fassen, schw. ver-faulen, schw. ver-fehlen, schw. ver-feilen, schw. ver-feinden, schw. ver-fetzeln, schw. ver-fetzen, schw. ver-fickeln, schw. ver-ficken, Adj. ver-filzen, schw. ver-fingern, schw. ver-finstern, schw. ver-fisern, schw. | 1. trans. a. etwas v., wie schd., ve(r)derwe (-därwə, -dǟrwə, s. F.) [allg.]; die Uhr v. (durch Überdrehen) [allg.]. Am Werg kammer net veel v., weil das Werg an sich schon minderwertig ist [ KU-Schmittw/O]. Nix vedorwe!, Scherz des Keglers, wenn er kein Loch geworfen hat [Krieger 41]. Syn. s. PfWB ver- [Bd. 2, Sp. 1143] PfWB pfuschen. Du verderbscht der die Auwe (durch Lesen bei schlechtem Licht) [Kus, allg.]; de Maache (Magen) v. [ LU-Altr, allg.], vgl. PfWB vergeiern, PfWB verstauchen 2 a; 's Maul v. 'den Geschmack v.' [ GH-Westh]; die Zähn (durch Süßigkeiten) v. [ KU-Diedk, allg.]; verdorwene Aache, e verdorwener Maache, verdorwene Zähn [ NW-Hamb, allg.]; sich (auch: äim) de Appetit v. [ KU-Schmittw/O, allg.]; de gure Name v. [KB-Kriegsf, verbr.]. Er will sich's net mit'm v. 'sich nicht seinen Unwillen zuziehen' [Kaislt, verbr.]. RA.: Du duscht 's Werrer v., wenn sich jemand zu warm anzieht [ PS-Hintwdth, KU-Schmittw/O]. Bei dem is Leib un Seel verdorwe [ LU-Opp]. SprW.: Veel Kech verderwe die Sopp [ KU-Kaulb], ... de Brei [PS-Gersb, verbr.]. Luschdich gelebt un selich g'storwe, is'm Deiwel die Rechnung verdorwe [LU-Opp, verbr.]; vgl. PfWB versalzen 2 a. Zu wennich un zuviel verderbt jedes Spiel [KU-Diedk, verbr., auch Don Gal Buch]. a. 1485: were es auch sach, daß ein becker iemandt sein brott verdörbt, so soll er ime seinen schaden kehren [PfWeist. I 223 (NW-Dackh)]. a. 1614: zusehen müssen, daß mein Armütlein an Hausrat undt etlichem Viehe verbrannt, verloren undt verderbt worden [Groh Wörschw 120]. — b. einen v. (auch von Tieren), sich v.; de Gaul ('s Peerd) v., durch schlechte Behandlung [verbr.]; verdorwene Kinn (Kinder) [KU-Schmittw/O, verbr.]; e verdorwener Kerl, e Verdorwener [NW-Kallstdt, verbr.]; sich v. 'sich ein Unwohlsein, eine Krankheit (bes. Geschlechtskrankheit) zuziehen' [KU-Kaulb Kreimb PS-Erfw verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)]. An dere do is nix mehr se v., von einem verdorbenen Mädchen [KL-Kindsb, verbr.]. SprW.: Ään grindich Schoof (Schaf) vederbt die ganz Herd [KL-Enkb, verbr.]. — 2. intrans. a. von Dingen; vgl. PfWB vergammeln 1 b, PfWB vergrauzen, PfWB verkommen 2, PfWB vermorschen, PfWB verriechen 2, PfWB versauen 2, PfWB verzundern. 's Haai is (durch Nässe) verdorb [ KL-Weilb, allg.]. Des Flääsch do kammer nit esse, 's isch verdorwe [ BZ-Dierb]. Das es e vedarwenes Aai 'ein faules Ei' [KU-Kaulb, verbr.]. Er hot verdorwe Blut, von einem Blutkranken [LU-Böhl, verbr.]. SprW.: Unkraut verdirbt nit [Wilde 289]. BR.: Verderbt mein Haai (durch viel Regen im Juli), gerät mein Hawwer (dessen Wachstum durch Juliregen gefördert wird) [ HB-Alth, KU-Schmittw/O]. Wann's am Gehannsdag (24. Juni) reent, vederwen die Niss [FR-Bockh, verbr. Gal]. — b. vom Menschen. Er is verdorb 'hat Bankerott gemacht' [KU-Albb (ältere Gener. 1930)]. Er is gestorb un verdorb [ KU-Schmittw/O]. a. 1675: Durch währenden diesen Temporalbestand ist diese Wittib auch verdorben und gestorben [Eyselein 102]. SprW.: Hätte mer net die Kerwe, mißte mer [Bd. 2, Sp. 1144] im Dreck verderwe, vom Großreinemachen vor der Kirbe [Schandein Bav. IV/2, 384]. Besser schnell g'storwe wie langsam verdorwe [NW-Kallstdt, verbr.]. Weitere SprW. s. PfWB allein (I 165 Z. 17), Erbe1, PfWB Federvieh. o. D.: Wer es, das ein gottshaußman 'Klosterangehöriger' verdurbe inn bidderberkeit (wohl 'in aller Ehrbarkeit, d. h. ohne eigenes Verschulden'), den soll ein apt zu Limpurg zu ime nemen vnnd ime narung gebenn sein lebtagen [PfWeist. I 300 (NW-Dürkh)]. — F.: Zumeist fə-, fərdärwə, -däÄwə; mittl. VPf (vgl. Bertram § 70) und NWPf vielerorts -dǟrwə. Part. Perf. fədǫrb/-dǫrwə bzw. -drb/-drwə, vgl. K. 1 (Linie gebroch/gebroche); mancherorts NWPf Don Schowe Gal Hohenb: -darb. Präs. Sing.: -derb, -derbsch(t), -derbt; Pl. -derwen/-derwə, vgl. PfWB brauchen, PfWB sitzen u. DSA K. 7a. — Südhess. II 462; RhWB Rhein. I 1324/25; LothWB Lothr. 139; ElsWB Els. II 711; Bad. II 51. 1. wie schd., ve(r)diene [allg.]. Zs. PfWB abverdienen. Er muß soin Geld blutsauer vediene [ LU-Opp]. In de Ferie han ich schään Geld vedient [Kaislt]. Scherzh. Antwort auf die Frage nach dem Verdienst: Ei, die Stunn 60 Minute [ ZW-Battw]. RA.: Du verdiensch der noch net 's Wasser [ KU-Miesau Schmittw/O], net 's Salz in der Supp [Penns]. Er hot's net annerscht verdient 'Es geschieht ihm recht so' [LU-Opp, verbr.]. Der Anbringer will sich e rot Reckelche verdiene [RO-Sippf, KU-Schmittw/O PS-Saalstdt KB-Eisbg Gal-Obl], e Mändelche v. [ LU-Alsh]. Der Heiratsvermittler will sich de Kuppelbelz v. [verbr., auch Gal]. Der allzeit Hilfsbereite hat sich e Platz im Himmel verdient [ ZW-Riedbg]. Sie hot sich 'n Mann mit'm Aarsch verdient 'durch die Folgen des Geschlechtsverkehrs zur Heirat genötigt' [ LU-Opp]; vgl. PfWB einfangen 2 b. SprW.: Geld is schneller ausgebb wie verdient [ KU-Schmittw/O]. Die Gail (die Peer), wo de Hawwer ver- [Bd. 2, Sp. 1145] diene, krien 'ne net [KU-Roßb, verbr., auch Penns Don Gal Buch]. Neckreim: Un se Lebdaa werd kää Fuhrmann reich, dann was er vedient, des vesauft er gleich [Kaislt]; dass. auch von Schuhmacher und Maurer [Feierowend Nr. 5/ 1950]. a. 1351: zwey pfunde haller ..., die sie yme stifte verdeynent [Heidelberger Univ. Bibl., Nachlaß Lehmann Nr. 94]. a. 1554: richten, ein jeglichen nach dem er verdienet hat [PfWeist. I 81 (abgegangener Ort Bautweiler bei KL-Enkb)]. o. D.: Kan er (der Verbrecher) aber in wehrenden drey tagen sich hinweg bringen, so ist er seiner verdienten straff entledigt [ebd. I 65 (FR-Assh)]. — 2. sich v. = PfWB verdingen 2 b, sich verdiene [Beam Penns 33]. — Südhess. II 464/65; RhWB Rhein. I 1353/54; ElsWB Els. II 687; Bad. II 51. 1. 'Lohn, Erwerb'; nooch'm Verdinscht geh [ GH-Nd'lustdt]; um de V. gehe [ KL-Hütschhs]. — 2. 'Gewinn, Erlös aus dem Verkauf'. An dere War hammer iwwerhaupt kää V. [Kaislt, verbr.]. Syn. s. PfWB Profit 1. — 3. (n.) nach V. 'der (schuldhaften) Tat entsprechend'. a. 1507: vnd ob vngerecht leut hie weren oder funden würten, da soll er ickligen richten, oder strafen nach seinem verdinst [PfWeist. I 25 (RO-Alsbr)]. — Südhess. II 465; RhWB Rhein. I 1355; ElsWB Els. II 694; Bad. II 52. 1. 'durch einen Vertrag verpflichten', s. Lexer Lexer III 96; vgl. PfWB Verdung. a. 1565: 8 albus zu Weinkauf Geben ..., alß ich den frießen 'Grabenmeister' den Grundt kandell (wohl 'Rinne zur Ableitung des Wassers') ... zu legen verdingt [WerschwSchR]. — 2. a. einen (eine) v. 'in Stellung geben'. Die Kinner hawwich all verdingt; wann jedes bissel Geld mer bringt, dann lewich gut, des weeß ich schun [Birmelin Penns Gezw. 71]. — b. sich v. 'sich vertraglich zur Übernahme eines Dienstverhältnisses verpflichten'; sich als Knecht (als Maad) verdinge [KL-Hirschhn (um 1900), verbr., auch Penns Don Gal Buch]; vgl. verakkordieren 2, PfWB verdienen 2. a. 1747: indem er (der Schulmeister) von sich selbst abgedankt und nach Busenberg sich verdingt (hat) [Kreuter Haust 81]. — Südhess. II 465; RhWB Rhein. I 1366; ElsWB Els. II 691; Bad. II 52.
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