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ver-brauchen bis ver-brochen (Bd. 2, Sp. 1134 bis 1137) | |||
ver-brauchen, schw. ver-brausen, schw. ver-brechen, st. Ver-brechen, n. Ver-brecher, m. Verbrecher-gesicht, n. ver-brennen, schw. ver-brezeln, schw. ver-briefen, schw. ver-bringen, st., schw. ver-brochen ver-brockeln, schw. ver-bröckeln, schw. ver-broscheln, schw. ver-broseln, schw. ver-brotzeln ver-bruddeln ver-brühen, schw. ver-brüllen, schw. ver-brünzeln, schw. ver-brunzen, schw. ver-brüten ver-brutteln, schw. ver-brutzeln, schw. ver-bügeln, schw. ver-bumbaschieren ver-bumbeien, schw. ver-bumfeien, schw. ver-bumbeuteln, schw. ver-bumfeien ver-bummelt, Adj. ver-bummen ver-bummern, schw. ver-bumpeln, schw. ver-bumpen, schw. ver-bumpern ver-bumpsen, schw. ver-burbeizen, schw. ver-bürgen, schw. ver-bürsten, schw. ver-bussen, schw. ver-büßen, schw. ver-butzeln, schw. Ferch, (Gen. ver-dabern, schw. ver-däbern, schw. ver-dabern, schw. ver-däbern, schw. ver-dachsen, schw. Ver-dacht, m. ver-dachteln, schw. ver-dächtig, Adj. ver-dächtigen, schw. ver-dackeln, schw. ver-dalakern, schw. ver-dulakern, schw. ver-dalgen, schw. ver-dallern, schw. ver-dellern, schw. ver-dammen, schw. ver-dämmern, schw. ver-dammt ver-dappeln verdappert verdattert ver-dauen, schw. Ver-dauung, f. ver-deckeln, schw. ver-decken, schw. ver-defendieren, schw. ver-deffeln ver-dehnen, schw. ver-dellern ver-demmern ver-dengeln, schw. ver-denken, schw. ver-derben, st. Ver-derben, n. Ver-derber ver-deuhenkert, Adj. ver-deutschen, schw. ver-dienen, schw. Ver-diener, m. Ver-dienst, m., n. Ferdinand, m. ver-dingen, schw. Verdinger-markt, m. ver-doktern, schw. ver-dollern, schw. ver-donnern, schw. ver-dörren, schw. ver-dorren, schw. ver-dost, Adj. ver-dotteln, schw. ver-dotzen ver-drängen, schw. ver-drasseln ver-drecken, schw. ver-drecksen, schw. ver-drehen, schw. | 1. a. 'entzweibrechen, zerbrechen' (trans. u. intrans.), von Gegenständen, ve(r)breche [allg.]. De Griffel is verbroch [ NW-Frankeck], is vebroch gang [Pirmas]. Er hot sein Läi (s. PfWB Lei 'Schiefertafel') verbroch [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Leienverbrechen. 's Haai vebricht grad, von zu trockenem Heu [ NW-Wachh]. Er hot die Eh verbroch (scherzh. Wortspiel Ehe - Egge, mda. in der WPf in beiden Fällen ē) [ PS-Geisbg]. RA.: Gehschde hääm mit deiner verbrochene Gittar!, Antwort auf eine Erzählung, die man für unwahr hält [Kühn Palz 131, Zahn Pläsier 143]. Volksgl.: Wann eppes verbrecht, as ganz war, un 's war niemand um de Weg, gebt's en Leicht 'Begräbnis' in sellem Haus [Fogel Beliefs Penns Nr. 558]. Weiteres zum Volksgl. bei ehe (II 731 Z. 13/14), Glas, Wagen. a. 1701: die Fenster in der Herbststuben, welche sehr verbrochen waren [GodrstKellR S. 73]. a. 1767: verbrochener Krappen 'Misthaken' [Kurpf. 940-42, Invent. Einöllen]. — b. von Körperteilen. α. gegenst. 'brechen' vgl. PfWB brechen A I 1. Do kammer de Aarme ('s Been) v. [ RO-Als, KB-Kriegsf Bennhs LU-Opp]. Er hot'm (beim Herumbalgen) de Aarem verbroche [ LU-Altr]. Ich vebrech der 's G'nick! [ KB-Kriegsf]. Er hot sich die Nas vebroch [ RO-Lohnsf]. RA.: Nore laut, 's Maul vebrecht net! [ KL-Fischb]. Aweil verbricht'm 's Maul, wenn das Kind den Mund zum Weinen verzieht [ LU-Alsh]. An dem schwere Wort kammer sich die Zung v. [ KU-Schmittw/O]. Die Mämm 'Mutter' hot net viel g'saat, awwer mer hot sehne kenne, daß ihre Herz schier verbroch is [PennsDeitsch-Eck 3. 12. 1946]. SprW.: Wammer Bech hot, verbricht mer de Finger im Herschebrei [ KU-Schmittw/O], in de Nas [ PS-Dahn]. — β. übertr.; sich de Kopp v. 'sich den Kopf zerbrechen, angestrengt nachdenken' [ KL-Lind, <]; vgl. Kopfverbrechen(s). — c. vom Menschen überhaupt. Ich bin heit so verbroch 'erschöpft' [ Gal-Dornf]. Das is e Verbrochener 'ein gebrechlicher, schwächlicher Mensch' [ebd.]. — 2. 'erbrechen', verbreche [ HB-Nd'gailb]; vgl. PfWB brechen B 2. — 3. a. 'sich etwas zuschulden kommen lassen'. Was han ich dann vebroch? [KL-Kindsb, verbr.]. VR.: Herr Paschtor, ich komm zu Ihne; alle meine Sünden beicht ich Ihne, was ich hab verbroche in dieser Woche, Forts. s. PfWB Pastor. Küpper I3 494. — b. 'einer Strafe verfallen'. a. 1484: wer eß sach, daß eyner liebe vnd gut verbrech 'Leben und Vermögen verwirke', sollen beyde herrn daß gutt nemen [PfWeist. I 210 (PS-Burgalb)]. Anf. 16. Jh.: welliche anders dan mit dem angell darin fischent uß den gemeinden, der hat 1 liber heller verbrochen [ebd. I 97 (Bergz)]. — Südhess. II 450; RhWB Rhein. I 950; ElsWB Els. II 178; Bad. II 48. 1. wie schd., Ve(r)brecher [verbr.]. — 2. 'wer ein Gebot verletzt, einer Verbindlichkeit nicht nachkommt'. a. 1609: Vnd da etwann ein verbrecher armuthwegen obgesetzte eynungen zu erlegen nicht vermögte, solle derselbe nach erkantnüß gestrafft werden [PfWeist. I 103 (Bergz)]. Südhess. II 451; Bad. II 48. I. intrans. 1. wie schd., ve(r)brenne, -branne, s. PfWB brennen[allg.]. Die ganz Frucht 'die ganze Getreideernte' is (bei dem Brand) vebrennt [ KL-Kindsb]. RA.: 's vebrennt ehr nix uf de Zung (uf de Lippe) 'Sie spricht alles rücksichtslos aus' [ KL-Hirschhn]. Mei Herz un mei Seel soll im Leib verbrenne!, Beteuerung [Don (Steinmetz)]. Die Zeit vergeht, es Licht verbrennt, un de Hannickel sterbt doch net [ WD-Niedkch]; statt Hannickel dass. mit de Hans [ Don-Gertianosch], die Alt [ KU-Diedk], die Großmotter [verbr. NPf Don-Schowe], 's Kind [verbr. Gal]. SprW.: Keem is noch de Bettelstab verbrennt 'Keiner ist sicher vor Armut' [ Don-Gottlob]. Rätsel: 's brennt Daa un Nacht un verbrennt net (die Brennessel) [Hebel 120 Wilde 33]. VR.: Rab, Rab, dein Nescht brennt; siwwe Junge sin vebrennt; der ganze Reim bei Rabe [ HB-Kirrbg]. a. 1569: Dem Nikel Karcher sollen die Faßdauben, die er durch Spitalarbeiter im Walde habe machen lassen unnd verbrunnen sind, nicht verrechnet werden [Küchler 34]. — 2. 'unter der Sonnenglut verdorren'. 's Gras verbrennt in der Sunn [Kus, verbr.]. Die Wisse sein ganz vebrennt [ KU-Kaulb]. Syn. s. PfWB vertrückeln 1. — 3. von [Bd. 2, Sp. 1136] Kleeseide befallene ringförmige Stellen sind vebrennte Plätz [ KL-Reichb]; vgl. PfWB Placken 3 b, Fehl-, Kleeseidenplatz. — 4. bei hohem Fieber ist das Blut verbrennt [Heeger Vhk. 6]; vgl. PfWB versitzen 2. — II. trans. 1. a. 'durch Feuer vernichten'. α. etwas v.; 's Grumbeerekraut uf'm Feld v. [KU-Schmittw/O, verbr.]. Volksgl.: Der Kärfreidag kehrt mer all die Stuwwe aus un verbrennt seller Dreck, noh hot mer Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 1300]; andere Beispiele s. PfWB Haar, PfWB Katze, PfWB Kleid, PfWB Schuh. VR.: Dort unne, dort owwe, wu 's Wasser zammerennt, dort hot de alt Hornung sei Pelzkapp verbrennt [ Gal-Neuhf]; s. den VR. bei Arsch (I 337 Z. 33 ff.). Vgl. auch Kirbe-, PfWB Winterverbrennen. a. 1615: die Bilder gestürmbt, darauß geworffen und verbröndt [Vogel 29 (GH-Zeisk)]. — β. einen Menschen v. Syn. s. PfWB töten 1. a. 1535: Auch sollen die von Ormesheim, wan es vonnöten ist, ein zu verbrennen, den steill stellen sambt dem holz darzu [ABlieskst 97]. RA.: So Leit hot mer friher verbrennt, scherzh. angewandt z. B. auf jemand, der im Kartenspiel einen dummen Fehler gemacht hat [Kühn Palz 137]. Brauchtum: de Judas v., von der Scheitholzweihe auf der Kirchentreppe am Karsamstag; vgl. PfWB Palmen (I 541 Z. 47). Mehr hierzu s. PfWB Judas. Verbrennen von Tieren in RA.: Der Bettelarme sagt: Eich han kei Geld for Stroh, darreich (daß ich) mei Lais verbrenne kennt [ WD-Niedkch, RO-Dielkch]. Er macht e Gesicht wie e verbrennt Wanz [ LU-Oggh]. Modern: sich v. lassen, von der Feuerbestattung. Er will sich v. losse [KB-Kerzh, verbr.]. — b. 'verheizen', von Brennstoffen. In sellem kalde Winder hammer viel Kohle verbrennt [Kaislt, verbr.]. — 2. 'durch Brennen beschädigen'. a. gegenst.; sich de Aarm, die Hand, de Finger v. [ KB-Kriegsf, allg.]; vgl. PfWB verbrühen 1, PfWB versengen 1. Er hot sich am Fuß verbrennt [ LA-Gommh, allg.]. Verbrenn der net 's Herz im Leib!, Warnung vor zu heißen Speisen [ Gal-Dornf]. RA.: Er hot 's Hern verbrennt, wer unüberlegt handelt [ PS-Burgalb]; vgl. PfWB hirnverbrannt. SprW.: Wer sich 's Maul verbrennt, bloost uf's Kalde [ Gal-Sap]; auch: Wer sich am Heeße v., bloost ... [verbr. Don Gal Buch]. Besser die Supp gebloos, wie 's Maul vebrennt [Pirmas]. VR.: Kathrinche vun Bach hot laurer schään Sach, hot Äppel gedämpt un de Finger vebrennt [ KU-Reiffb]; Var. s. PfWB Bach (I 502 Z. 8 ff.). Scherzhafter Hochzeitsbrauch: Die Kechin hot die Hand verbrennt, weswegen unter den Hochzeitsgästen Geld für sie gesammelt wird [SP-Schiffstdt, verbr. Gal]. — b. übertr. α. RA.: Er hot sich die Finger vebrennt 'ist hereingefallen' [ KB-Bennhs, allg.]. Er hot sich 's Maul (auch: die Zung) v. 'hat sich durch unüberlegtes Reden Unannehmlichkeiten gemacht' [Bd. 2, Sp. 1137] [RO-Alsbr, verbr.]. Er kummt doher, mer mänt, er hätt die Fieß im Schnee v., von einem Betrunkenen [KL-Siegb, verbr.]. — β. Er hot'n sich v., auch: Er hot sich de Schwanz v. 'hat sich eine Geschlechtskrankheit zugezogen' [LA-Impfl, verbr.]. Wolf 6044. — 3. von der durch Sonnenstrahlen bewirkten Bräune; vgl. PfWB verbraten 2. Die Sunn hat'n verbrennt [KU-Herschw/Petth, verbr.]. Wie der verbrennt esch! [ GH-Zeisk]. Sie is vun der Sunn ganz braun v. [PS-Burgalb, verbr.], ganz schwarz v. [ LA-Herxh]; vgl. PfWB sonnverbrannt. Er hot e vebrennt G'sicht [GH-Westh, verbr.]. Er is ganz verbrennt im Gesicht [ PS-Burgalb]. — Südhess. II 451/52; RhWB Rhein. I 968/69; LothWB Lothr. 139; ElsWB Els. II 190/91; Bad. II 48.
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