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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ver-bosen bis ver-brechen (Bd. 2, Sp. 1132 bis 1134)
 
ver-bosen, schw.
ver-bösen, schw.
ver-bösern, schw.
ver-bößeln, schw.
ver-boßen, schw.
Ver-bot, n.
ver-boxen, schw.
ver-bozen, schw.
Ver-brannter, m.
ver-brasten, schw.
ver-braten, st.
ver-brauchen, schw.
ver-brausen, schw.
ver-brechen, st.
Ver-brechen, n.
Ver-brecher, m.
Verbrecher-gesicht, n.
ver-brennen, schw.
ver-brezeln, schw.
ver-briefen, schw.
ver-bringen, st.,  schw.
ver-brochen
ver-brockeln, schw.
ver-bröckeln, schw.
ver-broscheln, schw.
ver-broseln, schw.
ver-brotzeln
ver-bruddeln
ver-brühen, schw.
ver-brüllen, schw.
ver-brünzeln, schw.
ver-brunzen, schw.
ver-brüten
ver-brutteln, schw.
ver-brutzeln, schw.
ver-bügeln, schw.
ver-bumbaschieren
ver-bumbeien, schw.
ver-bumfeien, schw.
ver-bumbeuteln, schw.
ver-bumfeien
ver-bummelt, Adj.
ver-bummen
ver-bummern, schw.
ver-bumpeln, schw.
ver-bumpen, schw.
ver-bumpern
ver-bumpsen, schw.
ver-burbeizen, schw.
ver-bürgen, schw.
ver-bürsten, schw.
ver-bussen, schw.
ver-büßen, schw.
ver-butzeln, schw.
Ferch, (Gen.
ver-dabern, schw.
ver-däbern, schw.
ver-dabern, schw.
ver-däbern, schw.
ver-dachsen, schw.
Ver-dacht, m.
ver-dachteln, schw.
ver-dächtig, Adj.
ver-dächtigen, schw.
ver-dackeln, schw.
ver-dalakern, schw.
ver-dulakern, schw.
ver-dalgen, schw.
ver-dallern, schw.
ver-dellern, schw.
ver-dammen, schw.
ver-dämmern, schw.
ver-dammt
ver-dappeln
verdappert
verdattert
ver-dauen, schw.
Ver-dauung, f.
ver-deckeln, schw.
ver-decken, schw.
ver-defendieren, schw.
ver-deffeln
ver-dehnen, schw.
ver-dellern
ver-demmern
ver-dengeln, schw.
ver-denken, schw.
ver-derben, st.
Ver-derben, n.
Ver-derber
ver-deuhenkert, Adj.
ver-deutschen, schw.
ver-dienen, schw.
Ver-diener, m.
Ver-dienst, m.,  n.
Ferdinand, m.
ver-dingen, schw.
Verdinger-markt, m.
ver-doktern, schw.
ver-dollern, schw.
   ver-bosen, -bösen, -bösernschw.:
1.
a. einen v. 'sehr ärgern', verbose [ KL-N'hemsb]. Syn. s.

[Bd. 2, Sp. 1133]
PfWB verärgern.
b. sich v. 'böse werden', sich vebose [ KU-Kaulb]; verbost 'verbittert' [Schandein Sprachsch. 7]. —
c. 'verderben, zunichte machen'. So'n Nachtwächter der verbäist och (euch) en artlich Spiel durch sein Ansagen der Sperrstunde [Schandein Bav. IV/2, 260]. Syn. s. PfWB verpfuschen. —
2. 'eine Fehlgeburt haben' (bei Tieren), verbouse [ LA-Gleisw], -beese [ LU-Neuhf], -beesere [verbr. VPf], -bäisere [verbr. südl. VPf]. Syn. s. PfWB verwerfen 3. Die Kuh hot verbeesert [ LA-Gommh]. — Südhess. II 449; RhWB Rhein. I 881; ElsWB Els. II 102; Bad. II 47.
 
  
ver-bößeln, -boßenschw.:
1. 'verklopfen, verprügeln', verbeeßele [ RO-Lettw], -booße [ZW-Stamb]; vgl. PfWB boßen 2 b. Syn. s. PfWB verhauen 1. —
2. sich v. 'sich abmühen'; vgl. PfWB verschleppen 2, PfWB verschleifen 5, PfWB verschlupfen 2, PfWB verschwitzen 1, PfWB verstrampeln 2, PfWB verwirtschaften; weitere Syn. s. PfWB abquälen. An dem Knorze 'Baumstumpf' han ich mich awwer misse veboße [Kaislt, RO-Sippf]. — Zu PfWB boßen, PfWB bößeln.
 
  
Ver-bot n.:
1.
a. wie schd., umgspr., Ve(r)bot (-bōd) [vorn. städtisch]. a. 1717: dafern einer nach dem verbott ergriffen würde, soll zur straf zwey bazen erlegen [PfWeist. I 5 (KU-Adb)]. —
b. gebott und verbott, als Bez. der vollen Oberherrlichkeit ( DWB DWb. XII/1, 152). a. 1565: Item die churfurstliche Pfaltz hat auch alle hohe vnd nidere oberigkeiten, gebott vnd verbott vnd was demselben anhennig [PfWeist. I 91 (GH-Bellh)]. —
2. 'Freiplatz beim Fangspiel', Verboot [ BZ-Dernb], Verbott [ PS-Erfw]; vgl. PfWB Verbiet. Syn. s. PfWB Bott 1. — Südhess. II 449; RhWB Rhein. I 884; ElsWB Els. II 117.
 
 
ver-boxen schw.: 'mit Boxhieben traktieren', verboxe [Frankth]. Syn. s. PfWB verhauen 1. Südhess. II 449; RhWB Rhein. I 829.
 
  
ver-bozen schw.: sich v.
1. 'sich verkleiden, maskieren', ve(r)boze (-bōdsə) [verbr. westl. WPf RO-Dielkch Bistschd]; e verboztes Gesicht [ IB-Ensh]; vgl. PfWB vermummeln 2, PfWB Bozengesicht.
2. 'sich auffällig und ohne Geschmack kleiden' [ KU-Kaulb Kreimb Körbn Kübbg HB-Kirkel/Neuhäus RO-Rehborn]; vgl. PfWB vermummeln 1. Du hascht dich emol verbozt! [ KU-Kübbg]. — Zu PfWB Boz 1 a bzw. 2a. — Südhess. II 449; RhWB Rhein. I 890.
 
 
Ver-brannter m.: 'der Abgebrannte', vgl. PfWB abgebrannt, PfWB verbrennen I 1. a. 1535: Item 6 gulden 3 alb. hat mein gnediger Her den Verbranten ... auß gnaden nachgelassen [Zweibr-LSchR].
 
  
ver-brasten schw.: sich v. 'sich viel Sorgen machen'. Er hot sich verbrascht [ GH-Bellh]. Syn. s. PfWB verkärmen. — Zu PfWB Brast1. — Südhess. II 449.
 
  
ver-braten st.:
1. 'zu lange braten, so daß das Fleisch den Saft verliert oder anbrennt',

[Bd. 2, Sp. 1134]
ve(r) broode, -broore, -broole, s. PfWB braten [verbr.]; vgl. PfWB verbrutzeln. —
2. von Hautreizungen durch zu starke Sonnenbestrahlung. Heit kammer in de Sunn v. [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB verbrennen II 3. — Südhess. II 449/50; RhWB Rhein. I 919; ElsWB Els. II 201.
 
  
ver-brauchen schw.: wie schd., ve(r)brauche, -bruche, s. PfWB brauchen [allg.]; vgl. PfWB verkonsumieren, PfWB verzehren 1. Die Grumbeere, wo bei uns gebaut werren, verbrauchen die Leit selwer [ BZ-Nd'horb]. Südhess. II 450; RhWB Rhein. I 928; Bad. II 48.
 
  
ver-brausen schw.: 'nach einem Zornesausbruch wieder ruhig werden', Gegenteil zu PfWB aufbrausen, verbrause [ KU-Schmittw/O]. Syn.: PfWB abkühlen 1 b, PfWB abregen, PfWB auskreischen 2, PfWB austoben, PfWB beruhigen, PfWB trösten 1 b β, PfWB tüschtern 2 b, PfWB tuschen2 2 a, PfWB erkriegen, PfWB geben, PfWB nachgeben, PfWB -lassen. RhWB Rhein. I 933, LothWB Lothr. 139 u. ElsWB Els. II 199 and. Bed.
 
  
ver-brechen st.:
1.
a. 'entzweibrechen, zerbrechen' (trans. u. intrans.), von Gegenständen, ve(r)breche [allg.]. De Griffel is verbroch [ NW-Frankeck], is vebroch gang [Pirmas]. Er hot sein Läi (s. PfWB Lei 'Schiefertafel') verbroch [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Leienverbrechen. 's Haai vebricht grad, von zu trockenem Heu [ NW-Wachh]. Er hot die Eh verbroch (scherzh. Wortspiel Ehe - Egge, mda. in der WPf in beiden Fällen ē) [ PS-Geisbg]. RA.: Gehschde hääm mit deiner verbrochene Gittar!, Antwort auf eine Erzählung, die man für unwahr hält [Kühn Palz 131, Zahn Pläsier 143]. Volksgl.: Wann eppes verbrecht, as ganz war, un 's war niemand um de Weg, gebt's en Leicht 'Begräbnis' in sellem Haus [Fogel Beliefs Penns Nr. 558]. Weiteres zum Volksgl. bei ehe (II 731 Z. 13/14), Glas, Wagen. a. 1701: die Fenster in der Herbststuben, welche sehr verbrochen waren [GodrstKellR S. 73]. a. 1767: verbrochener Krappen 'Misthaken' [Kurpf. 940-42, Invent. Einöllen]. —
b. von Körperteilen. α. gegenst. 'brechen' vgl. PfWB brechen A I 1. Do kammer de Aarme ('s Been) v. [ RO-Als, KB-Kriegsf Bennhs LU-Opp]. Er hot'm (beim Herumbalgen) de Aarem verbroche [ LU-Altr]. Ich vebrech der 's G'nick! [ KB-Kriegsf]. Er hot sich die Nas vebroch [ RO-Lohnsf]. RA.: Nore laut, 's Maul vebrecht net! [ KL-Fischb]. Aweil verbricht'm 's Maul, wenn das Kind den Mund zum Weinen verzieht [ LU-Alsh]. An dem schwere Wort kammer sich die Zung v. [ KU-Schmittw/O]. Die Mämm 'Mutter' hot net viel g'saat, awwer mer hot sehne kenne, daß ihre Herz schier verbroch is [PennsDeitsch-Eck 3. 12. 1946]. SprW.: Wammer Bech hot, verbricht mer de Finger im Herschebrei [ KU-Schmittw/O], in de Nas [ PS-Dahn]. —
β. übertr.; sich de Kopp v. 'sich den Kopf zerbrechen, angestrengt nachdenken' [ KL-Lind, <]; vgl. Kopfverbrechen(s). —
c. vom Menschen überhaupt. Ich bin heit so verbroch 'erschöpft' [ Gal-Dornf]. Das is e Verbrochener 'ein gebrechlicher, schwächlicher Mensch' [ebd.]. —
2. 'erbrechen', verbreche [ HB-Nd'gailb]; vgl. PfWB brechen B 2. —
3.
a. 'sich etwas zuschulden kommen lassen'. Was han ich dann vebroch? [KL-Kindsb, verbr.]. VR.: Herr Paschtor, ich komm zu Ihne; alle meine Sünden beicht ich Ihne, was ich hab verbroche in dieser Woche, Forts. s. PfWB Pastor. Küpper I3 494. —
b. 'einer Strafe verfallen'. a. 1484: wer eß sach, daß eyner liebe vnd gut verbrech 'Leben und Vermögen verwirke', sollen beyde herrn daß gutt nemen [PfWeist. I 210 (PS-Burgalb)]. Anf. 16. Jh.: welliche anders dan mit dem angell darin fischent uß den gemeinden, der hat 1 liber heller verbrochen [ebd. I 97 (Bergz)]. — Südhess. II 450; RhWB Rhein. I 950; ElsWB Els. II 178; Bad. II 48.