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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Fege bis Fegling (Bd. 2, Sp. 1088 bis 1092)
 
Fege, f.
Fegem, f.
Fege-eisen
Fege-feuer, n.
Fege-mutter, f.
Fegem
fegen, schw.
Feger, m. f.
Fegerin, m. f.
fegern, schw.
Feget, f.
Feg(e)-teufel, m.
Fegling, m.
Feg-obst, n.
Fegsel, n.
Fegsem, n.
fehl, Adj.
Fehl, m.
fehlen, schw.
fehlen
Fehler, m.
fehler-frei, Adj.
Fehl-geburt, f.
fehl-gehen, st.
Fehl-graben, m.
fehl-greifen, st.
Fehl-griff, m.
Fehl-jahr, n.
Fehl-platz, m.
fehl-schießen, st.
Fehl-schlag, m.
Fehl-schritt, m.
Fehl-schuß, m.
fehl-sprechen, st.
Fehl-tritt, m.
Fehmel
fehmeln
Fehr-bach, ON
Fehrentz
Feibel, f.
Veichel
veichelblau
Feier, f.
Feier-abend, m.
Feierabend-glocke, f.
feierlich, Adj.
feiern, schw.
Feier-tag, m.
Feiertags-anzug, m. m. n. n.
Feiertags-braten, m. m. n. n.
Feiertags-essen, m. m. n. n.
Feiertags-kleid, m. m. n. n.
Feiertags-schwarm, m.
feig, Adj.
Feige, f.
Veigel, n.
veigel, Adj.
veigel-blau, Adj.
veigel-farben, Adj.
veigeln, schw.
Feigen-stock, m.
Feigheit, f.
Feig-lappen, m.
Feig-lappes, m.
Feigling, m.
feil, Adj.
Feil, ON
Feil-bäcker, m.
feil-bieten, st.
Veilchen, n. f.
Veiole, n. f.
Veilchen-dragoner, m.
Feilchens, n.
Feile, f.
feilen, schw.
Feilen-kluppe, f.
feil-geben, st.
feil-haben, schw.
feil-halten, st.
Feil-kauf, m.
Feilschaft, f.
feil+-tragen, st.
feil-tun, st.
feimeln, schw.
feimen, schw.
Feim-löffel, m.
fein, Adj.
fein-äderig, Adj.
Fein-arsch, m.
fein-blätterig, Adj.
Feind, m.
feind, Adj.
Feindschaft, f.
fein-gliederig, Adj.
fein-kauig, Adj.
fein-knöchelig, Adj.
fein-knöchig, Adj.
fein-knochig, Adj.
fein-rößlig
Fein-schmeck(l)er, m.
   Fege, Fegemf.:
1. 'Nachgeburt bei Tieren', bes. von Kuh und Ziege, Fee (f, seltener fē) [WPf verbr. KB Gal], (fn) [ IB-Habkch], (fēə) [ ZW-Bechhf], (fə) [KU-Lauteck IB-Rohrb Hass Rhein KL-Weilb Landstl], Fehem (fəm) [ KU-Cronbg]; zur Verbr. s. K. 122; davon abgeleitet Feget, Fegsel, Gefege. Syn.: PfWB Putz2, PfWB Putzel 1, PfWB Putzicht 1, PfWB Tracht 2 b, PfWB Trage 3 b, PfWB Geflecht, PfWB Lächter, PfWB Nachgeburt, PfWB Reinsel, PfWB Säuberung. Die F. is schun abgang [WPf verbr. Gal]. Volksgl.: Die F. vun der Stut muß mer uf e därre Boom hänge, daß se die Rawe fressen; dann freckt's Fillche net [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB Butterweck 2b. —
2. Geräte und Geräteteile s. PfWB Pflugs-, PfWB Windfege. —
3.
a. 'lebhaftes Mädchen, das viel umherläuft', Feg (fg) [verbr. nördl. VPf]. Des es en F. [ FR-Bockh]. —
b. aldi Fee 'altes Weib', auch Schimpfw. [ KU-Konk]. — Bed. 1 u. 2 zu PfWB fegen 1 u. 2, Bed. 3 zu PfWB fegen 3. — Südhess. II 397, 398; RhWB Rhein. II 356; LothWB Lothr. 136; ElsWB Els. I 97; Bad. II 31.
 
 
Fege-eisen r.: 'wer sich auf allen Kirchweihen herumtreibt und viel tanzt', Feecheise [SOPf (Nachlaß Heeger)]; vgl. PfWB fegen 2 b. — -feuer n.:
1. 'Läuterungsort der Seelen' (katholische Glaubenslehre), Feg-, Feechfeier [verbr.], Fee- [ KU-Eschau]. Du kummscht emol ins F., spöttische Drohung [ NW-Freinsh]. —
2. übertr. 'bösartiges, zänkisches Weib' [verbr.]. Syn. s. PfWB Hausteufel. Des is d'r 's reinschde F. [ LU-Opp, NW-Hardbg], e recht F. [ KU-Bedb], e rot F., von einer Rothaarigen [ KU-Obw/Tiefb, RO-Rehborn]. — Südhess. II 400; RhWB Rhein. II 355; LothWB Lothr. 136; ElsWB Els. I 132/33; Bad. II 31. — -mutter f.: 'Hebamme', Fegemütter (Pl.) [Pauli Heilm. 107]; vgl. PfWB Amme.
 
 
Fegem s. PfWB Fege.
 
  
fegen schw.:
1.
a. 'mit dem Besen f.'; die Stubb feche [ FR-Bockh BZ-Dernb]; dafür meist PfWB kehren. Zs. PfWB ab-, PfWB aus-, PfWB durch-, hinweg-, PfWB zusammenfegen. a. 1565: 13 albus einem Schornstenfeger geben, der etliche schornsten im Closter gefegtt [WerschwSchR]. —
b. 'scheuern, reibend säubern', fehe, feje, fääche, s. F. [verbr.]. Die Mämm (Mama) hat die Messere g'fegt [Danner Penns 114]. —
c. den Bach, den Graben, die Wiese f. 'gründlich reinigen'. a. 1423: vff Martini Nachtag, Wann die Gemein die Bach feigen [Niedhammer 157 (NW-Wachh)]. a. 1507: daß ein icklich haußgeseß soll ... zwen tag helfen bech vnd graben fegen [PfWeist. I 23 (RO-Alsbr)]. a. 1563: 8 albus ietzt ermeltem Steytzen Henn vonn bemelterer (Baumholderer)

[Bd. 2, Sp. 1089]

[Bd. 2, Sp. 1091]
wießenn zu fegenn [LandsbgZb.]. —
d. 'durch Abhauen entfernen'. a. 1507: wo jemant einen weg hinaußfuret vnd ein baum in hindern wurt an seinem geferdt, so soll vnd mag er ein helbarth nemen vnd vff die achß deß wagens stehn vnd fegen vnd abhawen, waß im hinderlich ist [Pf-Weist. II 551 (LA-Frankw)]. —
e. 'Bohnen enthülsen', fääe [IB -Bliesmg/Bolch]; vgl. PfWB putzen 1 b. —
f. 's Geweih fehe, vom Rehbock, der im Frühjahr den Bast von den neuen Hörnern an den Bäumen abscheuert [ KU-Schmittw/O]. —
g. 'tadeln, zurechtweisen'. Der Notär hat se gefäit, weil se e unrechte Akt mache wollte [ KU-Blaub]. —
2. sich f.
a. vom Ausstoßen der Nachgeburt bei Tieren, vgl. PfWB Fege 1. Die Kuh dut sich fehe (fähe) [NPf SWPf mancherorts übrige Pfalz], fäje [ NW-Ruppbg]; vgl. K. 75 u. Syn. bei putzen 1 r γ. —
b. der Baam fäät sich, vom Abfallen der wurmstichigen Früchte [ RO-Messbhf]; vgl. PfWB Fegobst. —
c. persönl. 'sich (nach schmutziger Arbeit) gründlich reinigen'. Jetzt muß ich mich awwer f. [ RO-Messbhf]; vgl. PfWB kolten. —
3.
a. 'lange, rasche Schritte machen' [verbr.]. Syn. s. PfWB laufen. —
b. 'ohne Unterlaß tanzen' [verbr.]; vgl. PfWB scherbeln, PfWB schnärren, PfWB schwenken, PfWB schwofen, PfWB walzen. Wollen mer aane f.? [ KB-Kriegsf]. Mer han d'r emol gefäächt! [ KU-Kaulb Kreimb]. Drum an de Kerb kaan Zeit verzambelt, gefegt, geschwenkt vun A bis Zett! [Kühn Palz 56]. —
c. 'herumstreunen'. Die Buwe feechen die Gasse ein un aus [SP-Heiligst, PS-Geisbg vereinzelt VPf]; vgl. PfWB stromern. Zs. PfWB herum-, PfWB hinfegen. —
d. 'bettelnd umherziehen'. Er geht fehe, vom Tagedieb [Zweibr]; s. PfWB fechten, PfWB fegern 2 u. die Syn. bei bitten. F.: fə u. fēə NPf u. WPf, fjə RO-Finkb NW-Kallstdt, fēə u. fχə südl. WPf sowie mittl. u. südl. VPf, sonst sporadisch, föə LU-Alsh, fgə verbr. LU. — Südhess. II 398/99; RhWB Rhein. II 352 ff.; LothWB Lothr. 136; ElsWB Els. I 97; Bad. II 31.
 
  
Feger m., Fegerin f.:
1.
a. s. Zs. PfWB Kamin-, PfWB Schornsteinfeger; vgl. PfWB fegen 1 a. —
b. 'wer viel in Bewegung ist', mit abwertender Nebenbedeutung, Fäächer, Feecher, Fäjer, Fejer, Feger, s. F. bei fegen [verbr.]; vgl. PfWB fegen 3 c, 3 d.
α. 'Streuner, Vagabund' [verbr.]. Syn. s. PfWB Landstreicher. —
β. 'umherziehender Handwerksbursche' [verbr.]. —
γ. 'mannstolle Frau', Fegern [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Bubenrolze 2. —
δ. 'Lausbub', Pl. auch 'lärmende Kinderschar' [verbr.]. —
c. 'überaus großer Mensch', abwertend [ RO-Mannw]. —
d. 'Schreckgestalt für Kinder' [verbr. WPf LU-Ruchh LA-Bornh Burrw]. Zs. PfWB Butzenfeger. Syn. s. PfWB Butzenmann 1 a. —
2. sachl.
a. 'Besen', bes. 'Stallbesen' [ KL-Reuschb]. —
b. 'verhärteter Nasenschleim' [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Butzen 7 a. — Südhess. II 399; RhWB Rhein. II 356/57; ElsWB Els. I 97; Bad. II 31.

[Bd. 2, Sp. 1092]

 
   fegern schw.: 'im Lande bettelnd umherziehen', fechere [ WD-Hoof], fäschere [ ZW-Lambsbn]; vgl. PfWB fegen 3 d. — Intensivum zu PfWB fegen. — Südhess. II 399; RhWB Rhein. II 357 and. Bed.
 
  
Feget f.: = PfWB Fege 1, Feet (fd) [ KU-Wolfst]; vgl. PfWB Gefeget. RhWB Rhein. II 357 and. Bed., IX 1170 Fegtes; ElsWB Els. I 98 u. Bad. II 31 and. Bed.
 
  
Feg(e)-teufel m.: 'feurige Person', Fegedeiwel [ NW-Frankeck], Fegdeifel [ GH-Kand]. DWB DWb. III 1417.
 
  
Fegling m.: 'Kunstschwarm, den man gewinnt, indem man einen Teil der Bienen von den Waben abfegt und mit einer fremden Königin in einen neuen Stock setzt', Imkerspr., Fegling [ ZW-L'wied BZ-Klingmst]; vgl. PfWB Ableger 2. Südhess. II 400.