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Fast-nacht bis Fastnacht(s)-bube (Bd. 2, Sp. 1058 bis 1061) | |||
Fast-nacht, f. Fast-nachter, m. fast-nachtig, Adj. Fastnacht(s)-abend, m. Fastnacht(s)-anzug, m. Fastnacht(s)-bajaß, m. Fastnacht(s)-ball, m. Fastnacht(s)-bär, m. Fastnacht(s)-boz(en), m. Fastnacht(s)-braten, m. Fastnacht(s)-bube, m. Fastnacht(s)-dienstag, m. Fastnacht(s)-fett, n. Fastnacht(s)-feuer, n. Fastnacht(s)-fratze, f. Fastnacht(s)-gang, m. Fastnacht(s)-gesicht, n. Fastnacht(s)-huhn, n. Fastnacht(s)-kappe, f. Fastnacht(s)-kleid, n. Fastnacht(s)-krapfen, m. Fastnacht(s)-kuchen, m. n. Fastnacht(s)-küchelchen, m. n. Fastnacht(s)-küchlein, m. n. Fastnacht(s)-larve, f. Fastnacht(s)-lied, n. Fastnacht(s)-markt, m. Fastnacht(s)-montag, m. Fastnacht(s)-musik, f. Fastnacht(s)-narr, m. Fastnacht(s)-nase, f. Fastnacht(s)-nudeln, Pl. Fastnacht(s)-possen, Pl. Fastnacht(s)-rummel, m. Fastnacht(s)-sonntag, m. Fastnacht(s)-spiel, n. Fastnacht(s)-tracht, f. Fastnacht(s)-zeit, f. Fastnacht(s)-zug, m. Fast-tag, m. fatal, Adj. Vater, m. Vater-bruder Vater-erbe, n. Vater-freude, f. Vater-haus Vater-herz, n. Vater-kind Vater-land, n. vater-ländisch, Adj. Vaterlands-liebe, f. Vaterlands-verräter, m. Vaterlands-verteidiger, m. väterlich, Adj. väterlicher-seits, Adv. vater-los, Adj. Vater-mörder, m. vatern, schw. Vater(s)-bruder, m. Vaterschaft, f. Vater-schwester vater-seits, Adv. Vater(s)-haus, n. Vater(s)-kind, n. Vater(s)-namen, m. Vater(s)-sorge, f. Vater(s)-sache, f. Vater(s)-schwester, f. Vater(s)-seite, f. Vater(s)-teil, n. Vater-stolz, m. Vater-unser, n. Vaterunser-glocke, f. Vaterunser-pfiffler, m. Vater-wurst, f. Fäts fatschen, schw. fatt fauchen, schw. Faude, f. Fauden-büschel, n. Fauden-stück, n. faukeln, schw. faul, Adj. Faul-acker, m. Faul-baum, m. Faul-born, m. faul-brühig, Adj. Faul-brunnen, m. Faulbrunner-delle, f. Faul-brut, f. faul-brütig, Adj. fauldig Fäule Faul-ei, n. faulen, schw. Faulenz, f. faulenzen, schw. Faulenzer, m. f. Faulenzerin, m. f. | 1. a. = PfWB Fastnachtsdienstag, im weiteren Sinne 'Zeit zwischen Dreikönigstag und Fastenzeit', Faßnacht (fasnaxd, -nḁxd, -nāxd, -nxd, vgl. PfWB Nacht), [nördl. u. mittl. VPf bis zur Linie NW-Elmst — SP-Berghs mancherorts übrige Pfalz], Fassena(a)cht (fasenaxd, -nḁxd, -nāxd, -nxd) [NPf WPf bis etwa zur Linie Hombg — PS-Schmalbg mancherorts übrige Pfalz], Faasna(a)cht (fās-, fsnaxd, -nḁxd, -nāxd, -nxd) [PS-Süd PS-Ost LA-Nord mancherorts übrige südl. WPf u. VPf], Faasena(a)cht (fāsə-, fsə-) [südl. WPf u. südl. VPf (südl. der für Faßnacht und Fassenacht angegebenen Linie)], vgl. K. 121 bei Fastnachtsnarr. Manche Gewährspersonen schreiben Fastnacht, auch in den Zs. (Fastnachtsgesicht, -narr usw.); vgl. PfWB Fase2, PfWB Faset 1. Auslandspfälzer: Faas(e)nacht [Lambert Penns 54], Faaschtnacht [Danner Penns 29], Faschenacht [ Don-Tscherwk], Faßnacht [verbr. Gal Buch]. Zs. Altweiber-, Bettel-, Pfaffen-, Herren-, PfWB Weiberfastnacht. Ach, du mei liewi Faßnacht! Kummscht net heit, kummschde morje, awwer kumme kummschde [ Gal-Brunnd]. Bis Dienschdaach isch Faßnaacht [ LA-Gommh]. RA.: Ich gei (geige) d'r die Fassenaacht an!, Androhung von Schlägen [ PS-W'fischb]. Ich schlag der uf die Ohre, daß de määnscht, Pingschde un Fassenaacht fallen uf än Daag [ LU-Maud]. Sie hat mehr se dun wie die Pann uf Fassenacht, von einer vielbeschäftigten Frau [KU-Bedb, verbr., auch Don Gal Buch]. Er glänzt wie die Pann uf Faßnacht [ Gal-Dornf]. (Du) träämscht ... vun de heilisch Faßenacht [Feierowend Nr. 30/1965 S. 4]. Volksgl.: Waschen an F. bedeutet Tod [ KU-Herschw/Petth ZW-Battw]. Gibt's an de Faßnacht viel Stern, legen aa die Hihner gern [ LU-Alsh]. Uf die [Bd. 2, Sp. 1059] Fasenacht kehrt mer die Scheier aus [Fogel Beliefs Penns Nr. 1323]. Der Stall wird an F. nicht gemistet, sonst schleift man im Laufe des Jahres ein totes Stück Vieh aus dem Stall [ ZW-Battw]. Was man an F. strickt, fressen die Motten [ebd.]; vgl. PfWB Fastnachtsabend. VR.: Faßnacht, die Pann kracht, schlacht mein Mudder e Bock; un wann mein Mudder kään Bock schlacht, pfeif ich uf die F. [ NW-Hardbg, Gal-Bagbg]; vgl. Becker Vk. 297 u. die Var. bei pfeifen (I 807 Z. 41 ff.). Ach, du liewi Faasnacht, bischde dann schun wirre do? Vorichsjohr hämmer ken Kichle g'hat, desjohr geht's uns wirre so. Mein Mudder backt Kichle, sie backt se zu hart. Sie schließt se ins Schänkel un gibt uns net satt. Sie gibt uns drei Brocke, fär 's Hinkel zu locke: Komm, Bibibibi! [ NW-Gönnh]; vgl. die Var. aus Hombg bei Bib 1. Brauchtum: An F. werden allenthalben Fastnachtsküchelchen gebacken. Dazu der VR.: Bas Bärwel, Bas Bärwel, lang 's Wäljerholz her (zum Auswalken des Kuchenteiges): Es deucht mich, es deucht mich, daß's Fassenacht wär! [Schandein Bav. IV/2, 415]. Kinder maskieren sich mit einem Bozengesicht und ziehen vor die Häuser der Nachbarn und Verwandten und singen ihr Heischelied: Hinkel, Hinkele, Hahne, die Fassenacht die isch aane; die Pann kracht, die Pann kracht, die Kichele sin gebackt. Eraus mit, eraus mit, ich stecke se in mei Sack [Ecker 127]; ähnlich in KU-Reiffb Konk IB-Seelb KL-Bann Ottb RO-Winnw KB-Kriegsf NW-Neidfels Kallstdt Don-Tscherwk Gal-Schönth; s. auch die Var. bei Bettelfastnacht, Fastnachtsbube, Hahn. Mancherorts werden die Küchelchen von den Heischegängern auf einen hölzernen Spieß gesteckt. In LA-Rohrb zogen früher die Buben als Hirt und Schafe sammelnd durch den Ort. 1609 wird in einem Kirchenvisitationsbericht gerügt, daß während des Gottesdienstes in der Fastnacht Knaben herumliefen und Eier sammelten. In NW-Esth tanzten an F. die Butzemänner auf der Straße herum; vgl. Butzemann 1 a. In PS-Schmalbg verkleideten sich junge Burschen in Lumpen und zogen lärmend, um Geld und Fastnachtsküchelchen bettelnd, durchs Dorf. In RO-Winnw trieben die Burschen den Bauern die Schweine aus dem Stall und zwangen die Besitzer, die Tiere durch einen Geldbetrag einzulösen. In LU-Muttstdt hielten die Hirten an F. einen feierlichen Umzug im Dorf, an dem auch der Bürgermeister und die Flurschützen teilnahmen. — Vor 1539: von jedem huse ... zwey huner, eins zu ernn vnd eins zu fasenacht [Pf-Weist. I 327 (LA-Edk)]. a. 1744: In den beyden gemeinschaftl. Dörffern Wilgartswiesen und Rinnthal ist ein leydiges Herkommen von alten Zeiten eingeschlichen, daß die Dasige Weiber auf Faß- [Bd. 2, Sp. 1060] nacht in denen Wirts Häusser zusammenkommen, auf ungerechte Kosten zechen, und sich mit dem Trunk so übernehmen, daß sie sodann die paßanten auf der Land Straß angreifen und zu einer Abgabe zu ihrer heydnischen Lust nöthigen, auch sonsten allerhand Exceßen verüben [Zweibr. I, Fasz. 1394]; vgl. PfWB Fastnachtsbraten. Zum Brauchtum s. auch Becker Vk. 288, 297 ff., 309 und Christmann Vk. 13/14, 25 ff., 31 ff. — b. = PfWB Fastnachtsnarr, Fassenacht [ NW-Haßl]. — 2. die alte F. a. 'Sonntag nach der F., Sonntag Invokavit'. RA.: Er kummt hinnenooch wie die alt Faßnacht, wer zu spät kommt [KB-O'wies, verbr., auch Penns Don Gal Buch]. Er zirrert (zittert) wie die alt F. [ LU-Alsh]. — b. α. 'wer am Aschermittwoch zuletzt in die Schule kommt' [verbr.]; vgl. PfWB Tellerlecker, PfWB Frühspitz, PfWB Küchenschnauze. — β. 'ein geschmacklos und altmodisch gekleideter Mensch', alt Faasenacht [ KL-Alsbn]; vgl. PfWB Fase2, PfWB Faset 2 b. — F.: Formen in alten Urkunden: a. 1349: Vaßnacht [VeldUrk. Nr. 246], ebenso a. 1460 [ZweibrUrkb. 62]; a. 1514: faßnacht [SpeyGg-HospR. 20]; vor 1539: fasenacht [PfWeist. I 327 (LA-Edk)]; a. 1602: fasznacht [PfWeist. I 64 (LU-Altr)]. — Südhess. II 369 ff.; RhWB Rhein. II 307/08; Saarbr. 61; LothWB Lothr. 134; ElsWB Els. I 755; Bad. II 20/21. [Bd. 2, Sp. 1061] Lu'thal IB-Bliesmg/Bolch Seelb Ingb], -booz [ KU-Adb Konk Bedb Rathsw Börsbn Mühlb ZW-Schmitshs]; vgl. PfWB Faseboz, -butz(en). Er hat sich an wie e F., wer sich auffällig kleidet [ KU-Börsbn]. — Südhess. II 371/72; Rhein. II 308 Z. 51 Fasenachtsboz; Bad. II 21. — -braten m.: 'Naturalzuwendung des Grundherrn an die weiblichen Untertanen zur Ausrichtung der Weiberfastnacht', vgl. PfWB Erntebraten. Beim Abholen des F.s wie auch beim Feiern der Fastnacht trieben es die Frauen zuweilen ziemlich toll, so daß die weltlichen und geistlichen Behörden einschreiten mußten. a. 1594: vngebürlich wesen in der Fastnacht An keinem Ort zu gestatten, desgleichen auch das Bradten-heischen [Becker Vk. 302]. a. 1744/45: vor 5 Jahren sind etl. Weiber von Rinthal zu dem Hr. Ambtmann nacher Falkenburg gegangen, um ihren ... fastnachts Braten zu holen [Christmann Vk. 37]. RhWB Rhein. II 308. — -bube m.: 'Knabe im Vorschulalter, der an Fastnacht Gaben heischt', in Heischeliedern bei Leiter: Kummen die Fasenachtsbiewercher un singen die scheene Lierercher [ KB-Kriegsf]. Herr, bring e Kann voll Wein, daß die Faßnachtsbubecher recht luschdich sein [ Gal-Schönth]. Südhess. II 372. —
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