Wörterbuchnetz
Pfälzisches Wörterbuch 
 
Fänze bis Färber-kraut (Bd. 2, Sp. 1039 bis 1040)
 
   Fänze Pl.: 'dummes Zeug, Possen, Narreteien'; Fänz mache [ KU-Kaulb RO-Messbhf]; vgl. PfWB Fez, PfWB Furz. Was sein das wirrer far F.? [ KU-Kaulb]. E anner macht halt ann're Dänz, die do versucht's met neie Fänz [Christmann Grummet 36]. — Zu mhd. vanz 'Schalk, Betrug'; vgl. auch PfWB Alfanzerei, Firlefanzerei. — Südhess. II 353 fanzen; RhWB Rhein. II 293 Fanzerei; Bad. II 14 Fänz.
 
  
Farbe f.:
1. 'Farbempfindung', Farb (farb, faÄb) [vorn. WPf NPf nördl. VPf Nordwestteil der mittl. VPf LA-Nd'hochstdt GH-Zeisk], (fab) [ KB-Immh], (fḁrb) [KU-Wolfst Kaulb Kreimb KL-Lind mittl. u. südl. VPf], (fǫrb) [Südteil der südl. VPf PS-Erfw], (fārb) [mancherorts mittl. VPf, bes. Städte], (fāb) [ PS-Dahn], (fḁrəb) [verbr. Südteil der mittl. VPf u. Orte um Spey], rb (fäÄb) [KL-Lind (junge Gener.) Hoheck], (färəb) [ BZ-Dernb]; Pl. -we (die Angaben für mittl. VPf nach Bertram §§ 28, 33, 181, 189, für südl. VPf nach Heeger Südostpf. §§ 3, 52). Auslandspfälzer: Farb, Pl. Farwe; Lambert Penns 53: Farb u. Farreb. Zs. PfWB Gesichts-, PfWB Haar-, PfWB Haut-, PfWB Himmels-, Maus-, Rosenfarbe. Des Klääd do hot e schääni F. [ NW-Kallstdt, allg.]. Sie hän Blumme in alle Farwe [Kaislt, allg.]. Er hat e fresch F. [WD-Niedkch, verbr.]. Sie hot gar kän F. em Gesicht, von einer Bleichsüchtigen [FR-Bockh, verbr.]. Ich hun alle Farwe vor de Aue gesiehn, beim Schwindelanfall [KU-Schmittw/O, verbr.]. Der Wein hot e scheni F. [ NW-Wachh]. RA.: Er hat e F. wie Kreuznacher Inschelt (Unschlitt) [Hebel 13]. Er redd wie e Blinder vun de Farwe [ KL-Kindsb]. —
2. 'Farbstoff'; F. for de Zaun se streiche [ KB-Bischh, allg.]. Die F. es beim Wäsche ausgang [ KU-Bedb, allg.]. Zs. PfWB Eier-, PfWB Öl-, PfWB Wasserfarbe. —
3. 'Spielkartenfarbe'; die anner F. ausspiele [verbr.]. Welli F. is Trump? [KL-Enkb, verbr.]. RA.: Do muß mer jetzt F. bekenne 'die wahre Meinung sagen' [LU-Opp, verbr.]. — Südhess. II 353/54; RhWB Rhein. II 294/95; LothWB Lothr. 133 Farw; ElsWB Els. I 138; Bad. II 14.
 
 
färbeln schw.: 'die Farbe 3 wechseln, um den Mitspielern die Trümpfe zu entlocken und

[Bd. 2, Sp. 1040]
dann die eigenen Trümpfe mit voller Wirkung auszuspielen', rwele [Kaislt, verbr.]; vgl. PfWB Dorf 1 a (II 344 Z. 34 ff.). — Südhess. II 354; RhWB Rhein. II 296 and. Bed.; DWB DWb. III 1325.
 
 
-farben in veilchen-, fleisch-, leberfarben.
 
  
färben schw.:
1.
a. 'farbig machen', färwe (-ä-, -ǟ-) [allg.]; Stoff f. [verbr.]; Oschtereier f. (früher mit Nuß- und Zwiebelschalen oder Gras, jetzt mit gekauften Farben) [verbr.]. Den VR. vom Eierfärben s. PfWB Ei (II 741 Z. 49 ff.). Wann de dein letschde Hose aach noch kaputtmachscht, kannschde d'r de Oorsch (Arsch) bloo färwe losse [ KU-Schmittw/O]. Androhung von Schlägen: Wann de noch emol die Hosse verreischt, krieschde de Hinnere bloo gefärbt [ KU-Trahw]. —
b. übertr. '(von einer Sache) ein falsches Bild geben' [ KL-Lind]. —
2. sich f.
a. 'eine Farbe annehmen'. Die Wolke färwen sich rot (geel, schwarz) [FR-Bockh, verbr.]. Die Trauwe färwe sich [ KB-Zell, allg. im Weinbaugebiet]. —
b. 'erröten'. Sie hot sich gfarbt [Beam Penns 30]; vgl. PfWB verfärben. — Südhess. II 355; RhWB Rhein. II 295/96; LothWB Lothr. 133; ElsWB Els. I 139; Bad. II 14/15.
 
 
farben-blind Adj.: wie schd., farweblind [LU-Limbghf, verbr.]. Südhess. II 355; Rhein. II 295 Z. 43.
 
  
Farb(en)-, Färben-kastenm.: 'Malkasten', Farwekaschde [verbr.], Farb- [ KU-Brück KB-Biedh LU-Friesh], rwe- [RO-Sippf]. Südhess. II 355; RhWB Rhein. II 295; Bad. II 15. — -stift m.: wie schd., Farbstift (-difd) [verbr.], Farwe- [ ZW-Battw]. RhWB Rhein. II 295; Bad. II 15.
 
 
Färber in PfWB Blaufärber.
 
  
Färberei f.: wie schd., rwerei [ RO-Dörnb]. RhWB Rhein. II 296; LothWB Lothr. 133; Bad. II 15.
 
 
Färber-kraut n.: 'Reseda', Färwerkraut [ LA-Rohrb]; vgl. PfWB Eierkraut. Das F. wurde zum Färben der Ostereier verwandt [Wilde 209]. ElsWB Els. I 529.