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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Fall-kerbe bis Falltor-knecht (Bd. 2, Sp. 1029 bis 1030)
 
   Fall-kerbe f.: 'Kerbe, die der Holzfäller an einer Seite des Baumes einhaut, um den Fall des Baumes in die gewünschte Richtung zu lenken', Fallkerbe [ BZ-Lindbn; RhWB Rhein. II 274. — -kraut n.: 'Mistel (Viscum album)', -kraut [ NW-Dürkh]. Nach Wilde 176 wird der Saft der Pflanze zum Heilen der Epilepsie (s. PfWB fallend 1) verwendet. RhWB Rhein. II 274 u. DWB DWb. III 1288 and. Bed. — -obst n.: wie schd., Gegensatz zu PfWB Brechobst, -obscht [ KL-Reichb LU-Altr], -obs (-ōbs u. -obs) [verbr.], -oubs u. -oubst [verbr. südl. VPf, Wilde 287], -obst (-ōbsd u. -obsd) [verbr.]; vgl. PfWB Fallapfel. Südhess. II 342; RhWB Rhein. II 274.
 
 
falls:
1. Konj., wie schd., umgspr., falls [verbr.]; in echter Mda. dafür PfWB wann. Unn falls mr ansteeßt Kopp unn Zeh, im aaj'ne Haus dut's gar net weh [Christmann Grummet 55]. Dann falls mer werkelisch (wirklich) emol widder serickkomme, werre die lautschte Heiler 'Schreier' gehängt [Feierowend Nr. 29/1965 S. 5]. —
2. Adv. in PfWB allen-, PfWB eben-, PfWB gleich-, PfWB jedenfalls. — Südhess. II 342.
 
  
Fall-sieb n.: 'engmaschiges Getreidesieb, durch das nur die Körner durchfallen können', Fällsibb [ BZ-Albw]. — -strick m.: 'Schlinge zum Fangen von Tieren', auch 'hinterlistige Nachstellung', Fallstrick [ KU-Schmittw/O]. — -sucht f.: nach dem Schd., -sucht (-suxd) [verbr.]; vgl. PfWB Epilepsie, PfWB Fallendkrankheit. Das arm Kind hat die F. [ KL-Reichb]. Volksgl.: Gegen

[Bd. 2, Sp. 1030]
F. wird das Blut oder Fett eines Hingerichteten empfohlen [Becker Vk. 136]. Südhess. II 343; RhWB Rhein. II 274; Bad. II 11.
 
  
fall-süchtig Adj.: nach dem Schd., umgspr., fallsichdich (-siχdiχ) [verbr.]; vgl. PfWB epileptisch. Sie esch f. [ BZ-Dernb]. Südhess. II 343.
 
  
Fall-tor n.:
rend=>+1." level="3" value="21030.07"> 'von selbst zufallendes Tor im Dorf- oder Flurzaun', auch 'das mit einer Zugbrücke versehene Dorftor'. a. 1360: ussen an dem valdor [NPfGV 1925, S. 20 (RO-Obd)]. a. 1479: an der Holtzgaßen gelegen ... bey dem falle Thore [Gültbuch des Landkapitels Weyer im Bistumsarch. Speyer, S. 26 (GH-O'lustdt)]. a. 1536: in dem obern felt von dem falthor an biß an das Franckenthaler felt [PfWeist. I 85 (FR-Beindh)]. Volksgl.: Geh immer zum seeme (engl. the same 'derselbe') Falter naus, as de neingehscht [Fogel Beliefs Penns Nr. 1991]. —
2. häufig in FlN, die an das einstige F. erinnern, Am Falltor [ LU-Friesh Opp NW-Dürkh Haßl Erph BZ-Gleisz/Gleishb], Am Fallter [ KL-Weilb]. — Südhess. II 343; RhWB Rhein. II 274; Bad. II 11.
 
 
Falltor-haus n.: 'Haus am Falltor, von dem aus der Falltorknecht die Durchfahrt durch den Wildzaun beaufsichtigte'. Falterhäuser sperrten im Wildzaun die ins Land führenden Straßen [Ecker 164]. — -knecht m.: 'wer die Aufsicht am Falltor führt' [ebd.].