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Pfälzisches Wörterbuch 
 
platt bis blätteln (Bd. 1, Sp. 981 bis 983)
 
platt, Adj.
Plättchen
Blättchen-salat, m.
Plattcherns, n.
Plättchesöfchen
Platte, f.
Platt-eise, f.
Plätt-eisen
Plattelkopf
Blättel-messer, n.
blätteln, schw.
plätteln, schw.
blatten, schw.
blätten, schw.
platten, schw.
Platten-gang, m.
Platten-leger, m.
Platten-stück, n.
Blatter
platter-dings, Adv.
Platteres
Platterich
Blattericht, n.
blatterig, Adj.
blätterig
Blätter-kohl, m.
Blätter-macher, m.
Blätter-magen, m.
Blattern, Pl.
blattern
blättern, schw.
blatter-narbig, Adj.
blatter-steppig, Adj.
Blätter-strang, m.
Blattfall-krankheit, f.
Blattfäule-krankheit, f.
Platt-form, f.
Platt-fuß, m.
platt-füßig, Adj.
Plattfuß-indianer, m.
Platt-geiß, f.
Platt-geschmälzte, Pl.
Blatt-härchen, Pl.
Blatt-honig, m.
Platt-huf, m.
Platt-hufer, m.
Blatticht, n.
plattig, Adj.
Platt-kopf, m.
platt-kopfig, Adj.
Blatt-laus, f.
Plattler, m.
platt-machen, schw.
Blatt-melde, f.
Platt-nase, f.
Platt-ofen, m.
Platt-putzer, m.
Platt-rippe, f.
Blatt-schuß, m.
Blattsicht, n.
Platt-stein, m.
Platt-wanze, f.
Platt-wegerich, m.
Platt-wichser, m.
Platt-ziegel, f.
Blätz
Platz, m.,  n.
Plätz1, m.,  n.
Platz, m.
Plätz2, m.
platzen, schw.
platzieren, schw.
plätzig, Adj.
Platz-patrone, f.
Platz-regen, m.
Platzung, f.
platz-weise, Adv.
plätz-weise, Adv.
blau, Adj.
Blau-äcker, m.
Blau-bach, ON
Blau-backen, m.
Blau-beere, f.
Blauchen
Plauder-ei, n.
Plauderer, m.
Plauder(er)ei, f.
Plauder-gackel, n.
plauderig, Adj.
Plauder-maul, n.
Plauderment, n.
plaudern, schw.
Plauder-sack, m.
Plauder-stunde, f.
Plauder-tasche, f.
täsche, f.
Plauder-wasser, n.
Bläue, f.
Blauel, m.
Blauel-feld, n.
   platt Adj.:
1. 'flach, eben'.
a. platte Fieß [KB-Albish, verbr.]; vgl. PfWB Plattfuß; e platti Nans [ FR-Bockh Frankth]; vgl. PfWB Plattnase; e platti Stern (Stirne) [ RO-Lohnsf]; e platter Kopp (wie mit de Mischtplätsch drufgeschlaan) [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Plattkopf. —
b. Ich han platt 'keine Luft im Fahrradschlauch' [ KU-Einöll]; scherzh.: Ich han hinne kää Luft un vorne platt [Kaislt]. —
2. übertr.
a. Ich bin p. 'Das Geld ist mir ausgegangen' [ IB-Reinh Erfw/Ehling]. Den hämmer p. gemacht 'Dem haben wir im Spiel alle Klicker abgenommen' [ BZ-Sarnst KU-Diedk]; vgl. PfWB blutt. —
b. 'erstaunt, verblüfft'. Do bischde p.! [Zweibr, verbr.]. Er war ääfach p. [Kaislt]; platt wie dorchs Worschthernche gedreht [Schandein Sprachsch.]. —
c. p. sprechen 'Mundart sprechen'. Mer redden bei uns dehääm nor p. [Kaislt, verbr.]. —
d. platt eraus saa 'ohne Umschweife, gerade heraus sagen' [Schandein Sprachsch.]. — F.: blḁd vorn. NWPf u. SOPf, sonst fast allg. blad. Südhess. I 911/12; Hess.-Nass. II 650; RhWB Rhein. VI 947 ff.; Bad. I 241.
 
 
Plättchen 'Untertasse' s. PfWB Platte.
 
 
Blättchen-salat m.: 'Feigwurz, Scharbockskraut (Ficaria verna Huds.)', Blättchersalat [Bliesk Umg. Kus (Wilde 57)].

[Bd. 1, Sp. 982]

 
  Plattcherns n.: Spiel mit Klickern, so genannt nach der viereckigen Platte (s. d. 1 e), auf welcher die einzelnen Spieler ihren Einsatz niedergelegt haben. Zum Niederlegen von Strafklickern auf der Platte ist ferner jeder Spieler verpflichtet, dessen Klicker von einem anderen Spieler im Feld getroffen worden war. Die Berechtigung zum Schießen nach den im Feld liegenden Klickern erhält derjenige Spieler, der mit seinem Wurf das Ziel getroffen hat. Der Sieger erhält alle auf der Platte vorhandenen Klicker [Kaislt].
 
 
Plättchesöfchen s. PfWB Plattofen.
 
  
Platte f.:
1.
a. 'höher gelegene ebene Fläche im Gelände', Platt, s. F. [ KL-Wörsb NW-Geinsh]. a. 1277: unum iurnale super plattam 'ein Tagewerk über der Platte' [OttbgUrkb. 152 (KB-Rüssing)]. a. 1547: vonn dem Stein zu dem Andern biß vff die blatt [ZweibrOABannb. 30]. FlN in KU-Kaulb und NW-Weish/S.: uf de Platt.
b. 'kahle Stelle im Wald' [ PS-Schmalbg], vgl. PfWB Blöße 1; 'die zur Aufnahme von Waldsamen oder Pflanzen hergerichtete freie Waldfläche', Forstausdruck [ BZ-Lindbn]. —
c. 'Malzeichen, nach dem mit dem Klicker geworfen wird', Blatt [ KU-Diedk]. Syn. s. PfWB Kaute. —
d. 'Stelle beim Versteckspiel, an der der Suchende die entdeckten Mitspieler »anschlägt«', vgl. PfWB Anschlagen 2 [Kaislt]. —
e. die viereckige Stelle, auf der beim Klickerspiel Plattcherns die Einsatz- und Strafklicker niedergelegt werden [Kaislt]. —
f. 'flache Pflanzgrube', Platt [ PS-Salzwg]. —
g. 'Eisdecke' in der Zs. PfWB Eisplatte. —
2.
a. 'Platte zum Auslegen von Wänden und Fußböden, Fliese'; Platte (Plättle, Plättcher) leche [südl. VPf, allg.]. Zs. PfWB Steinplatte. WR.: Nasse Fußbodenplatten im Hausflur künden Regen für den nächsten Tag an [ KL-Wörsb]. —
b. 'der für den Fußgänger bestimmte (gepflasterte) Seitenteil der Dorfstraße', Platte (Pl.) [ LA-Nd'hochstdt Gommh]; vgl. PfWB Perme. Zs. Gehplatte. FlN Platt, Name eines Ortsteils in KL-Stelzbg, so genannt nach einem gepflasterten Weg. —
c. 'Herdplatte'; die Krischtcher 'Kartoffelscheiben' uf der Platt backe [ Gal-Dornf]. a. 1528: vor yßen Schienen, Steyn, blatten vnd mortell zum ofen [GgHospR]. Zs. PfWB Herd-, PfWB Ofenplatte. —
d. 'plattenartiger Teil eines Gegenstandes' in der Zs. PfWB Tischplatte. —
e. 'Grammophonplatte'. Lee e Platt uf [Kaislt, allg.]. —
f. 'Stoßplatte an der Spitze des Alltagsschuhs' in der Zs. PfWB Schuhplatte; vgl. PfWB Eisen. —
3.
a. 'Teller, flache Schüssel'. Ehr Kenn (Ihr Kinder), essen die Platt leer, daß's gut Weder git [ LA-Herxh]. RA.: Er hat die Platt gebutzt 'sich aus dem Staube gemacht' [KU-Trahw, verbr.], urspr.: 'hat (im Wirtshaus) gegessen und nicht bezahlt', vom Zechpreller. Volksgl.: Fer Abnemmes macht mer'm Kind Supp, fiedert (füttert)

[Bd. 1, Sp. 983]
sie'm aus'me neie Blettche, awwer mer muß der Katz aa Deel gewwe; des dut mer dreimol [Fogel Beliefs Penns Nr. 1472]. Bei Hausschlachtungen wird das Blut in einer flachen Platt aufgefangen [ PS-Erfw]. Zs. PfWB Blutplatte. a. 1558: ein dutzet zinnen deller, 3 großer geschlagener zinnen Blatten [WerschwReg., S. 449]. a. 1571: Item 1 vergilter Kelch mit sein Platten [WerschwSchR]. a. 1775: 2 erdene Blatten und 1 erdene schüssel [Kurpf., Güterversteigerungen]. Zs. PfWB Milch-, PfWB Senf-, PfWB Zinnplatte. —
b. 'Untertasse', Plättche, -sche (blędχə, -ə) [NPf WPf (außer SWPf) Westteil der nördl. VPf], Plattche (bladχə) [ RO-Rehbn], Plättel (bledəl) [verbr. mittl. u. südl. VPf PS-Ost]. In der VPf ist das Kompos. PfWB Kaffeeplättel häufiger. Syn.: PfWB Teller, PfWB Kachel, PfWB Kaffeeplättchen, -teller, -schale, -schüssel, PfWB Schale, PfWB Unterplättchen, -tasse, -teller. —
4.
a. 'Glatze', Platt [allg.]. Zs. PfWB Plattkopf. RA.: Uf dem seiner Platt kammer (kann man) exerzeere [ KU-Schmittw/O]. Auch 'Tonsur der Mönche' [ KU-Rothsbg]. —
b. 'Schädeldecke' [verbr.]; uf die Platt schlaa, die P. treffe [ KU-A'glan ZW-Bottb RO-Semb KL-Siegb PS-Burgalb]. RA.: Er is hell uf de P. (seltener: unner de P.) 'pfiffig, klug' [verbr.]; so hell uf de P. wie e Tutt voll Ruß, wie e Sack voll Klammere [ RO-Winnw]. —
5. 'kleine Pustel', Plättche [ Don-Schowe Torscha]. —
6. Vogelname in der Zs. PfWB Schwarzplättchen. — F.: blad, blḁd wie bei platt. Dim.: blędχə, bladχə, blędl, blęl. Südhess. I 913/14; RhWB Rhein. VI 952 ff.; Saarbr. 156; LothWB Lothr. 49; ElsWB Els. II 170; Bad. I 251/52.
 
 
Platt-eise f.: 'Plattfisch, Scholle', öfters in alten Belegen, z. B. a. 1464: Item soll man auch Stockvische, Blatißen, Junge vische gebruchen [LibSecrM 209]. a. 1521: Item 14 gulden ... vor stockfisch blattißgen vnd hering [GgHospR]. a. 1590: Item vonn der einkeufften wahr zu wormbs Stockfisch Platheißen vnd anders [Hornb-SchR]. — Aus mhd. blatīse ( Lexer Lexer Nachträge 90) < mlat. platisa, lat. platessa, DWB DWb VII 1909. — Bad. I 252; Hess.-Nass. II 653.
 
 
Plätt-eisen fehlt; dafür PfWB Bügeleisen.
 
 
Plattelkopf s. PfWB Plattkopf.
 
  
Blättel-messer n.: 'Pfropfmesser', Blärrelmesser [ NW-Freinsh]. — Zu PfWB blätteln.
 
  
blätteln schw.:
1. 'okulieren', so genannt, weil an dem anzusetzenden Auge ein Blättchen stehen bleibt, bes. von Rosen, seltener von Obstbäumen, blätt(e)le (blędlə) [ KB-Kriegsf NW-Meckh GH-Westh], blädle (blędlə) und blärle (blęrlə) [verbr. östl. NPf nördl. VPf LA-Venn Gommh GH-Nd'lustdt], bläele (blęələ) [RO-Messbhf Sippf LA-O'hochstdt]. Syn. s. PfWB possen. Der Mirabellebaam is geblärrelt [ NW-Freinsh]. Volksgl.: Beem, as traage solle, muß mer im Zunemmende rumplanze, trimme, zweige oder bleedle [Fogel Beliefs Penns Nr. 1080]. —
2. 'auf einem

[Bd. 1, Sp. 984]
Laubblatt blasen'. Der kann gut bläele [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Blatt 3, PfWB blatten 2. Er hot den Rehbock geblääelt 'den Rehbock angelockt durch Nachahmen des Fieprufes der brünstigen Rehgeiß' [ebd.]. —
3. Riewe blää(d)le 'Rüben von überschüssigen Blättern befreien' [ LA-Wey]; vgl. PfWB blatten 1. —
4. im Wald b. 'Blätter lesen' [ BZ-Dernb]. — Südhess. I 914.