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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Plätsch-mühle bis Plattcherns (Bd. 1, Sp. 979 bis 982)
 
Plätsch-mühle, f.
Platsch-nase, f.
plätsch-naß, Adj.
Platsch-regen, m.
Plätsch-regen, m.
Platsch-rose, f.
Platsch-weib, n.
Blatt, n.
platt, Adj.
Plättchen
Blättchen-salat, m.
Plattcherns, n.
Plättchesöfchen
Platte, f.
Platt-eise, f.
Plätt-eisen
Plattelkopf
Blättel-messer, n.
blätteln, schw.
plätteln, schw.
blatten, schw.
blätten, schw.
platten, schw.
Platten-gang, m.
Platten-leger, m.
Platten-stück, n.
Blatter
platter-dings, Adv.
Platteres
Platterich
Blattericht, n.
blatterig, Adj.
blätterig
Blätter-kohl, m.
Blätter-macher, m.
Blätter-magen, m.
Blattern, Pl.
blattern
blättern, schw.
blatter-narbig, Adj.
blatter-steppig, Adj.
Blätter-strang, m.
Blattfall-krankheit, f.
Blattfäule-krankheit, f.
Platt-form, f.
Platt-fuß, m.
platt-füßig, Adj.
Plattfuß-indianer, m.
Platt-geiß, f.
Platt-geschmälzte, Pl.
Blatt-härchen, Pl.
Blatt-honig, m.
Platt-huf, m.
Platt-hufer, m.
Blatticht, n.
plattig, Adj.
Platt-kopf, m.
platt-kopfig, Adj.
Blatt-laus, f.
Plattler, m.
platt-machen, schw.
Blatt-melde, f.
Platt-nase, f.
Platt-ofen, m.
Platt-putzer, m.
Platt-rippe, f.
Blatt-schuß, m.
Blattsicht, n.
Platt-stein, m.
Platt-wanze, f.
Platt-wegerich, m.
Platt-wichser, m.
Platt-ziegel, f.
Blätz
Platz, m.,  n.
Plätz1, m.,  n.
Platz, m.
Plätz2, m.
platzen, schw.
platzieren, schw.
plätzig, Adj.
Platz-patrone, f.
Platz-regen, m.
Platzung, f.
platz-weise, Adv.
plätz-weise, Adv.
blau, Adj.
Blau-äcker, m.
Blau-bach, ON
Blau-backen, m.
Blau-beere, f.
Blauchen
Plauder-ei, n.
Plauderer, m.
Plauder(er)ei, f.
Plauder-gackel, n.
plauderig, Adj.
Plauder-maul, n.
Plauderment, n.
plaudern, schw.
  Plätsch-mühle f.: 'oberschlächtige Mühle, die nur bei ausreichender Wassermenge in Betrieb genommen werden kann', Pletschmihl (bledmīl) [verbr. WPf]. Der Name erklärt sich aus dem platschenden Aufschlagen des Wassers, das sich bei der Umdrehung des Mühlrades aus dessen Kästen ergießt, vgl. Christmann SN II, S. 434/ 35. Schwäb. I 1199 Bletzmüle.
 
  
Platsch-nase f.: 'platte Nase', Platschnas [Pirmas LU-Alsh], -nāns [ ZW-Battw], -nōns [ NW-Geinsh]; vgl. PfWB Bätschnase. Südhess. I 909; RhWB Rhein. VI 944.
 
  
plätsch-naß Adj.: 'durch und durch naß, naß bis auf die Haut', plätschnaß [verbr.]. VR.: 's rechnet, Gott sechnet, die Dächer werre naß, 's kumme drei Soldate, die werre plätschnaß [ LA-Roschb].
 
  
Platsch-, Plätsch-regenm.: = PfWB Platzregen, Platschreen, -reen, -ree, -reje, -reche, -rege, -reene, -raane, s. PfWB Regen [fast allg.], Plätschreen [ KU-Kollw], -reen [ RO-Dielkch]. RA.: Ich winsch der e glicklichi Raas (Reise) un e Platschree uff de Buckel, scherzh. [ KB-Albish, Kaislt KL-Fischb FR-Tiefth BZ-Dernb]. Südhess. I 910; RhWB Rhein. VI 944; ElsWB Els. II 241; Bad. I 250.
 
  
Platsch-rose f.:
1. = 'Heckenrose (Rosa canina)', Platschros [ FR-Roxh]; vgl. PfWB Klatschrose. —
2. 'Klatschmohn (Papaver Rhoeas)', Platschros [KU-Rutsw Bliesk NW-Haßl (Wilde

[Bd. 1, Sp. 980]
130)]; vgl. PfWB Plapperrose. Südhess. I 910. — -weib n.: 'Klatschweib', Platschweib [ LU-Iggh]; vgl. PfWB Platschmaul. Syn. s. PfWB Quatschmaul.
 
  
Blatt n.:
1.
a. 'Pflanzenblatt', Blaat, Blatt, s. F. [allg.]. Sie geht Blärrer mache 'die äußeren Blätter der Runkelrüben wegreißen als Grünfutter' [ KL-Fischb]; vgl. PfWB blatten. Zs. Andivien-, PfWB Aspenlaub-, PfWB Bohnen-, PfWB Trauben-, Grutzen-, PfWB Gundel-, PfWB Kraut-, PfWB Laub-, PfWB Lorbeer-, Maulbeeren-, PfWB Meerrettich-, PfWB Nuß-, Rhabarber-, PfWB Rosen-, PfWB Ruß-, PfWB Salat-, PfWB Sand-, PfWB Winden-, PfWB Zuckerrübenblatt. RA.: Der nemmt awwer ka Blaat vors Maul 'sagt alles frei heraus' [ KU-Reiffb, allg.]. Der hot e Hochmut wie e Krott uf'm Bläätche (blēdχə) [verbr. Don Gal Buch]. SprW.: 's Bläätche wennt sich a emol 'Es wird auch einmal anders' [KU-Bedb, verbr.]. WR.: Schlechtes Wetter, wenn die Bläätcher naß werre oder bleiwe [ KU-Breitb]. Volksgl.: Wenn die Blärrer kummen un gehen, nemmen se die Leit mit 'Im Frühjahr und im Herbst sterben die meisten Menschen' [PfMHk. 1925, S. 175]. Sinn unner de Rummele weiße Blärrer, so saht mer, 's sterbt jemand im Haus [ KL-Reichb]. VR.: Salme (Salomea), geb de Kuh e Halme, geb de Gääß e Blaat, dann is alles saat (satt) [Kaislt (Wilde 79)]; weitere VR. mit B. s. PfWB Kehraus, PfWB Sommertag. —
b. als Grundw. in den Zs. Pfannkuchen-, PfWB Brand-, PfWB Geiß-, Hutschel-, Ohm-, PfWB Ohn-, Speck-, PfWB Spitzblatt. —
2. 'Papierblatt'.
a. das Einzelblatt im Buch, Heft usw.; so dinn wie e Blaat [WPf, allg.]; 's Bätbuch (Gebetbuch) mit de 32 Blärrer 'ein Satz Spielkarten', scherzh. [ZW-Battw, verbr.], vgl. unten c. Zs. PfWB Linien-, PfWB Lösch-, Zeitungsblatt, Zigarettenblättchen. —
b. 'Zeitung'. 's steht im Blaat [Kus, allg.], im Bläddel [LA-Venn, mittl. u. südl. VPf]. Zs. Kirchen-, Sonntagsblatt, Käsblättchen. —
c. 'Spielkarte'; 's Blaat erausspiele [ KU-Kaulb, allg.]. —
3. 'Fiepinstrument zum Anlokken des Rehbocks' in der Zs. Rehblättlein. —
4. 'Holzblättchen im Mundstück der Klarinette', Bläätche [KU-Kaulb u. Umg.]. —
5. 'Pulverblättchen', zum Schießen mit der Knallpistole, Bläätche u. Blättche [verbr. (1930)]. —
6. 'Oberleder des Vorderschuhs', Blaat u. Blatt [verbr.]. —
7. 'breiter, flacher Teil eines Geräts'.
a. 'Schneidteil von Axt, Hacke, Säge, Sense', s. die Zs. PfWB Axt-, PfWB Hacken-, PfWB Säge-, PfWB Sensenblatt. —
b. 'Blatt der Weblade', Blaat [KU-Kaulb um 1900]. Zwischen den aus Ried (Schilfrohr) gefertigten Zähnen gehen die einzelnen Zettelfäden durch. Der Abstand zwischen den Zähnen ist verschieden je nach der Feinheit des Webstoffes; man unterscheidet daher zwischen 24-er, 28-er, 32-er usw. Blättern. Mit dem Blatt wird ein PfWB Schuß an den andern geschlagen; vgl. ElsWB Els. II 168. —
c. Teile anderer Geräte und Gegenstände in den Zs. PfWB Tisch-, PfWB Eggen-, PfWB Leichten-,

[Bd. 1, Sp. 981]
PfWB Sattel-, PfWB Seiten-, PfWB Ziffer-, PfWB Zugblatt.
8. 'Schulterblatt von Rind, Hirsch, Reh', Blaat [KU-Hundh O'staufb ZW-Gr'bundb KB-Albish], Blatt [ LA-Gommh]; ufs Blaat treffe, Jägerspr. [WPf, allg.]. — F.: blād, bld WPf Don Gal Buch, blad, blḁd VPf Penns; -- bes. NWPf NPf Gal, selten südl. WPf; -ḁ- bes. südl. VPf. Bezügl. der mittl. VPf gelten die Angaben bei Bertram 16: » im Süden, ausschmalend auf der U-haardt (NW) und in einer größeren Insel im NO«. Pl.: blärər und blärÄr vorn. WPf und Westteil der südl. VPf ohne pfälz.-elsässisches Grenzgebiet; blarer und blarÄr KU-Selchb RO-Rehborn Wintbn KB-Standbl; blęðər und blęðÄr Einzelorte in der ganzen Pfalz; blędər und blędÄr vorn. nördl. u. mittl. VPf, Ostteil und Südrand der südl. VPf sowie viele Orte der SWPf; bladÄr BZ-Schweighf; blęlÄr KU-Ulm Erdb Patb Bedb O'alb Dennw/ Frohnb Rathsw ZW-Lambsbn. Neigung zur Dehnung des Stammvokals (--) in KU-Nerzw KB-Albish GH-Hatzbühl Freckf. In den Städten wird fast allg. -d- gesprochen, das auch sonst vordringt; in den Orten um Pirmas wendet man für 'Laub' die Pluralform blęÄrÄ an, während für 'Vorderteile der Schuhschäfte' die von der Stadt übernommene Form blędÄ gebräuchlich ist, Otterstetter 89. Schwund des auslautenden -r wird bes. für die mittl. WPf (blärə) und den Raum um Pirmas (blęÄrÄ, blędÄ) angegeben. Dim. bldχə WPf u. nördl. VPf, blędə Kaislt, blēdχə KU-Schmittw, blędl mittl. u. südl. VPf, blęəl SOPf, vgl. Heeger 26. — Südhess. I 910/11; RhWB Rhein. I 755 f.; LothWB Lothr. 49; Bad. I 250 f.
 
  
platt Adj.:
1. 'flach, eben'.
a. platte Fieß [KB-Albish, verbr.]; vgl. PfWB Plattfuß; e platti Nans [ FR-Bockh Frankth]; vgl. PfWB Plattnase; e platti Stern (Stirne) [ RO-Lohnsf]; e platter Kopp (wie mit de Mischtplätsch drufgeschlaan) [ KU-A'glan]; vgl. PfWB Plattkopf. —
b. Ich han platt 'keine Luft im Fahrradschlauch' [ KU-Einöll]; scherzh.: Ich han hinne kää Luft un vorne platt [Kaislt]. —
2. übertr.
a. Ich bin p. 'Das Geld ist mir ausgegangen' [ IB-Reinh Erfw/Ehling]. Den hämmer p. gemacht 'Dem haben wir im Spiel alle Klicker abgenommen' [ BZ-Sarnst KU-Diedk]; vgl. PfWB blutt. —
b. 'erstaunt, verblüfft'. Do bischde p.! [Zweibr, verbr.]. Er war ääfach p. [Kaislt]; platt wie dorchs Worschthernche gedreht [Schandein Sprachsch.]. —
c. p. sprechen 'Mundart sprechen'. Mer redden bei uns dehääm nor p. [Kaislt, verbr.]. —
d. platt eraus saa 'ohne Umschweife, gerade heraus sagen' [Schandein Sprachsch.]. — F.: blḁd vorn. NWPf u. SOPf, sonst fast allg. blad. Südhess. I 911/12; Hess.-Nass. II 650; RhWB Rhein. VI 947 ff.; Bad. I 241.
 
 
Plättchen 'Untertasse' s. PfWB Platte.
 
 
Blättchen-salat m.: 'Feigwurz, Scharbockskraut (Ficaria verna Huds.)', Blättchersalat [Bliesk Umg. Kus (Wilde 57)].

[Bd. 1, Sp. 982]

 
  Plattcherns n.: Spiel mit Klickern, so genannt nach der viereckigen Platte (s. d. 1 e), auf welcher die einzelnen Spieler ihren Einsatz niedergelegt haben. Zum Niederlegen von Strafklickern auf der Platte ist ferner jeder Spieler verpflichtet, dessen Klicker von einem anderen Spieler im Feld getroffen worden war. Die Berechtigung zum Schießen nach den im Feld liegenden Klickern erhält derjenige Spieler, der mit seinem Wurf das Ziel getroffen hat. Der Sieger erhält alle auf der Platte vorhandenen Klicker [Kaislt].