pittern, schw.bitter-scharf, Adj.bitter-süß, Adj.Bitter-wasser, n.Pitter-wetter, n.Bitter-wurzel, f.Bitt-fuhre, f.Bitt-gang, m.Bitt-gebet, n.bittlichBitt-prozession, f.Bitt-tag, m.Bitt-woche, f.bitzPitz, m.BitzeBitzelchen, n.PitzelchenBitzelei, f.bitzeln, schw.pitzelnBitzem, m. f.Bitzen, m. f.Bitze, m. f.Pitzem, Gen.?Pitzig, Gen.?bitzerlich, Adj.Bitzig, m.bitzig, Adj.PitzigBitzler, m.Bitzler-musik, f.Bitzlerei, f.Biwak, n.biwakieren, schw.Biwis(chen), n.biwisen, schw.biwiseln, schw.BiwisselBiwistBiwiwesPiwo, m.bizbiziBizykel, n.Bizyklett, n.bläBlach, Gen.?BlacheBlach-feld, n.BlachnerBläch-stück, n.Plack-eisen, n.pläckelich, Adj.Pläckel-jude, m.pläckeln, schw.Blacken, m.Placken, m.Placken, Pl.placken, schw.placken, schw.Placken-kathel, f.Placken-schneider, m.Plackerei, f.Plackes, m.plackicht, Adj.plackig, AdjPlacks, m.Plack-schimmel, m.Plack-schulden, Pl.Pladder, m.Pladderes, m.Pladderich, m.pladdern, schw.Bladerplädieren, schw.bläffBläffblaffen, schw.bläffen, schw.Blaffer(t), m.Bläffer(t), m.Bläfferei, f.blaffern, schw.bläffern, schw.Blaffertblaffig, Adj.blaffzen, schw.Plafond, m., n.Plage, f.plagen, schw.Plagerei, f.Plages, Pl.Plag-geist, m.Blah-bogen, m.Blahe, f.Blache, f.Blähe, f.blähen, schw.blähen, schw. | [Bd. 1, Sp. 950] pittern schw.: 'tröpfeln, ganz fein regnen', pittere (pidərə) [westl. WPf NPf verbr. Don Gal Buch]. Die Quell pittert nor noch 'Die Quelle läuft nur noch ganz spärlich' [ KU-Reichsth]. Syn. s. PfWB rieseln. Südhess. I 879; RhWB Rhein. VI 900.
bitter-scharf Adj.: 'sehr stark versalzen', bitterscharf [ KU-Hundh]. — -süß Adj.: 'bitter u. süß schmeckend', bittersiß (-sīs) [allg.]; e bittersiß Gesicht 'ein gezwungen freundlich lächelndes Gesicht' [ KB-Albish]; vgl. PfWB süßsauer. Südhess. I 879; RhWB Rhein. I 727.
Bitter-wasser n.: 'ein sehr bitter schmeckendes Mineralwasser', Berrerwasser [ KU-Schmittw/O].
Pitter-wetter n.: 'feiner Regen', Pirrerwerrer [ KU-Schmittw/O], Pitterwerre [ RO-Bistschd]; vgl. PfWB pittern.
Bitter-wurzel f.: 'Wurzel des gelben Enzians', Berrerworzel [ KU-Schmittw/O].
Bitt-fuhre f.: 'die unentgeltliche Anfuhr von Lasten, die man jemand auf dessen Bitten leistet, z. B. beim Hausbau', Bittfuhr [ KU-Schmittw/O]. Südhess. I 879. — -gang m.: = PfWB Bittprozession. — -gebet n.: Bittgebete (Pl.), besondere Gebete, die am Himmelfahrtstag vor dem Gottesdienst verrichtet werden an Stelle der früher üblichen kirchlichen Prozessionen [ LU-Opp]; vgl. PfWB Bittprozession. Südhess. I 879.
bittlich: 1. Adv. 'bittend'. a. 1669/70: doch muß ein jeder die Herrschaft zuvor darum bittlich ersuchen [Weist. von KL-Landstl]. — 2. Adj. a. 1701: bittliches Ansuchen [LU-Assh (aus alten Akten)].
Bitt-prozession f.: 'kirchliche Umgänge an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt', vgl. PfWB Bittwoche, Bittproßjohn [ IB-Alschb]. Die Glieder der katholischen Kirchengemeinden ziehen an diesen Tagen mit den Fahnen durch das Dorf und hinaus in die Felder oder in den Wald und beten zu Gott und den Heiligen um eine gute Ernte [verbr.]. In BZ-Dernb verteilte man nach der Prozession an die Kinder sog. Kreuzerwecken. Wegen der mitgetragenen Kreuze sagt man für 'in der Prozession gehen' auch mit de Kreize gehe (s. PfWB Kreuz); vgl. Liselotte Stoll, Der brauchtümliche Wortschatz im Überlieferungsbestand der Pfalz, Speyer 1966, S. 224. In großen Ortschaften begnügt man sich in jüngster Zeit mit einem Umzug um die Kirche (LU-Oggh) oder ersetzt die Bittprozessionen durch Bittgebete vor dem Himmelfahrtsgottesdienst (LU-Opp). Bittprozessionen fanden früher auch am Markustag (25. April) statt, so in LU-Opp und NW-Frankeck. — Südhess. I 879; Bad. I 241. — | |