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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bischofs-mütze bis bis-her (Bd. 1, Sp. 939 bis 940)
 
  Bischofs-mütze f.: 'Spindelbaum (Evonymus europaea)', Bischofsmitz [Gegend Landau (Wilde 188)]. Syn. (nach Wilde a. a. O.): Pfaffenhütchen, -käppchen, -tutte 2, PfWB Hainhütchen, PfWB Metzelholz, -strauch. -tauben Pl.: 'Dohlen am Speyerer Dom', scherzh., Bischofsdauwe [Spey]. — -weg m.: FlN in NW-Mußb: Am Bischofsweg; wurde vom Bischof benutzt, um in die Orte seines Besitzes zu gelangen [Lutwitzi, Aus Mußbachs Vergangenheit, S. 53].
 
 
pischpeln s. PfWB pispeln; pischpern s. PfWB pispern.
 
 
Bischu m.: 'Schoßhund', Bischu [Keiper 52]. — Aus frz. bijou 'Kleinod'. — Südhess. I 871; RhWB Rhein. I 718.
 
  
Bise f., Biser m.: 'heftiger Regenschauer', Bies (bīs) [mittl. u. südl. WPf], Bieser (bīsər) [ HB-O'bexb ZW-Bechhf Wiesb KL-Bruchmühlb Kindsb Eulbis Erzhs Pörrb]; 'kurzer heftiger Wetterschauer (Regen, Hagel, Schnee)', Bies [ KU-Kreimb]; 'Gewitterschauer', Bies [KL-Vogb (Nachlaß Dr. Heeger)]. Zs. PfWB Aprilen-, PfWB Märzen-, PfWB Regen-, PfWB Schneebise. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka19. — RhWB Rhein. I 718; Bad. I 238.
 
 
bisen schw.:
1. 'mit emporgestrecktem Schwanz davonrennen', vom Rindvieh, bes. wenn es von Stechfliegen geplagt wird. Die Kih biesen (bīsən) [ Gal-Josbg Obl]; 'wild herumwüten wie das tolle Vieh', biße [Schandein Ged. 233]. Zs. PfWB fortbisen. —
2. 'sich zornig gebärden', biese [lothr. SWPf (Nachlaß Dr. Keiper)]. Sie bißt erum un schellt wie doll dem Schandarm dick de Buckel

[Bd. 1, Sp. 940]
voll [Schandein Ged. 71]. — RhWB Rhein. I 719/20; Bad. I 238; Schwäb. I 1138.
 
 
Bisen-monat m.: 'Monat, in dem das Vieh auf der Weide (wegen der Bremsen) wie toll herumrennt', Lexer Lexer I 284. a. o. D.: Vngsteiner hirt soll farenn mit dem viehe vff die alt Dürckheimer bach in dem wiesemonat (Grimm Weist. I 785: biesemonat) [PfWeist. I 301 (NW-Dürkh)]. — Zu PfWB Bise.
 
 
Biser s. PfWB Bise.
 
 
bis-her Adv.: wie schd., bisher (bishǟr, bishäÄ) [verbr.]; das Wort wird nicht als mundartlich empfunden, man gebraucht dafür meist die Verb. bis jetz(t). a. 1340: alle die not, die daz groze dorf hat bit her gelieden [PfWeist. I 158 (FR-Bockh)]. a. 1359: was rechtis sie ieme bit her gesprochen haben [Grimm Weist. V 655 (RO-Schiersf)]. Bad. I 237/38.