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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Pinke bis Pinker (Bd. 1, Sp. 921 bis 922)
 
  Pinke2 f.: 'Öse zum Durchziehen des Schuhriemens', Pink (piŋg) [KU-Adb O'staufb], 'Durchziehnadel' [Land]. Rhein, VI 848 Pinke II.
 
  
Pinke3 f.: 'Geld', umgspr., Pinke, meist in der Wiederholung: Der hat Pinke-Pinke [ KL-Kindsb, allg.]. BR. (auf den Tabakanbau bezogen): Regen's viel, so gibt's net viel Pinke-Pinke; 9 Woche im Beet, 9 Woche im Acker un 9 Woche am Dach; dann gibt's Krach un net viel Geld [ SP-Heiligst]. Syn. s. PfWB Geld. Südhess. I 855.
 
  
Pinkel f.:
1. 'Sommersprosse', Pinkel (piŋgəl) [ KU-Bedb]. —
2. 'Pustel' [ LU-Altr]. — Südhess. I 855; RhWB Rhein. VI 849.
 
  
pinkelig Adj.:
1. 'sommersprossig', pinkelich [ KU-Bedb]. Zu PfWB Pinkel 1. —
2. 'mit Pusteln behaftet' [ LU-Altr]. Zu PfWB Pinkel 2. — Südhess. I 855.
 
 
pinkeln1 schw.: 'harnen', vom Menschen, pinkele (piŋgələ) [verbr.]. Syn. s. PfWB pissen. Südhess. I 855/56 pinkeln II; RhWB Rhein. VI 849 pinkeln II; Bad. I 232.
 
  
pinkeln2 schw.: = PfWB pinken1 2, pinkele (piŋgələ) [ HB-Alth]. — Iterativ zu PfWB pinken1.
 
 
Pinkeln n.: ein in HB-Alth von Erwachsenen geübtes Klickerspiel mit größeren Eisen-, Stein- oder Glaskugeln (Durchmesser 3-4 cm). Die Zahl der Teilnehmer ist beliebig groß; das Spiel findet auf der Straße statt und hat folgenden Verlauf: Jeder der Teilnehmer legt in einem markierten Kreis 2, 3 oder 4 Klicker nieder. Von einer 4-5 m entfernten Linie aus werfen die Spieler ihre Klicker in Richtung des Kreises. Landet der geworfene Klicker im Kreis, dann darf der Werfer die aus dem Kreis herausgeschossenen Klicker behalten. Der gelungene Wurf berechtigt ihn zur Wiederholung des Wurfes. Nicht jeder Wurf gelingt; die außerhalb des Kreises liegenbleibenden Klicker dienen den nachfolgenden Spielern als Ziel. Der Eigentümer der bedrohten Kugel kann sich von der Gefahr des Klickerverlustes freikaufen, indem er freiwillig einen zusätzlichen Klicker einsetzt. Tut er es nicht, dann gefährdet er nicht nur den Klicker, sondern auch seine weitere Teilnahme am Spiel. Die Absicht, einen bestimmten Klicker abschießen zu wollen, muß mit dem Ausspruch »Vorsicht, ich pinkel« bekundet werden. Wer diese Ankündigung unterläßt, hat das Recht verwirkt, sich den getroffenen Klicker zu nehmen. Sieger ist, wer sich bis zuletzt nicht aus dem Spiel ausschalten ließ; ihm gehören als Belohnung

[Bd. 1, Sp. 922]
die im Kreis liegenden Kugeln. — RhWB Rhein. VI 848/49 Pinke IV.
 
  
Pinken m.: scherzh. für 'Nase', Pinke [ ZW-Ixh]; vgl. PfWB Zinken. RhWB Rhein. VI 848 Pinke III; Saarbr. 155.
 
 
pinken1 schw.:
1. 'mit der Pinke1 spielen', pinke [Don-Schowe Torscha (Steinmetz)]; vgl. PfWB Pinkchens. —
2. 'harte Gegenstände aneinanderschlagen, so daß Funken sprühen', eigentl. 'kurzen, hellen Ton von sich geben', pinke (piŋgə) [ Don-Schowe]. — RhWB Rhein. VI 850 pinken V.
 
 
pinken2 schw.: 'schnellen', vom Klicker, pinke (piŋgə) [Kus]; vgl. PfWB picken 5, PfWB picksen. Syn. s. PfWB schnellern.
 
 
Pinker m.: 'Klicker, der gut trifft, wertvoller Klicker', Pinker (piŋgər) [Kus]. Syn. s. PfWB Schießklicker. — Zu PfWB pinken2.