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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bind-faden bis Bind-riemen (Bd. 1, Sp. 917 bis 919)
 
   Bind-faden m.: wie schd., Binnfadem [verbr.], -farem [ PS-Burgalb LA-Venn], Bennfarem [ IB-Rohrb], Bindfallem [ LU-Altr]. Vom andauernden, feinen Regen heißt es: Es reent Bindfade [ HB-Einöd, allg.]; hierzu das Kompos. Bindfallemreche (-regen) [ LU-Altr]. — -haube f.: 'Trachtenhaube der Frauen', aus Musselin, Mull oder Gaze gefertigt, mit Spitzen besetzt und Stickereien an der Hinterwand [PfW, 11. Jg., S. 27]; vgl. PfWB Ziehhaube. — -holz n.: = PfWB Bindlöffel, gew. im Pl. Binnhelzer [KU-Hinzw Obw/ T Reiffb O'staufb Krottb HB-Böckw KL-Reichb Vogb]. RhWB Rhein. I 701 and. Bed. — -kette f.: 'Kette, mit der der Wagen gebunden wird'. Beim Heuwagen wird die vorn an beiden Leitern befestigte Kette in ihrer Mitte um das vordere Ende des Wiesbaumes geschlungen; bei gewöhnlichen Lastwagen wird die B. um die Mitte des Wagens gelegt und mit dem Bindreitel angezogen, Binnkett (binked, biŋked) [verbr. WPf nördl. VPf], -kitt [ KU-Bedb], Bennkett (bęn-) [ LA-Roschb Leinsw], Bind- [ IB-Habkch Rubh]; vgl. PfWB Aufbindkette. a. 1479: 1 bint ketten [Zweibr II]. a. 1750: ½ bindkette [Kurpf.]. a. 1788: ein gantze Bind Kette [Kurpf., Akte 1631/8/37]. RhWB Rhein. I 701. — -knebel m.:
1. 'biegsame Stange aus Hainbuche zum Spannen der Bindkette am Kasten- und Erntewagen', Binnknewwel (-gnęwəl) [NPf nördl. WPf HB-Kirrbg], -knebel (-gnēbəl) [ KU-Theisbgstg RO-O'mosch]; vgl. PfWB Bindreitel. —
2. 'kurzes Holzstück, etwa 50 bis 60 cm lang und an einem Ende angespitzt'.
a. zum Drehen der Strohseile beim Binden der Hafergarben' (veraltet), Bennknewwel [ LA-Nußd], Binn- [ Gal-Josbg]. Der B. wurde auch zum Zusammenbinden des mit Flegeln gedroschenen Langstrohs verwendet; nach dem Binden wurden die Strohboßen rundum mit dem B. abgeschlagen, um die abstehenden Halme zu beseitigen. RA.: Es reent Binnknewwel, von starkem Regen [ FR-Bockh]; vgl. PfWB Bindfaden. —
b. zum Aufwickeln des Ernteseils auf den Bindspieß, Binnknewwel [ KU-Diedk]. —
3. Pl. = PfWB Bindlöffel, Binnknewwel(e) [KU-Eschau O'alb Dennw/Frohnb Körbn Brück u. Umg. HB-Breitft Nd'gailb Gal-Kranzbg Weißenbg Buch-A'fratautz

[Bd. 1, Sp. 918]
Tereblestie], Benn- [KU-Frohnf u. Umg. LA-Nußd]. — Südhess. I 853; RhWB Rhein. I 701. — -leine f.: 'Seil zum Niederziehen des Wiesbaumes', Binnlein [ PS-Schopp]; vgl. PfWB Wiesbaumstrick. — -leiter f.: 'leiterartige Vorrichtung, die am früheren Heuwagen vorn die Bindkette ersetzte', s. Abb. 25; der Wiesbaum wurde je

nach Höhe der Ladung unter die entsprechende Sprosse der B. gesteckt, Binnlääder (-ldər) [mittl. WPf], -lääderche (-ldərχə) [KU-Diedk A' glan Nd'staufb O'staufb Eschau KL-Mölschb PS-Saalstdt KB-Biedh], -leeder (-lēdər) [Kus KU-Nußb], -laader (lādər) [ KU-Rothsbg RO-Finkb KL-Niedkch], -laaderche (-lādərχə) [ KU-Rutsw/L]; vgl. PfWB Galgen. — -löffel m.: Pl. 'die beiden Hebelhölzer zum Drehen der Bindachse', s. Abb. 24, Binnleffel [KL-West KU-Süd (ohne Brücken u. Umg., s. PfWB Bindknebel 3) KU-Wolfst IB-Wolfh verbr. übrige WPf], Benn- [ KU-Schellw Herschw/Petth WD-Saal ZW-Wiesb KL-Miesb]; vgl. PfWB binden 3d β. Syn.: PfWB Bindholz, PfWB -knebel, PfWB -spange, Windachslöffel, PfWB Windhebel, PfWB -holz, PfWB -knebel, PfWB -löffel, PfWB -spange. RhWB Rhein. I 701. — -nagel m.: 'Eisenstift zum Verstellen der Zugkette in den Löchern des Pfluggrindels', Bienaal [ KB-Boland]; vgl. PfWB Spannagel. Südhess. I. 853 (and. Bed.). — -reitel m.: 'biegsame Stange von etwa 2 m Länge und 6 cm Durchmesser zum Spannen der Bindkette', Bindereedel (bindərēdəl) [ IB-Lautzkch Gal-Dornf], Bindräädel (rdəl) [ LA-Queichh], Binn- [ KU-Godhs FR-Lambsh NW-Weish/S], -räärel (-rrəl) [ KU-Friedhs KL-Mehling NW-Hardbg],

[Bd. 1, Sp. 919]
-rääl (-rl) [ KU-Patb PS-Nünschw], -radel (-rdəl) [RO-Höring Gal-Slawitz verbr. Buch], -raal [ KB-Mauchh Biedh Gauh Einsth], Bennräädl (bęnrdl) [ LA-Nußd]; vgl. PfWB Reitel. Der B. als grobes Züchtigungsmittel im SprW.: Geld regiert die Welt, un der Bindereedel die Leit [Gal-Dornf, verbr. in Gal Don Buch]. a. 1751: Bindreidel, Bohnenstecken, besemreißer, Garbenseil und dergleichen sollen gäntzlich verbotten seyn [Zweibr I]. Syn. s. PfWB Reitel. Südhess. I 853; RhWB Rhein. I 701; Bad. I 231. — -riemen m.: 'Riemen zum Schnallen, Leibriemen', nur in der RA.: Es geht em uf de Bindrieme 'Er wird scharf beaufsichtigt und kontrolliert, zur anstrengenden Tätigkeit genötigt, bedroht, auch geprügelt' [ KU-Kaulb KL-Siegb], ... an de B. '... an den Kragen' [verbr. VPf]; vgl. PfWB Bundriemen. RhWB Rhein. I 701/02; Saarbr. 28; Schwäb. I 1122. —