| Pfälzisches Wörterbuch | ![]() | ||
Piep-sack bis Bier-auto (Bd. 1, Sp. 897 bis 899) | |||
Piep-sack, m. piepseln, schw. piepsen, schw. Piepser, m. Piepser Piepserei, f. Piepserin, f. piepsig, Adj. Bier, n. Bier-ausschank, m. Bier-auto, n. Bier-bach, ON Bier-bauch, m. Bier-blättel, n. Bier-brauer, m. Bier-brauerei, f. Bier-brauergaul, m. Bier-deckel, m. Bier-faß, n. Bier-fäßchenbein, n. Bier-fax, m. Bier-filz, m. Bier-flasche, f. Bier-fuhre, f. Bier-führer, m. Bier-fuhrfaß, n. Bier-fuhrmann, m. Bier-fuhrwerk, n. Bier-garten, m. Bier-gaul, m. Bier-geruch, m. Bier-glas, n. Bier-haus, n. Bier-hefe, f. Bier-hefeknöpfe, Pl. Bier-hefekuchen, m. Bier-hefepfannkuchen, m. Bier-herz, n. Bier-kanne, f. Bier-keller, m. Bier-kessel, m. Bier-kieser, m. Bier-knecht, m. Bier-knüppel, m. Bier-kranen, m. Bier-krug, m. Bier-lümmel, m. Bier-lump, m. Bier-macher, m. Bier-mahl, n. Bier-panz, m. Bier-reise, f. Bier-rettich, m. Bier-rolle, f. Bier-schenke, f. Bier-schlorum, m. Bier-sieder, m. Bier-steuer, f. Bier-stube, f. Bier-stütze, f. Bier-süffel, m. Bier-süffer, m. Bier-suppe, f. Bier-teller, m. Bier-treber, m. Bier-trinker, m. Bier-wagen, m. Bier-wampen, m. Bier-werk, n. Bier-wirt, m. Bier-wirtschaft, f. Bier-wurst, f. Bier-zipfel, m. Bies piesacken, schw. Bieschmilch Biese biesen piesen, schw. Biesenmonat biesig Biest, n. biesterig, Adj. Biest-milch, f. Biet, n. Biet, n. bieten, st. Pietist, m. Bietmilch pietschen, schw. Bietsch-milch Biets-milch Bietung, f. Bifang, m. Bifdek piff biffen bigott(isch), Adj. Bijou Pik | [Bd. 1, Sp. 898] 1. a. 'schwache Pieptöne von sich geben', von jungen Vögeln, Küken, Mäusen, piebse (pībsə), biebse (bībsə) [allg., das anlautende p und b landschaftlich nicht zu scheiden]. — b. vom Menschen: 'einen leisen Laut von sich geben, etwas äußern'. Du hascht nix se piebse [KU-Bedb, verbr.]. Un biebst mer was, hääßt's: Bauer, schweig! [Keiler 68]. — c. 'heimlich etwas verlauten lassen, verraten'. Dodevun hot er nix gebiebst [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. 2. a. 'stoßweise weinen', bes. von Kindern, pippse [Kühn Schnitze]; vgl. PfWB piensen, PfWB pinksen. — b. 'kläglich tun', bes. bei Krankheit. Sie geht de ganze Daa erum un piebst [HB-Kirrbg, verbr.]. — Südhess. I 834; RhWB Rhein. VI 871 pipsen; Saarbr. 26; LothWB Lothr. 44; ElsWB Els. II 73; Bad. I 224. 1. a. 'piepender Laut, Vogellaut', Biebser (bībsər) [ NW-Deidh Germh]. — b. übertr. vom Menschen. Der därf kää Pipser mache 'darf nicht widerreden' [LU-Opp, verbr.]. Er dut keen Biebser vun sich gewwe 'verrät nichts' [Kühn Hamet 99]. Er dut keen B. mehr 'Er ist tot' [Kühn Schnitze I 222]. — 2. 'wer mit piepsender Stimme spricht', Piepser, Biebser [verbr.]. — Abl. aus piepsen. — Südhess. I 835; RhWB Rhein. VI 872; Bad. I 224. [Bd. 1, Sp. 899] [LU-Muttstdt u. Umg. (Wilde 148)]. Wer B. trinkt, werd selich; wer nix ißt, werd nählich (schwach) [SOPf]; Var. s. PfWB selig. SprW.: Bier uff Wein — das loß sein! [ KU-Schmittw/O], auch: Bier uff Wein — das is fein! [ebd.]. Wann mer 'm Fuhrmann e Schoppe Bier bezahlt, do springt de Gaul de ganze Dag [Kaislt]. Daß man in der Pfalz schon vor Jahrhunderten das Bier neben dem Wein trank, geht aus einer Verordnung des Herzogs Johann I. von Zweibrücken vom 21. Juli 1594 hervor [Groh Wörschw., S. 37]. Liselotte von der Pfalz kannte aus ihrer Jugendzeit den Vers: Ich undt mein Cathreingen wir gingen zu dem Bier, ich undt mein Cathreingen wir druncken ein maß oder vier [Becker Vk. 390]. — F.: selten bīr, meist bīər, bīÄr, bīÄ. Christmann weist für KU-Kaulb bīÄr aus, Höh für KL-Lind bīÄ; das auslautende r bleibt im Satz vor vokalisch anlautendem Wort erhalten: del-ə glḁs bīr-uf də di [Höh 86]. In Don Gal Buch allg. bīr. — Südhess. I 835/36; RhWB Rhein. I 678 ff.; ElsWB Els. II 81; Bad. I 224/25.
| ||
| © 2002—2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ![]() | ||