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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Piep-sack bis Bier-auto (Bd. 1, Sp. 897 bis 899)
 
  Piep-sack m.: 'weinerliches Kind', Piepsack [ Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB piepsen 2.

[Bd. 1, Sp. 898]

 
   piepseln schw.: = PfWB piepsen 1 a. 's biebselt schun 'Die Küken piepen schon im Ei' [ KU-Schmittw/O]. — Iterativ zu PfWB piepsen.
 
 
piepsen schw.:
1.
a. 'schwache Pieptöne von sich geben', von jungen Vögeln, Küken, Mäusen, piebse (pībsə), biebse (bībsə) [allg., das anlautende p und b landschaftlich nicht zu scheiden]. —
b. vom Menschen: 'einen leisen Laut von sich geben, etwas äußern'. Du hascht nix se piebse [KU-Bedb, verbr.]. Un biebst mer was, hääßt's: Bauer, schweig! [Keiler 68]. —
c. 'heimlich etwas verlauten lassen, verraten'. Dodevun hot er nix gebiebst [LA-Nd'hochstdt, verbr.].
2.
a. 'stoßweise weinen', bes. von Kindern, pippse [Kühn Schnitze]; vgl. PfWB piensen, PfWB pinksen. —
b. 'kläglich tun', bes. bei Krankheit. Sie geht de ganze Daa erum un piebst [HB-Kirrbg, verbr.]. — Südhess. I 834; RhWB Rhein. VI 871 pipsen; Saarbr. 26; LothWB Lothr. 44; ElsWB Els. II 73; Bad. I 224.
 
  
Piepser1 m.:
1.
a. 'piepender Laut, Vogellaut', Biebser (bībsər) [ NW-Deidh Germh]. —
b. übertr. vom Menschen. Der därf kää Pipser mache 'darf nicht widerreden' [LU-Opp, verbr.]. Er dut keen Biebser vun sich gewwe 'verrät nichts' [Kühn Hamet 99]. Er dut keen B. mehr 'Er ist tot' [Kühn Schnitze I 222]. —
2. 'wer mit piepsender Stimme spricht', Piepser, Biebser [verbr.]. — Abl. aus piepsen. Südhess. I 835; RhWB Rhein. VI 872; Bad. I 224.
 
 
Piepser2, Hühnerkrankheit s. PfWB Pips.
 
  
Piepserei f.: 'weinerliches Klagen', Biebserei [ RO-Dielkch]. — Zu PfWB piepsen.
 
  
Piepserin f.: 'weinerliches Mädchen', Biebsern [ LA-Ilbh]. — Zu PfWB piepsen.
 
 
piepsig Adj.: 'weinerlich, wehleidig', biebsich (bībsiχ) [Lambert Penns 28 Don-Abths], pibsiχ [ Don-Werbas]; vgl. PfWB piemselig, PfWB pienselig. — Zu PfWB piepsen. — RhWB Rhein. VI 872 pipsig.
 
  
Bier n.: wie schd., Bier, s. F. [allg.]. Man unterscheidet helles und dunkles B. An Festtagen trinkt man auch gern das Bockbier. Bekannte Markenbiere waren schon früher: das Bairisch, Bellemer, Birgerbrai-, Frankenthaler, Hawwereckl-, Kulmbacher, Ludwigshafener, Minchener B. Vgl. auch PfWB Tropf-, PfWB Frei-, PfWB Lot-, Märzbier. Bestellt man in der Gaststätte e Bier, dann erhält man ein Glas Bier, das zwischen 0,2 und 0,33 l mißt. Größere Biermaße sind: Krug, Schoppen (½ l), Stein (1 l), Maß (1 l). Mehr als 1 Liter fassen Humpen und PfWB Stiefel (2-5 Liter). In einem Kasten Bier sind 25 Flaschen. Schales Bier ist lack. Bier mit hoher Schaumkrone hat en Feldwewel, Kaiser Wilhelm, Feldwewel- oder Offiziersbort. RA.: Der macht em aus wie 's sauer Bier [ FR-Quirnh]. Wann die nein Uhr ebeikomme, muß eich meine B. han 'Um 9 Uhr habe ich Durst' [ WD-Niedkch]. Ich hab eher 'n Schoppe B. durch de Strohhalm getrunke, als du 'n Weck gesse hoscht

[Bd. 1, Sp. 899]
[LU-Muttstdt u. Umg. (Wilde 148)]. Wer B. trinkt, werd selich; wer nix ißt, werd nählich (schwach) [SOPf]; Var. s. PfWB selig. SprW.: Bier uff Weindas loß sein! [ KU-Schmittw/O], auch: Bier uff Weindas is fein! [ebd.]. Wann mer 'm Fuhrmann e Schoppe Bier bezahlt, do springt de Gaul de ganze Dag [Kaislt]. Daß man in der Pfalz schon vor Jahrhunderten das Bier neben dem Wein trank, geht aus einer Verordnung des Herzogs Johann I. von Zweibrücken vom 21. Juli 1594 hervor [Groh Wörschw., S. 37]. Liselotte von der Pfalz kannte aus ihrer Jugendzeit den Vers: Ich undt mein Cathreingen wir gingen zu dem Bier, ich undt mein Cathreingen wir druncken ein maß oder vier [Becker Vk. 390]. — F.: selten r, meist bīər, bīÄr, bīÄ. Christmann weist für KU-Kaulb bīÄr aus, Höh für KL-Lind bīÄ; das auslautende r bleibt im Satz vor vokalisch anlautendem Wort erhalten: del-ə glḁs bīr-uf də di [Höh 86]. In Don Gal Buch allg. bīr. Südhess. I 835/36; RhWB Rhein. I 678 ff.; ElsWB Els. II 81; Bad. I 224/25.
 
 
Bier-ausschank m.: wie schd., -ausschank [allg.]. — -auto n.: 'Lastauto, das Bierfässer befördert', -audo [allg.].