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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bickel bis Picken (Bd. 1, Sp. 885 bis 886)
 
Bickel, m.
Pickel, m.
bickel-hart, Adj.
Pickel-haube, f.
pickelig, Adj.
bickeln, schw.
bickeln, schw.
Bickel-seil, n.
Bickel-stiel, m.
picken, schw.
Picken, n.
Picker, m.
pickerig, Adj.
Pickert, m.
Pickes, m.
Pick-esel, m.
pickesen
pick-fein, Adj.
Pick-kärstchen, n.
Pick-klee, m.
picksen, schw.
pickesen, schw.
Picksen, n.
Pickser, m.
Pidem, m.
pidemen, schw.
biderb, Adj.
Biebelchen
Bieder-mann, m.
Bieders-hausen, ON
Biedes-heim, ON
Bieg-band, n.
Bieg-eis, n.
Biegel, n.
biegen, st.
Bieg-reitel, m.
Bieg-weide, f.
Piemse, f.
Piemseler, m.
piemselig, Adj.
piemseln, schw.
piemsen, schw.
Piemser, m.
Bien-acker, m.
Bienägelchen
Biene
Piene
Bien(en)-angel, f.
Bien(en)-baum, m.
Bien(en)-blume, f.
Bien(en)-brett, n.
Bien(en)-brot, n.
Bien(en)-ei, n.
Bien(en)-faß, n.
Bien(en)-futter, n.
Bien(en)-garten, m.
Bien(en)-halter, m.
Bien(en)-handschuh, m.
Bien(en)-haube, f.
Bien(en)-haus, n.
Bien(en)-kappe, f.
Bien(en)-kar, n.
Bien(en)-kasten, m.
Bien(en)-kennelchen
Bien(en)-könig, m.
Bien(en)-königin, f.
Bien(en)-korb, m.
Bien(en)-kraut, n.
Bien(en)-kunnel
Bien(en)-laus, f.
Bien(en)-narr, m.
Bien(en)-pest, f.
Bien(en)-pfeife, f.
Bien(en)-pflaster, n.
Bien(en)-quendel, m.
Bien(en)-roße, f.
Bien(en)-saug, m.
Bien(en)-schleier, m.
Bien(en)-schwarm, m.
Bien(en)-stachel, m.
Bien(en)-stand, m.
Bien(en)-stich, m.
Bien(en)-stock, m.
Bien(en)-strohkorb, m.
Bien(en)-vater, m.
Bien(en)-verse
Bien(en)-volk, n.
Bien(en)-wabe, f.
Bien(en)-wachs, n.
Bien(en)-wald, m.
Bien(en)-wälder, m.
Bien(en)-waldrecht, n.
Bien(en)-weide, f.
Bien(en)-wiese, f.
Bien(en)-wolf, m.
Bien(en)-zange, f.
Bien(en)-zins, m.
Bien(en)-züchter, m.
Bienert, m.
bien-rößig, Adj.
   Bickel m.:
1. 'Spitzhacke', Bickel (bigl) [fast allg.]; 'breitschauflige Hacke' [ BZ-Albw]; 'schwere Hacke' [PS-Hintwdth (der eigentl. B. wird hier Spitzbickel genannt)]; vgl. PfWB Hacke. Zs.: Ausschaufel-, Beil-, PfWB Dornen-, PfWB Grab-, Schrot-, PfWB Spitz-, PfWB Stock-, Wingertbickel. a. 1425: von einem nuwen bickel zu machen [LeinArch. (Löhne)]. a. 1571: Item 3 bikell [ZweibrKellR]. a. 1773: Ein Krappen, Ein Bickel [SSp., v. d. Leyen, Fasz. 100]. —
2. 'Gerät zum Umrühren des Mörtels', Bickel [ NW-Wachh]. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka19, 74 Bickel. — Südhess. I 824; RhWB Rhein. VI 810 ff.; LothWB Lothr. 41; ElsWB Els. II 27; Bad. I 222.
 
  
Pickel m.: 'Eiterpustel', Pickel (pigl) [fast allg.], Peckel [ LU-Maud GH-Max'au]; dafür häufiger PfWB Potte, PfWB Mitesser. Zs. PfWB Eiterpickel. — Nach Weigand II 424 aus mhd. pic, bic 'Stich'. — Südhess. I 824; Kretschmer 371.
 
 
bickel-hart Adj.: 'sehr hart, knochenhart', vom Boden, bickelhart [verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)]. — Das Bestimmungswort kann auf mhd. bickel 'Knöchel, Knochen' zurückgeführt werden, vgl. Weigand I 233. — RhWB Rhein. VI 812; ElsWB Els. I 376.
 
  
Pickel-haube f.: wie schd., Bickelhaub [verbr. (vor 1918)], 'Preuße' [ KU-Schmittw/O]. a. 1537: ein Beckelhaub vnd zwo arm schinen harnescht [SpeyTreudInv.]. — In unserem historischen Beleg ist die ältere Bedeutung 'Beckenhaube = flacher Helm' noch zu erkennen (vgl. Kluge-Mitzka19). Das neuere Wort, das die junge Gener. kaum mehr kennt, ist aus der Schriftsprache übernommen. — Südhess. I 824.
 
  
pickelig Adj.: 'mit Eiterpusteln behaftet'; picklichi Haut [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB pinkelig, PfWB potterig. Südhess. I 825.
 
 
bickeln1 schw.: 'am Knöchel fesseln'. a. Ende 16. Jh.: da aber einer sein Pferdt nit bickeln würdt, sondern ledig gehen ließe, der soll der gemeindt 5 ß zu straff geben [Friedel 180]. a. 1751: zur Verhüthung Schadens sollen die Pferde anbey gespaßelt oder gebickelt werden [SSp., Zweibr. I 671 (LA-Altstdt)]; vgl. PfWB Bickelseil. — Zu mhd. bickel 'Knöchel', Lexer Lexer I 264, Weigand I 233, DWB DWb. I 1809.
 
 
bickeln2 schw.: 'mit dem Bickel arbeiten', bickle [Germh]. Südhess. I 825; Bad. I 222.
 
 
Bickel-seil n.: 'Seil zum Bickeln', s. PfWB bikkeln1. a. 1532: ein bickelseyll, das soll sein

[Bd. 1, Sp. 886]
siebenn claffter lanck [PfWeist. I 266 (KB-Dreis)].
 
  
Bickel-stiel m.: 'Stiel des Bickels', Bickelstiel (-sdīl) [ LA-Maik].
 
  
picken schw.:
1. von Vögeln, bes. von Hühnern, wie schd. 'mit der Schnabelspitze hacken, Nahrung aufnehmen', picke (pigə) [fast allg.], pecke (pegə) [verbr. NWPf]. Die Ajer sin gepickt, die Junge schluppe aus [ KU-Odb, allg.]. RA.: Mer hun drufgeschlaa, so schnell wie die Hinkel Gerscht pecke [ KU-Schmittw/O]. Er is gepeckt im Hern 'verrückt' [ HB-N'alth, allg.]. Bischde gepickt mit dem Woll seiner Belzkapp? dass. [ KU-Kaulb]. Das is e gepickt Hinkel, dass. [ ZW-Gr'bundb, allg.]. Do kannschde lang picke, bis de ans Hern kummscht, von einem, der schwer von Begriff ist [ KL-W'lein]. —
2. 'essen', eigentl. 'in kleinen Bissen essen'. RA.: Er hat nix se picke un nix se beiße [KU-Kaulb, verbr.]. Er pickt dran rum 'Er ißt ohne Appetit' [ LU-Böhl, allg.]. KR.: Hawwere sollst e bissel knawwere, Wicke sollst e bissel picke [LU-Muttstdt (Wilde 83)]. Beim Kinderspiel Drauwe picke, bis de Vedder Schitz kummt machen die Kinder an einer Mauer oder einem Baum mit dem Zeigefinger pickende Bewegungen, bis das zum Schütz bestimmte Kind heranschleicht und die Sünder einfängt [ LA-Edh]. —
3. = PfWB begatten.
a. de Hahn pickt 's Hinkel [ ZW-Schmitshs, fast allg.], pekt (pēgd) [ KU-Bedb Kaulb Jettb KL-Hirschhn Kindsb], pikt (pigd) [ RO-Rehborn]. —
b. vom Menschen, vulgär. Er hot se gepekt (gəpēgd) [KU-Kaulb Kus Kaislt BZ-Dernb verbr. Don Gal]. —
4. Ostereier p. 'aneinanderstoßen', ein Kinderspiel, s. PfWB Ostern [allg.]. —
5. den Klicker p. 'mit Daumen und Zeigefinger schnellen', picke [verbr. NWPf], vgl. PfWB schnellern; 'die Spielkugel in Bewegung setzen', peke (pēgə) [ LA-Edk]; 'den Klicker treffen' picke [ FR-Colgst]; Kaude picke 'mit den Klickern nach der Kaute schnellen [Pirmas]; vgl. PfWB Pickchens, PfWB pinken2. Er is gepekt (gepēgd) 'hat alle Klicker verloren' [ NW-Hamb]. —
6. 'stutzen, hauend kürzer machen'. a. (16. Jh.): Es soll auch ein jeder, der an seinen Gütern lebendige Zäune und Hecken hat, dieselben zu rechter Zeit picken und abhauen [Weistum von KL-Hoheck]. — Südhess. I 825; RhWB Rhein. VI 816 ff.; LothWB Lothr. 41; ElsWB Els. II 26; Bad. I 222.
 
  
Picken n.: ein Klickerspiel für höchstens 10 Teilnehmer, bei dem jeder seinen Klicker vom Abwurfstrich aus nach der Kaute wirft. Wer als erster den Klicker in der Kaute untergebracht hat, darf den zweiten Teil des Spieles eröffnen, bei dem die um die Kaute liegenden Klicker mit Daumen und Zeigefinger in die Kaute zu schnellen (s. PfWB picken 5) sind. Nicht jeder Klicker läßt sich beim ersten Anlauf in die

[Bd. 1, Sp. 887]
Kaute hineinpicken. Wer das nicht zuwege bringt, muß dem folgenden Spieler Platz machen. Gewonnen hat, wer mit dem letzten Klicker in die Kaute getroffen hat; als Siegespreis darf er sich sämtliche in der Kaute liegenden Klicker nehmen [ KU-Breitb].