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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Pfütz-platz bis Bibels-geschichte (Bd. 1, Sp. 881 bis 883)
 
   Pfütz-platz m.: = PfWB Pfützloch, Pitzplatz [ KU-Hundh Krottb KL-Weilb].
 
 
phantasieren, Philipp, Philosoph, Phlox,

[Bd. 1, Sp. 882]
photographieren s. PfWB fantasieren, PfWB Filipp, PfWB Filosof, PfWB Flox, PfWB fotografieren.
 
 
piano Adv.: 'leise'. Marschirt nuh Alles ganz biahno un zahm [Firmenich II, S. 10].
 
  
Piassava-besen m.: 'harter Besen aus Blattfasern der Palmen', Piassavabesem [ KB-Mauchh Stett].
 
  
Bib, Bibin.:
1. 'Huhn', Sprache des Kleinkindes, Bib (bīb), meist in der Wiederholung Bibib (bibīb) [verbr. vorn. mittl. u. südl. WPf südl. VPf], Bi (bī), meistens Bibie (bibī) [vorn. VPf], Bib und Bibi [ KU-Hundh Gumbsw Herschw/Petth ZW-L'wied PS-Windsbg KL-Gimsb LA-Knöring BZ-Gossw Dierb GH-Kand Leimh]. Bibi überwiegt. Die Verkleinerungsform ist die Bezeichnung für das Küken, auch Schmeichelname für das Huhn: Bibelche (Pl. -er) [allg., außer SOPf], Bibche (Pl. -er) [Einzelorte im Bibelche-Gebiet], Bib(e)l (Pl. -le, -lich, s. PfWB Baum) [südl. VPf]. Einzelbelege: Bibil (Pl. Bibilich) [ LA-Knöring], Bibbibl (Pl. Bibbible) [Spey GH-Kand], Biberl (!) [ LU-Friesh], Biwelche [ KL-Miesb]. Man lockt das Huhn fast allg. mit dem Ruf: kamm (selten: komm, kumm) Bibi (oder: Bibib usw.), in KU-Rutsw/ G, WD-Niedkch u. HB-Höch: kamm Bi-eb (bib), in ZW-Bechhf folgt dem gedehnten i eine Terz tiefer ein kurzes i. Die Silbe bi bzw. bib wird beim Ruf mehrmals wiederholt und dabei auf einer und derselben Höhe gesprochen; um ihn besser hörbar zu machen, dehnt man das i. — KR.: Heio bumbeio, schlag 's Biebelche dot. 's leht mer ken Eier un frißt mer mein Brot [verbr.]. Mei Mutter backt Kuche, sie backt se so hart, sie leht se ins Schränkche un gebt mer net satt. Sie gebt mer drei Brocke für 's Bibi zu locke: Bibi, Bibi, Bibi, komm. Un wann mer's die Mutter nochmols so macht, so nemm ich mei Bündel un sag ehr 'Gut Nacht' [Homb]. —
2. 'Kiefernzapfen', Pl. Biebelcher [Nordteil der SWPf, s. K. bei Butzel], Biewelcher [ ZW-Gr'bundb], Bieb(e)le [ IB-Rubh PS-Glashtt]. Mancherorts, bes. in der SWPf, bezeichnet das Wort auch oder — wo die Kiefer unbekannt ist — ausschließlich den Tannenzapfen. In HB-Kirk/N'häus meint man mit Biebelcher die Kiefernzapfen, mit Biebele die Tannenzapfen. Zs. PfWB Forlenbibel. Syn s. PfWB Butzel. — Südhess. I 820; RhWB Rhein. I 671; LothWB Lothr. 41; Bad. I 233 Bippele.
 
 
Bibbes s. PfWB Bippes.
 
  
Bibel f.: wie schd., Biw(e)l (bīw(ə)l) [fast allg.], Biww(e)l (biw(ə)l) [verbr. mittl. u. südl. VPf]. Nach Bertram 54/55 haben in der mittl. VPf die im ehemaligen Bistum Speyer gelegenen katholischen Orte fast durchweg bīwl, die evangelischen Orte in der ehemaligen Kurpfalz dagegen biwl. Bertram vermutet, daß die Erhaltung der alten Kürze (mhd. bibel) im häufigen

[Bd. 1, Sp. 883]
Gebrauch des Wortes durch die Evangelischen begründet sei. Dies scheint zweifelhaft, denn die Evangelischen haben das Wort von der Kanzel her sicher sehr oft mit gedehntem i gehört; tatsächlich weisen die evangelischen Gebiete der WPf durchweg langes i auf (so auch die Nachkommen der pfälzischen Auswanderer). — Volksgl.: Mer soll en Schlissel in die Biwel lege an der Stell Hohelied 8,7. Wammer an der Buchstawe kummt, wu em seim Bo (engl. beau = Geliebter) sei Name afangt mit, dreht sich der Schlissel in der Biwel [Fogel Beliefs Penns Nr. 201]. KR.: Hier steh ich uf de Kanzel un prellich wie e Amschel aus de dicke Bibel vun Maria Zwiebel [ KU-Bedb]; Variante hierzu s. PfWB Amsel. — a. 1761: Biewel [RO-Gonb (LeinGBl. 1911, S. 76)]. — Südhess. I 822; RhWB Rhein. I 673; Bad. I 220.
 
 
bibel-fest Adj.: wie schd., biw(e)lfescht [verbr.]. Bad. I 220.
 
  
Bibel-forscher m.: wie schd., Biwelforscher [ LU-Opp LA-Wollmh]. — -husar m.: 'Prediger, der in seinen Predigten zuviel Bibelsprüche anführt'. a. 1792: Bibelhusar [Klein Prov. 48].
 
  
Bibels-geschichte f.: 'biblische Geschichte', Biwelsgschicht [KL-Reichb verbr. südl. VPf], Biwles- [ PS-Gersb]. Südhess. I 822.