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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Pfuhl-wagen bis Pfülben-zieche (Bd. 1, Sp. 878 bis 880)
 
  Pfuhl-wagen m.: 'Wagen mit dem Jauchefaß', Puhlwache (-wāxə), wage (-wāgə), -waa(e), -waan, -waan, s. PfWB Wagen [verbr.]; vgl. PfWB Pudelwagen, PfWB Pfuhlkarch. RhWB Rhein. VI 800.
 
 
Pfuhl-wasser n.: 'Jauche, Abwässer'. a. 1537 (1604): derselbige hat macht sin pfuelwasser zu gießen ubern gemeinen weg [SchWeist. von RO-Falkst]. RhWB Rhein. VI 800.
 
  
Pfuhl-wiese f.: 'feuchte, saure Wiese', Puhlwies [ HB-Brenschb].
 
  
Pfuhl-wurm m.:
1. 'Made der Mistfliege', Puhlworm, Pl. -wäärm [verbr. östl. NPf nördl. VPf]. —
2. Spottname auf einen, der viel Jauche auf sein Feld fährt [ LU-Friesh]; Uzname auf die Bewohner von KL-Rodb und NW-Freinsh: Rodebacher (Frensemer) Puhlwärm; vgl. PfWB Pfuhlarsch.
 
 
Pfuhl-zuber m.: 'Zuber zum Jauchetragen', wird besonders beim Pfuhlen von Weinbergen benutzt, Puhlzuwwer [verbr. nördl. VPf (1920)]; vgl. PfWB Pfuhlständer, PfWB Pudelzuber.
 
  
pfui Interj.: Ausruf des Abscheus und Ekels, fui! verstärkt: a fui Deiwel! [allg.]. Fui (der Schaan)! Zuruf an den Hund, der auf einen Menschen oder ein Tier losgehen will [FR-Bockh, verbr.]. Das Kind, das beim Fangspiel auf dem Botten (Ruheplatz) geschlagen wird, ruft: Fui, 's gilt mer net [ LA-Siebdg]. SprW.: Owwe hui, unne fui [allg., auch Don Gal Buch]. KR.: Pfui, pfui, schämm dich vor deim klänne Fingerle, dabei führt man mit dem Zeigefinger der linken Hand über den kleinen Finger der rechten Hand [ GH-Hatzbühl]. Variante: Äks, äks, ausgelacht mit'm kleene Fingerle, mit der grauße (große) Hand; pfui, esch das e Schand! [ GH-Leimh]; vgl. PfWB äks, PfWB ätsch. RhWB Rhein. VI 800; Bad. I 217; Hess.-Nass. II 625.
 
 
pfui-hasen schw.: 'einem die Meinung sagen', fuihaase [RO-Obd Kühn Hamet 107]. Syn. s. PfWB schelten. — Aus Pfui Has, »strafender Zuruf an den Hühnerhund, wenn er statt Rebhühnern einem Hasen nachjagt«, Hess.-Nass. II 626.
 
 
Pfui-teufel m.: Zusammenziehung aus Pfui Deiwel! im Neckreim: Du wieschter Pfuideiwel, du schwarzer Schnorrbart! Wer werd dich dann wolle, wann ich dich net mag. Wie du ääner warscht, wie du ääner bischt, so finn ich alle Morje sechs Dutzend uff'm Mischt [Hebel 69].
 
  
Pfülben, Pfülwenm., n.:
1. 'Kopfkissen im Bett', früher 'breites Kopfkissen für zwei Personen', Pilwe (pilwə) [allg., auch Penns Don Gal Buch], Pulwe [verbr. SOPf (neben pilwə)],

[Bd. 1, Sp. 879]
Pilwer [ FR-N'lein], Pilme [ HB-Nd'gailb]. Der hot Backe (Lippe) wie e P., von dicken Wangen (Lippen) [ KU-Kaulb]. a. 1525: Item ein bethlad mit einem bedt, strosack, ein pulwen [Spey-DomKl.]. a. 1558: 4 Bett, ein Deckbett, 3 Pfulwen [WerschwReg. S. 449]. a. 1740: empfangen zu einem pülwen die federn [Kurpf., Akte 940-942 (KU-Einöll)]. a. 1784: 1 langer Pülwen mit weißem Ueberzug [NPfGV 1932 S. 77]. —
2. 'Federdecke', Pilwe [»Donnersberg« (PfId. 106) LU-Altr LA-Edk]. a. 1460: daz bette mit pulbe lilach (Leintuch) vnd kussen [StArch. Koblenz, Abt. 655, 24 Nr. 786, Bl. 95]. a. 1464: pfulwen kußen lilachen deppich [LibSecrM, Bl. 184]. a. 1596: 1 Pfülben 1 Küßen ahne Ziechen [WerschwSchR, Bl. 593]. —
3. 'Überzug des Kopfkissens' [ RO-Lettw], 'Überzug der Federdecke' [Spey NW-Haßl]. a. 1746: nebst einem drilchenen Pilben [Kurpf., 973-976]. a. 1782: ein barcheter Pulven [GH-Zeisk (aus einem Inventar)]. — Zs. zu 1-3: Bank-, Pluder-, Haupt-, Kopf-, Spreu-, Stuhlpfülben.
4.
a. 'Tragholz über dem Achsenstock des Hinterwagens', Pilwe und Pilme [östl. NPf Ostteil der mittl. u. südl. WPf VPf]; dafür auch PfWB Bett und Grießbrett. Die Grenze zwischen Bett (im Westen) und Pilwe (im Osten) verläuft von RO-Mannw über RO-Bistschd Dörrmosch Heilmosch KL-Katzw Siegb Hoheck PS-Steinalb Burgalb Ruhbk; die genannten Orte haben Bett. Vgl. Klein Wag. 106. Pilme ist nur in einzelnen Orten belegt, am häufigsten in der SOPf. Grießbrett erscheint in der Südostecke. — Zs. PfWB Hinter-, PfWB Jochpfülben. —
b. 'unteres Verbindungsstück zwischen den beiden Führungseisen des Vorderpfluges' s. Abb. 21, Pilwe [ KU-Elzw Kus KB-Mauchh FR-Bockh LU-Alsh Ruchh Neuhf Altr Muttstdt NW-Geinsh], Pilme [ LA-Essing GH-Schwegh], Pilmar [ BZ-Nd'horb]; vgl. PfWB Sattel. Zs. PfWB Oberpfülben. Am eisernen Vorderpflug wird der P. durch die Pflugschraube gesenkt oder gehoben; an älteren Pflügen mit hölzernem P. verstellte man diesen mit einem Brettchen, einem Stein oder auch mit einem Rasenstück. Auf der Ausbuchtung des P. liegt der Pfluggrindel auf. —
5. 'Unterlage für Kopflasten', vgl. PfWB Ring, Pilwe [NWPf KB-Morschh LU-Ruchh NW-Weidth Lach SP-Schiffstdt]. —
6. 'der Schlagteil des Dreschflegels', Pilwe »um Speyer und Ludwigshafen« (Bertram 154), wohl verunstaltet aus Kilwe, s. PfWB Külpe. — F.: Das Wort ist fast durchweg m.; n. ist belegt für KU-Sand IB-Nd'würzb RO-Rehborn. — Aus lat. pulvinus, mhd. md. *pülwe. — RhWB Rhein. VI 1185 ff.; Saarbr. 155; ElsWB Els. II 135; Bad. I 217 Pfühl; Hess.-Nass. II 625 Pfühl.
 
  
Pfülben-brett n.: = PfWB Pfülben 4 a (Wagenteil), Pilwebrett [ NW-Herxh LU-Ruchh GH-O'lustdt], -bräät (-brd) [ KB-Boland Bubh].

[Bd. 1, Sp. 880]

 
  Pfülben-zieche f.: 'Kissenüberzug', vgl. PfWB Pfülben 3, Pilweziech (pilwədsīχ) [verbr. SOPf (Heeger Südostpf. 5)]. a. 1558: 2 klainer Stück zu 2 Küssen- oder Pfülwenziechen [WerschwReg., S. 450]. a. 1603: 3 Alte Würcken Pfülben Ziechen [Kurpf., Akte 1044/2 d, Bl. 68]. a. 1782: eine kelschene Pulvenzüge [GH-Zeisk (aus einem Inventar)]. — RhWB Rhein. VI 1187; Bad. I 217; Hess.-Nass. II 625.