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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Pfingsten-knecht bis Pfingsten-schisser (Bd. 1, Sp. 837 bis 843)
 
Pfingsten-knecht, m.
Pfingst(en)-knuttel, m.
Pfingsten-knüppel, m.
Pfingst(en)-kranz, m.
Pfingsten-lämmer
Pfingsten-loch, n.
Pfingsten-lümmel, m.
Pfingst(en)-nägelchen, n.
Pfingst(en)-quack, m.
Pfingsten-recht, n.
Pfingsten-schisser, m.
Pfings(ten)-strauß, m.
Pfingst-esel, m.
Pfingst-feiertage, Pl.
Pfingst-fest, n.
Pfingst-fladen, m.
Pfingst-hammel, m.
Pfingst-haufen, m.
Pfingst-klee, m.
Pfingst-krapfen, m.
Pfingst-lämmchen, n.
Pfingstlümmel-blume, f.
Pfingst-montag, m.
Pfingst-ochse, m.
Pfingst-platz, m.
Pfingst-reiten, n.
Pfingst-rose, f.
Pfingst-samstag, m.
Pfingst-schnellerchen, n.
Pfingst-sonntag, m.
Pfingst-tag, m.
Pfingst-tour, f.
Pfingst-weide, f.
Pfingst-woche, f.
pfinnig, Adj.
Pfirsich, m.
Pfirsich-baum, m.
Pfirsich-kuchen, m.
Pfirsich-schnitz, m.
Pfirsich-zweig, m.
pfittern
Pflanz-beet, n.
Pflanze, f.
Pflanz-eisen, n.
pflänzeln, schw.
pflanzen, schw.
Pflanzen-korb, m.
Pflanzen-setzerin, f.
Pflanz-feld, n.
Pflanz-garten, m.
Pflanz-grundbirne, f.
Pflanz-holz, n.
Pflanz-kaute, f.
Pflänzler, m.
Pflanz-loch, n.
Pflanz-stück, n.
Pflaster, n.
Pflaster-beere, f.
Pflästerer, m.
Pflastererbel
Pflaster-erdbeere, f.
Pflaster-gang, m.
Pflaster-gräblein, n.
Pfläster-hammer, m.
Pflästerin, f.
Pflaster-kasten, m.
Pflaster-kopf, m.
pflastern, schw.
pflästern, schw.
Pflaster-sack, m.
Pflaster-schisser, m.
Pflaster-stampfer, m.
Pflaster-stein, m.
Pflaster-stempel, m.
Pflaster-stühlchen, n.
Pflaster-treter, m.
Pflasterung, f.
Pflaster-wacken, m.
Pflaum
Pflaume, f.
Pfraume, f.
Pflaumen-baum, m.
Pfraumen-baum, m.
Pflaumen-brei, m.
Pflaumen-gelee, n.
Pflaumen-gutsel, n.
Pflaumen-kern, m.
Pflaumen-kuchen, m.
Pflaumen-latwerg, m.,  f.
Pflaumen-marmelade, f.
Pflaumen-mus, n.
Pflaumen-saft, m.
Pflaumen-schlacksel, n.
Pflaumen-schleck(s)el, n.
Pflaumen-schmiere, f.
Pflaumen-stück, n.
Pflaumer
Pflege, f.
Pflege-anstalt
Pflege-eltern
  Pfingsten-knecht m.: früher ein mit blühendem Besenginster herausgeputzter Bursche, der

[Bd. 1, Sp. 838]
am Pfingstsonntag im Dorf herumgeführt wurde, Pingschdeknecht [PS-O'simt Lembg (seit 1961 nicht mehr) Ruppw L'mühl Glashtt Lu'wink Hintwdth]; vgl. PfWB Pfingstenbutz, PfWB -quack. In PS-O'simt gingen drei P. von Haus zu Haus und sangen das Heischelied: Es kamme drei arme Pingschdeknecht, die hätten so gere das Pingschderecht. Sie schaue nach de lange Stange, wo laurer (lauter) Speck un Wärschde hange. Gebt Eier heraus, gebt Speck heraus, es isch e scheni Jungfrau im Haus. Wohl net so klein, wohl net so groß, so daß das Messer in Speck neinstoß. Wurden die P. beschenkt, dann dankten sie mit den Worten: Ihr habt uns auch ein Gackerlein geben, drum schenk euch Gott das ewige Leben. Hatte man ihnen aber die Gabe verweigert, dann sangen sie: Ihr habt uns auch kein Gackerlein geben, drum soll eich 's Hemd am Arsch ankleben.ElsWB Els. I 503.
 
  
Pfingst(en)-knuttel m.:
1. gew. Pl., 'in grüne Zweige gehüllte Burschen, die am zweiten Pfingsttag durchs Dorf ziehen', Pingschtknottel [ GH-Hatzbühl]. —
2. 'Langschläfer an Pfingsten', Pingschdeknottel [ GH-Hay]; vgl. PfWB Pfingstenlümmel 3.
 
 
Pfingsten-knüppel m.: 'wer am Pfingstsonntag als letzter in der Familie aufstand', Pingschdeknippel [ Gal-Biczyce]; vgl. PfWB Pfingstenlümmel 3.
 
 
Pfingst(en)-kranz m.: 'aus Ginster geflochtener Kranz, mit dem am Pfingstsonntag das schönste Kalb im Stall geschmückt wird', Pingschtkranz [KL-Fischb (Kleeberger 32)]; in Gal-Dornf 'der dem Pfingstenlümmel umgehängte Kranz', Pingschdekranz.
 
 
Pfingsten-lämmer s. PfWB Pfingstenlümmel.
 
 
Pfingsten-loch n.: 'ausgehobene kreisrunde Vertiefung, die den Weidbuben als Versammlungsort für die Vorbereitung des Pfingstreitens diente', Pingschdeloch [ Gal-Dornf].
 
  
Pfingsten-lümmel m.:
1.
a. 'ein in Stroh gehüllter größerer Bube oder junger Bursche, der wie ein wildes Tier an einem Strick im Ort umhergeführt oder auf einem Wagen gefahren wurde', Pingschtlemmel [ KU-Kaulb vor 1890]. Der P. suchte durch grimmige Laute und Gesten die Kinder zu schrecken, mußte sich aber dabei von den Größeren manche Plackerei gefallen lassen. Zu guter Letzt wurde ihm die Strohhülle vom Leibe gerissen. »In älterer Zeit muß aber neben dem Strohmann noch ein in blühende Ginster gehüllter Quack auch in Kaulbach aufgetreten sein; wie sollte sonst diese Pflanze gerade hier zu ihrem Namen Pingschtquack kommen, wenn nicht von ihrer Verwendung bei dieser Vermummung her?«, E. Christmann in HV 1930, S. 247; vgl. PfWB Pfingstenquack 3. —
b. 'eine künstlich hergestellte, mit Ginster geschmückte Männergestalt, die am Pfingstmontag

[Bd. 1, Sp. 839]
durchs Dorf getragen wurde' [ KU-Rothsbg]. —
c. 'ein mit Pfingstrosen geschmückter Ochse, der am Donnerstag vor Pfingsten durch den Ort getrieben und nachher zum Fest geschlachtet wurde [ KL-H'spey Frankst]. —
2. 'Hütejunge, der am Pfingstmorgen als letzter mit seinem Vieh auf die Hutweide kam', wohl die urspr. Bed. des Wortes, Pingschdelemmer [ Gal-Dornf Brig Bagbg Obl Waldd], -lemmel [ Gal-Josbg Schönth Brunnd]. Der Zuspätgekommene wurde mit dem Vers verspottet: Pingschdelemmer owwenaus, hebt die blotte Spatze aus; hot die kalde Erbse g'freß un die Kuh im Stall vergeß [ Gal-Dornf]. Die beiden letzten Zeilen des Spottverses wurden auch abgewandelt: alle Spatze sein schun draus, Pingschdelemmel owwenaus! [ Gal-Schönth]. Eine dritte Variante lautete: Pingschdelemmer, Erbsefresser, hoscht zu lang geschlof, hoscht die Kuh im Stall vergesse, werscht for das gestroft [ Gal-Waldd]. In Gal-Dornf Brig Reichenb veranstalteten bis 1939 die Weidejungen am Morgen des Pfingstsonntags vom Pfingstenloch aus das Pfingstreiten: Unter Führung ihres »Hauptmannes« ritten sie, in Zweiergruppen geordnet, der P. mit dem Pfingstenkranz in ihrer Mitte, liedersingend durch das Dorf. An den Umritt schloß sich ein Wettreiten an. Von anderer Art war der Brauch des Pingschtlämmels in NW-Haßl u. Umg.: Hier ritten am Pfingstmontag die jungen Burschen in aller Frühe mit ihren Pferden in den nahen Wald, schmückten dort die Pferde mit Ginster und grünen Zweigen und vergnügten sich mit Speis und Trank bis zum Mittag. —
3. 'Kind, das am Pfingstsonntagmorgen als letztes aus dem Bett aufsteht', Pingschtlimmel [ KU-Kaulb], -lämmel [ RO-Semb], -lämmer [ Gal-Obl]; vgl. PfWB Pfingstenknuttel, PfWB -knüppel. In KU-Kaulb wurden bis etwa 1910 dem P. von den Geschwistern heimlich Ginsterzweige ans Bett gesteckt. In Gal-Obl erhielt der Langschläfer Brennesseln unter die Decke. —
4.
a. 'Pfingststrauß, der am Pfingstsonntag dem Langschläfer in der Familie an das Bett oder an die Tür gesteckt wurde', Pingschdelämmel [FR-Hettleidh Tiefth Kühn Hamet 127 Heeger Tiere I 20]; daher auch die RA.: einem einen P. anstecken. —
b.
α. 'blühender Besenginster', Pingschtlemmel [ KU-Wolfst RO-Höring], -lämmerl [KU-Aschb KL-Enkb u. Umg.]; vgl. PfWB Pfingstlümmelblume, PfWB Pfingstenquack 3. —
β. 'Flieder (Syringa vulgaris)', Pingschdelämmer [verbr. Buch]; vgl. PfWB Pfingstenblume. Syn. s. PfWB Nägelchen. — F.: Die Belege für die Pfalz verzeichnen nur -lęm(ə)l, die für Gal und Buch -lęməl und -lęmər. Beide Formen können von Lümmel 'Faulpelz' hergeleitet werden. Oder sollte -lęmər auf mhd. lampen 'welk niederhängen', schweizerisch lampen 'langsam, träge,

[Bd. 1, Sp. 840]
nachlässig gehen und arbeiten' (Schweiz. III 1274) zurückzuführen sein? Vgl. Christmann in HV 1930, S. 257. — RhWB Rhein. VI 753; Bad. I 202; Schwäb. I 1046; Hess.-Nass. II 610.
 
  
Pfingst(en)-nägelchen n.: 'Flieder (Syringa vulgaris)', gew. im Pl., Pingschdenächele [ NW-Speyd Geinsh Don-Gottlob St. Andreas], -nälcher (-nēlχər) [ Gal-Bredth], Pingschtnägel [ Gal-Reichsh], -nächel [ FR-Beindh], -näggel [ FR-Assh], -näggelcher [LU-Opp. u. Umg. Gal-Steinfels Prinzenth], -nächelcher (--) [HB-Alth IB-Gersh Eschring], (-ę-) [verbr. mittl. VPf (Wilde 63)], -näl (-ē-) [ Gal-Padew], entstellt zu Bienägelcher [ Gal-Ottenhs Weißenbg]. Syn. s. PfWB Nägelchen.
 
  
Pfingst(en)-quack m.:
1. 'die in Grün und Blüten, mancherorts in Stroh gehüllte Gestalt, die zu Pfingsten gabenheischend von Haus zu Haus geleitet wird', auch 'Quackumzug am Pfingstfest', Pingschtquack (-gwag), s. unten, Pingschde- [PS-Lu'wink Ruppw Hirschth BZ-Münchw Böllbn Kühn Hamet 127 Don-Schowe], -quak (-gwāg) [ WD-Niedkch Hoof HB IB], oft einfach Quack genannt. Das pfälzische Verbreitungsgebiet des P. umfaßt den mittl. u. südl. Teil der Westpfalz und einzelne Orte der Vorderpfalz; es setzt sich nach dem Westen hin im Saarländischen (einschl. Kr. WD) fort, vgl. RhWB Rhein. VI 754/55. Das um den P. rankende Brauchtum war bis etwa 1900 in dem angegebenen Gebiet weithin lebendig. Seitdem ist es vielerorts aufgegeben worden. In PS-Heltbg ritten am frühen Morgen des Pfingstmontags die schulpflichtigen Buben auf ihren geputzten Pferden in den nahen Wald und bauten hier aus Buchenzweigen den Quack, ein kegelförmiges Gestell, dem sie einen von den Mädchen am Vortage geflochtenen Kranz aufsetzten. Nachdem sie die Pferde und sich selbst mit Ginster geschmückt hatten, formierten sie sich zum Zug, inmitten des ersten Reiterpaares, an einer durch das Gestell gesteckten Stange getragen, der Quack, und ritten durch das Dorf. Dabei sangen sie ein altes Volkslied. Dieser Brauch wurde in PS-Heltbg zum letztenmal im Jahre 1939 geübt. — Im benachbarten Schopp gibt es den Brauch noch heute, jedoch mit zwei wesentlichen Abwandlungen: dem Abbrennen des Quackfeuers in der Nacht vom Pfingstsonntag zum -montag und der Darstellung des Quacks durch einen von der großen Blumenkrone überdeckten Reiter. — Auch in ZW-Käshf ist der P. ein kegelförmiges Gestell, die Spitze mit einem Blumenstrauß geziert. Der Zug wird von einem Reiter angeführt. Jeder der im Zug gehenden Jungen trägt einen Quackstecken in der Hand — Ähnlich wurde der Quackumzug in PS-Geisbg bis 1945 gehalten. Seitdem ziehen mit Ginster geschmückte Knaben durch das Dorf, singen

[Bd. 1, Sp. 841]
Lieder und sammeln Eier. — In den Dörfern des Ostertales (Kr. WD) wurde eine Gestalt aus Weidenruten und blühenden Ginsterzweigen hergestellt, obenauf ein mit Bändern geschmücktes Fichtenbäumchen. In dem von zwei oder drei Buben getragenen Gestell ging ein weiterer Bube, der an jedem Haus den Spruch sagte: Quack, quack, owenaus, mer hebe die junge Veelche aus, die blotte wie die blende, de Strauß wolle mer fende. Quack, quack, aus, drei Eier eraus, sechs in die Pann, e halb Dutzend wolle mer han, e halb Pund Speck, eher gehe mer net vor de Hausdeer ewegg! Die Sonn geht zu Abend, wir haben noch weit zu gehn, und wer uns eppes gewwe will, der loß uns net lang stehn. Ich bin e junger Keenig, drum gebt mer net so wenig und loßt mich net so lange stehn, ich muß heut morje noch weiter gehn. Seit einigen Jahren tragen in WD-Niedkch am Pfingstmontag einzelne Kinder oder kleine Kindergruppen mit bunten Bändern behangene Birkenzweige von Haus zu Haus und sagen ihren Heischespruch auf. — In den Dörfern der Sickinger Höhe, dem alten Bauernland zwischen Landstuhl und Zweibrücken, kommt der P., den bändergeschmückten Pfingststrauß schwingend, geritten; mancherorts, z. B. in KL-Gerhardsbn, heißt er Bremmemann. Die ihn begleitende Schar, Reiter hinter Reiter, singt das Quacklied, das in PS-Wesbg/Zesbg folgenden Wortlaut hat: Quack, quack, owenaus, heb die blotte Veegel aus, die blotte un die blinne, de Quack wolle mer schinne! Ri ra ro, heit iwwers Johr, do simmer werrer do! Zur Abwechslung werden auch andere Lieder angestimmt, z. B. Ich hatt einen Kameraden. Den Schluß bildet ein Wettreiten nach einem Ziel außerhalb des Dorfes. Der zuletzt ankommende Reiter wurde früher für das ganze Jahr als Quack bezeichnet (Becker Vk. 319). Der Ritt durch das Dorf wird in zwei bis drei Altersgruppen durchgeführt, die Pferde der jüngsten Reiter werden von Erwachsenen geleitet. Die Gaben (Geld und Eier) sammelt man vielerorts am Nachmittag ein; in KL-Gerhbn besorgen dies Mädchen, die, einen geschmückten Handwagen ziehend, dem Reiterzug vorausgehen. — In ZW-Wallhalb sitzen die Quackreiter auf bändergeschmückten Steckenpferden. — In KL-Vogb (ähnlich KU-Diedk Nanzw O'staufb) schmücken die Buben am frühen Morgen des Pfingstmontags einen Handwagen mit Ginster; der darin Platz nehmende P. ist ganz verdeckt (s. Abb. 19). Die Buben fahren mit dem Wagen durch das Dorf und singen in monotoner Art: Quack, quack, owenaus, stei (steige) die hohle Bääm enaus, heb die blotte Veegel aus, die blotte un die blinne, de Quack soll se schinne. Geh in de Stall, hol mer e Neschtei, e Neschtei for de Quack, er hot's gepackt; e Ei orre e Stick Speck, sunscht gehn ich

[Bd. 1, Sp. 842]
heit nimmi vor de Deer eweg! Das Liedchen wird so lange wiederholt, bis die Sänger Eier, Schinken oder Geld erhalten haben. Für die empfangene Gabe bedankt sich der im Wagen sitzende Knabe mit einem Quack, Quack! Nach Beendigung der Fahrt teilt man die Gaben untereinander auf. — In KU-Hinzw (ähnlich KU-Sand) wurde der P. in blühenden Ginster eingehüllt und an einer Leine von Haus zu Haus zu geführt. — Der Dank für die empfangene Gabe

wird mancherorts durch einen Vers ausgesprochen, so z. B. in PS-Hengsbg: Habt ihr uns eine Verehrung gegeben, so sollt ihr das Jahr mit Freuden erleben, ihr un eire Kinder, ihr un eire Gesinder. Ist die Gabe verweigert worden, dann sagen die Heischenden: Habt ihr uns keine Verehrung gegeben, so soll eich das Hemde am Arsch ankleben. Der Pfingstquackbrauch war auch unter den Auslandspfälzern anzutreffen, jedoch nur an wenigen Orten. In Gal-Moosberg holten die Buben am Pfingstsamstag aus dem Wald gut belaubte Weißbuchenäste und Haselruten und schnitten daraus ihre Quackstecken. Aus den Zweigen verfertigten sie ein Laubkleid, in das am Pfingstmontag der Quack, meistens ein im Dorf dienender ukrainischer Knecht, gekleidet wurde. Auf den Kopf bekam er einen aus Reisig gebildeten Helm, an dem einige Glöckchen hingen. Am Umzug durch das Dorf beteiligte sich die gesamte Jugend; voran gingen die Buben, die ihre Quackstecken schwangen, mitten unter ihnen, von zwei Buben geführt, der Quack, zuletzt die Mädchen. Vor jeder Haustür wurde angehalten. Der P. ließ durch Schütteln des Kopfes seine Glöckchen erklingen. Auf dieses Zeichen erschienen die Hausleute. Der Führer des Zuges trat vor und sprach: Quack, quack, quack, siewe Ajer in de Sack, die wollen mer dann brode; 's werd alles gut gerode in Haus un Stall un Feld. Schenken uns kee Geld, awer e Stickelche Speck, dann gehn mer wieder weg. Quack, quack, quack, siewe Ajer in de Sack!

[Bd. 1, Sp. 843]
Aus den eingesammelten Eiern und Speckstücken ließen sich die am Umzug Beteiligten Speck un Ajer backen, die von allen gemeinsam verzehrt wurden. Im Anschluß an den Schmaus spielte der Dorfmusikant den Kindern zum Tanze auf. In Gal-Münchenthal ritt der P. inmitten von vier Reitern gabenheischend durch das Dorf. In Don-Schowe war der P. eine Puppe, die man auf dem Umzug mit sich führte. —
2. 'wer am Pfingstmorgen zuletzt aufsteht' [ Don-Lenauh]. Man machte sich einen Spaß daraus, den Langschläfer mit seinem Hemd an das Bettzeug anzunähen; vgl. PfWB Pfingstenlümmel 3. —
3. 'blühender Ginster' (weil er als Schmuck des P. verwendet wurde), nur im Pl., Pingschdequacke [ KU-Kaulb Rothsbg Roßb]. — Zur Etym.: Das Grundw. bezeichnet als Simplex das kleinste Vogeljunge im Nest, das jüngste Kind in der Familie (vgl. PfWB Nestquack) und gehört zum schallnachahmenden Wort quacken. Der P. war wohl urspr. der Langschläfer am Morgen des Pfingstmontags, wobei zu beachten ist, daß an diesem Tage der Viehaustrieb begann und ihm daher eine besondere Bedeutung zukam. — RhWB Rhein. VI 754; Saarbr. 159 Quaak.
 
 
Pfingsten-recht n.: 'das Recht, zu Pfingsten Gaben einzusammeln', vgl. den Beleg von 1425 bei Pfingstmontag. In PS-Hengsbg heißt es in dem Heischelied: Do kumme die aarme Pingschdeknecht, die hätte so gere das Pingschderecht (auch: Pingschdegerecht); vgl. hierzu das in den Artikeln PfWB Pfingstenknecht und PfWB -quack beschriebene Brauchtum; der ganze Vers in schriftdeutscher Form in Becker Vk. 321/22.
 
  
Pfingsten-schisser m.: Schimpfname für Langschläfer an Pfingsten, Pingschdeschisser [ BZ-Steinf].