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Pfingsten bis Pfingsten-lämmer (Bd. 1, Sp. 835 bis 838) | |||
Pfingsten, Pl. Pfingst(en)-blume, f. Pfingsten-butz, m. Pfingsten-dreck, m. Pfingst(en)-gackel, f. Pfingsten-gaul, m. Pfingsten-knecht, m. Pfingst(en)-knuttel, m. Pfingsten-knüppel, m. Pfingst(en)-kranz, m. Pfingsten-lämmer Pfingsten-loch, n. Pfingsten-lümmel, m. Pfingst(en)-nägelchen, n. Pfingst(en)-quack, m. Pfingsten-recht, n. Pfingsten-schisser, m. Pfings(ten)-strauß, m. Pfingst-esel, m. Pfingst-feiertage, Pl. Pfingst-fest, n. Pfingst-fladen, m. Pfingst-hammel, m. Pfingst-haufen, m. Pfingst-klee, m. Pfingst-krapfen, m. Pfingst-lämmchen, n. Pfingstlümmel-blume, f. Pfingst-montag, m. Pfingst-ochse, m. Pfingst-platz, m. Pfingst-reiten, n. Pfingst-rose, f. Pfingst-samstag, m. Pfingst-schnellerchen, n. Pfingst-sonntag, m. Pfingst-tag, m. Pfingst-tour, f. Pfingst-weide, f. Pfingst-woche, f. pfinnig, Adj. Pfirsich, m. Pfirsich-baum, m. Pfirsich-kuchen, m. Pfirsich-schnitz, m. Pfirsich-zweig, m. pfittern Pflanz-beet, n. Pflanze, f. Pflanz-eisen, n. pflänzeln, schw. pflanzen, schw. Pflanzen-korb, m. Pflanzen-setzerin, f. Pflanz-feld, n. Pflanz-garten, m. Pflanz-grundbirne, f. Pflanz-holz, n. Pflanz-kaute, f. Pflänzler, m. Pflanz-loch, n. Pflanz-stück, n. Pflaster, n. Pflaster-beere, f. Pflästerer, m. Pflastererbel Pflaster-erdbeere, f. Pflaster-gang, m. Pflaster-gräblein, n. Pfläster-hammer, m. Pflästerin, f. Pflaster-kasten, m. Pflaster-kopf, m. pflastern, schw. pflästern, schw. Pflaster-sack, m. Pflaster-schisser, m. Pflaster-stampfer, m. Pflaster-stein, m. Pflaster-stempel, m. Pflaster-stühlchen, n. Pflaster-treter, m. Pflasterung, f. Pflaster-wacken, m. Pflaum Pflaume, f. Pfraume, f. Pflaumen-baum, m. Pfraumen-baum, m. Pflaumen-brei, m. Pflaumen-gelee, n. Pflaumen-gutsel, n. Pflaumen-kern, m. Pflaumen-kuchen, m. Pflaumen-latwerg, m., f. Pflaumen-marmelade, f. Pflaumen-mus, n. Pflaumen-saft, m. Pflaumen-schlacksel, n. Pflaumen-schleck(s)el, n. | [Bd. 1, Sp. 836] feierten das Pfingstfest in den Jahren 1690, 1693 und 1698 vier Wochen später als ihre katholischen und reformierten Nachbarn, weil im Herrschaftsbereich des lutherischen Markgrafen von Baden-Durlach, zu dem Rhodt gehörte, damals noch der Julianische Kalender in Geltung war. Diese Verspätung der Rhodter ist seit damals sprichwörtlich. (Alfred H. Kuby in der Pfingstnummer der Edenkobener Rundschau 1964.) — Er kummt die dick Woch noh P. 'sehr spät' oder 'niemals' [Kaislt], an de Peer (Pferde) ihre P., dass. [ Don-Gottlob], zwische P. un Hagenaa (Hagenau im Elsaß), dass. [Südostpfalz (»Bienwalddörfer«)]. Bei dem kummt Oschdere noh P. 'Er ist verrückt' [ KU-Wolfst]. Ich schlaan der an de Kopp, daß de määnscht, P. kommt vor Oschdere [KU-W'mohr, verbr. WPf]. SprW.: E Weißrieb zu Weihnachte, en Appel noch P. un e Mädel vun dreißig Johr, die hän alle drei de Geschmack verlor! [Feierowend 1954 Nr. 6 S. 1]. BR.: An P. müssen die Wingert iwer de Rhein scheine [VPf]. WR.: Oschdere im Schnee — P. im Klee [ LU-Altr]. Wanns uf die P. regert (regnet), regerts siewe Sunndag hennedran [Fogel Beliefs Penns Nr. 1246]. VR.: ...Kommt die liewe Pingschde bei, hann mer nix se koche als das bißche Katzefleesch un die derre Knoche ... (aus dem Quacklied) [ HB-Nd'bexb, KU-Frohnhf]. Bimbalam, Pingschde geht an; bimbalam, schlof net lang; bimbalach, werscht ausgelach [ Gal-Waldd]. — Pfingstbräuche: In LU-Fußgh flocht man früher am Pfingstsonntag Kränze, in deren Schmuck dann am Pfingstmontag Pferde, Kühe, Rinder, Ziegen, ja auch Hunde stundenlang durch die Ortsflur getrieben wurden. Nach dem Umzug mengte man die Blumen und Blätter der Kränze dem Vieh unter das Futter. In FR-Hettldh wurde bis um 1900 am Pfingstsamstag aus Gras und Feldblumen ein Kranz gewunden; ihn bekam am Pfingstmorgen dasjenige Familienmitglied um den Hals gehängt, das am längsten geschlafen hatte; vgl. PfWB Pfingstlämmchen. Ähnlich war es in RO-Imsb, nur flocht man hier den Kranz aus Brennnesseln. Der Viehumtrieb durch sämtliche Feldwege der Ortsflur wurde auch in LU-Alsh/Gr geübt, wohl um Gedeihkraft für die Frühlingserde zu erlangen. Der ursprünglichen Bedeutung ihres Tuns sich nicht mehr bewußt waren die jungen Burschen in FR-Flomh, wenn sie am Pfingstmontag ins Feld ritten. Über das Setzen von Pfingstbäumen s. den Artikel Pfingstbaum. In NW-Lambr wurden in der Nacht vor Pfingsten auf den höchsten Bäumen der umliegenden Höhen rote Fahnen gesetzt. Am Pfingstmontag treffen sich die Bewohner von KL-Weilb Rodb Schwedb Erzhs Pörrb Nd'sulzb O'sulzb Hirschhn auf dem Eulenkopf zu einem Volksfest mit Tanz und allerlei Volksbelustigungen [Bd. 1, Sp. 837] für jung und alt. In RO-Winnw gab es den Pfingstbrauch des Fäßchensuchens: Ein Fäßchen Bier wird von einem Wirt in einem geschmückten Schubkarren in den Wald gefahren und dort heimlich vergraben oder sonstwie versteckt. Nur spärliche Papierschnitzel weisen auf das Versteck hin. Es ist Aufgabe der jungen Burschen, das Fäßchen zu finden und es heimzuholen; zuvor wird es noch mit Ginster und bunten Bändern geschmückt. In KL-Reichb zog die männliche Dorfjugend mit blühendem Ginster geschmückt durch die Straßen und sammelte Eier. — Weitere Angaben zum Pfingstbrauchtum s. unter PfWB Pfingstbraut, PfWB -butz, PfWB -dreck, PfWB -knecht, PfWB -knuttel, -lamm, PfWB -lümmel, PfWB -quack, -ochse, -reiter. — RhWB Rhein. VI 746 ff.; Saarbr. 155; LothWB Lothr. 44; ElsWB Els. II 137; Bad. I 202; Hess.-Nass. II 609. [Bd. 1, Sp. 838] am Pfingstsonntag im Dorf herumgeführt wurde, Pingschdeknecht [PS-O'simt Lembg (seit 1961 nicht mehr) Ruppw L'mühl Glashtt Lu'wink Hintwdth]; vgl. PfWB Pfingstenbutz, PfWB -quack. In PS-O'simt gingen drei P. von Haus zu Haus und sangen das Heischelied: Es kamme drei arme Pingschdeknecht, die hätten so gere das Pingschderecht. Sie schaue nach de lange Stange, wo laurer (lauter) Speck un Wärschde hange. Gebt Eier heraus, gebt Speck heraus, es isch e scheni Jungfrau im Haus. Wohl net so klein, wohl net so groß, so daß das Messer in Speck neinstoß. Wurden die P. beschenkt, dann dankten sie mit den Worten: Ihr habt uns auch ein Gackerlein geben, drum schenk euch Gott das ewige Leben. Hatte man ihnen aber die Gabe verweigert, dann sangen sie: Ihr habt uns auch kein Gackerlein geben, drum soll eich 's Hemd am Arsch ankleben. — ElsWB Els. I 503. 1. gew. Pl., 'in grüne Zweige gehüllte Burschen, die am zweiten Pfingsttag durchs Dorf ziehen', Pingschtknottel [ GH-Hatzbühl]. — 2. 'Langschläfer an Pfingsten', Pingschdeknottel [ GH-Hay]; vgl. PfWB Pfingstenlümmel 3.
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