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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Pfetz-zange bis Pfingst-abend (Bd. 1, Sp. 832 bis 834)
 
Pfetz-zange, f.
Pfiff, m.
pfiffaladarie
pfiffeln, schw.
pfiffen, schw.
Pfiffer, m.
Pfifferling, m.
pfiffig, Adj.
Pfiffikus, m.
Pfiffler, m.
Pfingst-abend, m.
Pfingst-ausflug, m.
Pfingst-baum, m.
Pfingst-berg, m.
Pfingst-born, m.
Pfingst-braut, f.
Pfingst-brockel, m.
Pfingst-brunnen, m.
Pfingsten, Pl.
Pfingst(en)-blume, f.
Pfingsten-butz, m.
Pfingsten-dreck, m.
Pfingst(en)-gackel, f.
Pfingsten-gaul, m.
Pfingsten-knecht, m.
Pfingst(en)-knuttel, m.
Pfingsten-knüppel, m.
Pfingst(en)-kranz, m.
Pfingsten-lämmer
Pfingsten-loch, n.
Pfingsten-lümmel, m.
Pfingst(en)-nägelchen, n.
Pfingst(en)-quack, m.
Pfingsten-recht, n.
Pfingsten-schisser, m.
Pfings(ten)-strauß, m.
Pfingst-esel, m.
Pfingst-feiertage, Pl.
Pfingst-fest, n.
Pfingst-fladen, m.
Pfingst-hammel, m.
Pfingst-haufen, m.
Pfingst-klee, m.
Pfingst-krapfen, m.
Pfingst-lämmchen, n.
Pfingstlümmel-blume, f.
Pfingst-montag, m.
Pfingst-ochse, m.
Pfingst-platz, m.
Pfingst-reiten, n.
Pfingst-rose, f.
Pfingst-samstag, m.
Pfingst-schnellerchen, n.
Pfingst-sonntag, m.
Pfingst-tag, m.
Pfingst-tour, f.
Pfingst-weide, f.
Pfingst-woche, f.
pfinnig, Adj.
Pfirsich, m.
Pfirsich-baum, m.
Pfirsich-kuchen, m.
Pfirsich-schnitz, m.
Pfirsich-zweig, m.
pfittern
Pflanz-beet, n.
Pflanze, f.
Pflanz-eisen, n.
pflänzeln, schw.
pflanzen, schw.
Pflanzen-korb, m.
Pflanzen-setzerin, f.
Pflanz-feld, n.
Pflanz-garten, m.
Pflanz-grundbirne, f.
Pflanz-holz, n.
Pflanz-kaute, f.
Pflänzler, m.
Pflanz-loch, n.
Pflanz-stück, n.
Pflaster, n.
Pflaster-beere, f.
Pflästerer, m.
Pflastererbel
Pflaster-erdbeere, f.
Pflaster-gang, m.
Pflaster-gräblein, n.
Pfläster-hammer, m.
Pflästerin, f.
Pflaster-kasten, m.
Pflaster-kopf, m.
pflastern, schw.
pflästern, schw.
Pflaster-sack, m.
Pflaster-schisser, m.
Pflaster-stampfer, m.
Pflaster-stein, m.
Pflaster-stempel, m.
Pflaster-stühlchen, n.
Pflaster-treter, m.
   Pfetz-zange f.: = PfWB Beißzange, Petzzang [ RO-Lettw]. RhWB Rhein. VI 642; Saarbr. 154; LothWB Lothr. 41; ElsWB Els. II 908; Bad. I 200; Hess.-Nass. II 607.
 
  
Pfiff m.:
1. 'pfeifender Ton', Piff (pif) [fast allg.], Pfiff (bfif) [Südostecke der Pfalz, vgl. PfWB Pfund]. Mei Hund heert genau uf de P. [ KL-Reichb, allg.]. —
2. 'Kniff, List'. Do merkt der Alte wohl de Piff un nemmt se bei der Hand [IB-Blieskst (Firmenich II 24)]. —
3.
a. 'kleine Menge', e Piff [ NW-Kallstdt]. —
b. '⅛ Liter Wein', Piff [verbr. VPf], Piffche [verbr. WPf], Biffche [ FR-Saush]. Syn.: Gläschen, PfWB Namperlein, Remieschen, PfWB Schnittchen, PfWB Stürzelchen, PfWB Wuppdich. — Die Bed. 3b ist von lat. pipa 'kleines Weinmaß' herzuleiten (Frings, Germ. Rom., S. 69). — RhWB Rhein. VI 745; Bad. I 200; Hess.-Nass. II 607; Mainz 170.
 
 
pfiffaladarie: Kehrreim in dem für Speyer verbürgten Spiellied »Es kommt ein Herr mit einem Pantoffel«. Der Spielverlauf ist dem bei Adē beschriebenen Frage- und Antwortspiel sehr ähnlich: Ein einzelnes Kind stellt sich etwa

[Bd. 1, Sp. 833]
drei Meter vor der mindestens vier Kinder zählenden Reihe auf. Drei Schritte auf die Reihe zugehend, singt das eine Kind als Beginn die Halbstrophe »Es kommt ein Herr mit einem Pantoffel«. Es folgt nun der von allen Spielern gesungene Refrain, wobei das Kind wieder auf seinen Ausgangsplatz zurückgeht. Im Gegengesang und ebenfalls drei Schritte vorrückend, singt nun die Spielerreihe »Was will der Herr mit seinem Pantoffel?« Wieder folgt der Kehrreim, und die Reihe geht zurück. In der wieder eintretenden Ruhestellung ertönt nochmals aus aller Munde der Kehrreim. In der gleichen Weise wiederholt sich das Spiel bei den folgenden 5 Strophen: »Er will die schönste Tochter haben«. »Die schönste Tochter haben wir nicht«. — »Dann schlagen wir die Fenster ein«. »Dann machen wir die Läden zu«. — »Dann stecken wir das Haus in Brand«. »Dann reisen wir nach Engelland«. — »Engelland ist abgebrannt«. »Dann holen wir die Polizei«. — »Die Polizei ist Lumperei«. »Die schönste Tochter geben wir nicht«. In der letzten Strophe unterbleibt der Kehrreim. Das Einzelkind bestreitet sie allein; mit den Worten »Dann nehm ich sie zur rechten Hand und führ sie in mein Vaterland« ergreift es ein Kind aus der Reihe und führt es mit sich fort. Nun kann das Spiel in der gleichen Weise fortgesetzt werden; die beiden Kinder beginnen, ändern aber die Eingangsstrophe ab, es ist nunmehr von einem Herrn mit zwei Pantoffeln die Rede. Nach der Schlußstrophe wechselt ein weiteres Kind seinen Standort. Zuletzt bleibt von der ursprünglichen Reihe nur noch ein einzelnes Kind, das jetzt die Rolle des Vorsprechers übernehmen muß. (Beschreibung nach Angaben von Roland Jossé, Speyer, in Guentherodt Frz. 30/31.)
 
  
pfiffeln schw.:
1. 'leise stoßweise pfeifen', piffele (pif(ə)lə) [allg.]. —
2. 'ein kleines Glas Wein trinken' (zu PfWB Pfiff 3b) [ KL-Reichb]; vgl. PfWB pfiffen.
 
 
pfiffen schw.: 'ein kleines Glas Wein trinken', piffe (pifə) [VPf]; vgl. PfWB pfiffeln 2, PfWB büffen.
 
  
Pfiffer m.:
1. 'Kanarienvogel', Piffer [ BZ-Schwanh Lug]; zu PfWB pfeifen. —
2. 'Trinker' [verbr.]; zu PfWB pfiffen. Zs. Lohpfiffer.
 
  
Pfifferling m.:
1. 'der Pilz Gelbling (Cantharellus cibarius)', der Name geht auf den pfefferartigen Geruch zurück, Pifferling (pifərliŋ) [»vielfach«, Wilde 192]. Syn. (nach Wilde 192): Butterschwämmchen, gelber Champignon, Dotterschwamm, Eier-, Eßschwämmchen, Gelbschwamm, Hahnenkämmchen.
2. 'Weniges, Wertloses', [allg.]. Syn. s. PfWB Lumpenzeug. RA.: Dodefor (dafür) gebb ich kä P. [allg.]. In einem Suchspiel ruft man »PifferlingMadeerling!«, sobald der zu suchende Gegenstand versteckt ist [Kus, ähnlich

[Bd. 1, Sp. 834]
in KU-Bosb Kaislt]. — RhWB Rhein. VI 746; ElsWB Els. II 134; Bad. I 201; Hess.-Nass. II 607.
 
  
pfiffig Adj.: 'schlau, listig', piffich [allg.]. Er macht e piffich Gesicht [ NW-Elmst, allg.], is e piffijer Kerl, e ganz Piffijer [ KU-Kaulb, allg.]. SprW.: E pifficher Mensch kennt sich aus im Strump [nach PfL vom 27. 11. 1922]. RhWB Rhein. VI 745/46; ElsWB Els. II 134 (andere Bed.); Bad. I 201; Hess.-Nass. II 607.
 
  
Pfiffikus m.: 'schlauer Mensch', Piffikus (pifikus) [allg.]. Des es e rechder P. [ FR-Bockh, allg.]. RhWB Rhein. VI 746; ElsWB Els. II 134; Bad. I 201; Hess.-Nass. II 607.
 
  
Pfiffler m.:
1. 'wer oft pfeift', Piffler (piflər) [allg.]; auch als Spitzname gebraucht; vgl. PfWB Uhrenpfiffler. Hess.-Nass. II 607. —
2. 'Klarinettenspieler' [ KU-Bedb]. —
3. 'langbeinige Schnake' [ RO-Feilbg]; dafür meist PfWB Pothammel, PfWB Mücke, PfWB Schnake.
 
 
Pfingst-abend m.: 'Abend vor dem Pfingstfest'. a. 1352: Off den pyngestabend [SSp., Veld. Reg. n. 201].