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Pfälzisches Wörterbuch 
 
ab-schlägeln bis ab-schleifen (Bd. 1, Sp. 80 bis 83)
 
ab-schlägeln, schw.
ab-schlagen, st.
ab-schlägig, Adj.
ab-schläglich, Adj.
Abschlags-zahlung, f.
ab-schlappen, schw.
ab-schlappsen, schw.
ab-schläppsen, schw.
ab-schlarpsen, schw.
ab-schlauchen, schw.
ab-schlecken, schw.
ab-schleifen, st.
ab-schleifen, schw.
Ab-schleimen, n.
ab-schleizen, schw.
ab-schlenkern, schw.
ab-schleppen, schw.
ab-schlibbern
ab-schlichten, schw.
ab-schliefern, schw.
ab-schließen, st.
ab-schloassen
abschlorpsen
ab-schlottchen, schw.
ab-schlüpfen, schw.
ab-schlurfen, schw.
ab-schlurpen, schw.
ab-schlurpsen, schw.
Ab-schluß, m.
ab-schmacken, schw.
ab-schmecken, schw.
ab-schmälzen, schw.
ab-schmatzen, schw.
ab-schmecken
ab-schmeißen, st.
ab-schmelzen
ab-schmieren, schw.
ab-schmusen, schw.
ab-schnallen, schw.
ab-schnappen, schw.
ab-schnäppen, schw.
ab-schnärren, schw.
ab-schnauzen, schw.
ab-schneiden, st.
ab-schnelzen, schw.
ab-schnetzen, schw.
ab-schnippeln, schw.
Ab-schnitt, m.
ab-schnitzeln, schw.
ab-schnurren, schw.
ab-schöpfen, schw.
Ab-schöpfsel, n.
ab-schoren, schw.
Ab-schoß, m.
ab-schrägsen, schw.
ab-schrappen, schw.
ab-schrauben, schw.
ab-schrecken, schw.
ab-schreiben, st.
Ab-schreibens, n.
ab-schritten, schw.
ab-schroten, schw.
ab-schruppen, schw.
ab-schuben, schw.
ab-schüffeln, schw.
ab-schultern, schw.
ab-schuppen, schw.
ab-schürfen, schw.
ab-schürgen, schw.
Ab-schuß, m.
ab-schütteln, schw.
ab-schütten, st.
ab-schwärmen, schw.
ab-schwarten, schw.
ab-schwefeln, schw.
ab-schweigen, schw.
ab-schwenken, schw.
ab-schweren, schw.
ab-schwindeln, schw.
ab-schwören, st.
ab-seckern, schw.
ab-segeln, schw.
ab-sehen, st.
ab-seihen, schw.
ab-seimen, schw.
ab-sein
Ab-seite, f.
ab-seits, Adv.
absenat
ab-senden, schw.
Ab-sender, m.
ab-senkeln, schw.
ab-senken, schw.
Ab-senker, m.
ab-serbeln, schw.
ab-serben, schw.
ab-servieren, schw.
ab-setzen, schw.
Absetz-säge, f.
ab-sicheln, schw.
   ab-schlägeln schw.: 'mit dem Aufwand größter Kraft abmähen' (wie PfWB abschlagen I 1 a γ) abschläle [ WD-Niedkch], -schlägele [KB-Zell ZW-Roskpf].
 
  
ab-schlagen st.:
I. trans.
1. etwas a.
a. gegenst.
α. 'etwas herunterschlagen'; Niß, Beere 'Birnen' Äppel abschlaa [WPf NPf], abschlaan [vorn. westl. WPf], abschlache [vorn. mittl. u. südl. VPf], abschlage, -schlagge [vorn. mittl. u. nördl. VPf]. a. 1600: ...das sie (die Kinder) niemandts Obs oder Eichelln abschlagen oder vffleßen [Friedel 178 (KL-Hoheck)]. 'm Hinkel de Kopp a. 'abhacken' [verbr.]. In Drohungen: Ich schla(ch) d'r die Bään (Baan) 'Beine' (am Aarsch) ab!, wenn das Kind sich unerlaubt entfernt [verbr.]. Ich schla(ch) d'r die Finger ab! [verbr.]. 's Maul geheert d'r abg(e)schlaa, für einen, der durch Reden

[Bd. 1, Sp. 81]
Unheil gestiftet hat [ KU-Lohnw RO-Alsbn Kaislt]. KR.: ('s Kind) hot Gagl en de Hond, mäicht's gärn esse, hot awwer kään Messer; fällt e Messer owwe rab, schlacht 'm Kinnl 's Händl ab; 's Kinnl geht ins Dokderhaus, 's isch kens dehääm als Katz un Maus [ BZ-Billh LA-Hainf]. a. 1492: dem soll man den kopf abschlan, und soll das gut den herren sein [Grimm Weist. V 578 (NW-Haßl)]. —
β. 'etwas auseinandernehmen, um es fortzuschaffen'; vgl. PfWB abreißen 1. 's Gerischt a., die Kerwe (die für die Kirbe aufgestellten Stände) a., wenn die Kirbe vorbei ist [verbr.]; de Schank 'Schrank' a. [ PS-Erfw]. Han Steen gesetzt un Speis getra', Gerischte uf- un abgeschla' [Münch Weltgesch. 38]. —
γ. (mit Vertauschung des Objektes) die Wiß (Wies) a. 'unter großer Kraftanwendung (mit ungeschärfter Sense) abmähen' [verbr.]; vgl. PfWB abschlägeln. —
δ. (mit Vertauschung des Objektes) die Bach a. 'den Bach ableiten' (damit das Bett gereinigt werden kann) [verbr.]. Hiervon auch: 's Wasser a. 'urinieren' [allg., mehr in der Sprache der ält. Gener.]. Syn. s. PfWB pissen. Volksgl.: Wer sein Wasser abschlägt, und nicht dabey dreymahl ausspeyt und gegen Hexereyen schändet, der wird behext, wenn eine Hexe an dem Urin vorbey kommt [Journ. 1790, S. 142/43]. —
ε. 'austreiben', vom Vieh. a. 1609: Der wäidstrich mit rindern und pferdten solle 14 tage vor Georgi (23. April) abgeschlagen und die stoppelen besambt vff- und zugethan werden [PfWeist. I 103 (Bergz)]. Vgl. die ros abe sla(he)n 'auf die Weide treiben', Lexer Lexer I 5. —
b. übertr. 'verweigern'; die Bitt a. [allg.]. Der kann nix a. 'nichts versagen' [allg.]. RA. auf eine Liederliche: Die kann nix abschlache als ihr Wasser [ LU-Opp]. —
2. einen a.
a. gegenst.
α. 'verhauen' [Kus]; dafür häufiger PfWB verschlagen. Syn. s. PfWB verhauen. —
β. durch Schlagen entfernen; im Nachlaufspiel de Dritt a., wie schd. [verbr.]. Die Stut schla(ch)t de Hengscht ab (durch Ausschlagen mit den Hinterbeinen) [allg.], auch mit Weglassung des Objektes. —
b. übertr. 'abweisen'. Die (das Mädchen) hot'n (den Freier) abg(e)schla(che) [verbr.]. Syn. s. PfWB abweisen. —
II. intrans.
1. gegenst.
a. 'sich schnell entfernen'. Schlaa ab! [ KU-A'glan]; vgl. PfWB abhauen 2. Syn. s. PfWB weggehen. —
b. mit Vertauschung des Subj. De Zug schla(ch)t ab 'das Läutewerk signalisiert die Abfahrt des Zuges', durch die ganze Pfalz, solange an den Bahnstationen und -übergängen Läutewerke angebracht waren; vgl. PfWB abpfeifen 1. —
2. übertr. 'im Preis fallen'; 's Brot schlaa(ch)t ab [allg.]; vgl. PfWB Abschlag 3. a. 1590: je nachdem die Frucht auf- oder abschlegt [ZweibrUrkb. S. 135]. RA. (scherzhaft): De Schnaps schlät ab, wenn ein Trinker stirbt [ KU-Schmittw/O]. 's schlaat ab! wird gerufen, wenn jemandem Geld auf den Boden fällt [Kaislt]. Von hier auch die scherzhafte

[Bd. 1, Sp. 82]
Rede, wenn ein Junge oder Mädchen stolpert und hinfällt: Die Buwe (Die Määd) schlaan ab [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]. — RhWB Rhein. VII 1206; ElsWB Els. II 457; Bad. I 16.
 
  
ab-schlägig, -schläglichAdj.:
1. 'verweigernd, ablehnend', z. B. von einer Antwort; abschlääich [vorn. WPf NPf], -schlächisch [vorn. mittl. u. südl. VPf], -schlägich [vorn. nördl. VPf], -schläächlich [ RO-Dielkch PS-Hintwdth LA-Gommh]; vgl. PfWB abschlagen I 1 b. —
2. 'auf Abschlagszahlung'; abschlächisch kaafe [ KB-Bubh LA-Gommh].
 
 
Abschlags-zahlung f.: wie schd.; uf Abschlagszahlung kaafe (kääfe) [verbr.]; vgl. PfWB abschläglich 2.
 
 
ab-schlappen schw.: 'durch Schlappen (schlurfendes, latschendes Gehen) die Schuhsohlen abnutzen'; die Schuh abschlappe [ZW-O'aub PS-Th'eischw KL-Niedkch Ottbg Kaislt Landstl GH-Nd'lustdt]. Syn.: PfWB abschlappsen, PfWB -schlarpsen, PfWB -schlottchen, PfWB -schlurfen, PfWB -schlurpen, PfWB -schlurpsen.
 
  
ab-schlappsen, -schläppsenschw.: = PfWB abschlappen; abschlappse [ KL-Ramst], -schläppse [ KB-Zell].
 
  
ab-schlarpsen schw.: '(Sohlen) abnützen' abschlarbse [ GH-N'potz]. Syn. s. PfWB abschlappen. — Intensivbildung auf -sen zu dem im heutigen Pfälz. nicht belegten schlarpen 'nachlässig sein, träge gehen', RhWB Rhein. VII 1254 (schlarpsen), Schweiz. IX 654 (abschlarpen), Schwäb. I 63 (abschlarfen).
 
  
ab-schlauchen schw.: den Wein a. 'mit Schläuchen vom Wagen in den Keller befördern', abschlauche [ KB-Zell].
 
  
ab-schlecken schw.:
1. 'ablecken'; 's Maul, die Finger abschlecke [VPf SPf]. Die Kuh schleckt ihr Kälwl 'ihr neugeborenes Kalb' ab; vgl. PfWB ablekken 1. RA.: Eem Brei ums Maul rumschmeere un selwer abschlecke 'Einem Hoffnung auf etwas machen und dann den erwarteten Genuß sich selber zuführen' [ LA-Herxh]. Volksgl.: Wäärn Mostasch 'Schnurrbart (engl. moustache)' reese (engl. raise) will 'größer machen will' un kann net, muß die ewwerscht Lefz mit sießer Rahm oder me Hinkeldreck schmiere un noh in 're dunkle Nacht en schwäärzi Katz es abschlecke losse [Fogel Beliefs Penns 1948]. —
2. 'küssen'. Die schlekken sich de ganze Dag ab [ HB-Kirrbg LA-Edk BZ-Dernb]; vgl. PfWB ablecken 2. Der ehr abgeschleckt Gesicht, verächtlich von einem Mädchen, das sich von jedem küssen läßt [ NW-Elmst]. — Zu PfWB schlecken vgl. Kluge-Mitzka17. — ElsWB Els. II 461; Bad. I 16.
 
 
ab-schleifen1 st. (mhd. slīfen):
1. 'Scharten durch Schleifen beseitigen'; 's Messer abschlaife [allg.]; vgl. PfWB abziehen I 1 b. Die Schlaif 'Eisbahn' is gut abgeschliff 'durch Schleifen glatt geworden' [ Gal-Dornf]. —
2. übertr. 'Schliff beibringen'.

[Bd. 1, Sp. 83]
Denne muß mer e bißche abschlaife [VPf]; vgl. PfWB abhobeln 2. — RhWB Rhein. VII 1294.
 
  
ab-schleifen2 schw. (mhd. sleifen):
1. 'am Boden schleifend abschleppen'; Stämm abschlääfe [WPf nördl. u. südl. VPf], -schlaafe [NPf]; vgl. PfWB abschleppen 1. —
2. e Schdick 'einen Acker' abschlääfe 'mit der umgedrehten Egge die Maulwurfshügel auseinanderscharren' [ KU-Bedb KL-Erfb]. — RhWB Rhein. VII 1300.