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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bett-lade bis Bettrisen-amt (Bd. 1, Sp. 760 bis 762)
 
   Bett-lade f.:
1. 'das Bettgestell', ältere Mda., Bettlad (ˈbedlād) [verbr. (1933), Don Gal Buch wohl allg.], Bettlaa [Bliesg (PfId. 21)]. Teile der Bettlade: Kopf-, Fuß- und Seitenteil, Bettbretter. RA.: die B. aushenke 'die Seitenteile des Bettgestells aushängen, damit das Bett durchbricht' [ KU-Bedb LU-Böhl]. Er zerrert (zittert), daß die B. kracht [WPf]. Stern (Gewirre) an de B.! Ausdruck des Unwillens und der Verwunderung; oft mit der vorausgeschickten Ergänzung: Himmel, heilich u. ä. [ KU-Hinzw Kaulb Pirmas FR-Bockh]. Vom Pantoffelhelden sagt man: Er muß unner die B. un macht e Fauscht raus [ BZ-Pleisw]. Vom Todkranken gilt: Dem stoßt der Wühler 'Maulwurf'

[Bd. 1, Sp. 761]
aach schun unner de Bettlad, lang macht der nimmi mit [L. Reitz in Sunndag vom 14. 9.58]. Volksgl.: Er hot sei Zähn unner die B. g'schmisse, daß er wieder neie kriecht [ NW-Wachh]. Am Andreastag (30. 11.) treten liebende Mädchen nachts um 12 Uhr ihre Bettlade und wünschen sich das Erscheinen des Liebsten; s. PfWB Andreasnacht [ PS-Geisbg]. VR.: Gude Owend Lisabeth, zeich mer, wu dei B. steht; hinner'm Ofe an de Wand, wu 'm Knecht sei Hosse hang [ LA-Wollmh, ähnlich LA-Frankw Gal-Dornf]. a 1525: ein bethlad mit einem bedt, strosack, ein pulwen [Spey-DomKl.] a. 1537: ein gehimmelt bettlade [Spey-TreudInv.]. a. 1580: ein betlade mit einem alten bett [Seel, Chronik von Deidesheim S. 138]. a. 1596: 2 gehimmelter gemalter Bethladten [WerschwSchR Bl. 593 r.]. a. 1612: 3 gehimelte Bethladen mit Ihrem ahntritt [DisibSchR Bl. 288 r.]. a. 1761: 2 Kopfkissen desgleichen mit Fettern, überzogen, unten ein Züg mit Sprau angefüllt nebst einer Bethlath [LeinGbl. 76]. a. 1788: Bett, wie solches dermalen da stehet, mit der Bettlad, bestehend in einem strohe Sack, Ein werken Leintuch, ein Oberbett mit federn und Züge, dann ein Kopfen Pilwen mit Überzüge [Kurpf. Akte 1631/8/37 (KL-Steinwd)]. —
2. 's Bettlädche, ein Bett, das einer Kommode mit Zapfen gleicht und auf- und zugeklappt werden kann. Zum Schlafen wird es aufgeklappt und auf die Zapfen gestellt. Legt man zusätzlich auch den Deckel um, dann findet auch ein Erwachsener genug Platz zum Schlafen. Kindern, die im B. schlafen mußten, sagte man im Scherz: Wammer im B. schloft, werd mer net naß, weil der nicht aufgeklappte Deckel gewissermaßen ein Dach bildet [KU-Schmittw/O u. Umg.] — RhWB Rhein. I 654; Saarbr. 25; ElsWB Els. I 556; Kretschmer 117/18.
 
 
Bettlad-schisser m.: im VR.: Mummel, Mummel, Bettladschisser, alte Weiwer Koppabbisser [Schandein Sprachsch. 44].
 
  
Bettlad-stollen m.: 'Bettfuß', Bettladstolle (-dǫlə) [verbr. VPf]; vgl. PfWB Bettstollen. Kindern droht man: Ich binn dich an de B. [ NW-Kallstdt].
 
 
Bettlad-wanze f.: 'die Wanze', Bettlaadwans [Lambert Penns 27].
 
  
bett-lägerig Adj.: nach dem Schd. Er isch bettlägerich (-lęgəriχ) [ GH-Kand], -lächerisch (-lęχəri) [ BZ-Dierb], -läscherich (-lęəriχ) [ LU-Altr], -läjerich (-lęjəriχ) [ KU-Bedb NW-Kallstdt], -läerich (-lęəriχ) [ WD-Niedkch RO-Dielkch], (-lęəri) [ KB-Kriegsf]. Bad. I 174.
 
  
Bettler m.:
1. wie schd., auch Schimpfw., Beddler, Berrler, Bell'ler, s. F. [allg.]; vgl. PfWB Bettelmann. Zs.: PfWB Steifbettler. Für 'Bettlerin': Beddlern, Beddlersch, Beddlersche(n) u. ä., vgl. PfWB Näherin. — SprW.: Junge Faulenzer, alde Beddler [ PS-Saalstdt]. Handwerksborsch un B. gehn nix um 'machen keinen Umweg' [ RO-Obd].

[Bd. 1, Sp. 762]
's is en schlechter Bettler, as ken Ausred hot [Fogel Prov. Penns Nr. 124]. VR.: Unnich de Stee (Stiege), owich de Stee halt der Bettler Hochzet, danzt die Maus mit der Laus, hupst der Flohk zum Finschter naus, hupst er uf e Steen, brecht sich Hals un Been [ Gal-Dornf]. —
2. 'Hamster', Beddler [ Gal-Steinfels Prinzth]; vgl. PfWB Bettelmann 3. — F.: będlər [verbr.], rr [WPf], bęrələr [ HB-O'bexb RO-Nd'hs NW-Speybn], bęllər [VPf verbr. NWPf], bęðlər [ Gal-Dornf]. — RhWB Rhein. I 662/63; LothWB Lothr. 30 Bedeler; ElsWB Els. II 115; Bad. I 174/75.
 
 
Bettler-laus f.: 'Labkraut (Galium aparine)' Bettlerlaus [KU-Lauteck (Wilde 155)]; dafür meist Kläwwer, s. PfWB Kleber. ElsWB Els. I 616 Bettlerlus 'kleine Klette'.
 
 
Bettler-zeichen n.: 'Abzeichen, das die Bettler tragen mußten'. a. 1528: Item 2 Gulden 17 lib. hlr. von 209 bettler zeichen zu molen auch vor blech darzu außgeben [SpeyGgHospR]. Schwäb. I 969 Bettelzeichen.
 
  
Bett-pisser m.:
1. 'Bettnässer', Bettpisser [ KU-Schmittw/O LU-Opp]. Volksmed.: Plätsch 'me Bettpisser der Aarsch mit der Satzbritsch 'Schaumlöffel' oder 'm Huddelwisch [Fogel Beliefs Penns Nr. 1484]. —
2. 'Löwenzahn (Taraxacum officinale)', Bettpisser [ KU-W'mohr FR-Grünstdt]; s. K. 36. Syn. s. PfWB Bettseicher. — RhWB Rhein. I 655; LothWB Lothr. 40.
 
 
Bett-rise m.: 'bettlägerig Kranker'. a. 1548: den armen bethriesen im spital zu Lautern [StArch. Kaislt A, Urk. 99]. — Das Grundw. gehört zu mhd. rīsen 'fallen'; der B. ist also der ins Bett Gefallene, Gesunkene. — RhWB Rhein. I 655 bettriesig; Bad. I 175.
 
 
Bettrisen-amt n.: 'Amt zur Verwaltung des Vermögens der im städtischen Hospital untergebrachten Bettrisen' (Theodor Zink in PfPr. vom 4. 1. 1932). a. 1650: Bethrießenamt (das in Kaislt in diesem Jahre erneuert wurde) [Küchler 173].