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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Bettel-spruch bis Bett-flasche (Bd. 1, Sp. 759 bis 760)
 
Bettel-spruch, m.
Bettel-stab, m.
Bettel-tasche, f.
Bettel-täsche, f.
Bettel-vogt, m.
Bettel-volk, n.
betten, schw.
Petter
Petterich
Petterbrief
Betterich, m.
Bettermääd, m.
Bett-flasche, f.
Bett-fuß, m.
Bett-gestell, n.
Bett-himmel, m.
Bett-holz, n.
Bettingen, ON
Bett-jacke, f.
Bett-klopfer, m.
Bett-kolter, f.,  n.
Bett-kulte, f.
Bett-lade, f.
Bettlad-schisser, m.
Bettlad-stollen, m.
Bettlad-wanze, f.
bett-lägerig, Adj.
Bettler, m.
Bettler-laus, f.
Bettler-zeichen, n.
Bett-pisser, m.
Bett-rise, m.
Bettrisen-amt, n.
Bettrisen-pfleger, m.
Bett-rock
Bett-rütscher, m.
Bett-sach, n.
Bett-scheißer
Bett-schere, f.
Bett-schisser, m.
Bett-scheißer, m.
Bettschisser-blume, f.
Bett-schwere, f.
Bett-seicher, m.
Bettseicher-salat, m.
Bett-spatteln, Pl.
Bett-sprä
Bett-sprät
Bett-sprei, f.
Bett-spreite, f.
Bett-statt, f.
Bett-stein, m.
Bett-stelle, f.
Bett-stollen, m.
Bett-stra
Bett-strau
Bett-streu, f.
Bett-stroh, n.
Bett-stube, f.
Bett-stück, n.
Bett-tuch, n.
Bett-überzug, m.
Bettuch-biber, m.
Bett-umhang, m.
Bettung, f.
Bett-unterzieche, f.
Bett-wanze, f.
bett-warm, Adj.
Bett-wäsche, f.
Bett-werk, n.
Bett-zeug, n.
Bett-zieche, f.
Bett-zipfel, m.
betucht, Adj.
Betucht-heit, f.
Betunie
Petunie
be-tüpfeln, schw.
be-tuppen, schw.
be-tutern, schw.
Betz
Petz
Bet-zeit, f.
Betzeit-läuten, n.
Betzel-haube
Betzel-kammer
Betzen
Petzen-käfer
Betzen, m.
Betzen, m.
petzen
Betzenberg, m.
Betzen-häuschen, n.
Betzen-kammer, f.
Betzen-loch, n.
Betzen-meister, m.
Betzen-tal, FlN
Petzer
Betzhaube
Petzhörnchen
  Bettel-spruch m.: wie schd., gew. im Dim., Beddelsprichelche. Bis um 1870 gebrauchten bettelnde Kinder aus LU-Opp nach Hochwasserkatastrophen folgenden B.: Das Korn is uns versoffe un die Grumbeere sinn uns verfault.
 
 
Bettel-stab m.: wie schd. RA.: Der kummt noch an de Bellstab [NW-Kallstdt, verbr.]. SprW.: Keem (keinem) is noch de Bettlstab verbrennt [ Don-Gottlob]. RhWB Rhein. I 661; Bad. I 173.
 
  
Bettel-tasche, -täschef.:
1. 'Frau, die viel bettelt, altes Bettelweib', Berrltäsch [Kaislt], Beddeldasch [ LU-Opp], Belldäsch [ BZ-Billh]. —
2. 'armes, aber hochmütiges Weib', Beddeldäsch [verbr. mittl. u. nördl. VPf]. RhWB Rhein. I 661.
 
  
Bettel-vogt m.:
1. 'Aufseher über die Bettler', auch 'Polizeidiener'. a. 1617: Auch wird ein neuer Bettelvogt ernannt, dem als Amtstracht ein Rock uff beiden Seiten roth und in der Mitte weißes Duch geliefert wird. Auch soll er eine Büchse bekommen, mit der er auf dem Markt und in den Zunftstuben Geld für die Armen einsammle [Küchler 110 (Kaislt)]. a. 1651: Anthonius Wirtenberger ist zu einem Bettelvogt angenohmen worden, daß er die Kirchenthür zwischen der Predigt zuhalte, die Hunde hinausjage, mit der Schelle von Hauß zu Hauß gehen und sowohl die Hochzeitsbüchs uffstelle, auch künftig, wenn die Wirtshausbüchs wiederumb wieder angestellt, selbige herumbtragen soll, dessen hat er Handtreu geben [ebd., S. 181]. a. 1755: 1 Bettelvogt [Kreuter 55 (LU-Oggh)]. Daher die RA.: Weis e Annerer es besser, dann soll der Berrelvogt senn [WPf (PfId. 183)]. —
2. Schimpf- und Spitzname für den Polizeidiener. Was will dann der, der Bellvog? [LA-Edk, verbr.] —
3. 'bettelnder Handwerksbursche', Bellvock [ FR-Bissh NW-Weish/S]; scherzh. von einem Kind, das ständig um etwas bittet, vgl. PfWB Bettelmensch 3, Bellvock [ LA-Rhodt]. — RhWB Rhein. I 661; LothWB Lothr. 30; ElsWB Els. I 102; Bad. I 173.
 
 
Bettel-volk n.: geringschätzige Bezeichnung für arme Leute, -volk [allg.]; vgl. PfWB Bettelpack. RhWB Rhein. I 662.
 
 
betten schw.: sich b. RA.: Sie hot sich gut gebett 'glücklich verheiratet' [LU-Opp, verbr.]. SprW.: Wie mer sich bett, so leit mer (liegt man) [NW-Kallstdt, allg. Pfalz], ... so schloft mer [ Don Gal Buch]. RhWB Rhein. I 657; Bad. I 173.
 
 
Petter, Petterich 'Taufpate, Onkel's. PfWB Pfetter, PfWB Pfetterich; Petterbrief 'Taufbrief' s. PfWB Pfetterbrief.
 
 
Betterich m.: 'tiefe Stelle hinter dem Mühlwehr', 'Pferdeschwemme', Betterich (będəriχ) [verbr. VPf]. a. (15. Jh.): ein weg uffthun zu dem bederich, der untersteint ist (um eine Unterwühlung des Bachbettes zu verhüten) [PfWeist. I 288 (SP-Dudhf)]. a. (15. Jh.): Weissen und spre-

[Bd. 1, Sp. 760]
chen, daß ein gemeiner allmentweeg (Allmendeweg) seyn soll zu der Muhlbronner mühlen bederich, uff das frembde und heymbsche daselbst ihre viehe geträncken mögen und wasser, weyd (Weed = Dorfteich) zu brauchen nach ihrer nothdurft [ebd. S. 287]. a. 1535: Item 21 alby idem (dem Zimmermann Debolt) geben, hat zwen dag ... der oley mullen pederich in seinem cost gemacht [ZweibrLSchR]. — Aus lat. petraria < petra 'Fels, Stein' (s. die Erklärung 6 in PfWeist. I 289).

 


Aus den Nachträgen
 
  
Bettermääd m.: 'weißer Hosenknopf aus Horn', Beddermääd [ LA-Venn]. Aus engl. better-made als Qualitätsbezeichnung?


 
 
Bett-flasche f.: 'Wärmeflasche', Bettflasch [allg.]. RA.: sich e B. aanschaffe, scherzh. für 'sich verheiraten' [LU-Opp, verbr.]. RhWB Rhein. I 654; Lothr. 40 Bettfläsch; Bad. I 174.